{"id":50135,"date":"2014-08-18T19:46:15","date_gmt":"2014-08-18T17:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=50135"},"modified":"2014-08-18T20:54:41","modified_gmt":"2014-08-18T18:54:41","slug":"inklusion-contra-sonderschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/inklusion-contra-sonderschule\/","title":{"rendered":"Inklusion contra Sonderschule"},"content":{"rendered":"<p>Die Uno-Behindertenrechtskonvention, die <a title=\"Behinderung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/behinderung\/\">Behinderte<\/a> im Leben und ihrer Entwicklung st\u00e4rkt (Recht auf <a title=\"Bildung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/\">Bildung<\/a> und Schulbesuch; von einer Schule f\u00fcr alle steht darin aber nichts) wird von <a title=\"Inklusion\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/inklusion\/\">Inklusionsbef\u00fcrwortern<\/a>\u00a0als Votum gegen die <a title=\"Sonderschulen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/sonderschulen\/\">Sonder- bzw. F\u00f6rderschule<\/a>\u00a0interpretiert, &#8222;weil sie hoffen, \u00fcber diesen Hebel doch noch ihre Idee der Einheitsschule durchsetzen zu k\u00f6nnen. <a title=\"Schulen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/\">Schule<\/a> ist dazu da, Talente zu entfalten und zu Leistung zu ermutigen. <!--more-->Dabei ist es notwendig, Unterschiede zuzulassen, auch institutionell. Wenn der Aufstieg durch Leistung nicht m\u00f6glich ist, entscheiden andere, viel problematischere Faktoren \u00fcber das Fortkommen &#8211; Geld zum Beispiel oder <a title=\"Privatschulen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/privatschulen\/\">Beziehungen<\/a>. Ich frage Sie: Welche Chancen hat dann noch ein begabtes Migrantenkind, dessen Mutter gerade mal lesen und schreiben kann, den Begrenzungen seiner Herkunft zu entfliehen? Wer das Leistungsprinzip aufgibt, nimmt vielen Menschen, die nicht so rosig gebettet sind, eines der m\u00e4chtigsten Werkzeuge zur Emanzipation&#8220;, so der Inklusionskritiker Prof. Bernd Ahrbeck von der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin (Am Rande zu stehen ist schrecklich, Der Spiegel, 18.8.2014, S. 38-40).<\/p>\n<p>Ahrbeck beklagt die Vehemenz der Diskussion: Wer Zweifel anmeldet, wird als Inklusionsfeind bezeichnet.\u00a0 Sonderp\u00e4dagogischer F\u00f6rderbedarf darf nicht mehr benannt werden: &#8222;Der Junge hat eine Verhaltensst\u00f6rung&#8220;\u00a0 als inhumane Etikettierung sei zu ersetzen durch &#8222;Der Junge ist verhaltensoriginell&#8220;. behinderte Menschen darf man nicht mehr behindert nennen. &#8222;Der fundamentale Irrtum in der Inklusionsdebatte ist die Annahme, dass mit dem Hinweis auf einen Unterschied zwischen Menschen zwangsl\u00e4ufig ein Werturteil verbunden sei. Ich frage mich, was man Menschen eigentlich antut, wenn man sie nicht mehr mit den Begriffen bezeichnen darf, von denen sie genau wissen, dass sie ihrer Realit\u00e4t entsprechen.&#8220;<br \/>\n18.8.2014<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Buch &#8222;Inklusion \u2013 Eine Kritik&#8220;<br \/>\n<\/strong>Ahrbeck widerspricht mit seinem Buch &#8222;Inklusion \u2013 Eine Kritik&#8220; den Verfechtern &#8222;totaler Inklusion um jeden Preis&#8220; und zeichnet ein ern\u00fcchterndes Bild vom gesellschaftlichen Ziel, das viele mit Inklusion verfolgen: &#8222;Den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern d\u00fcrfte am meisten geholfen sein, wenn der Weg zu einer gemeinsamen Beschulung in einer moderaten Form erfolgt \u2013 abseits der Vorstellung, schulische Reformen k\u00f6nnten die Gesellschaft in ihrem Kern ver\u00e4ndern.