{"id":48245,"date":"2014-05-28T10:58:50","date_gmt":"2014-05-28T08:58:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=48245"},"modified":"2015-06-01T12:03:37","modified_gmt":"2015-06-01T10:03:37","slug":"schlossbergturm-holz-marode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/schlossbergturm-holz-marode\/","title":{"rendered":"Schlossbergturm &#8211; Holz marode"},"content":{"rendered":"<p>Der <a title=\"Schlossbergturmtreppe\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/schlossberg\/schlossbergturmtreppe\/\"> Turm<\/a>\u00a0auf dem <a title=\"Schlossberg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/schlossberg\/\">Schlossberg<\/a> ist marode und derzeit gesperrt, da die <a title=\"Holzbau\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handwerk\/holzbau\/\">Holzkonstruktion<\/a> vom Pilz befallen und nicht mehr zu retten ist. Eigentlich logisch, da\u00a0der Witterung schutzlos ausgesetztes Holz hierzulande\u00a0nach sp\u00e4testens 20 Jahren verrottet ist. Baukosten 2002: 350.000 Euro durch <a title=\"Spende\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/spende\/\">Spenden<\/a>. Sanierung 2009: 31.000 Euro. Provisorische Sicherung 2014: 50.000 Euro. Endg\u00fcltige Wiederherstellung 2015: &#8230;<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pilzbefall am Schlossbergturm: Experte erhebt Vorw\u00fcrfe<\/strong><br \/>\nDer St\u00fctzen des Freibuger Schlossbergturms sind marode. Dass das Holz nicht lange h\u00e4lt, h\u00e4tte man schon lange wissen k\u00f6nnen, meint ein Holzexperte. Und: Dass der Turm trotz Pilzbefalls lange Zeit noch ge\u00f6ffnet war, h\u00e4lt er f\u00fcr bedenklich. &#8230; Alles vom 16.5.2014 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/pilzbefall-am-schlossbergturm-experte-erhebt-vorwuerfe--84892354.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/pilzbefall-am-schlossbergturm-experte-erhebt-vorwuerfe&#8211;84892354.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die einfachen Lehren aus der Holzbautradition<\/strong><br \/>\nDer Witterung schutzlos ausgesetztes Bauholz ist in unseren Breiten nach 15 bis 20 Jahren am Ende. Egal welche Holzart, ob bei Vollmond eingeschlagen oder wie auch immer vorbeugend vergiftet. Durch Kesseldruckimpr\u00e4gnierung mit Eindringtiefen von 20 bis 40 mm wird nur das oberfl\u00e4chennahe Holz gesch\u00fctzt. Sie eignet sich f\u00fcr Bretter, Bohlen und nicht zu dicke Kanth\u00f6lzer. Nicht aber f\u00fcr massive Rundholzst\u00e4mme, bei denen tiefe Schwindrisse den ungesch\u00fctzten Querschnittskern dem Angriff von Feuchte, Pilzen und Insekten \u00f6ffnen. Abhilfe k\u00f6nnte nur der &#8222;konstruktive Holzschutz&#8220; bieten. Dem im konkreten Fall die Exponiertheit in Verbindung mit den speziellen Gestaltungsanspr\u00fcchen diametral entgegenstehen.<br \/>\nBedenken wir die Lehren aus bew\u00e4hrter Holzbautradition. Ausnahmslos alle \u00fcberdauernden Holzbauwerke haben ein Dach. Besonders augenf\u00e4llig ist das bei historischen Holzbr\u00fccken. Die brauchten das Dach um das empfindliche Holz vor Witterung zu sch\u00fctzen und somit m\u00f6glichst wirtschaftlich in teure Infrastruktur zu investieren. Nicht etwa um die Fuhrleute trocken zu halten, die sonst auf dem Weg auch nirgends Schutz vor Regen hatten. Bei Planung und Bau von tragenden Konstruktionen gibt es genau drei \u00fcbergeordnete Kriterien der Bautechnik zwingend zu beachten: Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit. Um das vorg\u00e4ngige Planen der Dauerhaftigkeit wurde sich offenbar herumgeschummelt. Damit ist es nach vorhersehbar kurzer Zeit auch mit der Gebrauchstauglichkeit und Sicherheit vorbei.