{"id":58009,"date":"2015-12-16T11:18:37","date_gmt":"2015-12-16T10:18:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=58009"},"modified":"2015-12-16T11:28:21","modified_gmt":"2015-12-16T10:28:21","slug":"umwelt-jahresrueckblick-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/umwelt-jahresrueckblick-2015\/","title":{"rendered":"Umwelt-Jahresrueckblick 2015"},"content":{"rendered":"<p>Umweltpolitischer Jahresr\u00fcckblick &#8211; Mensch, <a title=\"Naturschutz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/naturschutz\/\">Natur<\/a> und <a title=\"Klimagerechtigkeit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/klimagerechtigkeit\/\">Umwelt<\/a> am <a title=\"Oberrheinkonferenz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/trirhena\/oberrheinkonferenz\/\">Oberrhein<\/a>:\u00a0Im Jahr 2015 wurden die\u00a0<a title=\"Afrika\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/afrika\/\">Welt<\/a>, <a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">Europa<\/a> und Deutschland<b>\u00a0<\/b>von einer Vielzahl <a title=\"Fluechtlinge\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/fluechtlinge\/\">schwerer Krisen<\/a> aufger\u00fcttelt und jede einzelne hat das Potential, die Welt und unsere <a title=\"Demokratie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/\">Demokratie<\/a> zu ersch\u00fcttern. Viele dieser <a title=\"Wir-schaffen-das\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/wir-schaffen-das\/\">bedrohlichen Krisen<\/a> haben ihre Wurzeln in nicht <a title=\"Nachhaltigkeit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/nachhaltigkeit\/\">nachhaltigem Handeln<\/a>, in vergangenen Kriegen f\u00fcr \u00d6l, in einem Mangel an globaler Gerechtigkeit,<!--more-->in der unmoralischen Trennung von &#8222;guten, n\u00fctzlichen&#8220; Dikaturen und &#8222;b\u00f6sen&#8220; Diktaturen, in der weltweiten Raubbauwirtschaft und in nicht zukunftsf\u00e4higer Politik. Auf viele Krisenursachen haben wir jahrzehntelang vergeblich hingewiesen und vor ihnen gewarnt. Wir wissen, dass atomare Katastrophen, Klimawandel und das absehbare Ende vorhandener Ressourcen uns allen noch viel gr\u00f6\u00dfere Probleme bereiten k\u00f6nnten. Erschreckend ist auch der mangelnde Mut zu selbstkritischer Analyse der Krisen-, Kriegs- und Fluchtursachen. Unsere Demokratie und Freiheit wird insbesondere durch Terror und Reaktionen auf Terror, aber auch durch die Selbstentmachtung der Politik durch das Freihandelsabkommen <a title=\"Freihandelsabkommen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/freihandelsabkommen\/\">TTIP<\/a> massiv gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p><em>H\u00f6lderlin schrieb: &#8222;Wo aber Gefahr ist, w\u00e4chst das Rettende auch&#8220;, doch Realit\u00e4t ist, dass in Gefahr und Krise nicht etwa das Rettende, sondern das Neurotische, Dummheit, Gewalt, Intoleranz, Verschw\u00f6rungstheorien, Fundamentalismus und Nationalismen wachsen. Aus alter Gewalt wird neue und zuk\u00fcnftige Gewalt, Dummheit st\u00e4rkt Dummheit, Intoleranz st\u00e4rkt Intoleranz und religi\u00f6se Fanatiker und ihre barbarischen Anschl\u00e4ge st\u00e4rken auf eine be\u00e4ngstigende Weise die Intoleranz der Politik und vieler Menschen in Europa und Deutschland.