{"id":6442,"date":"2012-07-06T21:23:56","date_gmt":"2012-07-06T21:23:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=6442"},"modified":"2012-07-06T21:24:34","modified_gmt":"2012-07-06T21:24:34","slug":"st-maergen-tourismus-demografie-nahversorgung-mobilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/st-maergen-tourismus-demografie-nahversorgung-mobilitaet\/","title":{"rendered":"St Maergen &#8211; Tourismus &#8211; Demografie &#8211; Nahversorgung &#8211; Mobilitaet"},"content":{"rendered":"<p>Dorf aktuell:\u00a0Gespr\u00e4ch mit Josef Waldvogel, dem B\u00fcrgermeister St. M\u00e4rgens<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Sie gaben letzte Woche \u00f6ffentlich bekannt, dass Sie vorzeitig aus Ihrem Amt ausscheiden.<br \/>\nWaldvogel: Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden muss ich k\u00fcrzer treten und habe deshalb beschlossen, zum 30. April 2013 in den Ruhestand zu gehen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Das ist jetzt noch etwa ein Dreivierteljahr \u2026<br \/>\nWaldvogel: Mein Ziel ist ein ordnungsgem\u00e4\u00dfer und geregelter \u00dcbergang.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Sie schauen dann auf 20 Jahre Amtszeit zur\u00fcck &#8211; eine lange Zeit, in der Sie in St. M\u00e4rgen pr\u00e4gend und gestaltend gewirkt haben.<!--more-->Waldvogel: Wenn ich zur\u00fcckschaue, so f\u00e4llt auf, dass die Gemeinde sich in dieser Zeit schon stark ver\u00e4ndert hat, jedoch ohne den eigentlichen Charakter eines Schwarzwaldorfes aufgegeben zu haben. F\u00fcr das Ortsbild markante Ver\u00e4nderungen waren sicherlich die Innerortssanierung Ende der 90er Jahre, die Gestaltung des Klosterareals mit Augustinerplatz und der Umzug des Rathauses in die ehemaligen R\u00e4ume der Volksbank bei gleichzeitigem Ausbau des Heimatmuseums in den Klosterr\u00e4umen. F\u00fcr die Fest- und Veranstaltungskultur St. M\u00e4rgens war der Bau der Schwarzwald- und Wei\u00dftannenhalle bedeutend und f\u00fcr die verkehrliche Beruhigung das Anlegen eines Parkplatzes am Ortsrand, eine lange diskutierte und umstrittene, aber im R\u00fcckblick richtige Entscheidung.<br \/>\nWas viele B\u00fcrger oft nicht sehen, aber als selbstverst\u00e4ndlich nehmen, das ist die Wasser- und Abwasserversorgung. \u00dcber die Jahre hinweg wurde hier immer wieder investiert in Quellen, Hochbeh\u00e4lter, Leitungen und Kan\u00e4le, so dass wir heute auf neustem technischen Stand sind.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: St. M\u00e4rgen lebt vom Tourismus. Wegweisend war der Anschluss an den Zweckverband Hochschwarzwald und damit an die Hochschwarzwald Tourismus Gesellschaft, dessen Mitglied St. M\u00e4rgen von Anfang an war. Dennoch geht St. M\u00e4rgen auch seinen ganz eigenen Weg und kann auf wirkliche Besonderheiten stolz sein. So zum Beispiel die Goldene Krone. Dieses Geb\u00e4ude war vom Abriss bedroht und ist heute aus St. M\u00e4rgen nicht mehr wegzudenken.<\/p>\n<p>Waldvogel: Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Geb\u00e4ude war v\u00f6llig marode und es gab durchaus interessierte Investoren, die allesamt jedoch nur den Abriss wollten und den Bau einer kleinen Ferienanlage und die Vermarktung zu H\u00f6chstpreisen im Sinn hatten. Dies lehnte der Gemeinderat aber immer ab!<br \/>\nWir sind froh, dass dann sich dann Privatpersonen in Form einer GbR gefunden haben und sich der gewaltigen Herausforderung, das Geb\u00e4ude zu erhalten und zu sanieren, gestellt haben. Weil es f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum ein ganz herausragendes Projekt war und ist, wurde es von der EU und dem Land bezuschusst. Die Landfrauenwirtschaft, die Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Frauen schafft, ist jetzt in eine Genossenschaft umgewandelt worden. Die Frauen, die dort arbeiten, sind nun auch Eigent\u00fcmerinnen des Caf\u00e9s, das mit seinem hochwertigen und regionalen Angebot weit \u00fcber die Region hinaus bekannt ist.