{"id":52024,"date":"2014-12-11T11:12:46","date_gmt":"2014-12-11T10:12:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=52024"},"modified":"2014-12-11T11:12:46","modified_gmt":"2014-12-11T10:12:46","slug":"muenstertal-hilft-fluechtlingen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/muenstertal-hilft-fluechtlingen\/","title":{"rendered":"Muenstertal hilft Fluechtlingen"},"content":{"rendered":"<p>Die <a title=\"Integration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/\">Hilfsbereitschaft<\/a> ist gro\u00df in <a title=\"Muenstertal\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/muenstertal\/\">M\u00fcnstertal<\/a>: Etwa 60 B\u00fcrger sind in den Ratssaal gekommen, um sich \u00fcber die Situation der in der Gemeinde lebenden <a title=\"Fluechtlinge\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/fluechtlinge\/\">Fl\u00fcchtlinge<\/a> zu informieren. Mehr als die H\u00e4lfte der Anwesenden will sich in einem <a title=\"Engagement\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/\">Freundeskreis<\/a> engagieren. Aktuell leben 16 <a title=\"Asyl\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/asyl\/\">Asylbewerber<\/a> in M\u00fcnstertal, in der Mehrzahl alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern. Im n\u00e4chsten Jahr erwartet B\u00fcrgermeister R\u00fcdiger Ahlers 15 bis 20 weitere.<!--more--><\/p>\n<p>Zu Beginn der Veranstaltung informiert Sozialarbeiter Robert Klebes vom <a title=\"Caritas\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/caritas\/\">Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald<\/a> \u00fcber das Asylverfahren und die Erfahrungen mit Helferkreisen in anderen Gemeinden. Im anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch zeigt sich schnell: Auch ohne Helferkreis gibt es bereits zahlreiche Kontakte zwischen Einheimischen und Fl\u00fcchtlingen. Tatkr\u00e4ftige Hilfe wird schon geleistet.<\/p>\n<p><span class=\"ngBold\">Kontakt aufnehmen<\/span><br \/>\n&#8222;Ich habe vor zehn Wochen einfach bei der jungen afghanischen Frau in der Nachbarschaft geklingelt und mich vorgestellt&#8220;, berichtet eine M\u00fcnstert\u00e4lerin. &#8222;Sie hat sich gefreut und wir haben schnell einen ganz guten Kontakt entwickelt. Wir haben gesehen, was sie braucht und haben auch einmal auf das zw\u00f6lf Monate alte Baby aufgepasst. Inzwischen ist uns das Kind schon richtig ans Herz gewachsen.&#8220; Die Verst\u00e4ndigung klappe trotz fehlender Sprachkenntnisse. &#8222;Wir sind Menschen, man kann auch mit dem Herzen sprechen.&#8220; Eine gro\u00dfe Hilfe sei ein internationales W\u00f6rterbuch, das Alltagsdinge in Bildern darstelle.<\/p>\n<p><span class=\"ngBold\">In der Schule<\/span><br \/>\nLehrerin Christine Gutmann von der M\u00fcnstert\u00e4ler Abt-Columban-Grund- und Hauptschule berichtet anschaulich, vor welche Situationen Fl\u00fcchtlingskinder und Schule gestellt sind: Ende September stand eine Afrikanerin mit ihrem achtj\u00e4hrigen Sohn in der Schule. Die beiden waren am Vortag ins M\u00fcnstertal gebracht worden. Schulranzen, Hefte, Schreibzeug, Turnbeutel und vieles mehr brauchte das Kind zun\u00e4chst. Die Mutter erhielt eine Liste mit Dingen, die sie einkaufen sollte, Schulranzen und Turnzeug konnten \u00fcber andere Eltern gebraucht organisiert werden.