{"id":59833,"date":"2016-03-08T07:17:03","date_gmt":"2016-03-08T06:17:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=59833"},"modified":"2016-03-08T07:19:29","modified_gmt":"2016-03-08T06:19:29","slug":"mund-art-literatur-werkstatt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/mund-art-literatur-werkstatt\/","title":{"rendered":"Mund-Art Literatur-Werkstatt"},"content":{"rendered":"<p>28. Internationale <a title=\"Mund-Art Literatur Schopfheim\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/mund-art-literatur-schopfheim\/\">Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt<\/a>\u00a0vom 18.\u00a0bis\u00a020. M\u00e4rz 2016\u00a0in Weil, Schopfheim, <a title=\"Basel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/schweiz\/basel\/\">Basel<\/a>. Erste \u00f6ffentliche Lesung ist schon traditionell am Freitag, 20h00 im Stapflehus in Altweil. Nach der <a title=\"Muettersproch\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/alemannisch\/muettersproch\/\">Werkstattarbeit<\/a> in der Stadtbibliothek <a title=\"Trirhena\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/trirhena\/\">Schopfheim<\/a> am Samstag zum Thema \u201e<a title=\"Alemannisch\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/alemannisch\/\">Sprache-Fluchtpunkt-Sprache<\/a>\u201c und dem Empfang beim B\u00fcrgermeister ist abends um 20h00 der Auftritt in Sankt Agathen, Schopfheim-Fahrnau. <!--more-->Ebenso treten die Autorinnen und Autoren wieder am Sonntag, 11h00, in der Bibliothek der \u201eAllgemeinen Lesegesellschaft Basel\u201c, direkt neben dem M\u00fcnster, auf. Es wird eine \u00e4u\u00dferst spannende Mischung von Dialekten zu h\u00f6ren sein, wenn zum Beispiel Heiko Gauert aus Damp mit seinem nordnieders\u00e4chsischen Plattd\u00fc\u00fctsch auf die junge Basler Liedermacherin Jacqueline Schlegel oder den aus den Vogesen stammenden Els\u00e4sser Pierre Kretz trifft.<\/p>\n<p>Folgende Mundartautorinnen und \u2013autoren sind diesmal dabei:<br \/>\n.<br \/>\n<b>Max Faistauer<br \/>\n<\/b><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">geboren 1934 in Lofer, \u00d6sterreich, war Lehrer von Beruf. Bereits als Junglehrer ab 1954 ver\u00f6ffentlichte er Sachtexte, Gedichte und Erz\u00e4hlungen. Ab 1960 besch\u00e4ftigte er sich verst\u00e4rkt mit Mundartliteratur, erste Ver\u00f6ffentlichungen im Dialekt folgten. Bald hatte er viele Lesungen im Radio und Fernsehen, in vielen Orten Salzburgs, in allen Bundesl\u00e4ndern \u00d6sterreichs und in Bayern. Seit 1955 ist er in der Erwachsenenbildung t\u00e4tig als Referent und Veranstalter. Er ist Mitbegr\u00fcnder und Mitarbeiter im Arbeitskreis &#8222;Regionale Sprache und Literatur&#8220; und war von 1996 bis 2012 dessen Leiter. Ebenso steht er einer freien Arbeitsgruppe Pinzgauer Mundartautoren vor und gibt Fortbildungsseminare f\u00fcr Mundartautoren und leitet Mundartschreibwerkst\u00e4tten in Salzburger Schulen. Von 1995 bis 2005 war er Herausgeber des Salzburger Bauernkalenders. Bisher sind von ihm f\u00fcnf B\u00fccher in Mundart, eines in der Standardsprache erschienen. Die wichtigsten Auszeichnungen, die er erhielt, sind der 2004 erhaltene \u201eWalter Kraus Mundartpreis\u201c und der 1. Salzburger Volkskulturpreis an den Arbeitskreis \u201eRegionale Sprache und Literatur\u201c, 2007.