{"id":59735,"date":"2016-03-04T10:58:58","date_gmt":"2016-03-04T09:58:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=59735"},"modified":"2016-03-04T14:00:19","modified_gmt":"2016-03-04T13:00:19","slug":"fessenheim-akw-unfall-no-info","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fessenheim-akw-unfall-no-info\/","title":{"rendered":"Fessenheim AKW-Unfall no info"},"content":{"rendered":"<p>Im \u00a0<a title=\"AKW\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/akw\/\">AKW Fessenheim<\/a> gab es 2014 eine \u00dcberschwemmung &#8211; von EDF als Betreiberfirma als harmlos vertuscht. Doch nach Recherchen von WDR und &#8222;S\u00fcddeutsche&#8220; k\u00f6nnte es einer der dramatischsten <a title=\"Fukushima\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/japan\/fukushima\/\">AKW-Unf\u00e4lle<\/a> in Westeuropa gewesen sein. Am 9. April 2014 um 17 Uhr gehen gleich mehrere <a title=\"Katastrophenschutz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/akw\/katastrophenschutz\/\">Alarmsignale<\/a> auf der Leitwarte des <a title=\"Fessenheim FR Samstag 27.Juni\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fessenheim-fr-samstag-27-juni\/\">Reaktorblocks 1<\/a> in <a title=\"Elsass\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/elsass\/\">Fessenheim<\/a> ein: Wassereinbruch auf mehreren Ebenen, Defekte an elektrischen Isolierungen, <!--more-->Ausfall eines der beiden Systeme zur Reaktorschnellabschaltung. Der Versuch, den Reaktor ordnungsgem\u00e4\u00df herunterzufahren scheitert &#8211; die Steuerst\u00e4be lassen sich nicht bewegen.<\/p>\n<p>&#8222;Es betrifft hier den Reaktorkern, also die Seele, die Zentrale der Anlage&#8220;, sagt Manfred Mertins, der seit Jahrzehnten als Sachverst\u00e4ndiger f\u00fcr Reaktorsicherheit t\u00e4tig ist. Er war lange Mitarbeiter der Gesellschaft f\u00fcr Reaktor- und Anlagensicherheit, GRS, die im Auftrag der Bundesregierung die Sicherheit von Atomkraftwerken beurteilt. &#8222;Wenn ich hier unterstelle, dass ein System schon ausgefallen war, muss ich sagen: Damit war die Abschaltung nicht mehr in dem vorgesehenen Umfang sichergestellt&#8220;, so Mertins. &#8222;Also insofern ein sehr ernstes Ereignis.&#8220;<\/p>\n<p>Temperatur aus dem Ruder gelaufen<br \/>\nDie franz\u00f6sische Atomaufsicht schrieb wenige Tage nach dem Unfall an die Leitung des Kraftwerks einen Brief. Der Inhalt ist auch f\u00fcr Mertens erschreckend. &#8222;Es gibt eine Information, dass f\u00fcr etwa drei Minuten die Temperatur im Reaktorkern aus dem Ruder gelaufen ist. Das ist sicherlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass man keine Informationen mehr \u00fcber die Regelung im Kern hatte.&#8220; Die Mannschaft habe in diesem Moment den Reaktor quasi blind gefahren, sagt Mertins. Eine dramatische Situation, so sah es damals wohl auch der Kraftwerksbetreiber. Eiligst richtete er einen Krisenstab ein. Der entschied sich f\u00fcr eine ungew\u00f6hnliche Ma\u00dfnahme: Um den Reaktor herunterzufahren, wird Bor in den Reaktorbeh\u00e4lter gegeben. Man zieht sozusagen die Notbremse, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Ein in Westeuropa einmaliger Vorgang, sagt Mertins.