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0Globales&#8230;<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><b>Die Klimakonferenz in Paris <\/b>brachte zumindest auf dem Papier einen erfreulichen Durchbruch und ist ein Fortschritt gegen\u00fcber fr\u00fcheren Konferenzen. Das Ziel von nicht mehr als 1,5 Grad Erderw\u00e4rmung gegen\u00fcber 1870 liegt aber noch in weiter Ferne. Es wird mit den v\u00f6lkerrechtlich nicht verbindlichen Zusagen von Paris eher drei Grad w\u00e4rmer, sagen Klimaforscher. Und solange \u201eSchneller kaufen \u2013 Schneller wegwerfen\u201c, unser westlicher \u00dcberkonsum, noch Vorbild f\u00fcr die Welt ist, haben der BUND und die globale Umweltbewegung noch viel zu tun. Die friedlichen Aktionen vieler junger \u201efriends of the earth\u201c AktivistInnen in Paris haben auch den BUND best\u00e4rkt, der Teil dieses globalen Netzwerkes ist.<\/li>\n<li><b>Auch 2015 wurde wieder einmal gesagt,<\/b><br \/>\ndie Griechen, Franzosen, Italiener und der Rest der Welt sollten so arbeiten und produzieren wie die Deutschen und die \u00f6konomischen Probleme Europas und der Welt w\u00e4ren gel\u00f6st. Nicht einmal Deutschland ist in der Lage, &#8222;in guten Zeiten&#8220; (in denen der private Reichtum w\u00e4chst) den staatlichen Schuldenberg abzutragen. Wenn alle L\u00e4nder nach deutschem Vorbild Exportl\u00e4nder werden, brauchen wir tats\u00e4chlich Kolonien auf dem Mars, denn irgendwo m\u00fcssen die Rohstoffe herkommen und die Produkte schlie\u00dflich hin.<\/li>\n<li><b>Die Hintergr\u00fcnde vieler aktueller Probleme sind Staatsverschuldung,<\/b><br \/>\nBanken- und Konzernmacht, Staatsgl\u00e4ubigkeit, B\u00fcrokratie, Deregulierung der Finanzm\u00e4rkte und immer neue Finanzkonstrukte, \u00dcberkonsum, Wachstumswahn, soziales Unrecht (regional und global), Energie-, Rohstoff- und Arbeitszeitverschwendung. Wir leben in einem System, das nur funktioniert wenn es w\u00e4chst und sich damit zwangsl\u00e4ufig selbst zerst\u00f6rt. Der weltweite Mythos vom &#8222;unbegrenzten Wachsen im sehr begrenzten System Erde&#8220; st\u00f6\u00dft an seine Grenzen.<\/li>\n<li><b>Wie die Schlafwandler<\/b><br \/>\ntaumelt die Welt in eine neue Aufr\u00fcstungsspirale und einen neuen kalten Krieg, wiederholt die alten Fehler und vergisst dabei, dass wir den letzten kalten Krieg nicht durch Vernunft, sondern nur durch gl\u00fcckliche Zuf\u00e4lle \u00fcberlebt haben.<\/li>\n<li><b>Atomare Aufr\u00fcstung in Deutschland!<\/b><br \/>\nAuf dem Bundeswehr-Milit\u00e4rflugplatz B\u00fcchel in Rheinland-Pfalz begannen im Herbst 2015 die Vorbereitungen f\u00fcr die Stationierung neuer, lenkbarer amerikanischer Atombomben. Das belegen US-Haushaltspl\u00e4ne, die der ZDF-Sendung &#8222;Frontal21&#8220; am 22.9.15 vorlagen. Wenn gegen den Willen des deutschen Bundestages, in einer Zeit massiver internationaler Spannungen, in Deutschland atomar aufger\u00fcstet wird, dann stellt sich tats\u00e4chlich die Frage, ob Deutschland ein souver\u00e4ner Staat ist. <a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/atomwaffen-deutschland-buechel.html\">Info<\/a><\/li>\n<li><b>Der VW-Abgasskandal war kein &#8222;Nur&#8220;-VW-Skandal<\/b><br \/>\n7 Jahre lang hatten die Umweltbewegung und der BUND auf die Abgasl\u00fcgen hingewiesen. 7 Jahre lang ist nichts geschehen.