{"id":55283,"date":"2015-07-03T14:29:48","date_gmt":"2015-07-03T12:29:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=55283"},"modified":"2015-07-03T14:29:48","modified_gmt":"2015-07-03T12:29:48","slug":"st-maergen-pferde-sport-kneipe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/st-maergen-pferde-sport-kneipe\/","title":{"rendered":"St-Maergen Pferde Sport Kneipe"},"content":{"rendered":"<p>B\u00fcrgermeister Kreutz: <a title=\"StMaergen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/stmaergen\/\">St. M\u00e4rgen<\/a> ist nach wie vor eine kleine und liebliche <a title=\"Hochschwarzwald\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/hochschwarzwald\/\">Schwarzwaldgemeinde<\/a>, die sich \u00fcber G\u00e4ste, seien es Tages- oder <a title=\"Tourismus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tourismus\/\">\u00dcbernachtungsg\u00e4ste<\/a> freut. St. M\u00e4rgen hat ein besonderes <a title=\"Schwarzwaelder-Fuechse\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/pferde\/schwarzwaelder-fuechse\/\">Flair<\/a>, das Ulrich Nocke in seinem Buch \u201eZehn Begegnungen\u201c beschreibt. Da kommen bekannte K\u00fcnstler und <a title=\"Dichter\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/dichter\/\">Philosophen<\/a> wie Edmund Husserl zu Wort, die St. M\u00e4rgen ganz bewusst immer wieder besucht haben, <!--more-->um sich f\u00fcr ihre Arbeit inspirieren zu lassen. Genau dieses Flair suchen unsere G\u00e4ste. Sie kommen, um die Ruhe und Natur zu genie\u00dfen, um aufzutanken.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: St. M\u00e4rgen ist ja auch durchaus lebenswert. Im Vergleich zu anderen Schwarzwaldgemeinden existiert hier eine recht gute Infrastruktur mit Arztpraxis und Apotheke, Lebensmittelmarkt, B\u00e4ckereien und Metzgereien. Einen Leerstand allerdings gab es l\u00e4ngere Zeit in den R\u00e4umen des ehemaligen Drogeriemarktes Schlecker.<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Inzwischen wird erfreulicherweise wieder ein Teil des Geb\u00e4udes genutzt. Die Freiburger Steuerberater-Soziet\u00e4t Fischer, Kilp und L\u00f6ffler er\u00f6ffnete in St. M\u00e4rgen eine Filiale. Es sind jedoch noch R\u00e4ume vakant. Dort k\u00f6nnte ich mir sehr gut eine Physiotherapie-Praxis vorstellen. Von der Einwohnerzahl und den Hotelkapazit\u00e4ten her m\u00fcsste solch eine Praxis auch wirtschaftlich sein. Ich bin auch froh, dass der Landmarkt gut l\u00e4uft. Das bedeutet, dass die heimische Bev\u00f6lkerung das Angebot annimmt und den Markt durch ihr Einkaufsverhalten unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Es gibt Schwarzwaldgemeinden, die nicht mal mehr eine Dorfkneipe haben. Wie sieht das in St. M\u00e4rgen aus?<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Wir haben rund zehn Betriebe, die alle qualitativ sehr gut sind. Sie sind wichtig f\u00fcr unsere Bev\u00f6lkerung und nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den Tourismus! Es gab zwei Eigent\u00fcmerwechsel in den letzten Monaten. Das Hotel Hirschen wurde aus Altersgr\u00fcnden ver\u00e4u\u00dfert und zwar an Familie Lausterer, die sich in St. Blasien schon einen Namen gemacht hat, und das Gasthaus Thurner geht an die Thurnerwirtshaus GmbH \u00fcber. Ich bin froh, dass beide Betriebe nahtlos weitergef\u00fchrt werden und es zu keinen Leerst\u00e4nden kam. Beide starten mit neuen, positiven Konzepten. \u201eDER HIRSCHEN\u201c setzt sich zum Ziel, urbanen Lifestyle mit dem entschleunigten l\u00e4ndlichen Leben zu verbinden und seine G\u00e4ste mit Produkten aus der Region zu verw\u00f6hnen. Die Thurnerwirtshaus GmbH dagegen kooperiert mit Time Out in Breitnau. Die Unternehmens-Philosophie hat zum Ziel, Abeitsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Jugendliche zu schaffen, die mit dem regul\u00e4ren Schul- und Ausbildungssystem Schwierigkeiten haben. Diese Pluralit\u00e4t der verschiedenen Gesch\u00e4ftsphilosophien finde ich interessant und bereichernd.