<\/p>\n<p>&#8222;Es h\u00e4tte kein Wasser eindringen d\u00fcrfen&#8220;<br \/>\nAber nicht nur die Folgen, auch die Ursachen des Unfalls erschrecken den Experten. Denn offenbar sind die diversen Steuersysteme ausgefallen, weil Wasser durch die Ummantelung von Elektrokabeln in verschiedene R\u00e4ume und in sicherheitsrelevante Schaltk\u00e4sten gelangen konnte. &#8222;Es h\u00e4tte kein Wasser eindringen d\u00fcrfen, insbesondere in die Leittechnikschr\u00e4nke des Reaktorschutzes. Dass ein Strang komplett ausgefallen ist, das geht gar nicht!&#8220; Sowohl die franz\u00f6sische Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ASN als auch die Betreiberfirma EDF haben seinerzeit die ganze Dramatik der Ereignisse vom 9. April 2014 der \u00d6ffentlichkeit vorenthalten. Der Ausfall der Steuerst\u00e4be und die so genannte &#8222;Notborierung&#8220; wurden nicht einmal der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde IAEA in Wien mitgeteilt.<\/p>\n<p>&#8222;Dieser Schrottreaktor geh\u00f6rt abgeschaltet&#8220;<br \/>\nF\u00fcr die Vorsitzende der Gr\u00fcnen, Simone Peter ist das AKW Fessenheim nicht nur wegen dieses Vorfalls eine tickende Zeitbombe. &#8222;Ein Betreiber, der wie ein Hasardeur agiert, eine Aufsicht, die beide Augen zudr\u00fcckt, und ein AKW, das aus dem letzten Loch pfeift. Das ist nicht hinnehmbar&#8220;, sagt sie. &#8222;Das ist eine akute Gef\u00e4hrdung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung auch in Deutschland. Dieser Schrottreaktor geh\u00f6rt abgeschaltet.&#8220; Die Gr\u00fcnen-Vorsitzende fordert wegen der H\u00e4ufung von Zwischenf\u00e4llen in grenznahen Atomkraftwerken nun eine Neubewertung der Atomkraft in Europa und schl\u00e4gt einen europ\u00e4ischen Atomgipfel vor.<br \/>\n4.3.2016, J\u00fcrgen D\u00f6schner, WDR<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/akw-117.html\">https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/akw-117.html<\/a><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Kretschmann tut nichts zum St\u00f6rfall Fessenheim<\/strong><br \/>\nMinisterpr\u00e4sident Kretschmann hatte vor den letzten Landtagswahlen versprochen, f\u00fcr die Schlie\u00dfung des AKWs Fessenheim zu sorgen: &#8222;Das ist mein oberstes Anliegen&#8220;.<br \/>\nKaum im Amt, hat Kretschmann mehrfach darauf verwiesen, dass er gar nichts tun k\u00f6nne, da das Atomkraftwerk Sache des Bundes sei, nicht des Landes.<br \/>\nAuch bei diesem gravierenden St\u00f6rfall mitsamt Vertuschung durch die Mainstream-L\u00fcgenpresse kommt keinerlei Protest seitens der gr\u00fcnen BW-Landesregierung. Armselig!<br \/>\n4.3.2016, Ludger Maier<br \/>\n&#8211;<\/p>\n<div class=\"moz-forward-container\">\n<div class=\"moz-forward-container\"><span class=\"text\"><span class=\"text\"><span class=\"text\"><strong>Presse und Betreiber verharmlosen St\u00f6rf\u00e4lle am Atomkraftwerk<\/strong><br \/>\nDie Betreiber und die Pr\u00e4fektur beruhigten und verharmlosten auch 2014 wie immer. Auch die ASN (Autorit\u00e9 de s\u00fbret\u00e9 nucl\u00e9aire) hat hier wieder einmal weggeschaut und als Kontrollbeh\u00f6rde versagt. \u00a0BUND, Umweltbewegung und Medien haben bei einer solchen Fessenheimer-St\u00f6rfall-Meldung das gleiche Problem: Das Monopol zur Auswertung und Bewertung von St\u00f6rf\u00e4llen liegt zuerst immer beim Betreiber EDF. Das nat\u00fcrliche Interesse der EDF an einer \u201eobjektiven Bewertung\u201c solcher Unf\u00e4lle kennen wir und wir haben auch immer erlebt, wie in Fessenheim versucht wurde, Unf\u00e4lle herunter zu spielen. Leider kontrolliert die Kontrollbeh\u00f6rde ASN viel zu wenig.