<br \/>\nEine weitere Besonderheit ist unser Naturschwimmbad, das wir \u00fcber die Jahre hinweg immer wieder naturnah saniert und gepflegt haben. Und nicht zuletzt hat sich mit \u201ears alta\u201c eine Galerie hier etabliert, die das Kunst- und Kulturleben St. M\u00e4rgens bereichert.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Welche gro\u00dfen Themen werden k\u00fcnftig die Kommunalpolitik St. M\u00e4rgens bestimmen?<br \/>\nWaldvogel: Ich sehe den demografischen Wandel als gro\u00dfe Herausforderung, die Frage, wie \u00e4ltere Menschen in St. M\u00e4rgen w\u00fcrdig ihren Lebensabend verbringen k\u00f6nnen. Zentral daf\u00fcr ist, dass die Nahversorgung vor Ort stimmt, dass die Dinge des t\u00e4glichen Bedarfs hier eingekauft werden k\u00f6nnen. Momentan sind wir mit B\u00e4cker, Metzger, Lebensmittelmarkt und Apotheke gut versorgt. Auch Arzt- und Physiotherapiepraxen gibt es noch. Aber selbstverst\u00e4ndlich ist das nicht und der Erhalt der Infrastruktur wird eine gro\u00dfe Herausforderung bleiben.<br \/>\nGleichzeitig muss die Politik auch die jungen Familien im Blick haben. Deshalb investieren wir derzeit in die Sanierung des katholischen Kindergartens, der dann auch Kleinkindbetreuung anbieten. Mit der Kooperation St. Peters haben wir au\u00dferdem die Weichen so gestellt, dass die Schullandschaft mit Grundschule und Werkrealschule erhalten bleiben kann.<br \/>\nEbenso wird das Thema Mobilit\u00e4t, n\u00e4mlich der Ausbau des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs, an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Finanziell war es in den letzten Jahren nicht immer einfach f\u00fcr die Kommunen. Sparen auf allen Ebenen, auch in den Kommunalverwaltungen war angesagt. Eine schlanke Verwaltung, wie die EU sie jetzt von den Griechen fordert und woran kein Weg vorbei f\u00fchrt, wird bei uns inzwischen praktiziert. Der Weg dorthin war aber auch nicht ganz einfach und es gab durchaus auch Widerst\u00e4nde.<br \/>\nWaldvogel: W\u00e4hrend meiner Amtszeit gab es einige Umstrukturierungen innerhalb der Verwaltung, immer mit dem Ziel eines effizienteren und gleichzeitig kosteng\u00fcnstigeren Arbeitens.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: War das auch mit einem Stellenabbau verbunden?<br \/>\nWaldvogel: Einsparungen geschahen weniger durch Stellenabbau, als durch das Reduzieren von Arbeitszeiten. Im Bauhof hat man versucht durch Erneuerung des Maschinen- und Fuhrparks den Abbau einer Stelle auszugleichen. Dieser Abbau wird aber nicht l\u00e4nger haltbar sein, wenn man die Leistungen nicht zur\u00fcckfahren will.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Haben Sie schon Pl\u00e4ne f\u00fcr Ihren Ruhestand?<br \/>\nWaldvogel: Ich werde mich weiterhin im sozialen und kulturellen Bereich bet\u00e4tigen und bleibe weiterhin im Vorstand des Stiftungs- und Sozialfonds t\u00e4tig.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Herr Waldvogel, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/p>\n<p>Mit Josef Waldvogel unterhielt sich Dagmar Engesser, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a> , 4.7.2012<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dorf aktuell:\u00a0Gespr\u00e4ch mit Josef Waldvogel, dem B\u00fcrgermeister St. M\u00e4rgens Dreisamt\u00e4ler: Sie gaben letzte Woche \u00f6ffentlich bekannt, dass Sie vorzeitig aus Ihrem Amt ausscheiden. Waldvogel: Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden muss ich k\u00fcrzer treten und habe deshalb beschlossen, zum 30. 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