<br \/>\n7 Jahre lang hat die Politik, die Kontrollbeh\u00f6rden und der T\u00dcV gezielt weggeschaut. Der VW-Skandal zeigt die ungeheure Macht der Konzerne und Autolobby in Deutschland und ist auch ein Politikskandal. Er zeigt die Verfilzung von Konzernen, Politik und Kontrollbeh\u00f6rden. Im Jahr 2015 konnte auch der Eindruck entstehen, dass die positive Bewertung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat durch wirtschaftsnahe europ\u00e4ische und deutsche &#8222;Kontrollbeh\u00f6rden&#8220; nach dem &#8222;VW-Prinzip&#8220; erfolgte. Wegschauen, wegducken und die Interessen der Industrie bedienen. Durch TTIP wird die Macht der Konzerne noch wachsen. Bei der anstehenden Landtagswahl 2016 werden wir \u201eRisiken und Nebenwirkungen\u201c des Freihandels zum Thema machen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Regionales&#8230;<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><b>Im Jahr der Weltklimakonferenz in Paris wurde im &#8222;\u00d6koland&#8220; Baden<\/b><br \/>\nvon der EnBW in Karlsruhe ein neues 912-Megawatt-Kohlekraftwerk in Betrieb genommen, der <a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/ausbau-autobahn-a5-via-solutions-suedwest.html\">sechsspurige Autobahnausbau<\/a> vorangetrieben, in w\u00e4rmsten Winterwetter das <a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/feldberg-parkhaus.html\">Parkhaus am Feldberg<\/a> eingeweiht und mit der<a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/zalando-arbeitsplaetze-lahr.html\"> Zalando-Ansiedlung<\/a> in Lahr eine unglaubliche Anzahl von zuk\u00fcnftigen Transporten, zus\u00e4tzlichem Verkehr und klima- und menschensch\u00e4dlichen Abgasen vorprogrammiert. An die Menschen wurde appelliert, umwelt- und klimafreundlicher zu leben, w\u00e4hrend gleichzeitig von Politik und Wirtschaft in der &#8222;\u00d6koregion&#8220; dauerhaft umwelt- und klimafeindliche Strukturen geschaffen wurden.<span style=\"text-decoration: underline;\"> Das Jahr 2015 war in Baden ein Jahr der sch\u00f6nen Umweltrhetorik und des \u00f6kologischen R\u00fcckschritts in der Realpolitik.<\/span><\/li>\n<li><b>In Strasbourg war am 29.11.2015 der &#8222;Weltmarsch f\u00fcr das Klima&#8220; geplant<\/b><br \/>\nWegen der Terrorgefahr wurde die Demo verboten. Der Abw\u00e4gungsprozess zwischen dem Schutz des Rechtsguts -Demonstrationsfreiheit- und dem Rechtsgut -Gl\u00fchwein &amp; Weihnachtsmarkt- wurde von der Pr\u00e4fektur &#8222;zeitgem\u00e4\u00df&#8220; entschieden.<br \/>\nDer BUND und das breite B\u00fcndnis, das die Klimaschutzaktionen mit \u00fcber 1500 TeilnehmerInnen am Samstag 28.11. in Freiburg organisierte, hat sofort angeboten, dass ein Redner der abgesagten Strasbourger Kundgebung nach Freiburg eingeladen wird. Kurzentschlossen haben sich DemoteilnehmerInnen aus dem Elsass auf den Weg gemacht und der Pr\u00e4sident von Alsace Nature, Daniel Reininger, hat gesprochen. Diese kleine symbolische Geste zeigt die europ\u00e4ische Verbundenheit und Zusammenarbeit der Umweltbewegung am Oberrhein, auch in Zeiten der Barbarei und den Versuch, Europa zu leben. -Amiti\u00e9 Franco-Allemande!-<\/li>\n<li><b>Nach siebenj\u00e4hriger Abriss- und Bauzeit<\/b><br \/>\nist im Juli 2015 die neue <a title=\"Uni-Bibliothek\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/uni-bibliothek\/\">Freiburger Universit\u00e4tsbibliothek (UB)<\/a> er\u00f6ffnet worden. Die <a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/universitaetsbibliothek-freiburg.html\">BUND-Fragen zum Abriss der alten UB<\/a> nach nur 30 Jahren, die Fragen, ob wir es uns in der Vergangenheit leisten konnten eine Bibliothek zu erstellen, die nach nur 30 Jahren abgerissen werden musste, nach der Verschwendung von Rohstoffen, Energie und menschlicher Arbeitskraft, die Frage, ob es sich unser Gemeinwesen leisten kann, auch heute noch an vielen Stellen teure, kurzlebige Bauten zu erstellen, wird (nicht nur) in der \u201eGreen\u201c City Freiburg leider nicht \u00f6ffentlich diskutiert. L\u00e4sst sich &#8222;Wachstum&#8220; bei uns nur noch durch &#8222;schneller bauen &#8211; schneller abrei\u00dfen&#8220; erreichen?