{"id":50194,"date":"2014-08-20T22:41:58","date_gmt":"2014-08-20T20:41:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=50194"},"modified":"2014-08-20T22:48:41","modified_gmt":"2014-08-20T20:48:41","slug":"uwc-kartaus-einzug-im-august","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/uwc-kartaus-einzug-im-august\/","title":{"rendered":"UWC Kartaus &#8211; Einzug im August"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Nachhaltigkeit\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/klima\/nachhaltigkeit\/\">Nachhaltigkeit<\/a>, soziales Engagement und Toleranz f\u00fcr an\u00addere Kulturen, das sind wesentliche Eckpfeiler und Grund\u00adwerte des <a title=\"UWC-Freiburg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/uwc-freiburg\/\">United World-College (UWC)<\/a>. Es gibt zurzeit 12 Colleges weltweit, Freiburg ist das einzige in Deutschland. Mitte August ziehen die ersten 102 Sch\u00fcler\/innen in die neuen Wohnh\u00e4user am Hang der <a title=\"Kartaus\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/garten\/kartaus\/\">Kartaus<\/a> ein, auch wenn noch nicht alle Sch\u00fclerh\u00e4user <a title=\"Kartaus-Baustelle\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/uwc-freiburg\/kartaus-baustelle\/\">bis dahin fertig sind<\/a>. Weitere 100 Sch\u00fcler kommen erst im zweiten Jahr dazu. <!--more-->Grundlegende Werte sind Nachhaltigkeit, soziales En\u00adgagement, Verantwortungsbewusstsein und Toleranz. Diese Werte finden sich nicht nur im Lehrplan, sie werden auch im Schulalltag gelebt und beim Bauen und Umbauen be\u00adr\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Sch\u00fclerpraktika mit Kooperationspartnern auch aus Litten\u00adweiler<br \/>\nW\u00e4hrend der gesamten Schulzeit werden die Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren sich dreimal pro Woche in un\u00adterschiedlichen Projekten kreativ, sportlich und sozial en\u00adga\u00adgieren. Es ist eine Kooperation mit dem Kunzenhof, der Schulsozialarbeit an der Reinhold-Schneider-Schule und der Freiburger Turnerschaft geplant. Die Sch\u00fcler\/innen en\u00adga\u00adgier\u00aden sich regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber einen Zeitraum von einem Jahr in einem Projekt. Das CAS-Programm ist ein zentraler Be\u00adstandteil des UWC-Konzepts.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Grundwerte des UWC \u2013 Nachhaltigkeit, soziales En\u00adga\u00adgement und Toleranz<br \/>\nEngagement ist gefragt und Toleranz. Kurt Hahn, Be\u00adgr\u00fcn\u00adder der UWC-Bewegung war der Ansicht, dass die Gren\u00adzen, die bei den Jugendlichen im Kopf entstehen, am ehes\u00adten dann aufbrechen, wenn sie miteinander leben, lernen und \u00fcber die Besch\u00e4ftigung mit einer Sache, zum Beispiel mit Nachhaltigkeit. Und dies nicht nur im Schulalltag oder in den Projekten, das gilt auch f\u00fcr die Schulgemeinschaft. \u201eF\u00fcr eine nachhaltige Zukunft ist es wichtig, diesen Aus\u00adtausch miteinander anzugehen\u201c, so Christian Bock, der p\u00e4\u00adda\u00adgogische Leiter des Robert Bosch Colleges.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Sch\u00fcler\/innen packen im Haushalt mit an<br \/>\nZu tun gibt es genug. Die Jugendlichen\u00a0 werden auch in den normalen Alltag mit eingebunden. Sie helfen im Haus\u00adhalt, in der K\u00fcche und im Kr\u00e4utergarten. \u201eWie das konkret aus\u00adsehen wird, das wird gemeinsam entschieden. Aber die Rahmenbedingungen stehen und im Zusammenleben gilt f\u00fcr alle das Jugendschutzgesetz. Die Lehrer leben als Be\u00adzugs\u00adpersonen im angrenzenden Lehrerhaus. Es ist immer ein Erwachsener f\u00fcr zehn Jugendliche zust\u00e4ndig und ver\u00adant\u00ad\u00adwortlich.\u201c, so Christian Bock.