{"id":59248,"date":"2016-02-09T20:49:29","date_gmt":"2016-02-09T19:49:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=59248"},"modified":"2016-02-14T15:56:53","modified_gmt":"2016-02-14T14:56:53","slug":"meinhof-syndrom-und-flucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/meinhof-syndrom-und-flucht\/","title":{"rendered":"Meinhof-Syndrom und Flucht"},"content":{"rendered":"<p>Deutsche <a title=\"Fluechtlinge\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/fluechtlinge\/\">Fl\u00fcchtlingshelfer<\/a> und das Meinhof-Syndom:\u00a0Im Jahre 1969 nahm ich an einem von <a title=\"Links\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/links\/\">Ulrike Meinhof<\/a> geleiteten Seminar \u00fcber Trebeg\u00e4nger teil. Einmal klagte eine Wohngemeinschaft: Sie h\u00e4tten drei Heimausrei\u00dfer bei sich aufgenommen, die WG-Frauen h\u00e4tten sogar mit ihnen geschlafen. Am n\u00e4chsten Morgen seien die Jungs weg gewesen, und mit ihnen die WG-Kasse und die Stereoanlage.<br \/>\n<!--more-->Meinhof erwiderte: &#8222;Tendenziell ist alles, was ein Prolet macht, richtig; und alles, was ein kleinb\u00fcrgerlicher Intellektueller macht, falsch.&#8220; Meinhof ist tot, aber dieses Syndrom lebt.<br \/>\nAlles, was ein B\u00fcrger des Westens macht, ist tendenziell <a title=\"Selbsthass\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/selbsthass\/\">falsch<\/a>: <a title=\"Migrationsindustrie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/migrationsindustrie\/\">Hilft<\/a> er <a title=\"Wir-schaffen-das\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/wir-schaffen-das\/\">Fl\u00fcchtlingen<\/a>, ist das Ausdruck eines g\u00f6nnerhaften Wunsches <a title=\"Christliche Naechstenliebe\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/christliche-naechstenliebe\/\">nach Dankbarkeit<\/a>. Und alles, was jemand aus der &#8222;dritten Welt&#8220; macht, ist tendenziell richtig: Klaut einer Ihre Gitarre, liebe Frau Amelie Fried, dann sind Sie ihm als Fl\u00fcchtling dankbar, weil er Ihnen (als <a title=\"Links\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/links\/\">Linke<\/a>) eine politische Lektion erteilt.<br \/>\nDabei ist das wirklich g\u00f6nnerhaft: anzunehmen, dass die Armen zwischen Recht und Unrecht nicht unterscheiden k\u00f6nnen. Meinhof hatte aber unrecht. Wir haben unrecht, wenn wir meinen, von Fl\u00fcchtlingen m\u00fcssten wir weniger <a title=\"Integration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/\">verlangen als von uns selbst<\/a>. &#8230;..<br \/>\nAlles vom 7.2.2016 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article151951366\/Die-deutschen-Helfer-und-das-Meinhof-Syndrom.html\">https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article151951366\/Die-deutschen-Helfer-und-das-Meinhof-Syndrom.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Deutsche Selbstkasteiung, deutscher Selbsthass<\/strong><br \/>\nK\u00f6nnte ja sein, dass der hiesige, beinahe schon zwanghaft angewandte Reflex, die Gr\u00fcnde f\u00fcr das herrschende Ungemach, ja die Schuld an allem und jedem zwischenmenschlichen zwischenkulturellen clash, prinzipiell im eigenen Verhalten auszumachen einer durchaus nachvollziehbaren Strategie folgt: So schafft man sich, auch mitten im wildesten Sturm all dieser gemeinen Widerspr\u00fcche eine Rationalit\u00e4t. Und beh\u00e4lt f\u00fcr sich, zum kleinen Preis der Selbstkasteiung zwar, die Kontrolle \u00fcber das wilde Geschehen unserer Zeit &#8211; um all das, was andere \u00e4ngstigt, was andere beunruhigt, braucht man sich so auch nicht zu k\u00fcmmern, schm\u00fcckt das ganze allenfalls anhand von Projektionen, mit denen man zum Beispiel Leute aus anderen Ecken der Welt verkl\u00e4rt &#8230; die sind ja eigentlich alle wie ich, oder? Ich, ich, ich. Oder wie es Pippi Langstrumpf nat\u00fcrlich besser gesagt hat: ich mache mir die Welt, wie sie mir gef\u00e4llt&#8230;<br \/>\n8.2.2016, Bitterli<\/p>\n<p>Dann verstehe ich auch endlich unsere Judikative und das in der Regel unversch\u00e4mt niedrige Strafmass f\u00fcr ausl\u00e4ndische Intensivt\u00e4ter. Die Richter unterstellen ihnen eine fehlendes Verst\u00e4ndnis von &#8222;gut und b\u00f6se&#8220;, &#8222;gerecht und ungerecht&#8220;. Verstehe nur nicht, warum ein Richter nicht die Chance nutzt, es dem T\u00e4ter \u00fcber ein angemessenes Urteil klar zu machen?