<\/li>\n<li><b>In diesem Jahr fiel auch die Entscheidung, die neue Bahntrasse als Autobahnparallele zu bauen<\/b><br \/>\nSeit vielen Jahren fordert der BUND, dass diese Bauma\u00dfnahmen so fl\u00e4chensparend und naturschonend als m\u00f6glich und ohne weiteren Ausbau der Autobahn realisiert werden. Technische Ma\u00dfnahmen zwischen Neubaustrecke und Autobahn sollten den Fl\u00e4chenverbrauch reduzieren und so die Sicherheit gew\u00e4hrleisten, die ansonsten mit den fl\u00e4chen- und naturfressenden Sicherheitsabst\u00e4nden erreicht werden soll. Schon im Jahr 2003 haben wir mit unseren BUND-Forderungen erste Fortschritte erzielt. Der Abstand zwischen Autobahn und Neubautrasse wurde bei Freiburg von 26,5 auf 16 Meter reduziert.<\/li>\n<li><b>Jetzt gilt es, auch die geplante <a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/hochspannungstrassen-buendeln.html\" target=\"_blank\">Netzverst\u00e4rkung der Hochspannungsleitung<\/a> am Oberrhein<\/b><br \/>\nzu nutzen und mit der Energiewende die Landschaft zu sch\u00fctzen. Dort wo heute zwei bis drei Hochspannungstrassen die Landschaft durchschneiden, sollte eine Zusammenf\u00fchrung auf eine einzige Trasse ernsthaft gepr\u00fcft werden.<\/li>\n<li><b>Lobbyisten und Regionalpolitiker fordern jetzt auch den Ausbau der Autobahn A5 auf sechs Spuren<\/b><br \/>\nDoch in Sachen Klimaschutz, Abgase und Feinstaub ist die Autobahn ein gr\u00f6\u00dferes Problem als der heftig diskutierte Bahnausbau. Sie bringt mehr L\u00e4rm, Abgase und weitere Zerst\u00f6rung von Erholungsfl\u00e4chen. An einer zentralen europ\u00e4ischen Transitachse und am <a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/metropolregion-oberrhein-umwelt.html\">&#8222;Verkehrsdrehkreuz Oberrhein&#8220;<\/a> zu leben, bedeutet Verlust an Lebensqualit\u00e4t und keinen Gewinn. Was n\u00fctzt ein sechsspuriger Autobahnausbau, wenn der Gotthard immer noch eine nur zweispurige R\u00f6hre hat? Hier wird mit dem Sachzwangsprinzip die Schweiz bearbeitet, die am meisten unter dem Transitverkehr leidet. Die G\u00fcter im Fernverkehr geh\u00f6ren auf die Bahn und das nicht erst ab der Grenze.<\/li>\n<li><b>Die gef\u00e4hrlichen Atomkraftwerke in Beznau und Fessenheim abschalten!<\/b><br \/>\nDas \u00e4lteste Atomkraftwerk der Welt im grenznahen schweizerischen Beznau und das \u00e4lteste AKW Frankreichs in Fessenheim sind die gr\u00f6\u00dften Bedrohungen unserer Heimat. In Fessenheim zeigt sich die undemokratische Macht der franz\u00f6sischen Atomlobby und der EDF. Ob sich &#8222;die Macht&#8220; oder die Regierung durchsetzt werden wir im Jahr 2016 sehen. Der BUND und die grenz\u00fcberschreitende Umweltbewegung werden auch 2016 den Abschaltdruck aufrecht erhalten.<\/li>\n<li><b>Die reiche Schweiz erlaubt sich den riskanten Luxus,<\/b><br \/>\nim grenznahen Beznau das \u00e4lteste und damit eines der gef\u00e4hrlichsten AKW der Welt zu betreiben. In diesem Jahr wurden zudem massive Probleme im sicherheitstechnisch wichtigsten Kernbereich des AKW, im Reaktordruckgef\u00e4\u00df, bekannt. Seit vielen Jahren ist der BUND-Regionalverband einer der konsequentesten Kritiker dieser beiden technischen Dinosaurier in Fessenheim und Beznau.<\/li>\n<li><b>Im Mai 2015 wurde der weiter entwickelte Katastrophenschutz f\u00fcr das AKW Fessenheim vorgestellt.