{"id":51844,"date":"2014-12-03T21:08:15","date_gmt":"2014-12-03T20:08:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=51844"},"modified":"2014-12-03T21:08:15","modified_gmt":"2014-12-03T20:08:15","slug":"stadttunnel-wichtigstes-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/stadttunnel-wichtigstes-projekt\/","title":{"rendered":"Stadttunnel wichtigstes Projekt"},"content":{"rendered":"<p>Gespr\u00e4ch mit den beiden Vorsitzenden des <a title=\"Buergervereine\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergervereine\/\">B\u00fcrgervereins<\/a> <a title=\"Oberwiehre\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/oberwiehre\/\">Oberwiehre\/Waldsee<\/a>, Karl-Ernst Friederich und Helmut Thoma, der auch Mitglied des Stadtrats ist.\u00a0Welche Themen sind denn f\u00fcr den Freiburger Osten derzeit wichtig?<br \/>\nFriederich: Das ist der <a title=\"Stadttunnel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/stadttunnel\/\">Stadttunnel<\/a> \u2013 das ist f\u00fcr unseren Stadtteil das Mega-Projekt schlechtweg. Der <a title=\"B31\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/verkehr\/b31\/\">Ganter-Knoten<\/a>, von manchen als gordischer Knoten bezeichnet, besch\u00e4ftigt uns sehr.<!--more--><br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Diese Antwort verwundert mich. In der \u00d6ffentlichkeit ist dieses Thema nicht pr\u00e4sent.<br \/>\nThoma: Wir befinden uns aber jetzt in der entscheidenden Planungsphase. Die Grundsatzentscheidung, dass am Ganter-Knoten nun ein Voll-Anschluss kommt, ist gefallen. Das war uns ein gro\u00dfes Anliegen, denn damit wird der oberirdisch verbleibende Verkehr noch einmal ganz entscheidend reduziert. Die Folge ist allerdings, dass es dort nicht nur zwei, sondern vier Rampen geben wird. Den Vollanschluss haben wir einem Kunstgriff zu verdanken: die B 31 wird k\u00fcnftig blaue Schilder bekommen und zur Autobahn umgewidmet. Das ist ein formaler Schachzug, denn Bundesstra\u00dfen d\u00fcrfen nur an den Stadtgrenzen Vollanschl\u00fcsse haben. H\u00e4tte die Stadt trotzdem auf einem Vollanschluss bestanden, h\u00e4tte sie die Mehrkosten selbst tragen m\u00fcssen. So \u00fcbernimmt der Bund die Kosten.<br \/>\nFriederich: Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Frage, welche Kapazit\u00e4t das oberirdische Stra\u00dfennetz noch haben wird. Dort soll nur noch der Restverkehr abgewickelt werden und der wird beim Pkw-Verkehr um 70 % reduziert und bei den Lkws um 95 %. Ziel bei solch einer drastischen Verkehrsreduzierung muss dann auch die Verringerung der oberirdischen Verkehrsfl\u00e4che sein: weniger Asphalt und mehr Raum f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger und Radfahrer. Zwei Fachb\u00fcros und das Stadtplanungsamt arbeiten schon ganz offiziell an diesem Thema.<br \/>\nThoma: Der Stadttunnel bietet enorme Chancen f\u00fcr die Stadtentwicklung, von der viele Menschen profitieren. Auch wenn die Dreisam nur ein kleines Fl\u00fcsschen ist, so sehen manche dort, wo heute der Durchgangsverkehr tobt, schon einen k\u00fcnftigen \u201eDreisamboulevard\u201c.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Wobei bis zur Realisierung schon noch viel Wasser die Dreisam runter flie\u00dfen wird \u2026<br \/>\nThoma: Das Land hat den Stadttunnel sehr weit oben eingestuft. Entscheidend ist jetzt, dass der Bund bei dieser H\u00f6herstufung mitzieht. Momentan l\u00e4uft hier einiges hinter den Kulissen und als B\u00fcrgerverein haben wir da keinen Einfluss. Eine harte Zeit wird die Bauphase. Wir bekamen w\u00e4hrend der Sanierung der Leo-Wohleb-Br\u00fccke im letzten Jahr schon einen kleinen Vorgeschmack. Doch das war im Vergleich zur Bauphase beim Stadttunnel ein idyllisches Kaffeekr\u00e4nzchen.<br \/>\nFriederich: Die Bauphase wird Jahre dauern und f\u00fcr die Anwohner wird es eine enorme Zumutung sein. Aber mit der Perspektive, dass sich das auch lohnt und es danach wirklich besser wird, sind wir bereit, diese Einschr\u00e4nkungen in Kauf zu nehmen.<br \/>\nThoma: In diesem Zusammenhang haben wir auch schon sehr fr\u00fchzeitig eingebracht, dass wir eine \u201eSchweizer L\u00f6sung\u201c wollen, wenn Tunnelr\u00f6hren aufgrund von Wartungsarbeiten gesperrt werden m\u00fcssen. In der Schweiz flie\u00dft dann der Verkehr in der anderen R\u00f6hre &#8211; eben mit Gegenverkehr. Das, was momentan beim Kappler und Sch\u00fctzenallee-Tunnel praktiziert wird, dass der Verkehr n\u00e4mlich oberirdisch \u00fcber die Schwarzwaldstra\u00dfe oder Littenweiler umgeleitet wird, ist nicht akzeptabel!