{"id":53978,"date":"2015-04-01T21:29:33","date_gmt":"2015-04-01T19:29:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=53978"},"modified":"2015-04-01T21:29:33","modified_gmt":"2015-04-01T19:29:33","slug":"oberried-buergerhaus-senioren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/oberried-buergerhaus-senioren\/","title":{"rendered":"Oberried Buergerhaus Senioren"},"content":{"rendered":"<p>Der Dreisamt\u00e4ler im Gespr\u00e4ch mit <a title=\"Oberried\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/oberried\/\">Oberrieds<\/a> B\u00fcrgermeister Klaus Vosberg. Welche Themen dominieren denn Oberrieds <a title=\"Kommunalwahl\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demokratie\/kommunalwahl\/\">Kommunalpolitik<\/a>? Ein zentrales Thema ist sicherlich der Abschluss des Bauvorhabens \u201eB\u00fcrgerhaus in <a title=\"Hofsgrund\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/hofsgrund\/\">Hofsgrund<\/a>\u201c. Geplant ist, die Einweihung zusammen mit dem <a title=\"Bergbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bergbauern\/\">Bergfeuer<\/a> im Juli und dem Bobbycarrennen stattfinden zu lassen. Das fand letztes Jahr erstmalig auf Initiative des Lionsclub Dreisamtal statt <!--more-->und war ein sch\u00f6ner Erfolg. F\u00fcr den Kindergarten Hofsgrund kamen dabei 1000,- Euro zusammen.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Und wer nimmt denn daran alles teil?<br \/>\n<b>Vosberg<\/b>: Wer Lust hat &#8211; vom Kind bis zum \u00e4lteren Herrn. Dieses Jahr nimmt vielleicht sogar der B\u00fcrgermeister daran teil.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Das B\u00fcrgerhaus war das fr\u00fchere Rathaus Hofsgrunds, in dem heute auch der Kindergarten untergebracht ist. Was bietet das Geb\u00e4ude denn k\u00fcnftig noch?<br \/>\n<b>Vosberg<\/b>: Die B\u00fcrger und Vereine bekommen damit endlich gescheite R\u00e4umlichkeiten und einen Saal, der auch vom Ortschaftsrat genutzt werden kann. Das fehlte bisher in Hofsgrund. F\u00fcr mich war es ein Wahlkampfversprechen, das Geb\u00e4ude zu erhalten und als B\u00fcrgerhaus auszubauen und ich w\u00fcnsche mir, dass von diesen neuen R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr die B\u00fcrger ein Impuls f\u00fcr den ganzen Ortsteil ausgeht. Es steht noch nicht fest, wie die R\u00e4ume eingerichtet werden. Die Idee des Gemeinderats war, dass jeder Hofsgrunder, jeder Oberrieder, sich an der Finanzierung eines Stuhls oder eines Einrichtungsgegenstand beteiligen kann und sein Name dann auch drauf steht. Und zwar nicht, weil uns das Geld ausginge, denn die Summe f\u00fcr die Einrichtung ist im Haushalt eingeplant. Es geht vielmehr darum, einen pers\u00f6nlichen Bezug zum Geb\u00e4ude und zur Einrichtung herzustellen.<br \/>\nD<b>reisamt\u00e4ler<\/b>: Ein weiteres zentrales Thema Oberrieds ist die Reaktion auf den demografischen Wandel, der auch vor Oberried nicht Halt macht.<br \/>\n<b>Vosberg<\/b>: Sie sprechen das Mehrgenerationenprojekt an, das auf dem Gel\u00e4nde des Ordens der Ursulinen realisiert werden soll. Die Besonderheit in Oberried ist, dass das Projekt nicht wie in anderen Gemeinden mit Investoren von statten geht, sondern von der Gemeinde f\u00fcr die B\u00fcrgerschaft umgesetzt wird. Betrieben wird das Projekt dann von der B\u00fcrgergemeinschaft, die sich im Januar gegr\u00fcndet hat. Wir orientieren uns dabei an dem Modell in Eichstetten. Das Ziel ist es, dass Menschen, die nicht in ihren eigenen vier W\u00e4nden alt werden k\u00f6nnen, es wenigstens im eigenen Ort tun k\u00f6nnen und zwar bezahlbar. Geplant ist eine Wohngruppe f\u00fcr bis zu 12 Personen als eine Art selbstverwaltete Wohngemeinschaft, in der jedoch Betreuung und Pflege stattfinden wird. Und es ist eine Tagespflegegruppe geplant, in der Angeh\u00f6rige ihre betreuungsbed\u00fcrftigen Familienmitglieder tags\u00fcber versorgt wissen k\u00f6nnen.