{"id":5047,"date":"2012-06-14T09:58:30","date_gmt":"2012-06-14T09:58:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=5047"},"modified":"2012-06-14T09:58:30","modified_gmt":"2012-06-14T09:58:30","slug":"kommunaler-suchtbeauftragter-des-landkreises-bh-20-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kommunaler-suchtbeauftragter-des-landkreises-bh-20-jahre\/","title":{"rendered":"Kommunaler Suchtbeauftragter des Landkreises BH 20 Jahre"},"content":{"rendered":"<p>Als Kommunaler Suchtbeauftragter ist Christoph Keims im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald daf\u00fcr zust\u00e4ndig, <a title=\"Sucht\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/sucht\/\">suchtkranken Menschen<\/a>\u00a0Hilfe zu vermitteln, egal ob sie von Heroin, <a title=\"Alkohol\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/sucht\/alkohol\/\">Alkohol<\/a>, Zigaretten oder Gl\u00fccksspielen abh\u00e4ngig sind. Der zweite Bereich, den Keim koordiniert, ist die Pr\u00e4vention. Sie soll helfen, dass bereits Jugendliche den reflektierten Umgang mit Suchtmitteln lernen und dadurch weniger Gefahr laufen, abh\u00e4ngig zu werden. Seit gut 20 Jahren gibt es im Landkreis einen sogenannten Kommunalen Suchtbeauftragten. Dass die Zahl der Menschen mit Abh\u00e4ngigkeiten zur\u00fcckgegangen ist, werten die Verantwortlichen als Erfolg. Messen l\u00e4sst sich die Leistung der Pr\u00e4ventionsarbeit freilich kaum. Konkrete Ergebnisse gibt es dennoch: etwa das dichter gewordene Netz von Hilfseinrichtungen oder die engere Zusammenarbeit verschiedener Institutionen. Letztere ist Christoph Keim zufolge essenziell, weil Abh\u00e4ngige h\u00e4ufig in Arztpraxen oder Betrieben auffallen und Beratungsstellen auf deren Vermittlung angewiesen sind.<!--more--><br \/>\nEine gute Entwicklung beobachtet Bernd Pfl\u00fcger, fr\u00fcher selbst Kommunaler Suchtbeauftragter und heute stellvertretender Sachbereichsleiter des Kreisjugendamts: &#8222;Nicht-Trinken hat an Akzeptanz gewonnen. Wer Alkohol abgelehnt hat, ist fr\u00fcher gefragt worden: Bist du krank?&#8220;, sagt Pfl\u00fcger. Heute sei das anders. Auch die Einstellung zum Rauchen habe sich grundlegend ge\u00e4ndert. &#8222;Fr\u00fcher war es uncool, nicht zu rauchen, heute ist es eher andersrum.&#8220; Dass trotzdem immer wieder von Alkoholexzessen Jugendlicher zu h\u00f6ren und lesen ist, f\u00fchrt Pfl\u00fcger auch darauf zur\u00fcck, dass heute &#8222;genauer hingeschaut und h\u00e4ufiger in der \u00d6ffentlichkeit getrunken wird als fr\u00fcher&#8220;. Doch insgesamt wird Christoph Keim zufolge weniger getrunken, besonders auf Minderj\u00e4hrige treffe das zu. Unver\u00e4ndert sei der Alkoholkonsum hingegen bei der Altersgruppe der 18- bis 25-J\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcckgegangen ist au\u00dferdem der Konsum illegaler Drogen, sagt Keim. Immer h\u00e4ufiger suchten hingegen Menschen die Beratungsstellen auf, die spiels\u00fcchtig sind. Betroffene seien h\u00e4ufig hoch verschuldet und arbeitslos, was den Weg aus der Sucht zus\u00e4tzlich erschwere.<\/p>\n<p>Weil Sucht keine Altersgrenze hat, befasst sich Christoph Keim derzeit unter anderem mit folgenden zwei Schwerpunktthemen: Zum einen geht es um Sucht im Alter. Immer h\u00e4ufiger gibt es dem 39-J\u00e4hrigen zufolge F\u00e4lle von Alkoholmissbrauch in Senioreneinrichtungen. Zum anderen geht es um alkoholbedingte Jugendgewalt. Erste Kurse f\u00fcr Betroffene soll es im September geben, k\u00fcndigt er an.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4vention des Landkreises setzt an verschiedenen Stellen an. So gibt es etwa ein Projekt mit dem Namen Festkultur, an dem sich etwa die H\u00e4lfte der 50 Kreisgemeinden beteiligt. Damit verpflichten sich die Kommunen, Festveranstaltern, die beispielsweise die Dorfhalle mieten, eine Art Leitfaden auszuh\u00e4ndigen. Darin ist etwa geregelt, dass Ausweiskontrollen Pflicht sind, mitgebrachter Alkohol nicht zugelassen wird, Betrunkenen kein Alkohol mehr verkauft wird und der Veranstalter seine Vorbildfunktion ernst nimmt.<\/p>\n<p>Weitere Projekte laufen gerade in Breisach und Heitersheim. Bei Letzterem engagieren sich B\u00fcrger, die zu fortgeschrittener Stunde als sogenannte Nachtwanderer das Gespr\u00e4ch zu Jugendlichen suchen und die Suchtproblematik ansprechen.<\/p>\n<p>Hinschauen ist Christoph Keim zufolge wichtig und er findet: &#8222;Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.&#8220; Dem Hinschauen folgt das Hinwenden: Fr\u00fcher sei \u00fcber Abh\u00e4ngige gesprochen worden, heute rede man mit ihnen und suche gemeinsam nach Wegen. Dazu geh\u00f6rt nicht nur die Beratung, sondern die Vermittlung konkreter Hilfe \u2013 beispielsweise in Suchtkliniken oder Selbsthilfegruppen. Erkl\u00e4rtes Ziel ist es, dass die Suchtpatienten im Alltag Fu\u00df fassen und mit ihrem Leben klarkommen \u2013 ohne auf Hilfsmittel wie Alkohol oder Drogen zur\u00fcckzugreifen.<\/p>\n<div>\n<p>Der Suchtbeauftragte des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald versteht sich als Koordinator und arbeitet eng mit Gruppen oder Einrichtungen zusammen, die Veranstaltungen und Projekte f\u00fcr verschiedene Zielgruppen der Suchtpr\u00e4vention oder Betreuung, Behandlung und Begleitung im Rahmen der Suchthilfe anbieten. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hatten im Jahr 2011 knapp 900 Menschen zwei oder mehr Kontakte zu einer Suchtberatungsstelle.\u00a0<!-- RSPEAK_STOP -->\u00a0<\/p>\n<div><a href=\"https:\/\/lkbh.de\/servlet\/PB\/show\/1247960_l1\/Flyer_Suchtberatung.pdf\">https:\/\/lkbh.de\/servlet\/PB\/show\/1247960_l1\/Flyer_Suchtberatung.pdf<\/a>\u00a0\u00a0<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Kommunaler Suchtbeauftragter ist Christoph Keims im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald daf\u00fcr zust\u00e4ndig, suchtkranken Menschen\u00a0Hilfe zu vermitteln, egal ob sie von Heroin, Alkohol, Zigaretten oder Gl\u00fccksspielen abh\u00e4ngig sind. Der zweite Bereich, den Keim koordiniert, ist die Pr\u00e4vention. 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