{"id":48878,"date":"2014-06-25T18:48:36","date_gmt":"2014-06-25T16:48:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=48878"},"modified":"2014-06-25T18:49:07","modified_gmt":"2014-06-25T16:49:07","slug":"rothenhof-attental-restauriert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/rothenhof-attental-restauriert\/","title":{"rendered":"Rothenhof Attental restauriert"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen zwei Jahren wurde geplant und gebaut \u2013 nun hat die Schufterei bald ein Ende. Am\u00a021. Juni 2014 konnten geladene kommunale G\u00e4ste erstmals den restaurierten und in neuem Glanz strahlenden <a title=\"Bauernhof\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bauernhof\/\">Rothenhof <\/a>in Stegen-Attental besichtigen. Dank traumhaftem Sommerwetter wurde der sch\u00f6nste Aspekt des \u00fcber dem Attental gelegenen <a title=\"Bergbauern\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/bergbauern\/\">Hofes<\/a> schon vor dem Rundgang deutlich \u2013 der einmalige Blick \u00fcber das gesamte Dreisamtal und dessen W\u00e4lder. <!--more--><\/p>\n<p>Als Kind mit dem Hof-Virus infiziert<br \/>\nIn Angriff genommen wurde die Restaurierung 2012 von Prof. Dr. Dr. Peter Stoll, seines Zeichen Kiefer-Chirurg und zweifacher Hofbesitzer \u2013 neben dem Rothenhof hatte er schon zwischen 1987 und 1990 den denkmalgesch\u00fctzten Albrechtenhof im gleichen Ort restauriert und saniert. Dieser wird unter anderem als Klinik genutzt, in der er selbst neben dem Praxisbetrieb t\u00e4tig ist. Dass sein damaliger Einsatz auf eine Leidenschaft f\u00fcr H\u00f6fe zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, zeigte er nun mit der Restaurierung eines zweiten, die Landschaft pr\u00e4genden Hofes im Dreisamtal. \u201eSchon als Kind habe ich jede Ferien auf dem Hof meiner Gro\u00dfmutter verbracht und mich schon damals mit dem Hof-Virus infiziert\u201c, erz\u00e4hlt der Bauherr, der zusammen mit seiner Frau die mit 150 m<sup>2<\/sup> etwas gr\u00f6\u00dfere der beiden Wohneinheiten des Rothenhofs als Wochenend- und Ferienwohnung nutzen wird. \u201eDie andere Einheit ist auch schon vermietet\u201c, verr\u00e4t Stoll weiter. Ab August wird hier eine Familie in die 126 m<sup>2 <\/sup>gro\u00dfe Wohnung einziehen \u2013 die dazugeh\u00f6rigen Schafe werden drau\u00dfen vor dem Haus und im hauseigenen Stall untergebracht. Auch das etwa 2,5 Hektar gro\u00dfe Grundst\u00fcck wird zuk\u00fcnftig von den Mietern bewirtschaftet.<br \/>\nVerantwortlich f\u00fcr die Veranstaltung an diesem Samstag sind Helmut und Friedgard May, Gr\u00fcnder des Netzwerkes von Hof-Eigent\u00fcmern im Naturpark S\u00fcdschwarzwald. Dass es dazu kam \u201everdanken\u201c sie eigenen Erfahrungen mit Hofrenovierungen. \u201eAls wir 2000 einen heruntergekommen Hof kauften, fing alles an\u201c, erz\u00e4hlt Helmut May, der in seinem fr\u00fcheren Leben Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und mit seiner Frau Gr\u00fcnder des Schweizer Unternehmens MFT war. Aufgrund fehlender Zeit in der Bauphase war er teilweise vier Monate nicht auf der Baustelle anwesend, \u201edass ein Bau dann in die Hose geht, ist klar\u201c, erinnert er sich. \u201eSo etwas sollte niemandem passieren\u201c, erkl\u00e4rt seine Frau Friedgard den Grund f\u00fcr die Gr\u00fcndung des Netzwerkes. Zusammen mit befreundeten Hofbesitzern fingen die beiden 2010 an, das Netzwerk aufzubauen und mit Vorzeigeh\u00f6fen zu bewerben. Momentan hat das Netzwerk 20 solcher H\u00f6fe im Portfolio und versucht Interessenten f\u00fcr Schwarzwaldh\u00f6fe mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.<\/p>\n<p>Hofrettung in letzter Minute<br \/>\nEin Vorzeigehof soll auch der denkmalgesch\u00fctzte Rothenhof werden, \u00fcber dessen Restaurierung Stoll am Samstag referiert. 1701 aus Holz erbaut, wurde er lange f\u00fcr die Landwirtschaft genutzt, bis er in den letzten 70 Jahren immer weiter herunterkam und 2012 komplett zugem\u00fcllt kurz vor dem Einsturz stand. Wie knapp es war, erz\u00e4hlt auch Projektmanager Herbert Kaindl, der als Polier im Ruhestand 35 Jahre Baustellenerfahrung vorweisen kann: \u201eAls wir angefangen haben zu restaurieren stand der Korpus nur noch auf etwa 30 Zentimeter hohen Holzbl\u00f6cken im Schlamm. Ein oder zwei Jahre sp\u00e4ter w\u00e4re der ganze Hof in sich zusammen gefallen.