{"id":64301,"date":"2017-01-24T21:08:07","date_gmt":"2017-01-24T20:08:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=64301"},"modified":"2017-01-24T21:08:07","modified_gmt":"2017-01-24T20:08:07","slug":"bauern-verteidigen-ihr-eigenes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bauern-verteidigen-ihr-eigenes\/","title":{"rendered":"Bauern verteidigen ihr Eigenes"},"content":{"rendered":"<p>Warum verteidigen die <a title=\"Kleinbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/kleinbauern\/\">Bauern<\/a> nicht ihr Eigenes? &#8211; F\u00fcnf Thesen:<br \/>\n1. Statt Mitt\u00e4terschaft und schlechtem Gewissen w\u00fcrde Vers\u00f6hnung mit der Landschaft, dem\u00a0Boden, den Tieren und den <a title=\"Laendlicher-Raum\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/laendlicher-raum\/\">Mitmenschen<\/a> neue gemeinschaftliche Energien freisetzen f\u00fcr\u00a0einen friedlichen <a title=\"Bergbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bergbauern\/\">b\u00e4uerlichen Weg<\/a>.<br \/>\n2. Statt falsch verstandenem <a title=\"Vereine\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/\">Chorgeist<\/a>\u00a0sollten <a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">Bauern<\/a> Konflikte austragen lernen, <!--more-->um die wirtschaftlichen und ethischen Probleme mit der industrialisierten <a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">Landwirtschaft<\/a> zu verstehen und zu<br \/>\nbestimmen, woraus das gemeinsame Eigene wirklich besteht.<br \/>\n3. In der <a title=\"Deutschland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/deutschland\/\">deutschen Gesellschaft<\/a> fehlt ein pro b\u00e4uerlicher Diskurs oder die soziale Utopie \u00fcber<br \/>\ndie F\u00e4higkeit, sich lokal, regional und national eigenst\u00e4ndig zu versorgen, was etwas<br \/>\nanderes ist als die b\u00e4uerliche Idylle.<br \/>\n4. Die Mann-Frau \u00dcber- Unterordnung in der deutschen Landwirtschaft hat aus B\u00e4uerinnen<br \/>\nabh\u00e4ngige Hausfrauen gemacht. Aber das b\u00e4uerlich Eigene wird wesentlich von der Position<br \/>\nder B\u00e4uerin auf den H\u00f6fen bestimmt und muss erheblich gest\u00e4rkt werden.<br \/>\n5. Das eigene B\u00e4uerliche existiert nach wie vor, aber wir m\u00fcssen es alsWert wieder<br \/>\nentdecken!<br \/>\n.<br \/>\nWarum verteidigen die <a title=\"Pro Schwarzwaldbauern 10 Jahre\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/pro-schwarzwaldbauern-10-jahre\/\">Schwarzwaldbauern<\/a> nicht ihr Eigenes? Weil sie glauben, im Wettbewerb doch noch bei den Gewinnern zu sein &#8211; dies war die Antwort von Prof. Veronika Bennholdt-Thomsen beim Aschermittwochsgespr\u00e4ch 2007. In ungewohnter Deutlichkeit und Klarheit erkl\u00e4rte die Soziologin die Hintergr\u00fcnde f\u00fcr dieses Verhalten. Im Glauben an den wachstums\u00f6konomischen, konkurrenz-k\u00e4mpferischen, industriellen und weltmarktorientierten Weg, der in die K\u00f6pfe der Bauern und Landfrauen einzog, sieht sie die Ursache.<br \/>\nWie das b\u00e4uerlich Eigene gegen\u00fcber diesem Lobgesang auf die Zukunftsbetriebe wieder bewusst wird und zu verteidigen ist, hat sie in den o.a. 5 Thesen zusammengefasst.<br \/>\n.<br \/>\nBeim ersten Schwarzwaldbauerntreff im neuen Jahr 2017 haben wir versucht, die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen unserer Schwarzwaldh\u00f6fe zu hinterfragen. Bei n\u00e4herer Betrachtung zeigte sich, dass aus Sicht der marktradikalen Wirklichkeit die Schw\u00e4chen \u00fcberwiegen, mit Blick auf ein zukunftsf\u00e4higes (nachhaltiges) Leben Schwarzwaldh\u00f6fe aber durchaus St\u00e4rken bieten. Doch im Wettbewerbsdenken von Betriebs- und Produktionsformen haben diese St\u00e4rken keinen Stellenwert.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Kulturwandel statt Strukturwandel&#8220;<\/strong> haben wir deswegen zu unserem Motto gemacht. Aus der Erfahrung, dass alle politischen Versuche einer Agrarwende den Strukturwandel nicht bremsen, sondern mit ihren Auflagen eher beschleunigen. Denn die Landwirtschaft ist nur das eine Ende unserer Versorgungskultur, die von wenigen Oligarchen\u00a0bestimmt ist. <strong>Mit Kulturwandel meinen wir den Wandel zu einer weniger abh\u00e4ngigen und krisensichereren Versorgung, der b\u00e4uerlich nicht nur als Bild dient, sondern die Grundlage ist.<\/strong><br \/>\nDeshalb wollen\u00a0wir uns beim n\u00e4chsten Treffen mit der Kernfrage besch\u00e4ftigen:<br \/>\n.<br \/>\nWas ist \u00fcberhaupt b\u00e4uerlich?<br \/>\nam Samstag 4. Februar 2017 von 10 bis 16 Uhr<br \/>\nim Reinertonishof in Sch\u00f6nwald-Schwarzenbach<br \/>\nAls Gespr\u00e4chspartnerin kommt die<br \/>\nB\u00e4uerin Gertraud Gafus von der F\u00fcrmannalm im Rupertiwinkel<br \/>\nin Oberbayern. Als ehemalige Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft ist siemit unserer Frage sehr vertraut und hat sich dar\u00fcber schon lange Gedanken gemacht. Prof. Veronika Bennholdt-Thomsen musste wegen Krankheit leider absagen. Wir hoffen, dass sie zu einem sp\u00e4teren Treffen kommen kann. Als Gedankenst\u00fctze f\u00fcgen wir die Zusammenfassung ihres Vortrages vom Aschermittwoch 2007 bei. Wir freuen uns auf ein fruchtbares Gespr\u00e4ch und gr\u00fc\u00dfen herzlich<br \/>\nSiegfried J\u00e4ckle, <a title=\"Schwarzwaldbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/schwarzwaldbauern\/\">Forum Pro Schwarzwaldbauern e.V<\/a>.<\/p>\n<p>24.1.2017,<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum verteidigen die Bauern nicht ihr Eigenes? &#8211; F\u00fcnf Thesen: 1. Statt Mitt\u00e4terschaft und schlechtem Gewissen w\u00fcrde Vers\u00f6hnung mit der Landschaft, dem\u00a0Boden, den Tieren und den Mitmenschen neue gemeinschaftliche Energien freisetzen f\u00fcr\u00a0einen friedlichen b\u00e4uerlichen Weg. 2. 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