{"id":47250,"date":"2014-04-21T08:01:48","date_gmt":"2014-04-21T06:01:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=47250"},"modified":"2014-04-21T10:03:47","modified_gmt":"2014-04-21T08:03:47","slug":"kirchzarten-kurhaus-finanz-mtb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kirchzarten-kurhaus-finanz-mtb\/","title":{"rendered":"Kirchzarten Kurhaus Finanz MTB"},"content":{"rendered":"<p>Der Dreisamt\u00e4ler im Gespr\u00e4ch mit Kirchzartens B\u00fcrgermeister Andreas Hall.\u00a0Das Kurhaus in <a title=\"Kirchzarten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/kirchzarten\/\">Kirchzarten<\/a> wurde ja schon oft als Sorgenkind bezeichnet. Es ist immer wieder sanierungsbed\u00fcrftig und schluckt viel, viel <a title=\"Giersberg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/berge\/giersberg\/\">Geld<\/a>. Aktuell muss in den Brandschutz investiert werden. Wurden in diesem Bereich Defizite zu lange ignoriert?<br \/>\nHall: Das kann man so nicht sagen. In der Vergangenheit haben wir stets in das Kurhaus investiert, <!--more-->beispielsweise in neue Fenster im Saal und in der Gastst\u00e4tte. Das Problem beim Brandschutz ist, dass \u00fcber die Jahre hinweg die Vorgaben immer weiter versch\u00e4rft wurden. Als das Kurhaus in den 60er Jahren gebaut wurde, galten noch ganz andere Brandschutzvorgaben. Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen jetzt war eine Brandverh\u00fctungsschau im Jahr 2011, bei der festgestellt wurde, dass man, um die heutigen Bedingungen zu erf\u00fcllen, tiefer in die Substanz eingreifen muss.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: K\u00f6nnen Sie das konkretisieren?<br \/>\nHall: Wir m\u00fcssen zum Beispiel die bestehende Treppe gegen\u00fcber den Geschossen abtrennen und die notwendigen zweiten Rettungswege dauerhaft herstellen. Der Saal mit seiner Empore und der Flur im Obergeschoss m\u00fcssen brandschutztechnisch voneinander getrennt werden. Die elektrotechnischen und die raumlufttechnischen Anlagen werden auf den neuesten Stand gebracht. Zuletzt muss eine fl\u00e4chendeckende Brandmeldeanlage und Alarmierungseinrichtung mit Sprachdurchsage eingebaut werden.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Um welche finanziellen Dimensionen geht es denn?<br \/>\nHall: Allein die Brandschutzma\u00dfnahmen belaufen sich auf ca. 1,5 Millionen Euro. Hinzu kommen Ma\u00dfnahmen, die man sinnvollerweise jetzt gleich mitmacht, n\u00e4mlich die Erneuerung der Ton- und Lichttechnik, die ja auch schon Jahrzehnte alt ist. Au\u00dferdem wollen wir dann einen barrierefreien Zugang zu allen Etagen durch einen Aufzug schaffen, so dass sich die Kosten insgesamt auf 2,5 Millionen belaufen werden.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Wie so oft bei Altbauten: w\u00e4re denn ein Neubau nicht kosteng\u00fcnstiger als eine aufw\u00e4ndige Sanierung?<br \/>\nHall: Neubauten bewegen sich in ganz anderen Dimensionen. Vergleichbare Mehrzweckhallen in der Region haben in den letzten Jahren zwischen f\u00fcnf und neun Millionen Euro gekostet. Aber im Gemeinderat wurde auch diese Frage angesprochen und im Zuge der Sanierungsma\u00dfnahmen wollte der Gemeinderat einige Fragen ganz grunds\u00e4tzlich aufgearbeitet haben. Zum Beispiel: Entspricht das Kurhaus dem, was Kirchzarten braucht? Ist die Nutzung so, wie sie derzeit l\u00e4uft \u2013 also der Pachtvertrag mit den Kinesiologen \u2013 ideal? Die Verwaltung meint, ja. Aber auch das wird versucht im Gutachten zu erfassen, ebenso wie die Wertsch\u00f6pfung, die sich durch die Kinesiologen f\u00fcr Kirchzarten ergibt. Weitere Fragen sind: Ist das Kurhaus von seiner Struktur, von seiner Raumaufteilung her ideal? Ist mehr Flexibilit\u00e4t m\u00f6glich? Kurz: was w\u00e4re sonst noch w\u00fcnschenswert oder machbar und zu welchen Kosten. Das alles m\u00f6chte der Gemeinderat gutachterlich dargestellt wissen und m\u00f6glicherweise wird das in Erg\u00e4nzungsantr\u00e4ge zur jetzt geplanten Brandschutzsanierung m\u00fcnden.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Steht zu bef\u00fcrchten, dass das Kurhaus aufgrund Brandschutzm\u00e4ngel geschlossen werden muss?<br \/>\nHall: Das Kurhaus als \u00f6ffentliche Versammlungsst\u00e4tte hat keinen Bestandsschutz. Wir m\u00fcssen immer die aktuellen Brandschutzvorgaben erf\u00fcllen. Derzeit kann der Betrieb geduldet werden, weil wir nach der Brandschutzschau 2011 notwendige Sofortma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt haben, wie die Erstellung des provisorischen Fluchttreppenturmes an der Au\u00dfenfassade und die Schlie\u00dfung der Empore f\u00fcr das Publikum. Wir sind jedoch gehalten, die weiteren Auflagen umzusetzen. Daf\u00fcr l\u00e4uft ja jetzt auch der Bauantrag und ich gehe davon aus, dass wir 2015 die Bauarbeiten umsetzen k\u00f6nnen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Derzeit laufen auch noch weitere Bauantragsverfahren, n\u00e4mlich die f\u00fcr die Scheunen in der Talvogtei.