<br \/>\nVor deutschen Gerichten sind alle gleich?<br \/>\n8.2.2016<\/p>\n<p><strong>Linke Ideologie kennt keine Gastfreundschaft als Wert<\/strong><br \/>\nMeinhof-Syndrom, muss ich mir merken. Das passt. Zur Gitarren-Geschichte von Fried: Es geht doch nicht um den Wert dieser Klampfe oder Dankbarkeitserwartungen. Es geht darum, dass ein (Fl\u00fcchtling als) Gast mich bestiehlt und dass dadurch mein Vertrauen in diesen Menschen zerst\u00f6rt wird. Es geht auch um Respekt. Dieser Mensch respektiert Frau Fried und ihre Familie nicht, Gastfreundschaft hin oder her. Das ist die eigentliche Lehre.<br \/>\nP.S. Gerade &#8222;linke&#8220; Frauen, wie ich im eigenen Freundeskreis erfahren musste, \u00e4u\u00dfern sich im Zusammenhang mit den Silvester-Verbrechen zu K\u00f6ln unglaublich kalt, gnadenlos und frauenverachtend. Ich war schockiert. Der Ideologie wird wirklich alles untergeordnet.<br \/>\n8.2.2016, Werandi<\/p>\n<p><strong>Linker Masochismus: Fl\u00fcchtlinge als &#8222;Opfer des &#8230;&#8220; sind prinzipiell unschuldig<\/strong><br \/>\nSchon mal was vom &#8222;Marsch durch die Institutionen&#8220; der 68er geh\u00f6rt? Posener behauptete auch nicht den Fortbestand blo\u00df des &#8222;Proleten&#8220;, sondern der wurde von den 68ern ja durch eine ganze Plethora von &#8222;Opfern&#8220; ersetzt&#8230; Opfern des Kapitalismus, Opfern des Imperialismus, Opfern des &#8222;Systems&#8220; usw. usf. Die sind prinzipiell unschuldig an ihrer Situation. Die Schuldigen sind &#8222;wir&#8220;&#8230; die entwickelte Welt, der Westen, &#8222;wir&#8220; als gut funktionierender Teil eines &#8222;Schweine-Systems&#8220; usw. usf. Der Masochismus der Fried, den Posener so wunderbar mit wenigen Worten im dritten Absatz beschreibt, hat hier ihren Ursprung&#8230; er ist Ergebnis einer jahrzehntelangen Konditionierung des Denkens, die durch linke Alt-68er oder ihre Nachfolger in den Institutionen Schule, Medien, Parlamente usw. betrieben wurde.<br \/>\n8.2.2016, Max Wed<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Das Relativieren von Migranten-T\u00e4terschaft mu\u00df endlich aufh\u00f6ren<\/strong><br \/>\nDas frauenverachtende Weltbild in vorwiegend radikal gepr\u00e4gten muslimischen Kulturen ist nicht weg zu diskutieren oder besch\u00f6nigen.<br \/>\nAls es um die Aufkl\u00e4rung der Missbrauchskandale in der katolischen Kirche ging, wurden auch viele Stimmen laut, dies passiere auch in Sportvereinen und Pflegeeinrichtungen.<br \/>\nDieses : &#8222;andere tuns auch&#8220; h\u00f6rt sich immer etwas nach Basch\u00f6nigung an und verkennt die unterschiedliche Qualit\u00e4ten der Taten.<br \/>\nK\u00f6ln war nicht nur ein Angriff auf Frauen, sondern auch eine Verh\u00f6hnung des Staates und eine Verachtung unserer geleisteten Hilfsbreitschaft. Da hat Herr Broderer recht!