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Sch\u00fcler \u00fcbernehmen Verantwortung, helfen mit und k\u00fcmmern sich um andere<br \/>\nHier wird mit angepackt und jedes Kind muss f\u00fcr einen be\u00adstimmten Bereich Verantwortung \u00fcbernehmen. Vier Sch\u00fc\u00adler oder Sch\u00fclerinnen teilen sich ein Zimmer, es sind immer ein\/e Deutsche\/r und drei aus anderen Nationen zu\u00adsamm\u00aden. In jedem Haus gibt es eine Etage mit drei Zimmern mit jeweils vier Sch\u00fclerinnen und eine Jungsetage. Auf jeder Etage gibt es WC und Duschen und in jedem Haus einen Gemeinschaftsraum mit K\u00fcche. \u201eDie Sch\u00fcler, die sich hier bewerben, wollen in der Gemeinschaft leben. Die M\u00f6bel sind flexibel. Wer seinen eigenen Bereich braucht, kann eine Trennwand nutzen, aber wir hatten auch schon einen Fall in einem College in Kanada, wo sich ein Junge aus Indonesien einsam gef\u00fchlt hat, der sonst in einer Gro\u00df\u00adfamilie gelebt hat. Die Jungs haben dann alle vier Betten ne\u00adben\u00adeinander geschoben f\u00fcr die ganze Schulzeit. Alle fanden das klasse\u201c, so Christian Bock. Trotzdem gibt es R\u00fcck\u00adzugs\u00adm\u00f6g\u00adlichkeiten f\u00fcr Einzelne und klare Regeln im Zu\u00adsamm\u00aden\u00adleben.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nachhaltiger Bau und Umbau, Erhalt der Baudenkm\u00e4ler<br \/>\nDie Robert Bosch Stiftung hat das Grundst\u00fcck und die Ge\u00adb\u00e4ude der Schule finanziert, sie ist auch f\u00fcr die Renovier\u00adung und den Erhalt der denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude zu\u00adst\u00e4n\u00addig. In Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg ist sie auf einem guten Weg, alle Geb\u00e4ude zu erhalten und wieder instand zu setzen. Wichtig ist aber zun\u00e4chst, dass die Sch\u00fc\u00adler\u00adh\u00e4user fertig werden, dann die Lehrr\u00e4ume im ehemaligen Kart\u00e4userkloster. Der historische Bauernhof, das histori\u00adsche Wasserkraftwerk, das W\u00e4schehaus und die Nebengeb\u00e4ude sind zum Teil 250 Jahre alt. Sie sollen alle erhalten werden. Wie sie endg\u00fcltig genutzt werden ist noch nicht ganz klar. Auf den D\u00e4chern der Sch\u00fcler- und Lehrerh\u00e4user befinden sich Solaranlagen, Warmwasser f\u00fcr den Eigen\u00adbe\u00addarf und den gesamten Strom kann die Schule so selbst er\u00adzeugen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der alte Kr\u00e4utergarten als wichtiger Teil des p\u00e4\u00adda\u00adgo\u00adgi\u00adschen Konzepts<br \/>\nDer denkmalgesch\u00fctzte Kr\u00e4utergarten der Kartaus ist 650 Jahr alt. Fr\u00fcher nutzen ihn die M\u00f6nche, um Gem\u00fcse und Heilkr\u00e4uter anzupflanzen. Diese Tradition pflegt Eva-Maria Sch\u00fcle weiter. Im Rahmen einer Teilzeitstelle beim UWC betreut sie ab August den Garten gemeinsam mit ehren\u00adamt\u00adlichen Helfern\/innen und bald schon mit den Sch\u00fclern\u00ad\/\u00adinnen. Es gibt Gem\u00fcse f\u00fcr den Eigenbedarf, eigene Tink\u00adtu\u00adr\u00aden aus Kr\u00e4utern wie der Engelwurz und Apfelsaft aus \u00c4pfeln von eigenen B\u00e4umen. Die ganze Familie hat sich seit vielen Jahren f\u00fcr den Erhalt des Gel\u00e4ndes engagiert. \u201eIch war immer zuversichtlich, dass mein Fachwissen auch hier weiterhin gefragt sein wird. Ich habe mich selbst mal beim UWC beworben und mir war dadurch klar, dass die Zusammenarbeit gut klappen wird\u201c, sagt Eva-Maria Sch\u00fcle. Sie und ihr Mann Wolfram Seitz-Sch\u00fcle werden im August in den ebenfalls denkmalgesch\u00fctzten Rothenhof im Attental ziehen, wohin sie auch ihre Schafe mitnehmen k\u00f6nnen.<br \/>\nEva-Maria Sch\u00fcle ist mit dem Gel\u00e4nde verwurzelt, sie ist im angrenzenden Forsthaus auf dem Weg nach St. Ottilien auf\u00adgewachsen. Seit 1992 hat sie in der ehemaligen Kartaus\u00adwirt\u00adschaft gewohnt. Zur Beginn des Umbaus\u00a0 mussten sie ihre Wohnung auf dem Gel\u00e4nde verlassen. \u00dcbergangsweise weiden ihre Schafe noch hier. \u201eAber wir werden auch f\u00fcr das Gel\u00e4nde hier eine langfristige L\u00f6sung finden, damit die Wiesen wie bisher gepflegt werden\u201c, meint Christian Bock. Denn wo k\u00f6nnten die Sch\u00fcler\/innen besser Nachhaltigkeit er\u00adfahren und erleben als auf dem eigenen Grundst\u00fcck, auf dem die Sch\u00fcler bei der Landschaftspflege helfen, Unkraut j\u00e4ten, pfl\u00fcgen, Obst ernten. Heu machen\u00a0 oder den Kompost anlegen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/uwc-kartaus-einzug-im-august\/uwc-kartaus1408\/\" rel=\"attachment wp-att-50198\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-50198\" alt=\"uwc-kartaus1408\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/uwc-kartaus1408-180x134.jpg\" width=\"180\" height=\"134\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/uwc-kartaus1408-180x134.