\u201c Grade noch rechtzeitig also haben er, Peter Stoll und viele professionelle Handwerker die Restaurierung begonnen, \u00fcber die er nur Gutes berichten kann \u2013 auch wenn es ein extrem schwieriges Projekt war. \u201eAm schlimmsten war der Keller\u201c, erz\u00e4hlen Stoll und Kaindl unabh\u00e4ngig voneinander. Dort war die Decke nur h\u00fcfthoch und noch dazu stand man teilweise bis zu den Knien im Matsch. Dieser musste von Hand entfernt und die Deckenh\u00f6he auf knapp zwei Meter angehoben werden. \u201eDazu mussten wir einen Meter tief in den Boden graben\u201c, erkl\u00e4rt Kaindl die Schwierigkeiten dieser Aufgabe, w\u00e4hrend er aufrecht im Keller steht. Doch auch in den restlichen R\u00e4umen wurde viel gewerkelt. Wo vor zwei Jahren sich noch jeder den Kopf an den zu niedrigen Decken angesto\u00dfen hat, kann heute auch Stoll mit seinen 1,88 Metern K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe bequem stehen \u2013 immerhin sind die Deckenh\u00f6hen auf 2,20 Meter angehoben worden. \u201eNoch h\u00f6her wollten wir nicht, um den Flair des Hofes nicht zu zerst\u00f6ren\u201c, sagt Stoll bei dem Vortrag \u00fcber den Bau und berichtet auch von einigen blutigen Beulen am Kopf, die er sich bei den Arbeiten in den damals noch niedrigen R\u00e4umen geholt hat.<\/p>\n<p>\u201eSch\u00f6n, dass sich Peter Scholl dem Rothenhof angenommen hat\u201c<br \/>\nGenerell wurde der Hof in den letzten zwei Jahren modernisiert, ohne zu modern zu werden und die Ausstrahlung eines Schwarzwaldhofes zu verlieren. Zwar wurde innen eine Bodenheizung installiert und die W\u00e4nde nach neusten Standards ged\u00e4mmt, das verwendete Holz im Korpus des Hofes wurde jedoch von verschiedenen Stellen f\u00fcr wenig Geld gebraucht \u00fcbernommen und nach der Trocknung beim Bau verwendet. \u201eBis auf wenige Ausnahmen im Dachstuhl haben wir kein neues Holz in den Bau gesteckt\u201c, erz\u00e4hlt der Bauherr stolz. Da t\u00e4glich bis zu 3000 Liter feinstes Quellwasser in die hauseigenen Wasserspeicher flie\u00dfen, versorgt sich der Hof noch dazu auch selbst mit Wasser.<br \/>\nTrotz der extrem nah an den urspr\u00fcnglichen Bau gehaltenen Restaurierung ist der Hof nicht komplett der gleiche, \u201ejede Restaurierung ist schlie\u00dflich auch eine Umnutzung des Hofes \u2013alles andere k\u00f6nnte sonst nur als Museum genutzt werden\u201c, erkl\u00e4rt Eckard Bull, Vorsitzender der Architektenkammer S\u00fcdbaden \u2013 er wei\u00df also, wovon er spricht. \u201eDass der Rothenhof restauriert wurde ist ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr das Landschaftsbild, hoffentlich werden auch die n\u00e4chsten Generationen den Hof pflegen\u201c, schaut er hoffnungsvoll in die Zukunft.<br \/>\n\u201eSch\u00f6n, dass sich mit Peter Stoll ein kompetenter und gleichzeitig zahlungskr\u00e4ftiger Bauherr dem Rothenhof angenommen hat\u201c, sind sich auch Siegfried Thiel, Stellvertretender B\u00fcrgermeister Stegens und Gunter Mertznich, Wittentals Ortsvorsteher, einig. Zahlungskr\u00e4ftig muss ein Bauherr eines solchen Hofes sein. Zwar nennt Stoll keine Zahlen \u2013 \u201esonst w\u00fcrde ich wahrscheinlich aufgeben\u201c \u2013 sein Budget und die Kalkulation des Architekten hat er jedoch schon lange \u00fcberschritten und rechnet am Ende mit einem Verh\u00e4ltnis von Kalkulation und Wirklichkeit von 1 zu 3. \u201eDeshalb muss ich noch weiter arbeiten und kann mein Leben nicht hier auf dem Hof genie\u00dfen\u201c, scherzt er beim abschlie\u00dfenden Bauernvesper.<br \/>\n25.6.2014, Felix Gieger, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a> <span style=\"font-family: Times, serif;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">BUZ Bild 1: Bauherr Peter Stoll begr\u00fc\u00dft geladene kommunale G\u00e4ste vor dem Rothenhof<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">BUZ Bild 2: Strahlen um die Wette: Bauherr Stoll und Projektmanager Kaindl im Inneren des Hofes<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">BUZ Bild 3: Pr\u00e4gt das Landschaftsbild: der restaurierte Rothenhof<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">BUZ Bild 4: Geraten vor der malerischen Kulisse ins Schw\u00e4rmen: Netzwerkgr\u00fcnder Helmut und Friedgard May<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen zwei Jahren wurde geplant und gebaut \u2013 nun hat die Schufterei bald ein Ende. 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