{"id":65272,"date":"2017-08-22T11:03:47","date_gmt":"2017-08-22T09:03:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=65272"},"modified":"2017-08-22T11:07:15","modified_gmt":"2017-08-22T09:07:15","slug":"synagogenbrunnen-planschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/synagogenbrunnen-planschen\/","title":{"rendered":"Synagogenbrunnen &#8211; planschen"},"content":{"rendered":"<p>Gut, wenn <a title=\"Kinder\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/kinder\/\">Kinder<\/a> im Wasserbecken mit dem Grundriss der 1870 erbauten und 1937 zerst\u00f6rten <a title=\"Platz-der-Alten-Synagoge\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/platz-der-alten-synagoge\/\">Synagoge<\/a> planschen mitsamt ihren <a title=\"Baechle\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/baechle\/\">B\u00e4chle-Boten<\/a>. Denn Planschen hat <a title=\"Zukunft\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/\">Zukunft<\/a>.\u00a0Auch gut, wenn Erwachsene am <a title=\"Alte Synagoge \u2013 Reste entdeckt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/alte-synagoge-reste-entdeckt\/\">Beckenrand<\/a> \u00fcber <a title=\"Denkmal\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/immobilien\/denkmal\/\">Denkmale<\/a> bzw. <a title=\"Erinnerungsorte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/heimat\/geschichte\/erinnerungsorte\/\">Erinnerungskultur<\/a> diskutieren und dabei (sp\u00e4ter mal?) mehrsprachige Infobl\u00e4tter vorfinden. Denn <a title=\"Diskussionskultur\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/diskussionskultur\/\">Diskutieren<\/a>\u00a0dient dem Lernen aus der Vergangenheit.<!--more--><br \/>\nSchlecht, wenn erwachsenes Partyvolk, Bierk\u00e4sten und Hunde im <a title=\"Alte Synagoge \u2013 Reste entdeckt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/alte-synagoge-reste-entdeckt\/\">Synagogenbrunnen<\/a> planschen.\u00a0Schlecht ist auch, wenn statt Diskussion oberlehrerhaft die Geschichtsbew\u00e4ltigung herbeibefohlen wird mit Verbotsschildern und gar Z\u00e4unen.<br \/>\nSeit 1947 konnte <a title=\"Platz-der-Alten-Synagoge\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/platz-der-alten-synagoge\/\">an dieser Stelle<\/a> Gedenken an die Zerst\u00f6rung der <a title=\"Juden\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/juden\/\">Freiburger Synagoge<\/a> zwischen Theater und Universit\u00e4t gepflegt werden &#8211; wurde aber nicht. Vielleicht helfen planschende Kinder, dass sich dies nach nunmehr 70 Jahren ab August 2017 endlich \u00e4ndert.<br \/>\n22.8.2017<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/synagogenbrunnen-planschen\/synagogenbrunnen170819\/\" rel=\"attachment wp-att-65273\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-65273\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/synagogenbrunnen170819-180x101.jpg\" alt=\"synagogenbrunnen170819\" width=\"180\" height=\"101\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/synagogenbrunnen170819-180x101.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/synagogenbrunnen170819-640x360.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/synagogenbrunnen170819.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><br \/>\n&#8222;Platz der Alten Synagoge&#8220;: Blick \u00fcber den Synagogenbrunnen nach S\u00fcdwesten zur neuen Uni-Bibliothek am 19.8.2017<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Lebensfreude und Gedenken<\/strong><br \/>\nDas Mahnmal l\u00e4dt zur Freude ein und ist trotzdem ein Ort der Erinnerung. Geben wir alle dem Platz und dem Mahnmal ein Jahr Zeit. Oder warten wir ein paar Wochen ab. Im Herbst schon wird dort, wo jetzt an hei\u00dfen Tagen und an lauen Abenden die Gegenwart nass und laut genossen wird, eine einladende aber auch dunkle Stille sein. Es ist ein lebendiger, offener