{"id":55917,"date":"2015-08-10T14:47:59","date_gmt":"2015-08-10T12:47:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=55917"},"modified":"2015-08-10T21:47:24","modified_gmt":"2015-08-10T19:47:24","slug":"wasser-fussabdruck-wueste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wasser-fussabdruck-wueste\/","title":{"rendered":"Wasser-Fussabdruck &#8211; Wueste"},"content":{"rendered":"<p>Krisen um <a title=\"Trinkwasser\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wasser\/trinkwasser\/\">Wasserknappheit<\/a> sind das gr\u00f6\u00dfte Risiko der n\u00e4chsten 10 Jahre, so Davos 1\/2005. Am 28.7.2010 erkl\u00e4rte die UN <a title=\"Wasser\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/wasser\/\">Wasser<\/a> zum <a title=\"Menschenrechte\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/aufklaerung\/menschenrechte\/\">Menschenrecht<\/a>. Dennoch wird Trinkwasser nicht als \u00f6ffentliches Gut, sondern als <a title=\"Handel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handel\/\">Handelsware<\/a>, Geldanlage, Spekulationsobjekt angesehen. &#8222;Virtuelles Wasser&#8220; flie\u00dft weiter in falscher Richtung, von wasserarmen in wasserreiche Regionen: von <a title=\"Spanien\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/spanien\/\">Spanien<\/a> (Erdbeeren, Pfirsiche) und <a title=\"USA\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/usa\/\">Kalifornien<\/a> (Mandeln, Obst) nach Deutschland.<!--more--><br \/>\nNur 2,5 % des Wassers weltweit sind S\u00fc\u00dfwasser. Eine Mrd Menschen m\u00fcssen verseuchtes Wasser trinken und weitere 2,3 Mrd Menschen leider unter Wassermangel. 70 % des Wassers, das weltweit verbaucht wird, flie\u00dft in der <a title=\"Landwirt\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/\">Landwirtschaft<\/a>. Da die Agrarindustrie den Gesetzen eine Weltwirtschaft unterliegt, die globalen Handel und gro\u00dfe Konzerne f\u00f6rdert, werden immer gr\u00f6\u00dfere Mengen am virtuellem Wasser um die Welt transportiert, egal in welcher richtung. Heute geh\u00f6rt ausgerechnetDeutschland zu zun gr\u00f6\u00dften Importeueren virtuellen Wassers.<\/p>\n<p>Der Wasser-Fu\u00dfabdruck sagt, wieviel Wasser zur Herstellung einzelner G\u00fcter ben\u00f6tigt wird: 1 Orange = 80 l Wasser, 1 l Wein = 109 l, 1 l Milch = 1020 l , 1 kg H\u00fchnerfleisch = 4325 l, 1 kg K\u00e4se = 5060 l, 1 kg Mandeln = 8047 l (1 Mandel = 4l), 1 kg Rindfleisch = 15500 l.\u00a0L\u00e4nder wie Spanien oder Kalifornien verschlimmern ihre Wassernot durch den Export von Produkten mit gro\u00dfem Wasser-Fu\u00dfabdruck.<\/p>\n<p>Seit dem Beitritt<strong> Spaniens<\/strong> in die EU wird hier die &#8222;bew\u00e4sserte Landwirtschaft&#8220; gef\u00f6rdert: In Andalusien wurde Wald gerodet, der Quadalquivier \u00fcberall angezapft und \u00fcber 500.000 Brunnen widerrechtlich gebohrt, die 60 Mio Menschen mit Grundwasser versorgen k\u00f6nnten. Nur um Erdbeeren und S\u00fcdfr\u00fcchte in den wasserreiche Mittel- und Nordeuropa zu liefern. laut WWF wird S\u00fcd-Spanien bis sp\u00e4testens 2050 W\u00fcste sein. Die EU sorgt daf\u00fcr, dass Spanien als ds am st\u00e4rksten vom Klimawandel betroffene Land, das schlechteste wassermanagement hat. Und die deutschen Verbraucher unterst\u00fctzen dies: Am 10.7.2015 ist 1 kg Pfirsiche f\u00fcr 0,79 Euro zu haben.<br \/>\n.<br \/>\nIn <strong>Kalifornien<\/strong> verschlingt die Landwirtschaft 80% des Wassers, wobei sie aber nur 2% zum Bruttoinlandsprodukt beitr\u00e4gt. Grundwasser l\u00e4\u00dft sich auch aus 750 m Tiefe nicht mehr hochpumpen, die Stauseen sind leer, die Plantagen (Mandelb\u00e4ume, Reben, Aprikosen) sind verdorrt und werden umges\u00e4gt. Die W\u00fcste breitet sich aus. Neuester Vorschlag: Wasserpipeline aus Alaska in den S\u00fcden \u00fcber 5500 km.<br \/>\n.<br \/>\nEntgegen der UN-Charta ist Wasser auch 2015 kein Menschenrecht, sondern gefragtes Handelsgut. Also sollte man Wasseraktien kaufen: &#8222;Wasser wir in meinen Augen als Anlageklasse \u00d6l, Kupfer, landwirtschaftliche Produkte und Edelmetalle in den Schatten stellen&#8220;, so der Chef\u00f6konom Willem Buiter von der Citibank. &#8222;Gebt 1,5 % des Wassers umsonst ab und erkl\u00e4rt sie zum Menschenrecht. Aber \u00fcberlasst ie restlichen 98,5 % dem Markt. Dessen Kr\u00e4fte werden die bestm\u00f6gliche Ordnung schaffen&#8220;, so Peter Brabeck-Lemathe, Verwaltungspr\u00e4sident von Nestle, im WallStreet Journal &#8211; kaum glaubhaft, da Nestle als weltgr\u00f6\u00dfter <a title=\"Schmaehpreis an Glencore\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/schmaehpreis-an-glencore\/\">Nahrungsmittelkonzern<\/a> im Verdacht steht, die Kontrolle \u00fcber die Wasserquellen weltweit anzustreben.<\/p>\n<p>Da auch Fracking ohne Wasser nicht geht, wird immer mehr Geld in Verfahren zum Wassersparen investiert.<\/p>\n<p><strong>Trinkwasser ist \u00f6ffentliches Gut<\/strong><br \/>\nKaum irgendo ist der Widerstand gegen eine Privatisierung so heftig wie bei der Trinkwasserversorgung. In Bolivien hat es Pr\u00e4sident Evo Morales seit 2005 geschafft und die gesamte Wasserversorgung im Land verstaatlicht. 83 % der 10 Mio Bolivianer haben 2015 sauberes Trinkwasser. L\u00e4nder wie Argentinien, Indonesien, Ghana und Mali folgten. In Europa ist Deutschland Spitzenreiter bei der R\u00fcckg\u00e4ngigmachung von Privatisierungen bzw. von Kooperationen mit privaten Anbietern. Stuttgart in 2013, Berlin in 2014.<\/p>\n<p>Beim <strong>Abwasser-Recycling<\/strong> ist Israel Vorreiter. 86 % aller Abs\u00e4sser werden recyclet und so wieder der Landwirtschaft zugef\u00fchrt. Demgegen\u00fcber liegt die Quote in Spanien bei 17 % und in den USA bei nur \u00a01 %<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krisen um Wasserknappheit sind das gr\u00f6\u00dfte Risiko der n\u00e4chsten 10 Jahre, so Davos 1\/2005. Am 28.7.2010 erkl\u00e4rte die UN Wasser zum Menschenrecht. 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