{"id":50666,"date":"2014-09-11T12:54:01","date_gmt":"2014-09-11T10:54:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=50666"},"modified":"2014-09-11T12:58:43","modified_gmt":"2014-09-11T10:58:43","slug":"himmelreich-10-jahre-inklusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/himmelreich-10-jahre-inklusion\/","title":{"rendered":"Himmelreich 10 Jahre Inklusion"},"content":{"rendered":"<p>Der Beweis, dass <a title=\"Inklusion\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/inklusion\/\">Inklusion<\/a> gelingen kann:\u00a0Seit zehn Jahren arbeitet das <a title=\"Himmelreich\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/behinderung\/himmelreich\/\">Hofgut Himmelreich<\/a> erfolgreich \u2013 Menschen mit <a title=\"Behinderung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/behinderung\/\">Behinderung<\/a> in ersten <a title=\"Beruf\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/beruf\/\">Arbeitsmarkt <\/a>etabliert. Es mutet an wie ein Wunder. Als Heike K. und Max G. vor zehn Jahren als junge Mitarbeiter mit Handicap gemeinsam mit f\u00fcnf anderen, ebenfalls gehandicapten Kollegen zur Einweihung des <a title=\"Gasthaus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/tourismus\/gastro\/gasthaus\/\">Restaurants<\/a> im \u201eHofgut Himmelreich\u201c die G\u00e4ste der Er\u00f6ffnungsfeier bewirteten, taten sie sich schwer. <!--more-->Mehr als ein Glas und eine Flasche auf dem Tablett im Gedr\u00e4nge zu servieren, war nahezu unm\u00f6glich. Jetzt, zehn Jahre sp\u00e4ter, und mit der liebevollen Begleitung von Arbeitsassistenten und Kollegen ohne Handicap schmei\u00dfen Heike und Max fast den kompletten Servicebereich \u2013 k\u00f6nnte man zumindest manchmal meinen. Selbstbewusst nehmen sie Bestellungen auf, servieren und scheuen auch nicht vor dem Kassieren, auch des Trinkgeldes, zur\u00fcck.<br \/>\nDer Vater dieses Unternehmens, an dessen langfristigen Erfolg vor \u00fcber zehn Jahren nur wenige glaubten, ist J\u00fcrgen Dangl. Damals hatte der jetzt im Ruhestand lebende Diakonie-Kreisgesch\u00e4ftsf\u00fchrer einen Traum, an den er unendlich fest glaubte. Es m\u00fcsse doch m\u00f6glich sein, dass Menschen mit Behinderung einen ganz normalen Arbeitsplatz mit allen sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen ausf\u00fcllen k\u00f6nnten. Der Hotel- und Gastst\u00e4ttenbereich erschien Dangl besonders gut f\u00fcr den Einsatz behinderter Menschen geeignet. Und das Hofgut Himmelreich, ein 500 Jahre altes historisches Gasthaus im Besitz der Unternehmerfamilie Fauler, stand 2004 zu erschwinglichen Konditionen zum Kauf an. Eine eigens gegr\u00fcndete gemeinn\u00fctzige GmbH mit dem \u201eNetzwerk Diakonie\u201c als Gesellschafter \u00fcbernahm die betriebswirtschaftliche Tr\u00e4gerschaft. Dangl leitete als ehrenamtlicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer lange die Geschicke. Dann kam 2008 Jochen Lauber als hauptamtlicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, um die wachsenden Gesch\u00e4ftsbereiche der \u201eHofgut Himmelreich gGmbH\u201c zu verantworten.<\/p>\n<p>Hotel und Restaurant haben sich etabliert<br \/>\nDrei Arbeitsbereiche bestimmen heute das Leben im Hofgut Himmelreich. In der Au\u00dfenwirkung und wirtschaftlichen Bedeutung besticht das Hotel mit Restaurant. Hier sind inzwischen elf Menschen mit Behinderung gemeinsam mit solchen ohne Handicap im Service, in der K\u00fcche und im Hotelbereich fest angestellt und sorgen f\u00fcr guten Besuch im Restaurant und Biergarten sowie zufriedene \u00dcbernachtungsg\u00e4ste. F\u00fcr Jochen Lauber ist wichtig, dass es sich gerade beim Hotel- und Gastst\u00e4ttenbereich um ein Lokal handelt, dass sich den harten Herausforderungen des Marktes stellen muss: \u201eWir sind inzwischen Normalit\u00e4t geworden.\u201c Neben dem Blick auf die Wirtschaftlichkeit meint er damit aber auch, dass es f\u00fcr die G\u00e4ste kein Problem (mehr) sei, von Menschen mit Handicap bedient zu werden. \u201eGerade hier liefern wir den Beweis\u201c, so Lauber, \u201edass es funktioniert mit der Inklusion. Schaut uns an: Ihr k\u00f6nnt uns gerne nachahmen!