{"id":4805,"date":"2012-06-11T17:35:19","date_gmt":"2012-06-11T17:35:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=4805"},"modified":"2012-06-11T17:35:19","modified_gmt":"2012-06-11T17:35:19","slug":"alpine-gebirgsschrecke-am-schauinsland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/alpine-gebirgsschrecke-am-schauinsland\/","title":{"rendered":"Alpine Geb\u00edrgsschrecke am Schauinsland"},"content":{"rendered":"<p>Die Freiburger Natur ist auf engem Raum \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltig: W\u00e4hrend am <a title=\"Tuniberg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/tuniberg\/\">Tuniberg<\/a> w\u00e4rmeliebende Arten vorkommen, die auch am Mittelmeer zu Hause sind, leben wenige Kilometer weiter auf dem 1284 Meter hohen <a title=\"Berge\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/berge\/\">Schauinsland<\/a> noch einige \u00dcberbleibsel aus der Eiszeit. Ein markanter Vertreter dieser so genannten Glazialrelikte ist die Alpine Gebirgsschrecke (wissenschaftlich: Miramella alpina). Dabei handelt es sich um eine Heuschreckenart von charakteristischem Aussehen: Die in der Regel gr\u00fcnschwarz gemusterten Tiere \u2013 sporadisch treten auch nahezu vollst\u00e4ndig dunkle Exemplare auf \u2013 haben auff\u00e4llige, braune Stummelfl\u00fcgel. Ihre Hinterschenkel sind auf der Unterseite rot gef\u00e4rbt, au\u00dferdem ist der K\u00f6rper mit abstehenden, hellen Haaren besetzt. <!--more-->Die Gebirgsschrecke geh\u00f6rt zu den so genannten Knarrschrecken, die ihre T\u00f6ne durch Bewegungen der Kiefer hervorbringen: Sie knirscht also sozusagen mit den Z\u00e4hnen, wobei Knarr- und Klicklaute entstehen. Die M\u00e4nnchen werden um die zwei, die Weibchen bis zu drei Zentimeter gro\u00df. Die Alpine Gebirgsschrecke ist in mehreren Gebirgen Zentraleuropas und Asiens zu Hause \u2013 beispielsweise in den Alpen, Pyren\u00e4en und Karpaten. Auch im Schwarzwald gibt es sie an k\u00fchlen Stellen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit: Etwa auf Heidelbeergeb\u00fcsch und Stauden am Rande nasser Bergwiesen. Zur Population in den Alpen besteht allerdings schon seit etwa 10 000 Jahren kein Kontakt mehr, das Verbreitungsgebiet ist also zersplittert. Daf\u00fcr sind Vorg\u00e4nge w\u00e4hrend der Eiszeit verantwortlich: Als die Alpen von Gletschern bedeckt waren, musste sich die Gebirgsschrecke n\u00e4mlich notgedrungen in das eisfreie Alpenvorland zur\u00fcckziehen. Nach Abklingen der Eiszeit wurde es ihr dort aber zu warm, weshalb sie anschlie\u00dfend wieder in die Alpen, aber auch auf die H\u00f6henlagen von Schwarzwald und Vogesen auswich.<\/p>\n<p>Da die Gebirgsschrecke in Deutschland au\u00dferhalb der Alpen und des Alpenvorlands nur noch im Schwarzwald vorkommt, hat Baden-W\u00fcrttemberg eine hohe nationale Schutzverantwortung f\u00fcr diese Art. Dort, wo es sie gibt, sind diese geselligen Insekten vor allem von Juli bis September mit etwas Gl\u00fcck gut zu beobachten: Zum Beispiel, wenn die M\u00e4nnchen um Geschlechtspartner werben. Interessanterweise werden dabei nicht nur die bereits geschilderten Klicklaute mit Hilfe der Mundwerkzeuge erzeugt, sondern auch rhythmische Bewegungen mit den Hinterschenkeln durchgef\u00fchrt \u2013 \u00e4hnlich, wie dies Grash\u00fcpfer tun, die mit Hilfe ihrer Beine &#8222;singen&#8220;. Vermutlich handelt es sich dabei um optische Signale f\u00fcr die Weibchen. Von August bis Oktober legen diese ihre Eier in feuchte B\u00f6den ab, im darauffolgenden Fr\u00fchjahr \u2013 etwa ab Mai \u2013 schl\u00fcpfen daraus die neuen Larven. Zum Schutz der Alpinen Gebirgsschrecke ist es erforderlich, Stellen mit hoher Luftfeuchtigkeit und Saumvegetation in k\u00fchleren Schwarzwaldlagen zu erhalten und gegebenenfalls neu zu schaffen \u2013 etwa Quellbereiche, nasse Wiesen sowie Staudenbewuchs entlang kleiner B\u00e4che. Damit diese wertvollen Biotope nicht zuwachsen, spielt die Offenhaltung der Landschaft eine gro\u00dfe Rolle. Von entsprechenden Pflegema\u00dfnahmen am Schauinsland \u2013 etwa der extensiven Beweidung \u2013 profitiert daher auch die Gebirgsschrecke.<br \/>\nAndreas Braun<\/p>\n<p><!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Freiburger Natur ist auf engem Raum \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltig: W\u00e4hrend am Tuniberg w\u00e4rmeliebende Arten vorkommen, die auch am Mittelmeer zu Hause sind, leben wenige Kilometer weiter auf dem 1284 Meter hohen Schauinsland noch einige \u00dcberbleibsel aus der Eiszeit. 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