{"id":55267,"date":"2015-07-02T14:23:40","date_gmt":"2015-07-02T12:23:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=55267"},"modified":"2015-07-13T13:41:42","modified_gmt":"2015-07-13T11:41:42","slug":"grexit-zur-integration-europas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/grexit-zur-integration-europas\/","title":{"rendered":"Grexit zur Integration Europas"},"content":{"rendered":"<p>Nur der Grexit rettet die <a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">Integration Europas<\/a>.\u00a0&#8222;Griechenland zu retten, ohne auf <a title=\"Finanzsystem\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/finanzsystem\/\">harte Reformen<\/a> zu bestehen, mit denen die <a title=\"Griechenland\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/griechenland\/\">griechische Wirtschaft<\/a> wettbewerbsf\u00e4higer wird, bedeutet eigentlich, Syriza zu retten, die <a title=\"Target\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/target\/\">marktfeindlich<\/a> und <a title=\"EZB\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/ezb\/\">antiwestlich<\/a> ausgerichtete quasikommunistische Partei. &#8230; Es ist an der Zeit, Griechenland aufzugeben &#8230; um die europ\u00e4ische Integration zu retten.&#8220;<br \/>\n<!--more-->W\u00fcrde dies ein deutscher Politiker sagen, w\u00fcrde er bei der <a title=\"AfD als wertkonservative Partei?\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/afd-als-wertkonservative-partei\/\">AfD<\/a> bzw. noch weiter rechts verortet oder aber mit der gutmenschlichen <a title=\"Nazi-Keule Islamophobie-Keule\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nazi-keule-islamophobie-keule\/\">Nazi-Keule<\/a> als gro\u00dfdeutsch EU-Hegemonialer bedroht. Wenn dies der Stanford-\u00d6konomieprofessor Melvyn Krauss sagt (&#8222;Diese Griechen braucht Europa nicht&#8220;, DieZeit vom 2.7.2015, S. 31), dann darf er dies trotz Mitgliedschaft in der Demokratischen Partei der USA.<br \/>\n(1) Die Kluft zwischen den Werten von Griechenland und EU ist nicht \u00fcberbr\u00fcckbar &#8211; schlie\u00dflich kam Syriza durch demokratische Wahlen, nicht durch einen Staatsstreich, zur Macht.<br \/>\n(2) Die EU soll Griechenlands aufgebl\u00e4hten \u00f6ffentlichen Sektor finanzieren und macht die Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr Arbeitgeber weiter immer teurer: &#8222;Die Benachteiligung des privaten Sektors macht nicht einmal Halt vor Stellen, die dort (durch Reformen) entstehen w\u00fcrden. Das ist nun wirklich skandal\u00f6s!&#8220;<br \/>\n(3) Wird die Reformverweigerung Griechenlands durch weitere Euro-Transfers belohnt, kommt es zu einer Kettenreaktion. Der Wunsch europ\u00e4ischer Spitzenpolitiker (Juncker, Schulz), Griechenland im Euro zu halten, bet\u00e4rkt produktivere L\u00e4nder zur Nachahmung.<br \/>\n(4) Seit f\u00fcnf Jahren und besonders seit Jahresbeginn 2015 l\u00e4hmen Griechenlands spieltheoretische \u00dcbungen die Arbeit der EU. Die L\u00f6sung der gro\u00dfen Probleme (Wirtschafts- und Steuerpolitik, Ukraine\/Ru\u00dfland und Fl\u00fcchtlinge) wird aufgeschoben.<br \/>\n(5) Die EU beraubt sich ihrer eigenen, so gro\u00dfartigen Ideen, die EU ist erpre\u00dfbar und handlungunf\u00e4hig: &#8222;Wer will die europ\u00e4ische Integration, wenn man daf\u00fcr mit der widerspenstigen radikalen Linken Griechenlands auf Schmusekurs gehen mu\u00df?&#8220;<br \/>\n(6) Die Griechen selbst lehnen Reformen ab.<br \/>\nNur der Grexit kann die EU und damit auch Griechenland selbst in eine gute Zukunft f\u00fchren.<br \/>\n2.7.2015<\/p>\n<p><strong>L\u00fcder Gerken f\u00fcr Grexit und &#8222;geordneten R\u00fcckzug&#8220;<\/strong><br \/>\nDie Griechen wollen eben keine Reformen \u2013 die Regierung nicht und das Volk mehrheitlich auch nicht. Sie lehnen die Spielregeln der W\u00e4hrungsunion ab. Das muss man akzeptieren. Man kann sich nicht mit einem Staat einigen, dessen Volk nicht bereit ist, selbst daf\u00fcr zu sorgen, wieder auf eigenen F\u00fc\u00dfen zu stehen. &#8230;<br \/>\nAlles von L\u00fcder Gerken vom 7.7.2015 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/die-griechen-wollen-eben-keine-reformen--107313594.html\u00a0\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/die-griechen-wollen-eben-keine-reformen&#8211;107313594.html<br \/>\n<\/a>7.7.2015<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Was w\u00fcrde Athens Pleite kosten?