{"id":52314,"date":"2014-12-27T15:27:25","date_gmt":"2014-12-27T14:27:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=52314"},"modified":"2014-12-27T15:27:25","modified_gmt":"2014-12-27T14:27:25","slug":"windkraft-brombeerkopf-stegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/windkraft-brombeerkopf-stegen\/","title":{"rendered":"Windkraft Brombeerkopf Stegen"},"content":{"rendered":"<p>Auf seiner letzten Sitzung beschloss der Gemeindeverwaltungsverband <a title=\"Dreisamtal\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/tal\/dreisamtal\/\">Dreisamtal<\/a> in das Offenlage-Verfahren des Teilfl\u00e4chennutzungsplans <a title=\"Windpark Dreisamtal\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/windpark-dreisamtal\/\">Windkraft<\/a> mit drei Standorten zu gehen. Das Abstimmungsergebnis stand eigentlich schon vor der Abstimmung selbst fest, da die Mitglieder des Gemeindeverwaltungsverbandes an die Voten ihrer Gemeinder\u00e4te gebunden waren. Dennoch geriet die Sitzung zum Schlagabtausch zwischen <a title=\"Wind\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/wind\/\">Windkraftbef\u00fcrwortern<\/a> und <a title=\"Energie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/\">Gegnern<\/a>.<!--more--><\/p>\n<p><b>Zur Geschichte<br \/>\n<\/b>Vor drei Jahren startete das Verfahren Teilfl\u00e4chennutzungsplan Windkraft. Damals waren 26 windh\u00f6fige Standorte im Rennen, die aber schnell auf dreizehn reduziert wurden, meist aufgrund harter Ausschluss-Kriterien wie Lage im Naturschutzgebiet, im Bereich des Wetterradars oder zu dicht an Besiedlungen liegend. Weitere Ausschlusskriterien waren zu kleine Fl\u00e4chen, auf denen nur ein einzelnes Windrad Platz gehabt h\u00e4tte, denn Ziel dieses Fl\u00e4chennutzungsplanverfahrens ist die Ausweisung von Konzentrationszonen und nicht die Verspargelung von Landschaft. Zum Schluss wurden an acht Standorten Detailuntersuchungen durchgef\u00fchrt, die vor allem den Arten- und Vogelschutz betrafen. \u00dcbrig blieben schlussendlich drei Standorte: Streckereck\/ Hornb\u00fchl, Flaunser und Brombeerkopf. Die B\u00fcros fsp.stadtplanung und faktor gr\u00fcn, die die Detailuntersuchungen durchf\u00fchrten, empfahlen aus Landschaftsbildgr\u00fcnen nur mit dem Brombeerkopf in die Offenlage zu gehen. Dies war dann auch die Abstimmungsgrundlage f\u00fcr den Gemeindeverwaltungsverband, die jeweils in den Gemeinder\u00e4ten der Verbandsgemeinden, also Kirchzarten, Buchenbach, Stegen und Oberried, diskutiert wurde.<\/p>\n<p><b>Wie die einzelnen Gemeinder\u00e4te votierten<br \/>\n<\/b>W\u00e4hrend Stegen diese Vorlage so akzeptierte, war der Buchenbacher Gemeinderat mit der Ausweisung nur einer Konzentrationszone nicht einverstanden. Er forderte mehrheitlich neben Brombeerkopf, Flaunser und Streckereck auf Stegener Gemarkung auch den Ottenberg und Hohwart auf Buchenbacher Gemarkung und den Hundsr\u00fccken als wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt aufzunehmen. SPD und Gr\u00fcne brachten genau diesen Vorschlag im Kirchzartener Gemeinderat ein, der dort aber keine Mehrheit fand. Die Kirchzartener R\u00e4te pl\u00e4dierten mehrheitlich f\u00fcr die drei Standorte auf der Nordseite des Dreisamtals: Streckereck, Flaunser und Brombeerkopf, gingen also \u00fcber den Vorschlag f\u00fcr die Verbandsversammlung hinaus \u2013 so auch der Oberrieder Gemeinderat.