<\/span><\/p>\n<p>Guten Moagen! Gr\u00fc\u00df Gott! Gutn Tag!<br \/>\nBaustelle:<br \/>\n1. Tag &#8211; Das Schaufel! Du schaufeln! So! Sand in Scheibtruch. &#8211; Scheibtruhe! Ja so! Gutt!<br \/>\n2. Tag &#8211; Heute auch schaufeln. Du prima Arbeit!<br \/>\n3. Tag &#8211; Ha! Servas Chaled! Guadn Moagn! Ja! da\u00df i nit vagi\u00df: Kimmst an Sunntag uma droi za mia Kaffetrinkn. Trinken Kaffee bei mir zu Hause. Daheim! Morgen. Um drei.<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Heiko Gauert.<\/strong><br \/>\nF\u00fcr ihn ging am 20. April 1949 in Eckernf\u00f6rde zum ersten Mal die Sonne \u00fcber der Ostsee auf. Die N\u00e4he zur See pr\u00e4gte sein Leben. In Husum ging er zur Schule, in Kiel und Flensburg studierte er und wurde dann Realschullehrer. Zuletzt war er Rektor in Hohenlockstedt. Schon als 15-J\u00e4hriger kam er zum Schreiben. Anlass war eine geschenkte Schreibmaschine und dann die Frage der Mutter, als er ihr die erste selbstgeschriebene Geschichte vorlas: \u201eWo hast du das denn abgeschrieben\u201c. Seither ist er \u201eSchriebersmann\u201c. Er engagiert sich f\u00fcrs Plattdeutsche. Zum Beispiel stammen die Erz\u00e4hlb\u00e4nde \u201eS\u00fcnnschien un Wulken\u201c oder \u201eAmor an de Diek\u201c von ihm. Er lebt mit seiner Familie in St. Peter-Ording.<\/p>\n<p><em>Jan un Gret<\/em><br \/>\n<em> Gau schoot dat Water as een siede l\u00fctte Beek \u00f6wer de Hitzsand in den Priel rin un dat weer ieskoold as j\u00fcmmers meern in de M\u00e4rzmaand. Awer Gret markte d\u00fctmol eer nakelte F\u00f6\u00f6t ni mehr, ok wenn se eerst j\u00fcst v\u00f6r een poor Minuten de oolen Ledderschoh uuttrucken un Opstellung nahm harr, dor, wo se nu all siet veele Johrn Dag f\u00f6r Dag mit de Gliep stahn harr, Porrn to fangen&#8230;<\/em><\/p>\n<p><strong>Pierre Kretz,<\/strong><br \/>\nPierre Kretz wurde 1950 in S\u00e9lestat\/Schlettstatt geboren und wohnt in Stra\u00dfburg und . Sainte-Marie-aux-Mines. Seine Muttersprache ist Mittelalemannisch. Er hat Jura studiert in Saarbr\u00fccken und Strasbourg und war dort Anwalt bis zu seinem 50. Geburtstag. Bis dahin hatte er schon auf Els\u00e4ssisch Theaterst\u00fccke und einen Essay auf Franz\u00f6sisch \u00fcber das Absterben der els\u00e4ssischen Sprache geschrieben. Von da an widmete er sich ganz dem Schreiben. Zwei seiner Romane sind ins Deutsche \u00fcbersetzt und bei Kl\u00f6pfer&amp;Meyer in T\u00fcbingen erschienen: &#8220; Ich, der kleine Katholik &#8220; und &#8220; Der Seelenh\u00fcter &#8220; Daraus hat der SWR ein H\u00f6rspiel gemacht. Sein letztes Buch &#8211; Ich ben a beesi frau &#8211; Je suis une m\u00e9chante femme -, ein Prosa Monolog, ist zweisprachig ver\u00f6ffentlicht, mit Zeichnungen der Colmarer K\u00fcnstlerin Dan Steffan.