{"id":56400,"date":"2015-09-09T22:21:09","date_gmt":"2015-09-09T20:21:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=56400"},"modified":"2015-09-09T22:31:03","modified_gmt":"2015-09-09T20:31:03","slug":"fisch-rampen-statt-fluss-wehre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fisch-rampen-statt-fluss-wehre\/","title":{"rendered":"Fisch-Rampen statt Fluss-Wehre"},"content":{"rendered":"<p>Damit <a title=\"Tiere\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/\">Fische<\/a> auch bergauf schwimmen k\u00f6nnen, baut\u00a0<a title=\"Kirchzarten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/kirchzarten\/\">Kirchzarten<\/a> an <a title=\"Fluss\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/fluss\/\">Fl\u00fcssen<\/a> Wehre zu Rampen um. <a title=\"Europawahl\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/europawahl\/\">Europa<\/a> regelt bekanntlich viel. So beispielsweise in den Europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinien, wie die Durchg\u00e4ngigkeit von flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern sowie ihr <a title=\"Oeko\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/oeko\/\">\u00f6kologischer<\/a> und chemischer Zustand ist. Und da l\u00e4ngst nicht alle Fische und andere im Bach und Fluss lebenden <a title=\"Tiere\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/\">Tiere<\/a> ein 50 oder gar 100 Zentimeter hohes Wehr <!--more-->gegen den Strom hinauf \u00fcberwinden k\u00f6nnen, m\u00fcssen in den n\u00e4chsten zehn Jahren auf der Gemarkung Kirchzarten noch mindestens 24 Wehre naturnah zu Rauen Rampen oder Riegelrampen umgebaut werden. Im Dreisamtal ist das in den letzten Jahren bereits bei \u00fcber drei\u00dfig der fr\u00fcher z.B. f\u00fcr M\u00fchlenbetrieb oder Wiesenbew\u00e4sserung wichtigen Wehre geschehen.<\/p>\n<p>Die Gemeinde Kirchzarten ist f\u00fcr rund 20 Kilometer Flie\u00dfgew\u00e4sser zust\u00e4ndig. Bis zum Jahresende sollen drei weitere Wehre erneuert werden: zwei an der Brugga beim K\u00fcchlehof und an der Bruckm\u00fchle sowie eines am Osterbach in der N\u00e4he vom Altenpflegeheim. Am Montag begann die Bauma\u00dfnahme beim K\u00fcchlehof, wo die Brugga Grenzbach zwischen Oberried und Kirchzarten ist. Beide Kommunen teilen sich die Kosten, zu denen es nicht unerhebliche Landeszusch\u00fcsse gibt. Die neue Riegelrampe beim K\u00fcchlehof wird 55.788 Euro kosten, die Rauen Rampen am Osterbach 41.018 Euro und die an der Bruckm\u00fchle 73.661 Euro. Das Bauamt Kirchzarten mit Thomas Schmid \u00fcbernahm hier in Abstimmung mit dem Landratsamt die Federf\u00fchrung bei der Bauausf\u00fchrung, unterst\u00fctzt durch den Ingenieurbiologen Stefan Versemann als Planer. Die naturnahen Umgestaltungen h\u00e4tten, so Schmid, \u00fcbrigens keine Auswirkungen auf die Stromerzeugung von Kleinkraftanlagen durch Wasserkraft.<\/p>\n<p>Bevor jedoch eine Wehranlage umgebaut werden kann und die Bagger im Flussbett arbeiten, hat unbedingt eine sogenannte Bestandsbergung der Fische und Krebse zu erfolgen. Das ist im Dreisamtal umso notwendiger, weil es hier z.B. mit der M\u00fchlgroppe und dem Bachneunauge zwei besonders gesch\u00fctzte Kleinfischarten gibt. Diese Best\u00e4nde geh\u00f6ren zu den Urfischarten im Dreisamtal, die nicht durch irgendwelche Einsetzungen in die hiesigen B\u00e4che gelangten. Au\u00dferdem lebt hier der Dohlenkrebs, den es in Deutschland noch hier im Zartener Becken und bei Rheinfelden gibt.<\/p>\n<p>Die Bestandsbergung mittels Elektrofischerei nahm am Montagnachmittag beim K\u00fcchlehof der Diplom-Biologe Ingo Kramer von \u201eFluvialis\u201c aus Ballrechten-Dottingen mit Unterst\u00fctzung seiner Tochter Steffi vor. Elektrofischerei ist eine Sonderfischerei, bei der Fische mit der Hilfe von elektrischem Strom gefangen werden. \u201eEs ist die schonendste Methode zum Fang von Fischen\u201c, so Kramer, \u201erichtig angewendet erleiden die Fische dabei keinen Schaden.\u201c Sie w\u00fcrden nur kurzzeitig bet\u00e4ubt und k\u00f6nnten dann von ihm leicht im Kescher gefangen werden. Die beim K\u00fcchlehof gefangenen Fische und Krebse, neben vielen Bachforellen auch M\u00fchlgroppen, Bachneunaugen und Dohlenkrebse, lie\u00df er anschlie\u00dfend drei\u00dfig Meter weiter bachabw\u00e4rts wieder ins Wasser. Jetzt k\u00f6nnen die Bagger anrollen, denn bis Mitte Oktober m\u00fcssen die Arbeiten an allen drei Wehren beendet sein. Dann braucht beispielsweise die Bachforelle Ruhe f\u00fcr ihre Laichzeit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fisch-rampen-statt-fluss-wehre\/raue-rampe-fische150901\/\" rel=\"attachment wp-att-56404\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-56404\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/raue-rampe-fische150901-180x105.jpg\" alt=\"raue-rampe-fische150901\" width=\"180\" height=\"105\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/raue-rampe-fische150901-180x105.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/raue-rampe-fische150901.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ingo Kramer holte unter den Augen vom Planer Stefan Versemann, Thomas Schmid vom Bauamt und Tochter Steffi (v.l.) Bachforellen, aber auch M\u00fchlgroppen (r. oben) aus dem Wasser der Brugga.\u00a0Fotos: Gerhard L\u00fcck<\/p>\n<p>9.9.2015, Gerhard L\u00fcck<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damit Fische auch bergauf schwimmen k\u00f6nnen, baut\u00a0Kirchzarten an Fl\u00fcssen Wehre zu Rampen um. Europa regelt bekanntlich viel. So beispielsweise in den Europ\u00e4ischen Wasserrahmenrichtlinien, wie die Durchg\u00e4ngigkeit von flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern sowie ihr \u00f6kologischer und chemischer Zustand ist. 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