\u201c<\/p>\n<p>Der Bahnhof ist das Himmelreich<br \/>\nDie \u201eHimmelreich-Idee\u201c erfuhr 2006 mit der \u00dcbernahme des Bahnhofs und der Einrichtung einer DB-Agentur mit integriertem Reiseb\u00fcro eine erste Erweiterung. \u201eWie im Gasthof und Hotel steht hier f\u00fcr uns der Dienstleistungsgedanke ganz gro\u00df im Vordergrund\u201c, verr\u00e4t Jochen Lauber das Geheimnis des wachsenden Gesch\u00e4ftsinteresses vieler Kunden. Zwei Mitarbeitende, einer davon mit Handicap, legen gro\u00dfen Wert auf pers\u00f6nliche Beratung rund ums Thema Bahnfahren und Verreisen. \u201eManche Kunden kommen inzwischen von weit her, um sich von unseren Bahnprofis die richtige Fahrkarte, Reiseroute oder \u00dcbernachtung vermitteln zu lassen.\u201c Ein kleiner Kiosk bietet regionale Produkte und vertreibt die Wartezeit auf den n\u00e4chsten Zug der H\u00f6llentalbahn mit einer Tasse Kaffee.<\/p>\n<p>Die Integrative Akademie Himmelreich \u00f6ffnet T\u00fcren<br \/>\nEin weiterer Baustein des gro\u00dfen Erfolges im Hofgut Himmelreich ist eine umfassende Netzwerkarbeit. So war 2007 neben dem Gr\u00fcndervater Dangl u.a. auch der ehemalige Rektor der Katholischen Hochschule Freiburg, Professor Helmut Schwalb, an der Entwicklung einer Integrativen Akademie im Himmelreich beteiligt. Die guten Erfahrungen in der Himmelreicher Gastronomie sollten auch anderen Hotels und Gastst\u00e4tten nutzbar gemacht werden. Die Industrie- und Handelskammer S\u00fcdlicher Oberrhein, die Agentur f\u00fcr Arbeit und der Integrationsfachdienst unterst\u00fctzten die Akademie-Bestrebungen, mit berufsvorbereitenden Ma\u00dfnahmen junge Menschen mit geistiger Behinderung in achtzehn Monaten f\u00fcr sozialversicherungspflichtige Arbeitspl\u00e4tze im Hotel- und Gastst\u00e4ttengewerbe vorzubereiten. Praktikumszeiten in der Gastronomie geh\u00f6rten dazu, begleitet von Mentoren als Mittler zwischen Mitarbeiter und Gastronom. Montag beginnt der achte Kurs. Von rund 60 bisherigen Absolventen haben 95 Prozent einen festen Arbeitsplatz und bilden sich in einem modularen System st\u00e4ndig weiter. Auch das geh\u00f6rt zum Wunder vom Himmelreich. Bald ist \u00fcbrigens die Containerzeit der Akademie vorbei. Da ein Ausbau des inzwischen dem Hofgut geh\u00f6renden Bahnhofs zu teuer ist, geht sie in freie Schulr\u00e4ume nach Buchenbach.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/himmelreich-10-jahre-inklusion\/himmelreich10jahre140909\/\" rel=\"attachment wp-att-50668\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-50668\" alt=\"himmelreich10jahre140909\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/himmelreich10jahre140909-180x86.jpg\" width=\"180\" height=\"86\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/himmelreich10jahre140909-180x86.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/himmelreich10jahre140909-640x307.jpg 640w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/himmelreich10jahre140909.jpg 641w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Diese drei Bereiche stehen f\u00fcr den Erfolg des \u201eHofgutes Himmelreich\u201c: Hotel und Gasthof \u2013 mit Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Jochen Lauber, Integrative Akademie Himmelreich \u2013 noch im Container und die DB-Agentur mit Reiseb\u00fcro im Bahnhof Himmelreich (v.l.).<\/em><\/p>\n<p>Viele Auszeichnungen<br \/>\nDrau\u00dfen und drinnen h\u00e4ngen im Hofgut Himmelreich unz\u00e4hlige Ehrungen f\u00fcr gelungene Inklusion. Der letzte und besonders tolle Preis war vor wenigen Wochen der neue Landesinklusionspreis in der Kategorie Arbeit. Doch f\u00fcr Jochen Lauber sind auch die vielen Menschen rund ums Himmelreich eine Auszeichnung: \u201eDie gute Zusammenarbeit aller ist der Schl\u00fcssel zu unserem Erfolg. Der uneingeschr\u00e4nkte Arbeitseinsatz, bei dem sich jeder mit seinen F\u00e4higkeiten einbringt, ist unendlich wertvoll.\u201c Und das ginge vom Aufsichtsrat \u00fcber Mitarbeiter mit und ohne Behinderung sowie Arbeitsassistenten, Lehrer und Mentoren bis hin zu Minijobbern und vielen Ehrenamtlichen: \u201eAll denen gilt nach zehn schweren, aber durchaus erfolgreichen Jahren unser Dank \u2013 und den feiern wir beim Hoffest vom 19. bis 21. September.\u201c Das genaue Programm ist der Anzeige auf dieser Seite zu entnehmen.<br \/>\n10.9.2014, Gerhard L\u00fcck, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beweis, dass Inklusion gelingen kann:\u00a0Seit zehn Jahren arbeitet das Hofgut Himmelreich erfolgreich \u2013 Menschen mit Behinderung in ersten Arbeitsmarkt etabliert. Es mutet an wie ein Wunder. 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