<\/p>\n<p>drei haikus<br \/>\nfluchtpunkt bis wo \u00e0nna<br \/>\nbis in d\u2019 fenschter s\u00e0ckg\u00e0ss<\/p>\n<p lang=\"fr-FR\" align=\"JUSTIFY\">hofnungslosigkeit<br \/>\nflechte uf de stell<br \/>\nkenn zitt fer noochzedanka<br \/>\n.<br \/>\ns\u2019fl\u00e0kkert ewer\u00e0ll<br \/>\nflechta het\u2019r gsait<br \/>\neg\u00e0l wo \u00e0wer flechta<br \/>\nd\u00e0ss d\u2019sun andli schiint<\/p>\n<p><strong>Birgit Rietzler,<\/strong><br \/>\n1961 geboren, stammt aus in Au im Bregenzerwald. Sie ist Absolventin der \u201eWiener Schreibp\u00e4dagogik\u201c und leitet selber Schreibworkshops \u201eKreatives Schreiben\u201c f\u00fcr Schreibbegeisterte jeden Alters. Seit 2000 hat sie drei Mundart-Lyrikb\u00e4nde in Vorarlberger Alemannisch publiziert und einen in schriftdeutscher Sprache. Au\u00dferdem gibt es Ver\u00f6ffentlichungen von ihr in Anthologien und Zeitschriften, und im Rundfunk Vertonungen ihrer Mundartlyrik. Viele Vorarlberger MusikerInnen haben Texte von ihr vertont und auf ihre Tontr\u00e4ger aufgenommen. Sie ist Mitglied bei OEDA (\u00f6sterreichisches Dialektinstitut) und IDI (Internationales Dialektinstitut), bei BOes (Berufsverband \u00f6sterreichischer Schreibp\u00e4dagogen\/innen) und Literatur Vorarlberg.<\/p>\n<p>W\u00e4hlo<br \/>\njedo Tag<br \/>\nuf odr ab<br \/>\nschtill sin odr redo<br \/>\nse ducko se rego<br \/>\nwahto odr mahto*<\/p>\n<p>pariero rischkiero<br \/>\nse seolb nio odr ufgio<br \/>\nJedo Tag<br \/>\nw\u00e4hlo<br \/>\nmahto: verhandeln<\/p>\n<p><strong>JACQUELINE SCHLEGEL<\/strong><br \/>\nist Liedermacherin, S\u00e4ngerin, Poetin. Ihr Talent wurde ihr in die Wiege gelegt: von Mutter-Seite: Die Urgro\u00dfmutter eine Jenische. Die Mutter Appenzellerin, die nicht nur singen, sondern tats\u00e4chlich auch Jodeln konnte. Temperament, Stimme und Singfreude wohl von dieser Seite; von Vater-Seite: Der Urgro\u00dfvater Poet, Komponist und Hotelier. Der Gro\u00dfvater Kontrabassist und Musikkabarettist. Das Texten, die Musikalit\u00e4t und die Freude an Kulinarik wohl aus dieser Ecke. Die richtige Mischung!<br \/>\nNachdem Jacqueline w\u00e4hrend eines Kinderkonzertes, bei dem sie nicht mitmachen durfte, weil das erst ab 5 Jahren erlaubt war, lautstark verk\u00fcndete, dass sie DAS aber auch k\u00f6nne, erhielt sie die Gelegenheit, diese Aussage sofort zu best\u00e4tigen. Somit bestritt sie im zarten Alter von 4 Jahren erfolgreich ihren ersten Solo-Gesangsvortrag. Der Grundstein f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Leidenschaft ihres Lebens war gelegt. Seither erkundet sie Welt &amp; Liebe, hat an der Musik-Hochschule Luzern studiert, ist Mitglied der Akademie f\u00fcr Liedpoesie &amp; Musik \u00abSAGO\u00bb geworden, hat diverse Projekte in den Bereichen Chanson, Worldmusic (v.a. jiddisch und irisch) und Erz\u00e4hltheater mitgestaltet und viele Lieder, Gedichte und Geschichten geschrieben.