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Zur Infrastruktur geh\u00f6ren auch Schule und Kindergarten.<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Letztes Jahr haben wir das Konzept der offenen Ganztagesschule mit drei ganzen Tagen eingef\u00fchrt, das von etwa einem Drittel der Sch\u00fcler angenommen wird. Das l\u00e4uft so ab, dass die Sch\u00fcler an zwei Tagen mit dem Abo-Essen zweier gastronomischer Betriebe versorgt werden und ein Tag \u201eVesper-Tag\u201c ist. Dar\u00fcber hinaus werden die Kindergarten-\u00d6ffnungszeiten den Schul\u00f6ffnungszeiten angepasst. Das ist schl\u00fcssig und erleichtert Familien mit Schul- und Kindergartenkinder sicherlich die Organisation. Mit den fr\u00fcheren \u00d6ffnungszeiten war eine Halbtagesbesch\u00e4ftigung beispielsweise in Freiburg nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Das hei\u00dft, die Strukturen \u00e4ndern sich auch im l\u00e4ndlichen Raum. Ist St. M\u00e4rgen denn attraktiv f\u00fcr Familien mit Kindern?<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Auf jeden Fall. Da spielt unsere intakte Infrastruktur eine wichtige Rolle und auch die relativ gute Anbindung an den \u00f6ffentlichen Nahverkehr. Wir sind aber auch gerade dabei, ein neues Baugebiet zu erschlie\u00dfen: Hirschenhof 2. Nach der Sommerpause werden wir in die Offenlage gehen. Geplant ist ein Baugebiet am nord\u00f6stlichen Ortsrand von St. M\u00e4rgen mit etwa f\u00fcnfundzwanzig Wohneinheiten in sehr sch\u00f6ner Lage mit Blick auf den Feldberg.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Ist es ein Baugebiet nur f\u00fcr St. M\u00e4rgener B\u00fcrger?<\/p>\n<p><b>Kreutz<\/b>: Wir sehen uns als Eigenentwickler, aber nicht ausschlie\u00dflich. In den Vergaberichtlinien ist ein Sozialmodus vorgesehen. Pro Kind wird es beim Kaufpreis f\u00fcr den Bauplatz einen Nachlass geben. Familien mit Kindern werden also bevorzugt.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Der Plan der Stadt Freiburg, die B 31 als Umweltzone zu klassifizieren sorgt bei einigen Schwarzwaldgemeinden f\u00fcr Wirbel.<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Wir haben nat\u00fcrlich Verst\u00e4ndnis, wenn die B 31 durch einen Unfall zeitweilig gesperrt werden muss. Da bleibt gar keine andere M\u00f6glichkeit, als den Verkehr \u00fcber den Spirzen oder St. M\u00e4rgen zu leiten. Das trifft auch f\u00fcr Stra\u00dfenbauma\u00dfnahmen zu, die eine Sperrung der B 31 n\u00f6tig machen. Die Pl\u00e4ne der Stadt Freiburg, die Umweltzone auf die B 31 auszuweiten beruhigt uns jedoch. Sollte sie kommen, dann w\u00fcrde der Verkehr mit s\u00e4mtlichen Emissionen \u2013 L\u00e4rm und Abgasen &#8211; auf die Landstra\u00dfen und den l\u00e4ndlichen Raum verteilt. Damit wird keine Einsparung von CO<span style=\"font-size: small;\">2<\/span>, sondern nur eine Umverteilung des Verkehrs erreicht. Betroffen sind touristisch ausgerichtete Gemeinden wir Glottertal, St. Peter und eben auch St. M\u00e4rgen.<br \/>\nProblematisch in St. M\u00e4rgen ist die Kreuzungssituation im Ortskern, die zu einer erh\u00f6hten L\u00e4rmbelastung durch st\u00e4ndiges abbremsen und anfahren und zu Stausituationen f\u00fchrt. Zu bef\u00fcrchten ist eine massive Zunahme des Schwerlastverkehrs, der die Umweltnormen nicht einhalten kann. Unsere Stra\u00dfen sind f\u00fcr diese Art des Verkehrs nicht ausgelegt, weder vom Unterbau noch vom Ausbaustandard und der Stra\u00dfenf\u00fchrung her. Die Stra\u00dfensch\u00e4den werden zunehmen und Gefahrensituationen sind vorhersehbar. Lkw-Begegnungsverkehr im Winter auf den durch hohe Schneeborde eingeengte Stra\u00dfen will ich mir gar nicht ausmalen. Wir w\u00fcrden uns nat\u00fcrlich den Stadttunnel in Verbindung mit dem Falkensteigtunnel w\u00fcnschen, das sehen wir als die richtige L\u00f6sung an. Umland und Stadtkreis m\u00fcssen hier gemeinsam an einem Strang ziehen.