<\/b><br \/>\nDoch der beste Katastrophenschutz ist die Abschaltung der AKW! Solange aber die gef\u00e4hrlichen alten Kisten in Fessenheim, Beznau, Leibstadt und anderswo noch laufen, braucht es zumindest den Versuch von Katastrophenschutz. Seit \u00fcber vier Jahrzehnten dr\u00e4ngen der BUND und die Umweltbewegung am s\u00fcdlichen Oberrhein, dass aus dem bisherigen Katastr\u00f6phchenschutz endlich Katastrophenschutz wird. Viele tausend Postkarten zu diesem Thema haben wir in den letzten Jahre an Herrn Kretschmann geschickt.<br \/>\nWie ein <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/notfallplaene-fuer-atomunfall-in-fessenheim-vorgestellt\" target=\"_blank\">BZ-Beitrag<\/a> zeigt, gibt es zumindest kleine Fortschritte, aber der Fortschritt ist eine Schnecke&#8230;<br \/>\nDie Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima haben die m\u00f6glichen Dimensionen von Atomunf\u00e4llen gezeigt, Dimensionen, die 20 Kilometer-Radien bei weitem \u00fcbersteigen.<\/li>\n<li><b>Am 6. Mai 2015 reichten BUND und NABU eine <a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/kaiserstuhl-petition.html\">Kaiserstuhl-Petition<\/a> ein.<\/b><br \/>\nEin gro\u00dfes Weingut mit Gastst\u00e4tte und Ferienwohnungen soll im FFH-Gebiet Kaiserstuhl und im Vogelschutzgebiet Kaiserstuhl gebaut werden. Wir wollen eine Erweiterung und Verlagerung des betroffenen Weingutes nicht verhindern. Wir halten aber den jetzt angestrebten Standort aus den in der Petition genannten Gr\u00fcnden f\u00fcr v\u00f6llig ungeeignet. Es ist ein Skandal, dass die Gro\u00dfgemeinde Vogtsburg dem betroffenen Landwirt keine besser geeigneten Fl\u00e4chen f\u00fcr die Ansiedlung anbietet. Wenn Natur und Landschaft am Kaiserstuhl gef\u00e4hrdet werden, wenn eine Naturzerst\u00f6rung der Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr das n\u00e4chste Folgeprojekt wird, dann nehmen auch Weinbau und Tourismus Schaden. Der Fl\u00e4chen- und Naturverbrauch am Oberrhein ist enorm. Entlang der Vorbergzone entsteht ein zusammenwachsendes h\u00e4ssliches Siedlungsband und auch der sch\u00f6ne Kaiserstuhl wird mehr und mehr von Beton \u201eumrahmt\u201c. Da sollten doch zumindest die letzten FFH- und Vogelschutzgebiete f\u00fcr Mensch und Natur gesch\u00fctzt werden. Auch die uns\u00e4glichen Pl\u00e4ne zum \u00fcberdimensionierten Stra\u00dfenbau im Tennenbacher Tal sind noch nicht gestoppt und bei der Debatte um das Biosph\u00e4rengebiet S\u00fcdschwarzwald stehen die Zusch\u00fcsse im Vordergrund und nicht die Natur.<\/li>\n<li><b>Un-Willkommenskultur f\u00fcr Wolf und Triel<\/b><br \/>\nEinzelne Exemplare von Luchs und Wildkatze werden in Baden-W\u00fcrttemberg extrem selten wieder gesehen und nach 150 Jahren jetzt auch der Wolf. An der A5 bei Lahr ist im Juni 2015 ein toter, leider \u00fcberfahrener Wolf entdeckt worden.<br \/>\nSofort nach dem bekannt geworden war, dass bei Lahr an der A5 ein Wolf \u00fcberfahren worden sein k\u00f6nnte, meldete sich die Vorsitzende der Jungen Union (JU) in der Ortenau, Madline Gund, mit der Forderung zu Wort, dass man den Wolf zur Jagd freigeben k\u00f6nne, wenn er denn tats\u00e4chlich wieder ans\u00e4ssig werden wolle.<br \/>\nAuch der Triel, der sch\u00f6ne Vogel mit den gelben Augen, kehrt nach 100 Jahren wieder zur\u00fcck und wurde in Gri\u00dfheim im Markgr\u00e4flerland entdeckt. Doch die notwendige Erweiterung des Vogelschutzgebietes trifft auf massive Proteste und Widerstand der Landwirte. Mehr Infos in der <a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/heitersheim\/erweiterung-des-vogelschutzgebietes-erzuernt-landwirte--112059854.html\" target=\"_blank\">Badischen Zeitung.