<\/strong><br \/>\nMit welchen Summen haftet der deutsche Steuerzahler, falls Athen insolvent wird und danach m\u00f6glicherweise die Eurozone verl\u00e4sst? Die Summe klingt atemraubend. 85 Milliarden Euro deutsches Steuergeld stehen in Athen auf dem Spiel. Dies ist laut M\u00fcnchner Ifo-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung die Summe aller Hilfen aus der Bundesrepublik. Manche sagen: Damit k\u00f6nnten hierzulande mehr als zwei Jahre lang alle Hartz-IV-Leistungen bezahlt werden. Doch solche Vergleiche hinken. Denn es handelt sich bei den 85 Milliarden um den maximal m\u00f6glichen Verlust und damit um eine recht theoretische Gr\u00f6\u00dfe. &#8230;.<br \/>\nAlles vom 1.7.2015 auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/was-wuerde-athens-pleite-deutschland-kosten\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/was-wuerde-athens-pleite-deutschland-kosten<\/a><\/p>\n<p><strong>Der 85-Mrd-Verlust f\u00fcr D ist bereits eingetreten seit der B\u00fcrgschaftsverpflichtung<\/strong><br \/>\nMit den hier vorgenommen Berechnungen kann ich aus mehreren Gr\u00fcnden rein gar nichts anfangen. Zum einen ist ein Verlust f\u00fcr Deutschland nicht erst dann eingetreten, wenn der EFSF den Bundeshaushalt mit dem Zahlungsausfall belastet, sondern bereits dann, wenn die Bundesrepublik f\u00fcr einen erkennbar zahlungsunf\u00e4higen Staat wegen dieser Summe b\u00fcrgt.<br \/>\nDer Verlust ist daher bereits mit der Auszahlung eingetreten, nur hat man das den W\u00e4hlern gekonnt verschwiegen. Dass die Betr\u00e4ge erst \u00fcber viele Jahrzehnte hinweg abgestottert werden m\u00fcssen, liegt nur daran, dass sie \u00fcber den EFSF g\u00fcnstig fremdfinanziert wurden. Und hier liegt gleich der n\u00e4chste Denkfehler in dieser Aufstellung. Wenn Griechenland seinen Schuldendienst einstellt, zahlt es auch keine Zinsen mehr. Aber der EFSF hat die Gelder nicht aus Eigenmitteln ausgezahlt, sondern daf\u00fcr selbst Kredite aufgenommen, f\u00fcr die er Zinsen zu zahlen hat. Diese Zinszahlungen kommen zu dem Verlust hinzu, und m\u00fcssen von Deutschland zus\u00e4tzlich zu den Tilgungsraten bezahlt werden. Daher verbieten sich auch \u00dcberlegungen \u00fcber eine Abzinsung des Verlusts bis zum Zahltag. Eine solche Abzinsung k\u00f6nnte nur dann eintreten, wenn die Inflation in der Zwischenzeit h\u00f6her w\u00e4re als die zu zahlenden Zinsen. Da der EFSF seine Gelder gro\u00dfenteils bereits vor Jahren ausgezahlt hat, und somit bevor die langfristigen Zinsen auf Null gefallen sind, d\u00fcrfte er insgesamt eine Zinsquote im Bereich der angepeilten Inflationsrate haben. Damit er\u00fcbrigen sich Berechnungen zu einer Abzinsung.<br \/>\nDie Diskussion ist auch insoweit unn\u00f6tig, weil der Verlust l\u00e4ngst eingetreten ist. Daran w\u00fcrde \u00fcbrigens auch ein Ja am Sonntag nichts \u00e4ndern, weil auch ein Griechenland ohne Tsipras \u00fcberhaupt nicht in der Lage sein wird, diese Schulden jemals wieder abzutragen. Wir werden diese Schulden irgendwann erlassen m\u00fcssen, auch wenn es jetzt nicht zum f\u00f6rmlichen Bankrott kommen sollte.<br \/>\nEs lohnt sich daher nicht, Geld hinterherzuheulen, das nicht mehr uns geh\u00f6rt, sondern den Profiteuren des Bailouts.<br \/>\nDas einzige was sich lohnt, ist \u00fcber diesen grandiosen Fehler unverkrampft und ohne euromantische Blau\u00e4ugigkeit nachzudenken. Denn wenn diese 90 Mrd. \u20ac nun dazu f\u00fchren sollten, dass Deutschland seine Rettungspolitik insgesamt \u00fcberdenkt und einstellt, und wir unsere Partner unerbittlich darauf hinweisen, dass mit Deutschland eine Transferunion nicht zu haben ist, dann ist dieser gewaltige Verlust vielleicht doch noch gut investiertes Geld, um viel zu viele Gl\u00e4ubige in unserem Land von ihrem Irrglauben abzubringen, dass ein Europa mit grenzenlosem Finanztransfer ein friedliches Europa sein k\u00f6nne.