<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Sind denn der SC und die Stadion-Verlegung ein Thema beim B\u00fcrgerverein?<br \/>\nFriederich: Wir haben uns aus der Debatte zur Standortsuche rausgehalten. Der SC ist bei uns beheimatet und gerne gesehen, wir w\u00fcrden ihn gerne behalten. Der SC will und muss jedoch weg, um sich weiter entwickeln zu k\u00f6nnen. Das ist an dem jetzigen Standort nicht m\u00f6glich. Uns ist wichtig, was dort hinkommt, wenn der SC weg ist. Da mischen wir uns ein!<br \/>\nThoma: Was auf dieser Fl\u00e4che geschehen soll, ist noch nicht ansatzweise entschieden. Wir k\u00f6nnten uns weiterhin eine sportliche Nutzung vorstellen, zum Beispiel den EHC. Wenn die Infrastruktur f\u00fcr den SC ausreichte, dann sollte das auch f\u00fcr den EHC m\u00f6glich sein. Ob und wie das finanzierbar w\u00e4re, steht noch v\u00f6llig in den Sternen. Meiner Meinung nach k\u00f6nnte man auch \u00fcber eine &#8222;sportkompatible&#8220; Wohnbebauung nachdenken. Alle tun so, als k\u00f6nne das Problem des knappen Wohnraums nur im Westen der Stadt gel\u00f6st werden. Sicherlich ist Wohnungsbau auf der SC-Fl\u00e4che nicht unproblematisch, aber wir lassen uns ungern das Denken dar\u00fcber verbieten.<br \/>\nFriederich: Ehe man die Kartauswiesen zubaut &#8211; das w\u00e4re aus unser Sicht ein absoluter Tabubruch &#8211; dann doch lieber die SC-Fl\u00e4che \u2026 Im \u00dcbrigen sind wir der Meinung, dass jeder Stadtteil seine Qualit\u00e4ten hat, aber auch Aufgaben und Verantwortung f\u00fcr die Allgemeinheit und die Gesamtstadt \u00fcbernehmen muss. Dort einzuknicken, wo sich am lautesten Widerstand regt, ist keine verantwortungsvolle Politik!<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Gibt es denn viele Konflikte im Freiburger Osten?<br \/>\nThoma: Das, was andernorts als gro\u00dfes Projekt gilt und Widerst\u00e4nde hervorrufen w\u00fcrde, l\u00e4uft hier relativ ger\u00e4uschlos. Ein Beispiel ist das Ganter-Areal. Die Brauerei Ganter zieht sich zur\u00fcck, ohne die Produktivit\u00e4t zu senken. Auf dem Areal baut z.B. jetzt die Tanzschule Gutmann, und entlang der Fabrikstra\u00dfe entstehen Wohnungen in st\u00e4dtisch kompakter und verdichteter Form.<br \/>\nFriederich: Die freie Schule \u201eKapriole\u201c ist ein Beispiel f\u00fcr ein gelungenes Mediationsverfahren: Die Schule ist in nicht mehr sanierungsf\u00e4higen Baracken untergebracht und m\u00f6chte deshalb neu bauen. Es gab Widerstand von Seiten der B\u00fcrger und des Naturschutzes. Der B\u00fcrgerverein hat diese Bedenken aufgegriffen und ist bei der Stadt vorstellig geworden, die daraufhin ein Mediationsverfahren durchgef\u00fchrt hat. AWO und Kapriole als Bauherren, Anwohner, Naturschutz und B\u00fcrgerverein trafen sich alle an einem runden Tisch.<br \/>\nThoma: Nach \u00fcber drei\u00dfig Stunden in gemeinsamen Sitzungen konnten wir auf ein allseits akzeptiertes Ergebnis ansto\u00dfen. Das gelang deshalb, weil alle Seiten kompromissbereit waren. Ich bin \u00fcberzeugt davon, dass dies zu einem sehr guten Ergebnis f\u00fchren wird, von dem sp\u00e4ter alle sagen werden: die Situation ist viel besser als zuvor.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Gibt es denn noch weitere Baustellen im Stadtteil?<br \/>\nFriederich: Wir w\u00fcnschen uns, dass die Sanierung des Lycee Turenne endlich zum Abschluss gebracht wird. Ganze Geb\u00e4udetrakte stehen dort leer und die Schulen, die dort angesiedelt sind \u2013 die Emil-Thoma-Grund- und Realschulen, das Walter-Eucken-Gymnasium und die Richard-Mittermaier-Schule \u2013 haben einen gro\u00dfen Bedarf an weiteren R\u00e4umen. Hinzu kommt, dass das Geb\u00e4ude in seinem Historismus-Stil ja sehr pr\u00e4gnant ist. Die Turnhalle des Lycee Turenne, die momentan nur als eine Rumpelkammer verwendet wird, k\u00f6nnte als Mensa f\u00fcr alle Schulen, die zum Teil Ganztagesschulen sind, hergerichtet werden.<br \/>\nThoma: Leerstand verursacht ja auch Kosten, und eine Sanierung wird nicht billiger, wenn man sie vor sich her schiebt. Der Raumbedarf der Schulen wird von Seiten der Stadt nicht bestritten, er ist anerkannt. Aber andere Dinge hatten bisher Vorrang. Dieses Projekt liegt uns sehr am Herzen und wir hoffen auf eine Mitteleinstellung f\u00fcr den Doppelhaushalt 2015\/16.