{"id":6243,"date":"2012-07-04T13:24:50","date_gmt":"2012-07-04T13:24:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=6243"},"modified":"2012-07-04T13:24:50","modified_gmt":"2012-07-04T13:24:50","slug":"stolberger-zink-altlastensanierung-in-fr-kappel-mogelpackung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/stolberger-zink-altlastensanierung-in-fr-kappel-mogelpackung\/","title":{"rendered":"Stolberger Zink Altlastensanierung in FR-Kappel &#8211; Mogelpackung"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Kappel (mb)\u00a0Seit Jahren bem\u00fchen sich Kommunalpolitiker und Planer, das brachliegende\u00a0Stolberger-Zink-Gel\u00e4nde\u00a0 an der Gemarkungsgrenze FR-<a title=\"Kappel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/kappel\/\">Kappel<\/a>\u00a0nach Kirchzarten in lukratives Bauerwartungsland zu verwandeln. Als \u201eTickende Zeitbombe\u201c und \u201eMogelpackung\u201c wurde vor wenigen Tagen bei einer B\u00fcrgerversammlung die neuerlich angestrebte Altlastensanierung bezeichnet.\u00a0 Mehr als drei Stunden lang nutzten betroffene Anwohner die Gelegenheit, in der Mehrzweckhalle ihre teils massiven Bedenken gegen das Projekt vorzubringen. Einen schweren Stand hatten dabei die Vertreter st\u00e4dtischer Beh\u00f6rden, Investor und Sachverst\u00e4ndige. Ihnen wurde\u00a0vorgeworfen, die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung aufs Spiel zu setzen. <!--more-->Vor etwa 150 Interessierten machte Umwelt-B\u00fcrgermeisterin Gerda Stuchlik deutlich, dass die B\u00fcrgerbeteiligung mit der Vorstellung des Sanierungsplanes erst am Anfang stehe. Ab sofort seien s\u00e4mtliche Unterlagen im Rathaus Kappel sowie in der Innenstadt einsehbar. Sie versprach, Anregungen aus der Bev\u00f6lkerung ernst zu nehmen. Ziel des Verfahrens sei es, eine nachhaltige Verbesserung des schadstoffbelasteten Gel\u00e4ndes zu erreichen. Angesprochen auf die Haftung bei etwaigen Sch\u00e4den lie\u00df Ralf Z\u00e4hringer vom st\u00e4dtischen Umweltschutzamt keinen Zweifel aufkommen, dass die Haftpflichtversicherung der einzelnen Firmen daf\u00fcr einstehen m\u00fcssen. \u201eUnd zwar unabh\u00e4ngig von deren Gesellschaftsform\u201c, wie Z\u00e4hringer aufgrund einer Kritik der Interessengemeinschaft Altlasten betonte. Als \u201eWorst Case\u201c, also\u00a0 schlechtest\u00a0 anzunehmender Fall, bezeichnete Z\u00e4hringer etwaige Sch\u00e4den, die erst nach Jahrzehnten auftreten oder entdeckt werden. Sollte dies passieren, werde die Frage der Haftung nach Polizeirecht beurteilt. \u201eSt\u00f6rer\u201c werden haftbar gemacht, so Z\u00e4hringer.<br \/>\nKopfsch\u00fctteln l\u00f6ste die Ank\u00fcndigung des Geologen Thomas Osberghaus aus, dass \u201ein Spitzenzeiten\u201c t\u00e4glich bis zu 40 Ladungen schadstoffbelasteter Schlamm \u201e\u00fcber interne Baustellenstra\u00dfen\u201c auf die endg\u00fcltige Ablagerungsfl\u00e4che oberhalb von Kappel gekarrt werden. Die Fachleute gehen davon aus, dass es ungef\u00e4hr acht Monate dauern wird, bis die 45000 Kubikmeter in das vorgesehene Waldst\u00fcck gebracht werden. Die Beschaffenheit des zu transportierenden Materials bezeichnete der Fachmann als \u201efest und nicht staubend\u201c. Da nicht auszuschlie\u00dfen ist, dass Arbeiter mit dem Aushub in Kontakt kommen, werden sie Schutzanz\u00fcge tragen m\u00fcssen. Der Investor m\u00fcsse f\u00fcr \u201eeine Abdichtung \u00e4hnlich wie auf einer Sonderdeponie\u201czu sorgen, so Osberghaus.<br \/>\nAuf besorgte Fragen nach gesundheitlichen Gefahren f\u00fcr die dort lebende Bev\u00f6lkerung ging Osberghaus ausf\u00fchrlich ein. \u201eSt\u00e4ube k\u00f6nnen nur dann giftig werden, wenn sie in erheblichem Ma\u00df und \u00fcber l\u00e4ngere Zeit eingeatmet werden. Das ist hier nicht der Fall\u201c, so die Einsch\u00e4tzung des Experten. Auch eine Gefahr f\u00fcr das Trinkwasser schloss er aus. Seine drei Kinder w\u00fcrde er \u201ebedenkenlos auf der Fl\u00e4che spielen zu lassen\u201c, meinte Osberghaus. Relativiert wurde diese Beurteilung von Dieter W\u00f6rner, dem Leiter des st\u00e4dtischen Umweltschutzamt. Er k\u00fcndigte an, dass die Aussage des vom Investor beauftragen Geologen durch unabh\u00e4ngige Experten beurteilt werde.<br \/>\nZur an diesem Abend mehrmals ge\u00e4u\u00dferten Behauptung, dass kein bodenschutzrechtliches Verfahren, sondern das strengere Deponierecht angewendet werden m\u00fcsse, nahm Ralf Z\u00e4hringer vom st\u00e4dtischen Umweltschutzamt Stellung. Es entstehe keine Deponie, weil lediglich eine Umlagerung in bestehendem Gel\u00e4nde vorgesehen sei. \u201eEin wichtiger Faktor ist dabei, dass keine Sch\u00e4digung der Allgemeinheit vorliegen darf\u201c , pr\u00e4zisierte Z\u00e4hringer. Zudem m\u00fcsse sicher gestellt werden, dass die Altlast besser als zuvor gesichert sei.Ein Veranstaltungsteilnehmer meinte, \u201edass nicht saniert werde, sondern nur ein Dreckhaufen von der einen Seite auf die andere Seite geschmissen werde\u201c. Als \u201eMogelpackung mit ungewissem Ausgang\u201c und \u201ekeine nachhaltige L\u00f6sung sondern eine tickende Zeitbombe\u201c kritisierten Veranstaltungsteilnehmern das derzeit gr\u00f6\u00dfte Altlast-Verfahren in Baden-W\u00fcrttemberg. Applaus bekam ein Anwohner aus der Neuh\u00e4user Stra\u00dfe f\u00fcr seine Bemerkung, das st\u00e4dtische Umweltschutzamt werde einem verantwortlichen Umgang mit der Altlast \u201ein keinster Weise\u201c gerecht.<br \/>\nbm, 4.7.2012, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\u00a0<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kappel (mb)\u00a0Seit Jahren bem\u00fchen sich Kommunalpolitiker und Planer, das brachliegende\u00a0Stolberger-Zink-Gel\u00e4nde\u00a0 an der Gemarkungsgrenze FR-Kappel\u00a0nach Kirchzarten in lukratives Bauerwartungsland zu verwandeln. 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