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/uwc-kartaus1408.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>\u00a0 Eva-Maria Sch\u00fcle (Dozentin, Kr\u00e4utergarten) und Christian Bock (p\u00e4d. Leiter)<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Schulprojekt &#8211; Freiburger Stromschl\u00f6ssle (1909 Stromversorgung f\u00fcr Littenweiler)<br \/>\nAuch das angrenzende Stromschl\u00f6ssle wird weiterhin betrieben. Es ist \u00fcber 100 Jahre alt und hat lange Jahre aus Wasserkraft Gleichstrom erzeugt. Im August 1909 wurde ein Stromvertrag mit dem damaligen \u201eDorf\u201c Littenweiler abgeschlossen. 1914 nach der Eingemeindung wurde die Stromversorgung durch die Kartaus wieder zur\u00fcckgebaut. Roland Sch\u00fcle, der Onkel von Eva-Maria Sch\u00fcle k\u00fcmmert sich bis heute um das Technikdenkmal. Jetzt bekommt er Unterst\u00fctzung von den Sch\u00fcler\/innen, denn Umwelttechnik ist eines der Schwerpunktf\u00e4cher und hier k\u00f6nnen die Sch\u00fcler\/innen praktische Erfahrungen sammeln.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Auswahl der Sch\u00fcler nach sozialem Engagement und F\u00e4higkeiten<br \/>\nF\u00fcr das inhaltliche Konzept und f\u00fcr die Auswahl der Sch\u00fcler\/innen die 147 nationalen Auswahlkomitees in 147 L\u00e4ndern unabh\u00e4ngig von der Schule zust\u00e4ndig. Wichtig ist, dass die Sch\u00fcler\/innen sich schon w\u00e4hrend ihrer Schulzeit in sozialen, kulturellen oder \u00f6kologischen Projekten enga\u00adgiert haben. Die Schulleistungen spielen auch eine Rolle, aber da die Sch\u00fcler\/innen aus vielen unterschiedlichen L\u00e4n\u00addern kommen, sind die Leistungen schwierig zu ver\u00adgleichen. Es wird vor allem darauf geschaut welche F\u00e4hig\u00adkei\u00adten und Potenziale die Jugendlichen haben. In den ersten drei Monaten werden alle Jugendlichen auf einen gemein\u00adsa\u00admen Wissensstand gebracht. Englisch ist Unterrichtssprache, aber es gibt keinen Aufnahmetest, die Sch\u00fcler lernen die Sprache dann in der Schule. Auf 45 der Pl\u00e4tze f\u00fcr deutsche Sch\u00fcler\/innen gab es 400 Bewerbungen. Aller\u00addings bewerben sich die Sch\u00fcler\/innen f\u00fcr das UWC, ohne zu wissen in welches Land sie kommen, sie k\u00f6nnen aber Pr\u00e4\u00adferenzen angeben.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Erst die Zusage \u2013 dann das Geld<br \/>\nJeder\/e Sch\u00fcler\/in hat die gleichen Chancen aufgenommen zu werden, unabh\u00e4ngig vom Einkommen der Eltern. Erst er\u00adfolgt die Zusage, dann wird geschaut, was die Eltern zah\u00adlen k\u00f6nnen. Anhaltspunkt und Richtwert ist das, was die Kin\u00adder zuhause kosten w\u00fcrden, wenn sie wohnen, essen, leben. Das ist in jedem Land sehr unterschiedlich, Mini\u00admum w\u00e4re hier in Deutschland das Kindergeld. 1\/3 der Kin\u00adder erhalten ein Vollstipendium und viele ein Teil\u00adsti\u00adpen\u00addium, dabei bekommen sie auch die Heimfl\u00fcge in den Ferien finanziert. So leben und lernen ehemalige Stra\u00dfen\u00adkin\u00adder mit Kindern wohlhabender Eltern aus den unter\u00adschied\u00adlichsten Nationen, mit verschiedenen Religionen und kulturellem Hintergrund zusammen. Wer sich hier bewirbt, l\u00e4sst sich auf die Herausforderung ein und geht mit vielen Freunden aus aller Welt dann weiter im Leben. Viele ehemalige Sch\u00fcler\/innen bleiben dem UWC auch weiterhin verbunden, \u00fcbernehmen Patenschaften oder unterst\u00fctzen die Idee mit ihrem Einsatz oder finan\u00adziell.<br \/>\nMehr Infos auf <a href=\"https:\/\/www.uwcrobertboschcollege.de\/\"><a href=\"https:\/\/www.uwcrobertboschcollege.deAnja\">www.uwcrobertboschcollege.de<\/a><a><br \/>\n20.8.2014, Dr. Anja<\/a> Lusch. Littenweiler Dorfblatt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltigkeit, soziales Engagement und Toleranz f\u00fcr an\u00addere Kulturen, das sind wesentliche Eckpfeiler und Grund\u00adwerte des United World-College (UWC). Es gibt zurzeit 12 Colleges weltweit, Freiburg ist das einzige in Deutschland. 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