&#8220; (S. 141) Der Anspruch, \u00fcber ein inklusives Schulsystem die Gesellschaft ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen, ist\u00a0 geradezu vermessen.<br \/>\nAls Pragmatiker r\u00e4umt Ahrbeck selbstverst\u00e4ndlich behinderten Menschen das Recht auf Bildung und Gleichbehandlung sowie gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche F\u00f6rderung ein, vertritt dann aber auch die Position, dass bestimmte Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit bestimmten Behinderungen in einer spezialisierten, sonderp\u00e4dagogischen Einrichtung (F\u00f6rderschule) besser aufgehoben seien als an einer Regelschule \u2013 und kontert damit gegen Inklusionsverfechter, die das Sonderschulsystem in G\u00e4nze abschaffen wollen, sich dabei auf die UN-Resolution berufen, in der von der Abschaffung eines solchen Systems aber keine Rede sei.<br \/>\nEr spricht sich f\u00fcr einen Mittelweg aus, der sich vielen Ans\u00e4tzen interdisziplin\u00e4r bedient und vor allem auch Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Personen vorsieht, die die Umsetzung von Inklusion leisten m\u00fcssen: die Lehrkr\u00e4fte.<br \/>\n<strong>Das Erwachsenenleben ist nicht inklusiv<br \/>\n<\/strong>Nach der Schule stellt das Leben an alle Menschen die gleichen Fragen: Kannst du lesen, schreiben, rechnen und kannst du dich ad\u00e4quat benehmen? Die Relativierung p\u00e4dagogischer Ziele im Sinne von Beliebigkeit und bunter Vielfalt steht h\u00e4ufig in einem krassen Widerspruch zu den Anforderungen des Erwachsenlebens. Schlie\u00dflich soll die Schule Kinder auf das Erwachsenenleben vorbereiten. Das Erwachsenenleben ist ja nicht inklusiv. Jede entwickelte Gesellschaft ist hoch gespalten. Die Vorstellung von Inklusion und Gemeinsamkeit in der Schule, der eine Gemeinsamkeit im Leben entsprechen soll, ist manchmal vielleicht doch ein wenig zu idyllisch. Der begr\u00fc\u00dfenswerte Grundgedanke der Inklusion ist ja, dass Kinder mit Behinderung einen uneingeschr\u00e4nkten Zugang zu Bildungseinrichtungen haben, dass sie am Reichtum des Lebens partizipieren und in ihrer individuellen Eigenart anerkannt werden. Ob dazu wirklich in jedem Fall eine gemeinsame Beschulung notwendig ist, oder ob dies auch in anderen p\u00e4dagogischen Bez\u00fcgen erreicht werden kann, w\u00e4re ja noch zu \u00fcberpr\u00fcfen. &#8230;.<br \/>\nAlles vom 18.5.2015 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/bildungsklick.de\/a\/83752\/ich-glaube-nicht-dass-der-inklusive-weg-immer-der-richtige-ist\/\">https:\/\/bildungsklick.de\/a\/83752\/ich-glaube-nicht-dass-der-inklusive-weg-immer-der-richtige-ist\/<\/a><\/p>\n<p>Homepage Prof. Dr. phil. Bernd Ahrbeck<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.reha.hu-berlin.de\/personal\/mitarbeiter\/2794\">https:\/\/www.reha.hu-berlin.de\/personal\/mitarbeiter\/2794<\/a><b><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Uno-Behindertenrechtskonvention, die Behinderte im Leben und ihrer Entwicklung st\u00e4rkt (Recht auf Bildung und Schulbesuch; von einer Schule f\u00fcr alle steht darin aber nichts) wird von Inklusionsbef\u00fcrwortern\u00a0als Votum gegen die Sonder- bzw. 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