<\/a><\/li>\n<li><b>Wir sind die Grund- und Trinkwasserlobby!<\/b><br \/>\nDie Themen \u201eGrundwasser und Grundwasserschutz\u201c sind wichtige Aufgaben des BUND und wir verstehen uns auch als Lobby der \u201eWassertrinker\u201c und des Bodenschutzes am Oberrhein.<br \/>\nKleinkinder sollen aus <a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/nitrat-wasser-landkreis-emmendingen.html\">Gesundheitsgr\u00fcnden das Wyhler Leitungswasser<\/a> nicht trinken, denn der Grenzwert f\u00fcr Nitrat im Trinkwasser von 50 Milligramm Nitrat pro Liter (mg\/l) wurde im Jahr 2015 \u00fcberschritten. Auch die massiven Grundwasser- und Trinkwasserprobleme in Breisach zeigen die Probleme exemplarisch. Tief unten das Salz aus den els\u00e4ssischen Kaliminen, das die Rohre zerfrisst, und in den oberen Grundwasserstockwerken die hohen Nitratwerte. Dies f\u00fchrt dazu, dass Breisach jetzt f\u00fcr 3,5 Millionen Euro eine neue Verbundleitung ans Wasserwerk Hausen erhalten soll. Hier zeigt sich, dass es ernstzunehmende Sorgen gibt, dass die geplante Breisacher \u201eProbleml\u00f6sung\u201c &#8211; das Wasserschutzgebiet Hausen &#8211; wegen des Nitrats zum \u201eProblemgebiet\u201c werden k\u00f6nnte. Seit vielen Jahrzehnten ist die Grundwasser- und Nitrat-Problematik am Oberrhein bekannt, aber die erzielten Fortschritte in unserer \u201e\u00d6koregion\u201c sind leider klein. Der BUND dr\u00e4ngt beim Nitrat auf einen st\u00e4rkeren Schutz der Trinkwassertrinker und ein konsequenteres Vorgehen der Beh\u00f6rden. In Breisach sollte beim Salz aus dem Elsass endlich einmal das Verursacherprinzip durchgesetzt werden, aber Stadt und Badenova trauen sich nicht zu klagen. Der Salzberg in Buggingen muss auf Kosten der Kali und Salz-AG schnellstm\u00f6glich saniert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>16.12.2015, Axel Mayer, <a title=\"BUND\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/bund\/\">BUND<\/a>-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bund-rvso.de\/2015-umweltpolitischer-jahresrueckblick.html\">https:\/\/www.bund-rvso.de\/2015-umweltpolitischer-jahresrueckblick.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umweltpolitischer Jahresr\u00fcckblick &#8211; Mensch, Natur und Umwelt am Oberrhein:\u00a0Im Jahr 2015 wurden die\u00a0Welt, Europa und Deutschland\u00a0von einer Vielzahl schwerer Krisen aufger\u00fcttelt und jede einzelne hat das Potential, die Welt und unsere Demokratie zu ersch\u00fcttern. Viele dieser bedrohlichen Krisen haben ihre &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/umwelt-jahresrueckblick-2015\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,181,135,195,155,172],"tags":[151,622,525,142,719,448],"class_list":["post-58009","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bildung","category-buergerbeteiligung","category-energiepolitik","category-eu","category-integration","category-zukunft","tag-erneuerbare-energien","tag-migration","tag-politik","tag-renaturierung","tag-umwelt","tag-weltladen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58009","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58009"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58009\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58009"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58009"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58009"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}