{"id":58831,"date":"2016-01-21T20:57:32","date_gmt":"2016-01-21T19:57:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=58831"},"modified":"2016-01-24T19:33:13","modified_gmt":"2016-01-24T18:33:13","slug":"relativierung-whataboutism","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/relativierung-whataboutism\/","title":{"rendered":"Relativierung &#8211; Whataboutism"},"content":{"rendered":"<p>Bei den massenhaften <a title=\"Koeln-Silvester2015\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/koeln-silvester2015\/\">K\u00f6lner Sex\u00fcberf\u00e4llen<\/a> manifestierte sich \u00fcbelste &#8222;Gewalt von Arabern und <a title=\"Migration-Maenner\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migration-maenner\/\">Muslimen<\/a> gegen <a title=\"Islam-Frauen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/islam-frauen\/\">Frauen<\/a> &#8211; <em>but what about the Oktoberfest? What about Karneval?<\/em> Der Whataboutism verschob die <a title=\"Migration-Internet\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/migration-internet\/\">Migrationsprobleme<\/a> ins weite Reich sexualisierter M\u00e4nnergewalt, mit der man sowohl in Timbuktu oder in Nordkorea als auch in K\u00f6ln allzeit zu rechnen habe.&#8220; Das Bestreben, jeden <a title=\"Diskussionskultur nach Koeln\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/diskussionskultur-nach-koeln\/\">Skandal<\/a> sofort zu <a title=\"Political Correctness am Ende?\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/political-correctness-am-ende\/\">relativieren<\/a>, ist nicht neu. <!--more-->Zwei Beispiele: Hinterfragt man die Krim-Annexion, antwortet der Russe <em>What about Guantanamo<\/em>? Der Vorwurf von Menschenrechtlern zum Vietnam-Krieg entgegnet der US-Amerikaner mit <em>What about the Gulag<\/em>?<br \/>\n.<br \/>\nMit der Relativierung schafft man es, den Fragesteller zu disqualifizieren, anstatt das konkrete Problem zu l\u00f6sen. In K\u00f6ln das Problem, dass die jungen M\u00e4nner vom Mahgreb und Arabien ihr Frauenbild, das sie in 20-j\u00e4hriger Sozialisation in einer vom Islam gepr\u00e4gten Kultur verinnerlicht haben, nicht an der deutschen Grenze abgelegt haben: Unverheiratete Frauen, die ohne Verschleierung und M\u00e4nnerbegleitung im \u00f6ffentlichen Raum unterwegs sind, gelten zuhause als Freiwild &#8211; und deshalb auch in K\u00f6ln. &#8222;Es gibt in der arabischen Welt keine &#8218;Girl Friends'&#8220; (<a title=\"Youth-Bulges\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/krieg\/youth-bulges\/\">Prof Gunnar Heinsohn<\/a>), die Fl\u00fcchtlinge haben keine Erfahrung mit Freundin und Partnerschaft. Minirock und Ausschnitt verstehen sie als Aufforderung zum Sex: &#8222;Die hier \u00fcbliche Selbstrepr\u00e4sentation durch Bekleidung und Habitus unterliegt einem Risiko, dass n\u00e4mlich dessen erotische Komponente von jungen Muslimen in eine Geste der sexuellen Einladung umgedeutet wird. Wer das so erlebt, der nennt Frauen, die sich ihm aufdringlich zeigen, Huren oder Schlampen. Mit einer Demokratie ist es nicht zu vereinbaren, dass derjenige, der davon erregt, irritiert oder besch\u00e4mt wird, von Frauen verlangt, dass sie ihre Reize hinter dem Tschador verschwinden lassen.&#8220; (<a title=\"Verschleierung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/islam\/verschleierung\/\">Prof Gerhard Amendt<\/a>).<br \/>\nAmendt macht also klar, dass mit unsere demokratischen <a title=\"Rechtsstaat\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/justiz\/rechtsstaat\/\">Rechtsstaat<\/a> nicht zu vereinbaren ist, dass sp\u00e4testens seit K\u00f6ln Frauen ihr Verhalten im \u00f6ffentlichen Raum \u00e4ndern sollen (z\u00fcchtig verh\u00fcllende Mode, eine Arml\u00e4nge Distanz (K\u00f6lns Oberb\u00fcrgermeisterin Reker), Selbstverteidigung mit Pfefferspray und Tr\u00e4nengas), damit dieses dem vom Islam gepr\u00e4gten Frauenbild junger Migranten entspricht. Denn: &#8222;Die <a title=\"Demokratie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/\">Demokratie<\/a> erwartet von allen eine weitaus gr\u00f6\u00dfere Triebregulierung und das hei\u00dft auch immer h\u00f6heren Triebverzicht, als das in Clan, Stammeskulturen und autorit\u00e4ren Systemen der Fall ist&#8220;. Ob <a title=\"Integration \u2013 schwieriger Weg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/integration-schwieriger-weg\/\">Integrationskurse<\/a> ein solches Frauenbild \u00e4ndern k\u00f6nnen? &#8211; die Aufgaben sind gro\u00df.