{"id":54381,"date":"2015-04-23T09:58:38","date_gmt":"2015-04-23T07:58:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=54381"},"modified":"2015-04-23T10:05:50","modified_gmt":"2015-04-23T08:05:50","slug":"fluechtlinge-begegnung-stegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fluechtlinge-begegnung-stegen\/","title":{"rendered":"Fluechtlinge Begegnung Stegen"},"content":{"rendered":"<p>In <a title=\"Eschbach\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/eschbach\/\">Stegen-Eschbach<\/a> fand am 18.4.2015 ein <a title=\"Engagement\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/\">Begegnungsabend<\/a> mit <a title=\"Fluechtlinge\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/fluechtlinge\/\">Fl\u00fcchtlingen<\/a> statt, der von Dr. Walburga Rehmann-Linden, dem Eschbacher Ortschafts- und Gemeinderat Martin Rombach und seiner Tochter Leandra organisiert wurde. Die Idee f\u00fcr diesen Abend zu <a title=\"Migration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/migration\/\">Migration<\/a> und <a title=\"Integration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/\">Integration<\/a> entstand durch einen pers\u00f6nlichen Kontakt Martin Rombachs, der den <a title=\"Integration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/\">Pakistani Saeed<\/a>, sein Schicksal und sein Leben hier kennenlernte. <!--more-->Der Abend soll helfen, die Situation der Menschen, die geflohen sind, \u201eein bisschen besser zu begreifen und zu verstehen\u201c, so Rombach.<br \/>\nDie Fl\u00fcchtlingsproblematik ist ein sehr vielschichtiges und emotional besetztes Thema, entsprechend feinf\u00fchlig versuchten die Initiatoren sich dem Thema zu n\u00e4hern. Was schlussendlich entstand, war ein Abend mit vielen Facetten, weil Menschen aus verschiedenen Herkunftsl\u00e4ndern, mit unterschiedlichen Schicksalen und Erfahrungen zu Wort kamen.<br \/>\nDie Initiatoren hatten Fl\u00fcchtlinge und Menschen, die diese Fl\u00fcchtlinge unterst\u00fctzen, eingeladen.<br \/>\nEin Gast war Markus L\u00f6ffler, der als Chef seiner Ger\u00fcstbaufirma gro\u00dfe Schwierigkeiten hat, Arbeitskr\u00e4fte zu finden. Die einmal flapsig ausgesprochene Bemerkung, dass man sicher Mitarbeiter unter den Asylbewerbern finden w\u00fcrde, wurde tats\u00e4chlich Wirklichkeit. Es war ein Zufall, dass Mitarbeiter seiner Firma Saeed aus Pakistan auf der Stra\u00dfe ansprachen und dieser sofort Interesse an der Arbeit auf dem Bau zeigte. Seit zwei Jahren ist er nun ein absolut zuverl\u00e4ssiger und gesch\u00e4tzter Mitarbeiter der Firma L\u00f6ffler Ger\u00fcstbau. L\u00f6ffler berichtet, dass er damals einfach handelte und dann von der Realit\u00e4t eingeholt wurde. Saeed h\u00e4tte als Asylbewerber n\u00e4mlich noch gar nicht arbeiten d\u00fcrfen. Diese H\u00fcrde wurde \u00fcberwunden. Ein anderes Problem besteht nun darin, dass Saeed keine Wohnung findet. Im Moment bewohnt er eine Ein-Zimmer-Wohnung mit zwei anderen Fl\u00fcchtlingen. L\u00f6ffler bietet potentiellen Vermietern an, die Miete \u00fcber sein Gesch\u00e4ftskonto abzuwickeln, bisher leider erfolglos. Saeed hat noch keine Anerkennung als Fl\u00fcchtling. L\u00f6ffler hofft jedoch, dass er bleiben und seine Familie nachholen kann. Denn, so L\u00f6ffler, \u201eSaeed ist eine Bereicherung f\u00fcr uns und f\u00fcr unsere Gesellschaft\u201c.<br \/>\nEin anderer Gast war Jekerey aus Gambia. Er lebt seit drei Jahren in Deutschland und floh vor der allseits herrschenden Armut in seinem Land. In Deutschland m\u00f6chte er arbeiten und Geld verdienen, um damit seine Mutter und seine drei Geschwister finanziell zu unterst\u00fctzen. Er hat ein Praktikum im Kirchzartener Pflegeheim absolviert und eine Halbtagsstelle angeboten bekommen. Ohne Arbeitserlaubnis durfte er sie nicht antreten. Danach machte er ein Praktikum bei der Firma Elektro Tritschler in Stegen, auch dort k\u00f6nnte er als Auszubildender anfangen.