<br \/>\n8.2.2016, Bauer<\/p>\n<p><strong>Romantisierung in Bezug auf Dritte Welt-Ausl\u00e4nder<\/strong><br \/>\nMan hat in bestimmten Milieus in der Vergangenheit ueber Jahrzehnte alles romantisiert, was mit Auslaendern (vor allem aus der Dritten Welt) zu tun hat. Diejenigen, die bei dieser Romantisierung nicht mitgehen wollten, wurden als ewiggestrige Nationalisten abgekanzelt, die von ihrem zumindest unterschwelligen Rassismus derart geblendet sind dass sie nicht in der Lage sind, die Dinge so zu sehen wie sie (angeblich) sind. Und jetzt ist man in einer Situation wie der Kaiser: zuzugeben, was man wirklich denkt, hiesse doch zu riskieren, dass die anderen erkennen, dass man auch zu denjenigen gehoert, die den Nicht-Rassisten-Gral noch nicht geschaut haben. Man muss ja nur den Abschnitt lesen, wo Frau Amelie Fried Verstaendnis aeussert fuer das Stehlen einer Gitarre durch den Fl\u00fcchtling. An der Stelle dachte ich mir einfach nur noch &#8218;Ist der Frau denn gar nichts peinlich?&#8216;<br \/>\n8.2.2016, Ferdinand<\/p>\n<p><strong>Kein Nachkriegs-Wiederaufbau<\/strong><br \/>\nJugendliche, die aus einem Kriegsgebiet geflohen sind, sind (laut Amelie Fried) auf schieres \u00dcberleben programmiert.&#8220; Und deshalb klauen sie Gitarren?<br \/>\nWenn die Logik von Frau Fried gelten w\u00fcrde, dann h\u00e4tte es Ende der 40er und in den 50er Jahren in Deutschland keinen Wiederaufbau, sondern Anarchie und Massendiebst\u00e4hle gegeben. Sprich wenn ich ein Problem habe, ist es der richtige Weg ein weiteres hinzuzuf\u00fcgen. Davor kann ich mein Hut nicht ziehen. Ich betrachte so eine Weltanschauung als reine Dummheit.<br \/>\n8.2.2016, M.Anst<\/p>\n<p>Ich bedanke mich als Frau sowohl bei Herrn Posener als auch bei Herrn Broder daf\u00fcr, dass Sie der Relativierung muslimischer Frauenfeindlichkeit konsequent widersprechen. Hier geht es um W\u00fcrde und Respekt vor Frauen. Wenn wir da von Anfang an zugunsten irgendwelcher anderer Interessen Einschr\u00e4nkungen zulassen, haben wir bereits verloren.<br \/>\nDas Ulrike Meinhoff-Syndrom hat auch in hiesiger Rechtsprechung das Zepter \u00fcbernommen, als Begr\u00fcndung f\u00fcr die unendliche Milde der Urteilsfindung unserer Gerichte und der nahezu kompletten Ausblendung des S\u00fchnegedankens. Alan Posener hat diesen Mechanismus gut skizziert, wobei diese Erkenntnis bei Menschen, die von der G\u00fcte ihres Herzens \u00fcberzeugt sind, kaum auf fruchtbaren Boden fallen d\u00fcrfte.<br \/>\n8.2.2016, Hughey<\/p>\n<p><strong>Linke Quasi-Religion kennt keinen Islam, sondern nur Dritte-Welt-Opfer<\/strong><br \/>\nFrau Fried zu verstehen ist nicht einfach. Selbst wenn man grunds\u00e4tzlich nichts gegen &#8222;Linke&#8220; und &#8222;Multikultis&#8220; hat, weil man lange dachte man sei selbst einer. Es gibt nicht viele, aber ein paar publizierte Versuche, die Knoten in den progressiven Seelen aufzudr\u00f6seln, wie &#8222;Dr\u00f6hnendes Schweigen&#8220; in der ZEIT, und zuletzt von Roland Tichy auf seinem Blog. Meine Erkenntnis ist nun dass das Ganze einen quasi-religi\u00f6sen Charakter hat. Was bedeutet dass ein halbwegs einfaches Weltbild das beruhigend die Welt erkl\u00e4rt, und eine soziale Komponente, Einbettung in Gleichgesinnte zusammen kommen.<br \/>\nDiese Quasi-Religion hat Dogmen und Denkmuster. Und in denen kommt der &#8222;Islam&#8220; als Problem schlicht nicht vor. Daher kann man darin auch kein Problem erkennen, sondern nur 3.Welt-Opfer des Kapitalismus und Imperialismus.<br \/>\nAusserdem droht bei abweichendem Denken der Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gerechten. Beides sind enorm starke Bindungen, die erkl\u00e4ren was derzeit in diesem Land passiert, was f\u00fcr merkw\u00fcrdige Dinge Menschen von sich geben, von denen man dachte sie m\u00fcssten intelligent sein, und die vor allem selbst denken dass sie es sind.<br \/>\n8.2.2016, Barbara Soehnke<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche Fl\u00fcchtlingshelfer und das Meinhof-Syndom:\u00a0Im Jahre 1969 nahm ich an einem von Ulrike Meinhof geleiteten Seminar \u00fcber Trebeg\u00e4nger teil. Einmal klagte eine Wohngemeinschaft: Sie h\u00e4tten drei Heimausrei\u00dfer bei sich aufgenommen, die WG-Frauen h\u00e4tten sogar mit ihnen geschlafen. 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