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Die Gemeinde Oberried finanziert das Projekt selbst?<br \/>\n<b>Vosberg: <\/b>Ja! Die Finanzierung ist f\u00fcr die Gemeinde stemmbar.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Wie sieht denn Ihre Kostenkalkulation aus?<br \/>\nV<b>osberg<\/b>: Wir gehen von Kosten zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro aus. Nat\u00fcrlich hoffen wir auf F\u00f6rdermittel. Haushaltstechnisch gehen wir jedoch vom Worst-Case aus, dass also nur ein Minimum an Mitteln flie\u00dft. Dann m\u00fcssten die Gemeinde j\u00e4hrlich 125.000,- Euro in das Projekt hineingeben. Nach drei\u00dfig Jahren w\u00e4ren die Geb\u00e4ude vollumf\u00e4nglich abbezahlt. Ich bin jedoch sehr hoffnungsfroh, dass es uns gelingt, mehr F\u00f6rdermittel einzuwerben als wir eingeplant haben. Was die laufenden Kosten angeht, so soll sich das Projekt selbst tragen.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Wie weit sind die Planungen fortgeschritten?<br \/>\n<b>Vosberg<\/b>: Die Pl\u00e4ne stehen, wir bereiten derzeit den Bauantrag vor. Die Entkernungs- und Abrissarbeiten sollen im Sommer und Herbst laufen.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Miteinander Stegen e.V. m\u00f6chte ein \u00e4hnliches Projekt in Stegen realisieren. Die Umsetzung dort l\u00e4sst allerdings noch auf sich warten. \u00dcberholt Oberried Stegen gerade?<br \/>\n<b>Vosberg<\/b>: Wir wollen hier niemanden \u00fcbertrumpfen, wir schauen, dass wir gute L\u00f6sungen f\u00fcr die hier lebenden Menschen hinbekommen. Wenn wir dabei Vorbild f\u00fcr andere Gemeinden sein k\u00f6nnen, dann freuen wir uns dar\u00fcber. Ich bin jedoch \u00fcberzeugt davon, dass dieses Engagement f\u00fcr die alternde Bev\u00f6lkerung in unserer heutigen Zeit einfach notwendig ist, weil sich das Konstrukt Gro\u00dffamilie aufgel\u00f6st hat. Ich wei\u00df hier auch den Gemeinderat hinter mir, das Thema ist unbestritten. Es ist jedoch ein neues Feld, das man beackern muss. Es sind noch keine T\u00fcren da, was F\u00f6rdermittel angeht. F\u00f6rderprogramme sind erst im Entstehen. Klar ist aber auch, dass Pflege ein Markt ist und es gibt da Player, die viel Geld verdienen. Wenn wir als Gemeinde solche Projekte betreiben, dann f\u00e4llt das Gewinnstreben weg. Es geht nach wie vor um Wirtschaftlichkeit, das ist klar, es geht aber nicht um Gewinnmaximierung. Wir wollen, dass sich auch der \u201cNormalb\u00fcrger einen Platz in unserer Einrichtung leisten kann.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Mit diesem Mehrgenerationenprojekt haben Sie den Blick auf die \u00e4ltere Generation gerichtet. Wie steht es mit der Infrastruktur f\u00fcr die j\u00fcngere und ganz j\u00fcngste Generation?<br \/>\n<b>Vosberg<\/b>: Auf dem Gel\u00e4nde der Ursulinen schafft die Gemeinde neben den Wohngruppen auch gemeindeeigenen Wohnraum, der nach den Richtlinien des sozialen Wohnungsbaus erstellt wird. Dort sollen nat\u00fcrlich auch Familien mit Kindern einziehen k\u00f6nnen. Die Wohnlage f\u00fcr Familien ist dort ideal, der Kindergarten liegt in Sichtweite. Aber wir sind derzeit auch dabei eine Bedarfsanalyse zu erheben, um herauszufinden, ob neben dem gew\u00f6hnlichen Kindergarten auch ein Waldkindergarten eingerichtet werden soll.<\/p>\n<p><b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Sind die Kinderzahlen steigend in Oberried?