{"id":5933,"date":"2012-06-29T08:20:10","date_gmt":"2012-06-29T08:20:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=5933"},"modified":"2012-06-29T08:27:19","modified_gmt":"2012-06-29T08:27:19","slug":"barmer-arzneimittelreport-2012-psychopharmaka-sind-frauenarzneimittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/barmer-arzneimittelreport-2012-psychopharmaka-sind-frauenarzneimittel\/","title":{"rendered":"Barmer Arzneimittelreport 2012 &#8211; Psychopharmaka sind &#8222;Frauenarzneimittel&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Warum gibt es so gro\u00dfe Geschlechterunterschiede in der Arzneimittelversorgung? Frauen bekommen etwa zwei- bis dreimal mehr <a title=\"Psyche\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/psyche\/\">Psychopharmaka<\/a> als M\u00e4nner. Erkl\u00e4ren Rollenklischees oder h\u00e4ufigere Migr\u00e4neattacken die hohe Verordnungsrate? Frauen, so der Report, bekommen mehr Arzneimittel verordnet: Auf 100 Frauen entfielen durchschnittlich 937 Verordnungen im Jahr. Damit liegen sie 22,3 Prozent \u00fcber den M\u00e4nnern, die je 100 auf 763 Verordnungen kamen (Durchschnitt: 864). Bei den Arzneimittelkosten liegen die Geschlechter n\u00e4her beieinander: Auf 100 M\u00e4nner entfielen im letzten Jahr 41.100 Euro, auf 100 Frauen 44.900 Euro (+9,3 Prozent).<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.barmer-gek.de\/\">www.barmer-gek.de<\/a>\u00a0<!--more--><\/p>\n<p><strong>\u00a0Antidepressiva machen nicht abh\u00e4ngig<!-- RSPEAK_STOP --><!-- RSPEAK_START --><\/strong><\/p>\n<p>In dem Artikel \u00fcber das Risiko Tablettensucht (\u00a0<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/deutschland-1\/arzneimittelreport-risiko-tablettensucht-ist-bei-frauen-besonders-hoch--61061729.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/deutschland-1\/arzneimittelreport-risiko-tablettensucht-ist-bei-frauen-besonders-hoch&#8211;61061729.html<\/a>\u00a0)steckt ein unverzeihlicher Fehler. Sowohl in der Grafik zum Artikel wie im zweiten Satz des Haupttextes werden Antidepressiva in v\u00f6llig unverantwortlicher Weise mit dem Thema Tablettensucht in Verbindung gebracht. Es braucht nur eine kurze Recherche, um herauszufinden, dass in Deutschland viele Depressive keine angemessene Behandlung bekommen und immer noch Stigmatisierung und Vorurteilen ausgesetzt sind. Als pers\u00f6nlich Betroffener kann ich ihnen von geradezu traumatisierenden Erlebnissen berichten. Bitte stellen Sie diesen Sachverhalt sofort richtig: Antidepressiva machen weder abh\u00e4ngig noch f\u00fchren sie zu Ver\u00e4nderungen der Pers\u00f6nlichkeit. Auch dass Menschen Antidepressiva verordnet bekommen, bei denen gar keine Depression diagnostiziert wurde, l\u00e4sst sich selbst mit wenigen Spezialkenntnissen erkl\u00e4ren. Man muss nur die aktuellen Entwicklungen in anderen Bereichen wie der Schmerztherapie oder der Palliativmedizin anschauen.<br \/>\nUlrich Wezel, Weisweil, 28.6.2012<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Wezel, vielen Dank f\u00fcr Ihren Hinweis, auch andere Betroffene haben sich in dieser Hinsicht an die BZ gewandt, und wir m\u00fcssen zugeben: Sie haben Recht, der angesprochene Text kann wirklich eine gef\u00e4hrliche Verwirrung ausl\u00f6sen. Antidepressiva machen tats\u00e4chlich nicht abh\u00e4ngig und ver\u00e4ndern auch nicht die Pers\u00f6nlichkeit. Im Gegenteil, sie haben vielen Patienten schon das Leben gerettet, in denen sie ihnen \u2013 in der Regel in Kombination mit anderen Therapieverfahren \u2013 aus ihrer erdr\u00fcckenden Depression heraushalfen. Es stimmt auch, dass sie bei immer mehr Indikationen zum Einsatz kommen, zum Beispiel als unterst\u00fctzende Mittel in der Schmerztherapie. Tranquilizer und Schlafmittel vom Benzodiazepin-Typ wie Valium sind dagegen kritischer zu betrachten. Sie m\u00f6gen manchem beim Einschlafen und Beruhigen helfen, l\u00e4ngerfristig eingenommen, k\u00f6nnen sie aber eine starke Abh\u00e4ngigkeit hervorrufen. Und gerade bei diesen Mitteln ist ein starker Missbrauch zu beobachten. Auch der von uns angeschriebene Autor der Studie, der Bremer Pharmakologe und Gesundheitsforscher Gerd Glaeske, betonte auf unsere Nachfrage: &#8222;Es muss in der Tat ein Unterschied zwischen den Antidepressiva gemacht werden, die nicht zu einer Abh\u00e4ngigkeit f\u00fchren, bei denen es aber nach l\u00e4ngerer Zeit zu Absetzproblemen kommen kann, daher sollte die eingenommene Dosierung langsam verringert werden. Bei den Tranquilizern und Schlafmitteln vom Benzodiazepin-Typ (Valium, Adumbran, Tavor, Remestan usw.) kommt es dagegen nach zwei bis drei Monaten der kontinuierlichen Einnahme zur Abh\u00e4ngigkeit, beim Absetzen kommt es zu Entzugserscheinungen.&#8220; Insofern k\u00f6nnen wir Ihnen nur Recht geben und f\u00fcr den wichtigen Leserbrief danken.<br \/>\nMichael Brendler, Redakteur Medizin, 29.6.2012<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum gibt es so gro\u00dfe Geschlechterunterschiede in der Arzneimittelversorgung? Frauen bekommen etwa zwei- bis dreimal mehr Psychopharmaka als M\u00e4nner. Erkl\u00e4ren Rollenklischees oder h\u00e4ufigere Migr\u00e4neattacken die hohe Verordnungsrate? 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