<\/p>\n<p><b>Der Schlagabtausch im Gemeindeverwaltungsverband<br \/>\n<\/b>Obwohl damit das Abstimmungsergebnis eigentlich absehbar war, nutzen die Windkraftgegner die Gemeindeverwaltungsverbandssitzung als Plattform, um noch einmal vehement gegen Windkraft zu argumentieren. Stefan Gutzweiler, Gemeinderat in Stegen, lehnte die Nutzung der Windkraft im S\u00fcdschwarzald genauso ab wie Peter Spiegelhalter (FWG in Kirchzarten). Gutzweiler f\u00fchrte aus, dass der Windertrag in dieser Region nur m\u00e4\u00dfig sei und wir dem Wunschtraum nach Wind unterl\u00e4gen, den es im S\u00fcdschwarzwald nicht gebe. F\u00fcr Spiegelhalter ist das Dreisamtal als Landschaft sowieso schon sehr zersiedelt und technisiert, deshalb forderte er \u201eFinger weg von der Berglandschaft!\u201c Johannes R\u00f6sch aus Oberried konterte: wenn man sich die Landschaftszerst\u00f6rung beim Uranabbau f\u00fcr die Atomenergie vor Augen f\u00fchre, dann seien Windr\u00e4der harmlos. Dasselbe treffe auf den nach wie vor stattfindenden Braunkohleabbau zu, f\u00fcr den immer noch, auch in Deutschland, ganze D\u00f6rfer umgesiedelt werden.<\/p>\n<p><b>Das Paradoxon<br \/>\n<\/b>Das Paradoxon bei der Abstimmung war die organisatorische Struktur des Gemeindeverwaltungsverbandes. Da die von den einzelnen Gemeinder\u00e4ten entsandten Vertreter gem\u00e4\u00df des Votums ihres Gemeinderates abstimmen mussten, konnten die Gegner nicht anders als f\u00fcr Windkraft zu stimmen.<\/p>\n<p><b>Das Ergebnis<br \/>\n<\/b>Das Abstimmungsverfahren war etwas komplizierter, da mehrere Antr\u00e4ge vorlagen. Der weitestgehende Antrag Buchenbachs fand keine Mehrheit. Buchenbach schloss sich dann aber den Antr\u00e4gen Oberrieds und Kirchzartens an. So wurde dann &#8211; gegen die Stimmen Stegens \u2013 mehrheitlich daf\u00fcr gestimmt, mit drei Standorten in die Offenlage zu gehen und so der Windkraft im Dreisamtal substanziellen Raum zu schaffen. Ein Spezialfall war der Hundsr\u00fccken. Die Windh\u00f6figkeit sei dort hervorragend, die Zug\u00e4nglichkeit ideal und der Strom k\u00f6nnte auch unproblematisch abgeleitet werden, so der Kirchzartener B\u00fcrgermeister Andreas Hall, der die Sitzung leitete. Das K.O.-Kriterium f\u00fcr den Hundsr\u00fccken ist der Arten- und Vogelschutz. Mehrheitlich dr\u00fcckte die Verbandsversammlung ihren politischen Willen aus, dass Windnutzung auf dem Hundsr\u00fccken gew\u00fcnscht wird. Rechtlich ist dies im Moment nicht m\u00f6glich. Sollten aber Vogelz\u00fcge sich ver\u00e4ndern, dann w\u00e4re damit eine Hintert\u00fcr ge\u00f6ffnet, doch noch Windr\u00e4der dort zu errichten. B\u00fcrgermeister Kuster war \u00fcber dieses Abstimmungsergebnis nicht sehr gl\u00fccklich. Er wies darauf hin, dass man mit diesen drei Konzentrationszonen der Nachbargemeinde Glottertal auch einiges zumute. Er selbst stehe hinter dem Brombeerkopf als Standort, der auch von Glottertal akzeptiert werde.Mit der Offenlage haben nun wiederum die B\u00fcrger und Fachbeh\u00f6rden die M\u00f6glichkeit, ihre Bedenken und Anregungen einzubringen.<br \/>\n27.12.2014, Dagmar Engesser, Dreisamt\u00e4ler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf seiner letzten Sitzung beschloss der Gemeindeverwaltungsverband Dreisamtal in das Offenlage-Verfahren des Teilfl\u00e4chennutzungsplans Windkraft mit drei Standorten zu gehen. 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