<br \/>\n21.1.2016<br \/>\n1) Zitat aus: &#8222;Bitte nicht st\u00f6ren&#8220;, DIE ZEIT vom 21.1.2016, Seite 1.<\/p>\n<p>.<br \/>\n<strong>Der uns\u00e4gliche Vergleich von\u00a0K\u00f6lner Frauenjagd und M\u00fcnchner Oktoberfest<\/strong><br \/>\nRelativieren und Vergleichen zwecks Verniedlichung bzw. Entschuldigung ist nutzlos, deshalb bringt auch die konkrete Kritik daran nichts. Gleichwohl zeigen die folgenden Zahlen, wie unangebracht der von Politikern (Renate K\u00fcnast (Gr\u00fcne) und Hannelore Kraft (SPD) bei HartAberFair) wie Feministen (Aufschrei-Initiatorin Anne Wizorek) nach dem 1.1.2016 immer wieder formulierte Vergleich der K\u00f6lner Frauenjagd mit dem M\u00fcnchner Oktoberfest ist:<br \/>\n.<br \/>\nK\u00f6ln Silvester: ca 1500 &#8222;Besucher&#8220;, 521 Anzeigen wegen Sexuellen \u00dcbergriffen, 821 Anzeigen insgesamt, 2 schwere Vergewaltigungen..<br \/>\nOktoberfest: 5,9 Mio Besucher, 20 Anzeigen wegen sexuellen \u00dcbergriffen, 1 versuchte Vergewaltigung<br \/>\nDie FAZ spricht gar von &#8222;L\u00fcgenzahl&#8220;.<\/p>\n<p><strong>L\u00fcgenzahl vom Oktoberfest<\/strong><br \/>\nIm Netz kursiert eine Zahl, die das Geschehen an Silvester in K\u00f6ln relativieren soll: die vermeintliche Dunkelziffer von Vergewaltigungen auf dem Oktoberfest. Man h\u00f6rt sie auch bei ARD und ZDF. Wieso \u00fcberpr\u00fcft das dort keiner? <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/die-uebergriffe-in-koeln-und-falsche-zahlen-von-der-wiesn-14004617.html\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/die-uebergriffe-in-koeln-und-falsche-zahlen-von-der-wiesn-14004617.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Sexuelle Gewalt gegen Frauen von jungen Muslimen wird relativiert &#8211; zwei Beispiele<\/strong><br \/>\naus <a href=\"https:\/\/www.der-sonntag.de\">www.der-sonntag.de<\/a>, &#8222;Schulterschluss statt Abgrenzung, 24.1.2016, Seite 4)<br \/>\na) &#8222;Man hat sich als Frau doch nachts nie sicher gef\u00fchlt.&#8220;<br \/>\nMeral Gr\u00fcnder, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von S\u00fcdwind Freiburg und Mitglied des Migrantinnenbeirats der Stadt Freiburg<br \/>\nb) &#8222;Es gibt nicht mehr T\u00e4ter mit Migrationshintergrund als ohne.&#8220;<br \/>\nSusanne Strigel, Wildwasser Freiburg<\/p>\n<p>Die Relaivierung a) schadet dem L\u00f6sen des gro\u00dfen Problems: Aufgrund ihres islam-gepr\u00e4gten Frauenbildes mi\u00dfverstehen junge schutzsuchende M\u00e4nner vom Mahgreb und Syrien\u00a0<a title=\"Erotik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/erotik\/\">Erotik<\/a>\u00a0im \u00f6ffentlichen Raum als Aufforderung zu sexueller Gewalt.<\/p>\n<p>Die Relativierung b) ist \u00a0zwar zutreffend (es gibt schlie\u00dflich auch nicht mehr Deutsche als Chinesen), aber irref\u00fchrend und einfach dumm (mit Absolutzahlen argumentieren allenfalls Populisten). Die relativen Zahlen werden von den Beh\u00f6rden gem\u00e4\u00df Political Correctness \u00a0zwar weiterhin verschwiegen, d\u00fcrften aber so lauten: Unter den einheimischen jungen M\u00e4nnern zwischen 17 und 25 Jahren werden in Freiburg X % straff\u00e4llig wegen sexuellen \u00dcbergriffen gegen Frauen, w\u00e4hrend es unter den seit 4.9.2015 hier als Fl\u00fcchtlinge neu Angekommenen X*Y % sind, wobei Y nicht unter Faktor 10 liegen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei den massenhaften K\u00f6lner Sex\u00fcberf\u00e4llen manifestierte sich \u00fcbelste &#8222;Gewalt von Arabern und Muslimen gegen Frauen &#8211; but what about the Oktoberfest? What about Karneval? 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