<br \/>\nAber sein Duldungsstatus l\u00e4sst dies nicht zu. Derzeit besucht er die Schule im R\u00f6merhof und bereitet sich auf den Realschulabschluss vor. Er leidet darunter, nicht arbeiten zu d\u00fcrfen. Seine Situation ist zerm\u00fcrbend und er hat Angst vor einer Abschiebung.<br \/>\nMehrere Fl\u00fcchtlinge brachten auch gro\u00dfe Dankbarkeit zum Ausdruck, dass sie hier sein k\u00f6nnen und herzlich aufgenommen werden. Einen Beitrag dazu leistet sicherlich Miteinander Stegen e.V. und der vor etwa sechs Wochen unter dem Dach des Deutschen Roten Kreuzes Stegen gegr\u00fcndete Helferkreis, der \u00fcber Patenschaften einzelne Fl\u00fcchtlinge oder Familien ehrenamtlich \u00fcber Patenschaften begleitet und Deutschkurse im \u00d6kumenischen Zentrum anbietet.<br \/>\nDiskutiert wurde auch die sehr problematische Frage der R\u00fcckkehr in das Heimatland. Viele Fl\u00fcchtlinge w\u00fcrden liebend gerne zur\u00fcckkehren. Bei politischen Fl\u00fcchtlingen ist das unm\u00f6glich, weil sie Folter und Tod erwartet. Bei den sogenannten Armuts- oder Wirtschaftsfl\u00fcchtlingen ist der Weg zur\u00fcck meist auch versperrt. Oft sparte die Familie \u00fcber Jahre hinweg das Geld f\u00fcr die Flucht mit dem Ziel, dass dann einer die Familie finanziell unterst\u00fctzen kann. Ist diese Person dann nicht erfolgreich, dann hat sie quasi ihr Lebensrecht in der Dorfgemeinschaft verwirkt.<br \/>\nAnwesend war auch die B\u00fcrgermeisterin Fr\u00e4nzi Kleeb, die sich von den Schicksalen der Fl\u00fcchtlinge ber\u00fchrt zeigte. Sie dankte den B\u00fcrgern f\u00fcr ihr Engagement, Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge zu wecken, und den Willen, ihnen helfen zu wollen und bot die Zusammenarbeit von Seiten der Verwaltung an.<\/p>\n<p>Unternehmer Markus L\u00f6ffler mit seinem Mitarbeiter Saeed aus Pakistan<\/p>\n<p>Weltweit sind laut UNO-Fl\u00fcchtlingshilfe 51 Millionen Menschen auf der Flucht. Das sind 51 Millionen Einzelschicksale, 51 Millionen Trag\u00f6dien. Und um diese abstrakte Zahl anschaulicher werden zu lassen: das sind die Einwohner von f\u00fcnfzig St\u00e4dten wie K\u00f6ln, das etwa eine Million Einwohner hat, oder etwa zwei Drittel der deutschen Bev\u00f6lkerung. 90 % der Fl\u00fcchtlinge verbleiben in den Krisenregionen. Sie sind als Binnenfl\u00fcchtlinge Vertriebene im eigenen Land oder fliehen in angrenzende L\u00e4nder und leben dort in Zeltst\u00e4tten oder Fl\u00fcchtlingscamps, meist unter menschenunw\u00fcrdigen Bedingungen. Die wenigsten Fl\u00fcchtlinge schaffen es nach Europa. Im Jahr 2014 haben 200.000 Menschen in Deutschland einen Antrag auf Asyl gestellt, f\u00fcr 2015 werden 300.000 erwartet.<br \/>\nDie Fl\u00fcchtlinge, die in Deutschland ankommen, werden zuerst in Sammelunterk\u00fcnften untergebracht und danach Kommunen zugeteilt, die f\u00fcr die Anschlussunterbringung zust\u00e4ndig sind. Aufgrund der stark gestiegenen Zahlen haben die Kommunen zunehmend Probleme, Wohnraum f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge zu finden.<br \/>\n23.4.2015, Dagmar Engesser, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de%20\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Stegen-Eschbach fand am 18.4.2015 ein Begegnungsabend mit Fl\u00fcchtlingen statt, der von Dr. Walburga Rehmann-Linden, dem Eschbacher Ortschafts- und Gemeinderat Martin Rombach und seiner Tochter Leandra organisiert wurde. Die Idee f\u00fcr diesen Abend zu Migration und Integration entstand durch einen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/fluechtlinge-begegnung-stegen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[355,400,139,155,9],"tags":[717,485,725,622],"class_list":["post-54381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buergerinitiativen","category-freiwillig","category-heimat","category-integration","category-soziales","tag-ehrenamt","tag-refugee","tag-integration","tag-migration"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54381"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54381\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}