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Das Pferd spielt in St. M\u00e4rgen eine wichtige Rolle, da gab es k\u00fcrzlich auch eine Auszeichnung f\u00fcr den Ort.<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Wir sind 2014 als pferdefreundliche Gemeinde in Baden-W\u00fcrttemberg ausgezeichnet worden und in diesem Jahr waren wir beim Bundesentscheid in Balve im Sauerland erfolgreich. Ausgezeichnet wurden f\u00fcnf Gemeinden und drei Regionen und wir d\u00fcrfen uns jetzt mit dem Titel \u201eBundessieger\u201c schm\u00fccken. Dar\u00fcber freuen wir uns nat\u00fcrlich sehr! Das ist eine tolle Belohnung f\u00fcr die pferdehaltenden Betriebe und f\u00fcr all diejenigen, die mit dem Pferd hier arbeiten und oftmals ihre Freizeit daf\u00fcr opfern. All denen geb\u00fchrt der Preis! Die Gemeinde versucht die Infrastruktur daf\u00fcr m\u00f6glichst gut zu gestalten, so haben wir die Pferdezuchtgenossenschaft unterst\u00fctzt, die bei der Servicestation Marbach vier weitere Boxen gebaut hat. Es geht dabei um den Erhalt der Schwarzw\u00e4lder Kaltblutpferde, auch St. M\u00e4rgener Fuchs genannt, mit der typischen wei\u00dfen M\u00e4hne und dem dunklen Fell.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Wie sieht denn die finanzielle Situation St. M\u00e4rgens aus?<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Wir sind nat\u00fcrlich eng aufgestellt und versuchen uns bescheiden, aber zielgerichtet weiter zu entwickeln. Gro\u00dfe Spr\u00fcnge k\u00f6nnen wir nicht machen. Mit kleinen Aktionen, mit den Vereinen und ehrenamtlich engagierten B\u00fcrgern l\u00e4sst sich aber doch einiges umsetzten.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Sie sind nicht damit konfrontiert, viel Geld f\u00fcr Brandschutzma\u00dfnahmen ausgeben zu m\u00fcssen?<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Was den Brandschutz in Hallen und Schule angeht, da sind wir auf dem Laufenden. Es ist wichtig an regelm\u00e4\u00dfigen Sanierungsarbeiten dran zu bleiben und es ist nat\u00fcrlich eine Herausforderung angesichts der vorhandenen finanziellen M\u00f6glichkeiten, die Infrastruktur wie Stra\u00dfen in einem ordentlichen Zustand zu halten.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Und sie haben keine kostenintensiven Einrichtungen wie Frei- oder Hallenbad.<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Wir haben ein tolles Naturschwimmbad, das auch in diesem Jahr wieder offen ist. Aber ganz ohne Kosten geht das auch nicht. Von der unteren Wasserrechtsbeh\u00f6rde wird eine Standfestigkeitspr\u00fcfung des Dammes gefordert. Au\u00dferdem suchen wir h\u00e4nderingend einen Bademeister oder eine Bademeisterin. Die letzten Jahre \u00fcbernahm das eine Sportstudentin, die in den Semesterferien damit etwas Geld verdienen konnte. Wer Lust auf diese Arbeit hat, kann sich gerne bei uns im Rathaus melden!<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Herr Kreutz, noch ein Schlusswort?<br \/>\n<b>Kreutz<\/b>: Wir sind stolz auf unsere beiden Olympioniken Fabian Riesle und Adelheid Morath. Wir freuen uns \u00fcber ihren Erfolg und dass sie B\u00fcrger St. M\u00e4rgens sind und sich mit ihrem Heimatort identifizieren. Sie trotz ihres Erfolgs bodenst\u00e4ndige Sportler geblieben und in St. M\u00e4rgen pr\u00e4sent und verwurzelt.<\/p>\n<p>Der Dreisamt\u00e4ler im Gespr\u00e4ch mit dem B\u00fcrgermeister St. M\u00e4rgens, Manfred Kreutz<b><br \/>\n<\/b>3.7.2015, Dagmar Engesser, www.dreisamtaeler.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fcrgermeister Kreutz: St. M\u00e4rgen ist nach wie vor eine kleine und liebliche Schwarzwaldgemeinde, die sich \u00fcber G\u00e4ste, seien es Tages- oder \u00dcbernachtungsg\u00e4ste freut. St. M\u00e4rgen hat ein besonderes Flair, das Ulrich Nocke in seinem Buch \u201eZehn Begegnungen\u201c beschreibt. 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