<br \/>\nIhre Programme aktuell sind: \u00abHexereien\u00bb &#8211; Eine magische Reise durchs Hexenjahr mit Liedern, Legenden &amp; Geschichten; \u00abTr\u00e4um witer&#8230;\u00bb &#8211; Illusione f\u00fcr alli! Mundart-Chansons; \u00abPeters Doppelleben\u00bb &#8211; Geschichten, Gedichte &amp; Lieder zur stillen Nacht; \u00abChili &amp; Erdbeeren\u00bb &#8211; S\u00fcss-scharfe Liebesgeschichten und Lieder mit dem Erz\u00e4hltheater Salaam und \u00abBisch parat?\u00bb Mundart-Chansons.<\/p>\n<p>Tuube<br \/>\nLieber d\u2019Tuube in dr Hand,<br \/>\nals dr Schpatz uff em Dach.<br \/>\nSchtatt em Ohr an dr Wand,<br \/>\nlieber L\u00e4rme und Krach.<br \/>\n.<br \/>\nLieber silbrig vil rede,<br \/>\nschtatt goldig nur warte.<br \/>\nSchwiige ka jede&#8230;<br \/>\nuff so vili Arte&#8230;<\/p>\n<p><strong>Markus Manfred Jung,<\/strong><br \/>\ngeboren 1954 in Zell im Wiesental, aufgewachsen in L\u00f6rrach, studierte Germanistik, Skandinavistik, Philosophie und Sport in Freiburg\/Breisgau und Oslo\/Norwegen. Er schreibt Prosa, Lyrik, Theaterst\u00fccke und H\u00f6rspiele in Hochdeutsch und alemannischer Mundart. Jungs Mund-Art Lyrik wurde inzwischen mit zahlreichen, auch internationalen Preisen bedacht, u.a. in Italien und Rum\u00e4nien. Seine Gedichte sind in mehrere Sprachen \u00fcbersetzt. Er ist Gymnasiallehrer in Schopfheim und Schriftsteller und lebt mit der Malerin Bettina Bohn in Hohenegg, Kleines Wiesental. Mit ihr zusammen gab er zuletzt den Bild-Gedichtband \u201eSchluchten von Licht\u201c heraus. Au\u00dferdem schuf er alemannische Nachdichtungen f\u00fcr die Kinderb\u00fccher \u201eDie H\u00e4schenschule\u201c, Wilhelm Buschs \u201eMax&amp;Moritz\u201c und neu \u201eEtwas von den Wurzelkindern\u201c.\u00a0 Er begr\u00fcndete 1989 mit Thomas Burth die \u201eInternationale Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt\u201c.<\/p>\n<p>abgholzt<br \/>\nkahlschlag am ufer<br \/>\n.<br \/>\nim wasser jetz<br \/>\nnackig de himmel<br \/>\nblutt un blank<br \/>\n.<br \/>\neit\u00f6nig<br \/>\ns ruusche vom wasser<br \/>\nwo s raschle verwahrt<\/p>\n<p>d erinnrig<br \/>\nblatt f\u00fcr blatt<\/p>\n<p><strong>Volker Habermaier<\/strong>,<br \/>\nStudiendirektor am Schopfheimer Theodor-Heuss-Gymnasium,\u00a0 Pr\u00e4sident des \u201eHebelbund L\u00f6rrach\u201c, ist seit elf Jahren Moderator der Literatur-Werkstatt und der Mund-Art Veranstaltungen. Der aus dem Schwabenland stammende Germanist und Historiker publiziert wissenschaftliche Aufs\u00e4tze zu literarischen, historischen und musikalischen Themen. Zudem ist er Schulbuchautor und Verfasser fachdidaktischer Arbeiten, auch zur Mundartliteratur. Er lebt\u00a0 in Schopfheim-K\u00fcrnberg.<\/p>\n<p><a title=\"Jung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/jung\/\">Markus Manfred Jung<\/a>, 8.3.2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28. Internationale Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt\u00a0vom 18.\u00a0bis\u00a020. M\u00e4rz 2016\u00a0in Weil, Schopfheim, Basel. Erste \u00f6ffentliche Lesung ist schon traditionell am Freitag, 20h00 im Stapflehus in Altweil. 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