{"id":64367,"date":"2017-02-02T09:40:43","date_gmt":"2017-02-02T08:40:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=64367"},"modified":"2017-02-02T09:40:43","modified_gmt":"2017-02-02T08:40:43","slug":"vogelzaehlung-weniger-meisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vogelzaehlung-weniger-meisen\/","title":{"rendered":"Vogelzaehlung: weniger Meisen"},"content":{"rendered":"<p>Ein besorgniserregender R\u00fcckgang bei den Meisen, erfreulich viele <a title=\"Amsel zuerst \u2013 Kraehe danach\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/amsel-zuerst-kraehe-danach\/\">Amseln<\/a>, der kurzfristige Besuch von <a title=\"Rabenvogel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/vogel\/rabenvogel\/\">Saatkr\u00e4hen<\/a> und <a title=\"Vogelzaehlen mit dem Nabu\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vogelzaehlen-mit-dem-nabu\/\">Staren<\/a>: So lauten wichtige Ergebnisse der <a title=\"Die Amsel singt schon im Januar\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/die-amsel-singt-schon-im-januar\/\">Z\u00e4hlaktion<\/a> &#8222;<a title=\"Stunde der Wintervoegel Nabu\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/stunde-der-wintervoegel-nabu\/\">Stunde der Winterv\u00f6gel<\/a>&#8222;, zu welcher der <a title=\"Naturschutz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/naturschutz\/\">Naturschutzbund<\/a> Deutschland (<a title=\"Nabu-Vogelzaehlung Spatz Meise\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nabu-vogelzaehlung-spatz-meise\/\">Nabu<\/a>) vom 6. bis 8. Januar 2017 aufgerufen hatte. Abgesehen von wenigen Nachmeldungen ist die Auswertung inzwischen abgeschlossen.<br \/>\n.<br \/>\n<!--more-->Demnach folgten in Freiburg mehr als 330 <a title=\"Nabu\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/nabu\/\">Naturfreunde<\/a> dieser Einladung \u2013 etwa 100 mehr als im Vorjahr, was vor allem dem guten Wetter geschuldet sein d\u00fcrfte.<br \/>\nAn der Spitze bleibt alles beim Alten: Der Haussperling landet erneut auf dem ersten Platz, zwischen ihm und der restlichen Vogelwelt klafft zahlenm\u00e4\u00dfig eine deutliche L\u00fccke. Danach kommt es auf dem Siegertreppchen jedoch zu einer Verschiebung: Die Amsel (Vorjahr Rang 4) konnte der Kohlmeise die Silbermedaille abluchsen und sie auf den dritten Platz verdr\u00e4ngen. Das Top-Trio entspricht exakt dem bundesweiten Ergebnis der Aktion (siehe BZ von gestern). Zusammen stellen diese drei Arten in Freiburg fast die H\u00e4lfte aller beobachteten V\u00f6gel. Amseln haben also merklich zugelegt:<br \/>\nPro Garten wurden durchschnittlich 3,77 Exemplare dieser beliebten Drosselart beobachtet, im Vorjahr waren es nur 2,07. Zu tun haben d\u00fcrfte dies damit, dass sich der Amselbestand von den Einbr\u00fcchen, f\u00fcr die noch vor wenigen Jahren ein Virus gesorgt hatte, mittlerweile erholen konnte.<br \/>\nBei der Kohlmeise ist der Trend hingegen stark r\u00fcckl\u00e4ufig: Mit im Mittel 2,57 Exemplaren pro Garten f\u00e4llt dieser Wert bei ihr n\u00e4mlich deutlich schlechter aus als im Vorjahr (4,77). Zugleich ist es der niedrigste Wert seit sieben Jahren und somit seit Bestehen der Aktion.<br \/>\nAuch bei der Blaumeise \u2013 sie verlor drei Pl\u00e4tze und belegt nur noch Rang sechs \u2013 zeigt die Trendkurve stark nach unten, ebenso bei weniger h\u00e4ufigeren Meisenarten wie zum Beispiel der Schwanzmeise (Platz 15). Und zwar nicht nur in Freiburg, sondern in ganz Baden-W\u00fcrttemberg und dar\u00fcber hinaus. Welche Ursachen dieser Entwicklung zugrunde liegen, ist letztlich unklar. Es gibt aber eine plausible Vermutung: &#8222;Vermutlich haben die Meisen besonders stark unter dem nasskalten Fr\u00fchjahr 2016 gelitten&#8220;, meint Felix Bergmann vom Nabu-Bezirksverband S\u00fcdbaden.