<br \/>\n28.5.2014, Michael Kitzlinger, Freudenstadt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Seit 22.5.2015 ist Schlossbergturm gesperrt<\/strong>, da seine Holztr\u00e4ger morsch sind. Teuer: Bau in 2012 nach Pl\u00e4nen von Architekt Hubert Horbach f\u00fcr 375.000 Euro, Sanierung durch die Stadt FR bisher 100.000 Euro, weitere 150.000 Euro f\u00fcr verzinkte Stahlst\u00fctzen stehen an. Holz oder Stahl?<\/p>\n<p><strong>Einsturzgefahr: Maroder Schlossbergturm ab sofort gesperrt<\/strong><br \/>\nDer Schlossbergturm ist ab sofort gesperrt. Fachleute haben festgestellt, dass die Sch\u00e4den schlimmer sind als angenommen: Mehrere St\u00e4mme sind durchgefault. Bei einem Sturm droht Einsturzgefahr. &#8230;.<br \/>\nAlles vom 22.5.2015 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/einsturzgefahr-maroder-schlossbergturm-ab-sofort-gesperrt--105177330.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/einsturzgefahr-maroder-schlossbergturm-ab-sofort-gesperrt&#8211;105177330.html<\/a><\/p>\n<p><strong>H\u00e4tte man auf einfache Regeln geh\u00f6rt, w\u00e4re eine Sanierung jetzt nicht n\u00f6tig<\/strong><br \/>\nDie erforderliche Sanierung des Schlossbergturms und der Beschluss des Gemeinderats, die Planung und den Bau eines Stadions in Holzbauweise zu pr\u00fcfen, ruft offensichtlich nicht nur die \u00fcblichen Spa\u00dfv\u00f6gel und ewigen Verbreiter von Volksvorurteilen gegen den Holzbau generell auf den Plan. Man kann ja nicht wissen, ob die BZ vom 20. Mai Baub\u00fcrgermeister Martin Haag richtig wiedergibt. Aber es wird dort behauptet, er habe gesagt, &#8222;Holzbauweise sei immer mit h\u00f6heren Kosten verbunden und ben\u00f6tige einen h\u00f6heren Zeitaufwand&#8220;. Ich sch\u00e4tze Martin Haag sehr, aber da kann und muss man dagegenhalten!<br \/>\nIn Freiburg und der Regio habe ich den Bau von vermutlich mehr als 200 Wohneinheiten betreut, wo der \u00f6kologische Holzrahmenbau zum Wesenselement geh\u00f6rt. Diese Wohnh\u00e4user fallen im Schnitt nicht preislich aus dem Rahmen der einschl\u00e4gigen Statistiken. Im Gegenteil, den Styropor\u2013Beton\u2013Verbundbauten, die irrt\u00fcmlich Massivbauten genannt werden, sind sie in der Qualit\u00e4t weit voraus und deutlich schneller bezugsreif \u2013 und sie m\u00fcssen nicht trockengewohnt werden. Jene die dort wohnen, sch\u00e4tzen sich sehr gl\u00fccklich, dieser Bauweise begegnet zu sein. Jeder Baustoff hat unterschiedliche Vorz\u00fcge und Nachteile. Au\u00dferdem geh\u00f6rt noch Wissen und K\u00f6nnen dazu, damit der Baustoff seine Vorz\u00fcge entfalten kann. Da ist doch eine Pr\u00fcfung der Frage, ob Holz- oder Beton der ma\u00dfgebliche Baustoff f\u00fcr das Sportclub-Stadion werden soll, keine schlechte Entscheidung. Selbst ein Holzstadion wird kein reines Holzstadion werden: Es wird Beton, Stahl, Glas und auch Kunststoff brauchen! Im \u00dcbrigen, als die Vordachkonstruktion der Berliner Kongresshalle aus Stahlbeton herunterklappte, weil der Rost die Zugbewehrung weggerostet hat, hat auch keiner vom Ende des Stahlbetonbaus geredet. H\u00e4tte man am Schlossbergturm auf die einfachen Regeln des konstruktiven Holzschutzes geh\u00f6rt, w\u00e4re eine Sanierung zumindest jetzt nicht n\u00f6tig gewesen.