<\/p>\n<p><b>Vosberg<\/b>: Es geht nicht um steigende Kinderzahlen, eher um steigenden Raumbedarf. Es kristallisiert sich jetzt schon heraus, dass Eltern Betreuungsbedarf haben und zwar vermehrt nach Ganztagesbetreuung. Das w\u00fcrde Umbauten nach sich ziehen, weil dann Schlaf- und Essensr\u00e4ume und Intensivr\u00e4ume vorhanden sein m\u00fcssen. W\u00fcrde eine Waldkindergartengruppe eingerichtet, dann w\u00fcrde das \u2013 r\u00e4umlich gesehen &#8211; Luft im regul\u00e4ren Kindergarten schaffen. Wir sind dabei, den Bedarf zu eruieren und dann zu schauen, was realisierbar ist. Wir wollen junge Familien in Oberried, dann m\u00fcssen wir auch entsprechende Infrastruktur bereitstellen, damit Familien auch ihren Vorstellungen gem\u00e4\u00df leben k\u00f6nnen.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Wir sprachen letztes Jahr dar\u00fcber, dass eine Bestandsanaylse der Oberrieder Stra\u00dfen gemacht werden sollte.<br \/>\n<b>Vosberg<\/b>: Ja, das war ein b\u00f6ses Erwachen, wobei das Ergebnis erwartbar war. Es stellte sich heraus, dass wir einen erheblichen Sanierungsstau in unserer Gemeinde, was Stra\u00dfen und Wege angeht, haben. Das k\u00f6nnen wir aus eigener Kraft nicht stemmen, deshalb hoffen wir, dass Stuttgart kapiert, dass wir Verkehrsprobleme nicht nur mit Radwegebau l\u00f6sen k\u00f6nnen. Dieser Sanierungsstau ist jedoch ein bundesweites Problem, wir haben lange Jahre auf Kosten der Infrastruktur gelebt und sie nicht so instand gehalten, wie es n\u00f6tig gewesen w\u00e4re, auch weil andere Aufgaben Vorrang hatten.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Das ist aber nur die halbe Wahrheit, die Stra\u00dfen, die vor Jahren gebaut wurden, sind nicht f\u00fcr das heutige Verkehrsaufkommen ausgelegt.<br \/>\nV<b>osberg<\/b>: Da haben Sie Recht. Sowohl die Fahrzeuge als auch die Mobilit\u00e4t haben sich ver\u00e4ndert. Die Intensit\u00e4t und die Lasten, die auf den Stra\u00dfen heute unterwegs sind, waren so nicht vorhersehbar und das trug entscheidend dazu bei, dass die Stra\u00dfen so aussehen, wie sie es heute tun. Nehmen Sie einen 40-Tonner. Man spricht von einer \u00fcber 10.000-fachen Mehrbelastung im Vergleich zu einem Pkw, das ist ein exponentieller Anstieg der Belastung.<br \/>\n<b>Dreisamt\u00e4ler<\/b>: Wie gehen Sie vor?<br \/>\n<b>Vosberg<\/b>: Wir haben die Stra\u00dfen untersuchen lassen, deshalb kennen wir auch die Gr\u00f6\u00dfenordnung, \u00fcber die wir reden. Wir haben die Stra\u00dfen in Ampelfarben unterteilt und wissen somit, wo der Sanierungsbedarf am gr\u00f6\u00dften ist und wir handeln m\u00fcssen. Denn auch klar ist, dass der Verfall der Stra\u00dfen ebenfalls eine Kurve hat und keine Gerade. Diese Katalogisierung ist \u00fcbrigens auch wichtig, um an F\u00f6rdermittel zu kommen. Wenn wir an die Stra\u00dfensanierung gehen, dann geht der Blick auch in die Tiefe. Wir schauen nach dem Zustand der Kanalisation und der Wasserleitungen und ob die Breitbandversorgung damit gleichzeitig mit angegangen werden kann. Es darf nicht passieren, dass wir eine Stra\u00dfe sanieren und zwei Jahre sp\u00e4ter wieder aufrei\u00dfen, weil wir an Kanalisation oder Wasserleitungen ran m\u00fcssen. Das w\u00e4re Verschwendung von Steuergeldern. Negativbeispiele daf\u00fcr gibt es genug, die m\u00fcssen wir nicht wiederholen.<br \/>\nD<b>reisamt\u00e4ler<\/b>: Herr Vosberg, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<br \/>\n1.4.2015,\u00a0 Dagmar Engesser, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de%20\">www.dreisamtaeler.de <\/a><\/p>\n<p><a name=\"_GoBack\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dreisamt\u00e4ler im Gespr\u00e4ch mit Oberrieds B\u00fcrgermeister Klaus Vosberg. Welche Themen dominieren denn Oberrieds Kommunalpolitik? Ein zentrales Thema ist sicherlich der Abschluss des Bauvorhabens \u201eB\u00fcrgerhaus in Hofsgrund\u201c. 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