<br \/>\nUm dieses Europa ohne Wirtschaftsreformen nach dem deutschen Standard \u00fcber die Runden zu bringen, ist unter Experten ziemlich unstrittig, dass daf\u00fcr gewaltige Finanztransfers von den solide wirtschaftenden Nationen zu den Finanzhalodris n\u00f6tig sind, und zwar auf Dauer (!). Berechnungen sprechen von mindestens 10% des Einkommens, welches wir Deutsche jedes Jahr in europ\u00e4ische Sozialkassen auf Nimmerwiedersehen einbezahlen m\u00fcssten, um so ungleiche L\u00e4nder innerhalb der gleichen W\u00e4hrung zu halten. Um den Rettungseuro zu erhalten muss Deutschland daher jedes Jahr so viel bezahlen, wie Herr B\u00fcrckholt als Verlust des Griechenlanddebakels ausgerechnet hat. Da zahle ich den Betrag doch lieber einmal und bin angesichts der Frechheit, mit der Tsipras dieses Rettungssystem binnen k\u00fcrzester Frist v\u00f6llig diskretitiert hat, gottfroh, dass wir uns niemals wieder in eine solche Situation bringen lassen. Daher den Verlust abschreiben und danach eine Riesenparty veranstalten, dass es endlich vorbei ist.<br \/>\n2.7.2015, Rainer Brombach<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>90 Mrd Euro und 90 Mrd \u00c4pfel<\/strong><br \/>\nManche Aussagen im Artikel vermitteln den Eindruck, dass es sich mehr oder minder um Spielgeld handelt. Die Summen entziehen sich sowieso der menschlichen Vorstellung. Wer kann sich schon 90 Mrd \u00c4pfel vorstellen? Warum soll das mit Euros anders sein?<br \/>\nKredite die durch die europ\u00e4ischen Institutionen (wie sie auch immer hei\u00dfen) aufgenommen werden und an Griechenland weitergeleitet wurden, sind aber kein Spielgeld. Kein B\u00fcrger h\u00e4tte freiwillig solche Kredite als Staatanleihen gezeichnet! Also hat man hier wieder ein Mechanismus eingebaut, der den Kreditgeber verschleiert.<br \/>\nKreditgeber sind &#8222;institutionelle Anleger&#8220; wie z.B. Lebensversicherungen. Diese wurden fr\u00fcher per Anlagegesetz gezwungen direkt griechische Staatanleihen zu kaufen. Als Griechenland das erste Mal pleite war, verkauften die institutionellen Anleger ihre faulen Forderungen an die EZB. Sie h\u00e4tten den Mist ja auch nie freiwillig gekauft. Jetzt hatten die Lebensversicherer ja wieder die riesige Spargelder der Kapitallebensversicherungskunden. Wohin mit der Kohle? Na klar, jetzt m\u00fcssen sie sichere Kredite an die europ\u00e4ischen Institutionen geben und diese geben Sie an wen weiter? Genau, an Griechenland. Das Geld stammt also von den europ\u00e4ischen Sparern, die als Steuerzahler dann wieder f\u00fcr die griechischen Kredite gerade stehen.<br \/>\nVerwirrend? H\u00fctchenspielertrick? Stimmt. Aber irgendwer muss sparen, d.h. auf G\u00fcter verzichten, damit ein anderer diese G\u00fcter konsumieren kann.<br \/>\n1.7.2015, Martin Synowzik<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur der Grexit rettet die Integration Europas.\u00a0&#8222;Griechenland zu retten, ohne auf harte Reformen zu bestehen, mit denen die griechische Wirtschaft wettbewerbsf\u00e4higer wird, bedeutet eigentlich, Syriza zu retten, die marktfeindlich und antiwestlich ausgerichtete quasikommunistische Partei. &#8230; Es ist an der Zeit, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/grexit-zur-integration-europas\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[195,186],"tags":[185,489,372,417,365],"class_list":["post-55267","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-eu","category-finanzsystem","tag-bad-bank","tag-european-union","tag-euro","tag-ezb","tag-steuern"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55267","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55267"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55267\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55267"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55267"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55267"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}