<br \/>\n1.6.2015, Herrmann Hallenberger, Zimmermeister, Freiburg<\/p>\n<p><strong>Wer finanziert die Folgen von vermeidbaren Planungsfehlern?<\/strong><br \/>\nAls steuerzahlender Bundesb\u00fcrger bin ich irritiert, dass in solchen F\u00e4llen nicht das Verursacherprinzip angewendet wird und stattdessen der Steuerzahler \u2013 hier die Stadt Freiburg \u2013 f\u00fcr die Folgen von offensichtlichen Fehlplanungen aufkommen muss. Der mittlerweile ausgelutschte Begriff &#8222;nachhaltig&#8220; bekommt meines Erachtens bei der hier vorhandenen Nutzungsdauer f\u00fcr den nachwachsenden Rohstoff Holz eine weitere interessante Bedeutung: Nach 80 Jahren gef\u00e4llt, nach 13 Jahren Nutzung verfault.<br \/>\nNachdem schon unsere Vorfahren in der Lage waren, langlebige, weil materialgerecht verarbeitete Konstruktionen aus Holz zu bauen, ist es schon erstaunlich, mit welcher Unwissenheit, Ignoranz und gestalterischem Eigensinn man sich heute \u00fcber alte Erfahrungswerte hinwegsetzt. Denn das gemeinsame Merkmal dieser langlebigen historischen Bauten ist eine kluge Bauweise mit einem integrierten konstruktiven Holzschutz \u2013 weil damals schon bei der Planung die allgemein bekannte materialtypische Schw\u00e4che von Holz bei Einwirkung von Dauerfeuchtigkeit ber\u00fccksichtigt wurde.<br \/>\nEine nicht materialkonforme Detailplanung f\u00fcr den konstruktiven Holzschutz zeigt sich auch bei ungesch\u00fctzt im Regen stehenden Baumst\u00e4mmen mit einem gro\u00dfen Querschnitt, der ein schnelles Abtrocknen des Holzkerns verhindert, sie deshalb auf biologisch nat\u00fcrliche Weise von innen her verfaulen l\u00e4sst und dabei den nat\u00fcrlichen N\u00e4hrboden f\u00fcr Pilze bildet. Das f\u00fcr den Materialmix preisgekr\u00f6nte Bauwerk ergibt dann eine politisch angesagte modisch-schwarzwaldtypische Bio-Natur-Holz-Stahl-Konstruktion, bei der sich dann allerdings die \u00fcberforderten Holzteile auf nat\u00fcrliche Weise durch selbst\u00e4ndiges Kompostieren aus der Verantwortung f\u00fcr die Statik verabschieden. Und das auch noch ohne giftige R\u00fcckst\u00e4nde wegen des fehlenden wirksamen Holzschutzanstrichs.<br \/>\nBleibt die Frage: Wer finanziert die Folgen von vermeidbaren Planungsfehlern? Vielleicht eine noch zu schaffende Lehrgeldbeh\u00f6rde. Und wer hindert einen Fehlplaner daran, erkannte Fehler bei der f\u00e4lligen Sanierung zu wiederholen, weil er auf diese Weise einen Gesichtsverlust vermeiden will? Vielleicht eine aufmerksame Presse, die auch die Frage nach dem Verursacherprinzip zur Diskussion stellt.<br \/>\n1.6.2015 , Eberhard Schmidt, Freiburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Turm\u00a0auf dem Schlossberg ist marode und derzeit gesperrt, da die Holzkonstruktion vom Pilz befallen und nicht mehr zu retten ist. Eigentlich logisch, da\u00a0der Witterung schutzlos ausgesetztes Holz hierzulande\u00a0nach sp\u00e4testens 20 Jahren verrottet ist. 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