<br \/>\nMeisen w\u00fcrden n\u00e4mlich fr\u00fcher als andere insektenfressende Vogelarten mit dem Brutgesch\u00e4ft beginnen und nahezu ausschlie\u00dflich Raupen zur Jungenaufzucht verwenden, die witterungsbedingt im M\u00e4rz und April vergangenen Jahres aber Mangelware gewesen seien. &#8222;Demnach d\u00fcrften die Brutausf\u00e4lle bei diesen H\u00f6hlenbr\u00fctern h\u00f6her als bei anderen Vogelarten gelegen haben, \u00fcberpr\u00fcfen l\u00e4sst sich das aber nicht&#8220;, erkl\u00e4rt der Biologe. R\u00fcckl\u00e4ufig ist der Trend auch nach wie vor beim Gr\u00fcnfink (Rang 12, Vorjahr 9): Ihm macht seit einiger Zeit ein einzelliges Gei\u00dfeltierchen zu schaffen, das seinen Verdauungstrakt bef\u00e4llt.<br \/>\nDeutlich zugelegt haben indes Saatkr\u00e4he (Platz 5, Vorjahr 12) und Star (Rang 11, Vorjahr 25), was wohl der mehr oder weniger zuf\u00e4lligen Anwesenheit einzelner Schw\u00e4rme geschuldet sein d\u00fcrfte: Daf\u00fcr spricht, dass beide Arten nur an vergleichsweise wenigen Stellen, dort dann aber gleich in recht hoher Anzahl gesichtet wurden. &#8222;Das gute Abschneiden der Saatkr\u00e4he l\u00e4sst sich demnach sicher nicht allein darauf zur\u00fcckf\u00fchren, dass sie in den letzten Jahren in Freiburg neue Brutkolonien gegr\u00fcndet hat&#8220;, erl\u00e4utert Bergmann.<br \/>\nDie hohe Zahl an Staren (150 Exemplare) ist noch in anderer Hinsicht interessant: Bei ihnen handelt es sich n\u00e4mlich eigentlich um Zugv\u00f6gel, das gleiche gilt f\u00fcr den Hausrotschwanz (9 Exemplare, Rang 36). &#8222;Man kann dies als Indiz daf\u00fcr werten, dass manche Zugv\u00f6gel vor dem Hintergrund des Klimawandels ihr Verhalten \u00e4ndern&#8220;, sagt der Nabu-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Daf\u00fcr w\u00fcrde auch sprechen, dass beide Arten schon bei den Vorjahresaktionen immer wieder gesichtet wurden, mittlerweile also eine gewisse Regelm\u00e4\u00dfigkeit erkennbar sei.<br \/>\n.<br \/>\nDie Rangliste<br \/>\nBei der &#8222;Stunde der Winterv\u00f6gel&#8220; vom 6. bis 8. Januar haben in Freiburg 334 Naturfreunde 6362 V\u00f6gel aus 59 Arten gez\u00e4hlt (Auswertungsstand vom 29.\u2005Januar). Folgende Arten landeten auf den ersten zehn Pl\u00e4tzen, in Klammer die Anzahl der gemeldeten Exemplare:<br \/>\n1.\u2002Haussperling (&#8222;Spatz&#8220;, 1594)<br \/>\n2.\u2002Amsel (898)<br \/>\n3.\u2002Kohlmeise (612)<br \/>\n4.\u2002Buchfink (536)<br \/>\n5.\u2002Saatkr\u00e4he (413)<br \/>\n6.\u2002Blaumeise (404)<br \/>\n7.\u2002Rabenkr\u00e4he (274)<br \/>\n8.\u2002Rotkehlchen (235)<br \/>\n9.\u2002Feldsperling (222)<br \/>\n10.\u2002Elster (154)<br \/>\nDazu kommen 49 weitere Vogelarten mit zusammen 1020 Exemplaren.<br \/>\n2.2.2017, Andreas Braun<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein besorgniserregender R\u00fcckgang bei den Meisen, erfreulich viele Amseln, der kurzfristige Besuch von Saatkr\u00e4hen und Staren: So lauten wichtige Ergebnisse der Z\u00e4hlaktion &#8222;Stunde der Winterv\u00f6gel&#8222;, zu welcher der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) vom 6. bis 8. Januar 2017 aufgerufen hatte. 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