Platz der Gegenwart mit einem Mahnmal, das zum Leben und in die Zukunft, aber auch zur Sammlung und in die Vergangenheit einl\u00e4dt. Wir werden ein ganzes Jahr ben\u00f6tigen, um das zu bemerken. Jahrzehntelang war mir selbst die Alte Synagoge unbekannt, vom Namen her aber bekannt. Ich war noch nie zum Gedenken dort. In den Tagen seit der Er\u00f6ffnung war ich schon mehrfach dort, zum Schlendern und Genie\u00dfen, aber dann auch, um still zu gedenken. Im Laufe nur eines Sommertages zeigt sich: Das Mahnmal l\u00e4dt zur Lebensfreude ein und ist trotzdem schon jetzt ein Ort der stillen Erinnerung und eine Mahnung in die Zukunft. Das Mahnmal spricht ohne viele Worte f\u00fcr sich. Stellen wir uns Fremde auf dem Platz vor. Wer nichts sucht, wird dort nichts finden. Wer eine Alte Synagoge sucht, wird das Mahnmal und &#8230; Gedenken finden. Wird eine Gedenktafel diesen Fremden beim Gedenken helfen?<br \/>\n10.8.2017, Marcel Loenz, Freiburg, BZ<\/p>\n<p>Anna-Marlene Tauber (38), Dozentin aus Freiburg: &#8222;Die Font\u00e4nen und der Brunnen sind f\u00fcr die Kinder super zum Spielen, deswegen bin ich mit meinem Sohn auch hier. Sonst ist der Platz aber recht h\u00e4sslich. Die B\u00e4ume sind eingekastelt und es ist viel zu steinlastig.&#8220;<br \/>\n&#8230;. Alles vom 5.8.2017 auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/wie-gefaellt-der-neue-platz-der-alten-synagoge--140241456.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/wie-gefaellt-der-neue-platz-der-alten-synagoge&#8211;140241456.html<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>&#8222;Alte Synagoge&#8220; besser als &#8222;zerst\u00f6rte Synagoge&#8220;<\/strong><br \/>\nIch kann einen Teil der Argumente f\u00fcr die Umbenennung nachvollziehen, und sie sind sicher gut gemeint. Nach meinem Empfinden w\u00e4re die Umbenennung jedoch nicht sinnvoll. Einmal reduziert es die Alte Synagoge darauf, dass sie zerst\u00f6rt wurde. Daran zu erinnern ist wichtig, aber die Geschichte der Alten Synagoge war doch nicht nur das Verbrechen ihrer Zerst\u00f6rung, Deportation ihrer Gemeindemitglieder und Versuch, j\u00fcdisches Leben in der Stadt auszul\u00f6schen. Da gab es doch Jahrzehnte davor, in der die Synagoge und die J\u00fcdische Gemeinde eine Rolle in der Geschichte Freiburgs spielten.<br \/>\nDas ist immer sehr schade in Deutschland, dass Judentum fast ausschlie\u00dflich mit den monstr\u00f6sen, furchtbarsten Verbrechen w\u00e4hrend der Nazizeit in Verbindung gebracht wird. Judentum ist aber doch sehr viel mehr. F\u00fcr mich ist auch sinnvoll, dass sich jemand, der den Namen &#8222;Alte Synagoge&#8220; h\u00f6rt, die Geschichte selbst erarbeitet, sich fragt, warum alt, wo ist sie jetzt, was ist passiert, wieso und weshalb.<br \/>\nUnd auch wirft der Name Alte Synagoge bei jemandem, der mehr als drei Sekunden \u00fcber einen Namen nachdenkt die Frage auf: &#8222;Wenn es eine Alte Synagoge gab, dann gibt es ja doch auch eine Neue Synagoge in der Stadt?&#8220; Und das finde ich einen sehr guten Frageanschluss, mit dem der nachdenkende Mensch dann draufkommt, dass es in unserer Stadt eine existierende, lebendige j\u00fcdische Gemeinde in der Neuen Synagoge in unserer Stadt gibt.<br \/>\n21.8.2017, Christoph G\u00fcthner, Schallstadt<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Freiburgs neue Mitte: Der Platz der Alten Synagoge ist freigegeben<\/strong><br \/>\nDer Platz der Alten Synagoge ist seit Mittwochmittag f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit freigegeben. Freiburgs neue Mitte mit dem Gedenkbrunnen an die Synagoge, Wasserspielen und Holzb\u00e4nken zog sofort Passanten an. &#8222;Dieser Platz wird leben&#8220;, meinte Oberb\u00fcrgermeister Dieter Salomon. &#8230;. Alles vom 2.8.2017 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/freiburgs-neue-mitte-der-platz-der-alten-synagoge-ist-freigegeben--140155800.