<br \/>\nDas Problem im \u00e4ltesten AKW Frankreichs, in Fessenheim, ist nach Ansicht von BUND-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Axel Mayer die H\u00e4ufung extrem vieler \u201ekleiner und gro\u00dfer\u201c Vorf\u00e4lle und Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten in den letzten Jahren. Dies spricht f\u00fcr eine schlechte Sicherheitskultur im Atomkraftwerk und eine schlechte Sicherheitskultur ist immer auch eine Gefahr f\u00fcr die Menschen.\u00a0Alternde, laufzeitverl\u00e4ngerte AKW (in Fessenheim stehen die \u00e4ltesten Reaktoren dieses Typs in Frankreich, die 1977 und 1978 in Betrieb genommen wurden) mit verspr\u00f6deten Reaktordruckgef\u00e4\u00dfen vergr\u00f6\u00dfern die Unfallgefahr.<br \/>\nAuch die massiven finanziellen Probleme, der aktuelle Fast-Bankrott von EDF und AREVA, f\u00fchren dazu, Unf\u00e4lle herunter zu spielen. Um den Bankrott zu verhindern, versuchen die beiden &#8222;armen aber m\u00e4chtigen&#8220; Atomkonzerne sehr erfolgreich eine Gefahrzeitverl\u00e4ngerung f\u00fcr alle franz\u00f6sischen AKW zu erreichen. Da passen schwere St\u00f6rf\u00e4lle nicht ins Konzept.<br \/>\nDazu kommt die Erdbebengefahr im Rheingraben. Die Unf\u00e4lle von Tschernobyl und Fukushima werden sich &#8222;genau so&#8220; nicht wiederholen. Die n\u00e4chste Katastrophe, ob in Ost- oder Westeuropa, oder eben in Fessenheim, wird neue, nicht vorhersehbare und nicht planbare Ereignisabl\u00e4ufe bringen. \u00dcberall, wo Menschen arbeiten, gab und gibt es Fehler. Die Atomtechnologie vertr\u00e4gt keine Fehler, insbesondere nicht in einem altersschwachen AKW.<\/span><\/span><\/span>Echte Sicherheit gibt es erst, wenn der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Fran\u00e7ois Hollande sein Versprechen umsetzt und das altersschwache AKW Fessenheim schnellstm\u00f6glich abstellt.<\/p>\n<p>Um den politischen Druck aufrecht zu erhalten wird es am Oberrhein zum Tschernobyl-Jahrestag wieder grenz\u00fcberschreitende Proteste geben. Die <a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/fessenheim-demo-aktion.html\">Br\u00fccken-Aktionen<\/a> sollen am Sonntag den 24.4.16 um 12 Uhr auf vielen Br\u00fccken am Oberrhein stattfinden.<br \/>\n4.3.2016, Axel Mayer, BUND-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer<\/p>\n<div class=\"moz-forward-container\">\n<div class=\"moz-forward-container\"><span class=\"text\"><a class=\"moz-txt-link-freetext\" href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/fessenheim-stoerfall-akw.html\">https:\/\/www.bund-rvso.de\/fessenheim-stoerfall-akw.html<\/a><\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im \u00a0AKW Fessenheim gab es 2014 eine \u00dcberschwemmung &#8211; von EDF als Betreiberfirma als harmlos vertuscht. Doch nach Recherchen von WDR und &#8222;S\u00fcddeutsche&#8220; k\u00f6nnte es einer der dramatischsten AKW-Unf\u00e4lle in Westeuropa gewesen sein. Am 9. 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