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Die Dreisam-Renaturierung ist in vollem Gange.<br \/>\nFriederich: Sie steht kurz vor dem Abschluss. Was noch kommen wird, sind Grillstellen. Die Stadt wollte sie nicht unbedingt, das Regierungspr\u00e4sidium jedoch legt sie an \u2013 unter dem ganz praktischen Gesichtspunkt: wenn keine offiziellen Grillstellen eingerichtet werden, entstehen wilde. Vielleicht bekommt man die M\u00fcllproblematik dadurch auch besser in den Griff.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Wie geht der Freiburger Osten mit der Fl\u00fcchtlingsproblematik um?<br \/>\nFriederich: Wir halten das Fl\u00fcchtlingsheim in der Hammerschmied Stra\u00dfe f\u00fcr relativ gut integriert. Es gibt einen Helferkreis der Dreifaltigkeitsgemeinde, Studenten und auch die Reinhold-Schneider-Schule, die sich um die Fl\u00fcchtlinge k\u00fcmmern. Insofern k\u00f6nnen wir uns auch vor\u00fcbergehend eine Unterkunft in Containern in Littenweiler vorstellen. Die Strukturen f\u00fcr eine Integration sind vorhanden. Auch der B\u00fcrgerverein Littenweiler hat sich positiv dazu ge\u00e4u\u00dfert. Im Gespr\u00e4ch sind auch zwanzig Pl\u00e4tze f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge im Pfarrhaus Maria-Hilf, das von der Stadt gemietet werden soll, und in der Oberau hat das erzbisch\u00f6fliche Ordinariat Wohnraum zur Verf\u00fcgung gestellt. Das Motto: \u201eviele kleine Unterbringungsm\u00f6glichkeiten an vielen Orten\u201c wird von uns voll mitgetragen. Im n\u00e4chsten Jahr sollen die Container in der Hammerschmiedstra\u00dfe, die v\u00f6llig verwohnt sind, durch einen Neubau ersetzt werden. Bauherr ist die Stadtbau. Zun\u00e4chst wird allerdings noch ein L\u00e4rmschutzgutachten abgewartet.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Wir sprachen letztes Jahr auch \u00fcber die Neubauten der Robert-Bosch-Stiftung bei der Kartaus. Auch sie ist nahezu abgeschlossen.<br \/>\nFriederich: Sorgen macht uns dort der Meierhof. Er ist nicht nur ein Denkmal, sondern auch in extrem schlechtem Zustand.<br \/>\nThoma: Die Frage ist: wird es eine vern\u00fcnftige Nutzung geben? Denn nur der Erhalt der H\u00fclle, weil das Denkmalamt das fordert, ist nicht zielf\u00fchrend. Eine sinnf\u00e4llige Nutzung w\u00e4re ein Cafe als M\u00f6glichkeit der Begegnung zwischen College und Menschen im Stadtteil. Die Robert-Bosch-Stiftung &#8211; so unser Eindruck &#8211; ist durchaus offen f\u00fcr eine derartige Nutzung.<br \/>\nFriederich: Das College muss alles, was es braucht, in den Geb\u00e4uden unterbringen, die jetzt da sind. Ein Mehr an Bebauung wird es nicht geben!<br \/>\nThoma: Im Gegenteil: Das Johannisheim \u2013 eine Baus\u00fcnde der 70-Jahre \u2013 soll dort langfristig ersatzlos abgerissen werden. Die Geb\u00e4ude sind in die Jahre gekommen und f\u00fcr eine Alteneinrichtung ist der Standort dort denkbar schlecht.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Meine Herren, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/p>\n<p>3.12.2014, Dagmar Engesser, Dreisamt\u00e4ler, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de%20\">www.dreisamtaeler.de <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gespr\u00e4ch mit den beiden Vorsitzenden des B\u00fcrgervereins Oberwiehre\/Waldsee, Karl-Ernst Friederich und Helmut Thoma, der auch Mitglied des Stadtrats ist.\u00a0Welche Themen sind denn f\u00fcr den Freiburger Osten derzeit wichtig? Friederich: Das ist der Stadttunnel \u2013 das ist f\u00fcr unseren Stadtteil das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/stadttunnel-wichtigstes-projekt\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[49,157,118],"tags":[451,281,484,532,215],"class_list":["post-51844","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freiburg","category-oeffentlicher-raum","category-verkehr","tag-auto","tag-burgerinitiativen","tag-kommune","tag-city","tag-stadttunnel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51844","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51844"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/51844\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51844"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=51844"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=51844"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}