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/freiburgs-neue-mitte-der-platz-der-alten-synagoge-ist-freigegeben&#8211;140155800.html<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/ueber-die-neugestaltung-des-platzes-der-alten-synagoge-wurde-mehr-als-30-jahre-diskutiert--140073182.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/ueber-die-neugestaltung-des-platzes-der-alten-synagoge-wurde-mehr-als-30-jahre-diskutiert&#8211;140073182.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Gedenkst\u00e4tte mit Leben f\u00fcllen<\/strong><br \/>\nOlga Eryganov (53), Schneiderin aus Freiburg: &#8222;Es ist ein Platz f\u00fcr die Liebe und das Leben geworden, der sch\u00f6nste Platz in Freiburg. Aus meinem Fenster sehe ich die Kinder, wie sie spielen, und h\u00f6re sie quietschen. Da geht einem das Herz auf. Eine Gedenkst\u00e4tte sollte man mit Leben f\u00fcllen, und das ist hier gelungen. Viele sagen, es fehlt ein wenig Gr\u00fcn. Aber als vorher alles gr\u00fcn war, sa\u00df da meist keiner.&#8220; &#8230; Mehr vom 5.8.2017 auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/wie-gefaellt-der-neue-platz-der-alten-synagoge--140241456.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/wie-gefaellt-der-neue-platz-der-alten-synagoge&#8211;140241456.html<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Erinnerungskultur in Freiburg: Eine Sache des Anstands<\/strong><br \/>\nDie Plansch-Debatte zum Brunnen auf dem Platz der Alten Synagoge spaltet Freiburg. Was f\u00fcr den einen noch freundliche Ann\u00e4herung ausdr\u00fcckt, ist f\u00fcr den anderen schon Respektlosigkeit und R\u00fcpelei. &#8230; Alles vom Thomas Fricker vom 4.8.2017 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kommentare-1\/erinnerungskultur-in-freiburg-eine-sache-des-anstands--140208455.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/kommentare-1\/erinnerungskultur-in-freiburg-eine-sache-des-anstands&#8211;140208455.html<\/a><br \/>\n.<br \/>\n<strong>Planschen oder nicht?<\/strong><br \/>\n@Herr Ketterer \u201cMan kann kein Planschbecken bauen &#8211; egal in welcher Form &#8211; um dann bei 30 Grad im Schatten zu sagen: &#8222;Da darf man aber nicht rein!&#8220;<br \/>\n\u201eMan\u201c hat auch kein \u201ePlanschbecken\u201c gebaut, sondern \u201eDer flache Brunnen auf dem Grundriss der Synagoge ist als angemessene Erinnerung geplant \u2013 300 Quadratmeter ruhiges Wasser, das \u00fcber den Rand l\u00e4uft, erkl\u00e4rt Tiefbauamtsleiter Frank Uekermann.\u201c Da war m. E. kein \u201ePlanschbecken\u201c geplant \u2013 oder sehen Sie das nach der Zweckentfremdung anders?<br \/>\nSelbst Rami Suliman, der Vorsitzende des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden hat damit kein Problem sondern begr\u00fc\u00dft es: Auszug aus der BZ vom Donnerstag: \u201eIch habe kein Problem damit, dass Kinder oder Erwachsene mit dem Wasser spielen\u201c, sagt er. \u201eEs gibt so viele traurige Gedenkst\u00e4tten. In diesem Fall ist das Wasserbecken Teil des Lebens auf dem Platz.\u201c Das sei kein Mahnmal, kein heiliger Ort, \u201ees ist vielmehr ein Zeichen, dass Judentum in Freiburg Teil der Gesellschaft ist\u201c.<br \/>\nAber Frau Irina Katz sieht das anders: \u201eDie Vorsitzende der j\u00fcdischen Gemeinde Freiburg, Irina Katz, empfindet au\u00dfer Emp\u00f6rung vor allem dieses: Scham.\u201c<br \/>\nWer hat nun Recht? &#8230;<br \/>\n4.8.2017, Andreas Quirin, BZO<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut, wenn Kinder im Wasserbecken mit dem Grundriss der 1870 erbauten und 1937 zerst\u00f6rten Synagoge planschen mitsamt ihren B\u00e4chle-Boten. Denn Planschen hat Zukunft.\u00a0Auch gut, wenn Erwachsene am Beckenrand \u00fcber Denkmale bzw. 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