<br \/>\nMomentan besuchen drei Kinder, zwei aus dem Kosovo und der afrikanische Fl\u00fcchtlingsjunge, die Abt-Columban-Schule und gleichzeitig stundenweise eine internationale Vorbereitungsklasse in Bad Krozingen. W\u00fcnschenswert sei, die Kinder ausschlie\u00dflich an der Abt-Columban-Schule zu unterrichten, damit mehr Ruhe in die Situation komme, meinen Christine Gutmann und ihre Kollegin Stefanie Schraml. Damit das funktioniert, brauchen die Kinder, die ja zun\u00e4chst kein Deutsch sprechen, Menschen, die mit ihnen spielen, Sprachunterricht geben und ihnen bei den Hausaufgaben helfen. &#8222;Das sind Dinge, die Ehrenamtliche gut machen k\u00f6nnen. Auch Kulturtechniken wie deutsche P\u00fcnktlichkeit k\u00f6nnen auf diese Weise vermittelt werden. Und die Eltern der Kinder freuen sich \u00fcber einen Ansprechpartner&#8220;, sagt Gutmann.<\/p>\n<p><span class=\"ngBold\">Kindern beim Lernen helfen<\/span><br \/>\nDie pensionierte Lehrerin Irmgard M\u00f6lder macht seit Mitte Oktober dreimal pro Woche Hausaufgaben mit dem achtj\u00e4hrigen Jungen. &#8222;Zu Beginn mochte er noch gar nicht sprechen, inzwischen babbelt er wie ein Weltmeister&#8220;, beschreibt sie die Fortschritte des Jungen. Gerade auch beim Spielen lernten die Kinder quasi nebenbei, Deutsch zu sprechen. In den ersten Wochen sei die Mutter des Jungen oft beim Lernen dabei gewesen. Inzwischen mache sie ein Praktikum im Hort an der Grundschule, weil sie in Nigeria in einem \u00e4hnlichen Bereich gearbeitet habe.<\/p>\n<p><span class=\"ngBold\">Andere Hilfsm\u00f6glichkeiten<\/span><br \/>\nEs gehe darum, den Fl\u00fcchtlingen zu zeigen, wie die Menschen in der Gemeinde leben, welche Infrastruktur es gibt und wie man sie nutzt. Es gehe um praktische Unterst\u00fctzung in allen Lebenslagen, wie Fahrten zum Einkaufen oder zum Arzt. Sozialarbeiterin Lioba Hans vom Sozialdienst katholischer Frauen in Bad Krozingen hat Kontakt zu drei schwangeren Fl\u00fcchtlingsfrauen. Diese brauchen Babyausstattung und allgemeine Unterst\u00fctzung, wenn die Kinder auf der Welt sind. Die Fachfrau ist gerne bereit, den Kontakt zu den Schwangeren herzustellen und den ersten Besuch zu begleiten.<br \/>\nDa nicht alle Fl\u00fcchtlinge sofort an einem Deutschkurs teilnehmen k\u00f6nnen, ist privater Deutschunterricht wichtig. Die Schule verf\u00fcge \u00fcber Lehrmaterial und k\u00f6nne Hilfestellung geben. Der Caritasverband habe ein Budget und k\u00f6nne Kosten f\u00fcr B\u00fccher und anderes Material erstatten, hei\u00dft es. Auch die Anbindung an Vereine laufe am besten \u00fcber pers\u00f6nliche Kontakte zu Vereinsmitgliedern. &#8222;Nehmen Sie die Fl\u00fcchtlinge mit in Ihren Verein, in Ihre Sportgruppe oder in den Chor&#8220;, r\u00e4t Robert Klebes.<\/p>\n<p><span class=\"ngBold\">Wie geht es weiter?<\/span><br \/>\nDie Gemeinde wird alle B\u00fcrger, die sich engagieren wollen, zu einem zweiten Treffen im Januar einladen. Bei diesem Treffen soll zusammengetragen werden, wer welche Hilfe leisten kann und welche Bed\u00fcrfnisse auf Seiten der Fl\u00fcchtlinge bestehen. B\u00fcrgermeister R\u00fcdiger Ahlers w\u00fcnscht sich, dass sich aus dem gro\u00dfen Kreis der Unterst\u00fctzer ein oder zwei feste Ansprechpartner f\u00fcr die Gemeinde M\u00fcnstertal finden, die die Arbeit des Freundeskreises k\u00fcnftig koordinieren werden.<br \/>\n11.12.2014, Gabriele Hennicke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hilfsbereitschaft ist gro\u00df in M\u00fcnstertal: Etwa 60 B\u00fcrger sind in den Ratssaal gekommen, um sich \u00fcber die Situation der in der Gemeinde lebenden Fl\u00fcchtlinge zu informieren. Mehr als die H\u00e4lfte der Anwesenden will sich in einem Freundeskreis engagieren. 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