<br \/>\nHall: Wir werden in diesem Jahr mit der Sanierung der Scheunen anfangen k\u00f6nnen, ein f\u00fcr Kirchzarten markantes und pr\u00e4gendes Projekt! In der gr\u00f6\u00dferen Scheune wird eine \u00f6ffentliche Bibliothek mit einer hohen Aufenthaltsqualit\u00e4t entstehen und gegen\u00fcber werden B\u00fcrgerb\u00fcro und Bauamt einziehen. Im Obergeschoss entsteht ein B\u00fcrgersaal, der f\u00fcr Konzerte, Kleinkunst oder Sitzungen nutzbar ist. Die Erfahrungen anderer Kommunen zeigen: wenn solche R\u00e4ume da sind, kommen auch die Ideen! Dort, wo B\u00fcchereien ins Ortszentrum verlegt wurden, stiegen die Besucherfrequenzen und die Ausleihzahlen und sie entwickelten sich automatisch zu soziokulturellen Treffpunkten.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Das Thema Mountainbiken und Giersberg ist noch nicht gegessen?<br \/>\nHall: Der Gemeinderat hat ein Konzept auf den Weg gebracht, mit dem wir meinen, den B\u00fcrgerentscheid zu respektieren und den unterschiedlichen Interessen der Waldnutzer Rechnung tragen. Zum einen erstellen wir eine sogenannte Erholungswaldsatzung f\u00fcr das gesamte Areal Giersberg, Hexenw\u00e4ldle und Hochberg. Diese Satzung m\u00f6chten wir deshalb erlassen, weil das die Rechtsgrundlage bildet, vom Landeswaldgesetz abweichende Regeln durchzusetzen, zum Beispiel dass R\u00e4der im Hexenw\u00e4ldle durch den Wald fahren d\u00fcrfen, im Bereich des Giersbergs jedoch nicht. Uns als Kommune h\u00e4tte das so gen\u00fcgt. Das Landratsamt als Baurechtsbeh\u00f6rde sagt aber, dass, wenn wir Wippen und andere bauliche Anlagen im Wald installieren wollen, dem ein Bebauungsplan zugrunde liegen muss. Deshalb wird zus\u00e4tzlich zur Erholungswaldsatzung f\u00fcr den Bereich, in dem die Trainingsanlage f\u00fcr die Mountainbiker errichtet werden soll, ein Bebauungsplan erstellt.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Und gibt es da ein Problem?<br \/>\nHall: Die IG Giersberg m\u00f6chte, dass der Bebauungsplan \u00fcber das gesamte Giersbergareal gelegt wird, denn ein Bebauungsplanverfahren erm\u00f6gliche mehr B\u00fcrgerbeteiligung. Die IG sieht eine Ungleichgewichtung der Interessen &#8222;Erholung&#8220;und &#8222;Mountainbike-Training&#8220;, wenn der Bebauungsplan nur auf das Trainingsareal begrenzt wird.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Warum weiten Sie das Bebauungsplangebiet dann nicht einfach aus?<br \/>\nHall: Inhaltlich ist es verfehlt, einen Bebauungsplan dort zu machen, wo gar nicht gebaut werden soll, und bauliche Eingriffe gibt es definitiv nur im Bereich der Trainingsstrecke im Hexenw\u00e4ldle. W\u00fcrden wir das ganze Areal mit einem Bebauungsplan belegen, w\u00e4re das rechtlich nicht haltbar. Es geht hier \u00fcberhaupt nicht um Ungleichbehandlung, Bevorzugung oder Benachteiligung verschiedener Interessensgruppen, sondern um die Anwendung von Rechtsinstrumenten, die in Abstimmungsgespr\u00e4chen mit mehreren Beh\u00f6rden als erforderlich identifiziert wurden!<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Wo findet Training im Moment statt?<br \/>\nHall: Auf den \u00fcblichen daf\u00fcr vorgesehenen Wegen, ohne spezielle Trainingselemente. Das ist schade f\u00fcr die Trainingsarbeit. Das Landratsamt deutete jedoch an, dass es sich eine Duldung von Gel\u00e4ndemodulationen in kleinem Umfang im Hexenw\u00e4ldle vorstellen kann, noch bevor der Bebauungsplan Rechtskraft hat, solange keine naturschutzfachlichen Belange tangiert sind. Am Giersberg sind alle bisherigen Trainingsanlagen abgebaut, da gibt es nichts mehr!<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Bildung und Betreuung ist in Kirchzarten ein Dauerthema<br \/>\nHall: In Burg wird das Kinderhaus, das ja eine kommunale Einrichtung ist, nun erweitert und modernisiert, nachdem ein Jahr lang eine Bauplanungsgruppe bestehend aus Verwaltung, Erzieherinnen und Eltern Vorstellungen und Konzepte entwickelt und den Bedarf an R\u00e4umlichkeiten ermittelt hat. Die Situation dort war lange Jahre beengt und provisorisch. Doch auch in Zarten ist die Situation beengt. Entgegen des bundesweiten Trends sind die Kinderzahlen in Kirchzarten hoch und hinzu kommt, dass der Bedarf an Kinderbetreuung heute pro Kind h\u00f6her und l\u00e4nger ist als fr\u00fcher. Das setzt sich dann auch in der Schule fort in Bezug auf Hort- und Ganztagesbetreuung. Wir haben in Kirchzarten zusammen mit den freien und kirchlichen Tr\u00e4gern ein gutes und breites Angebot. Diese Tr\u00e4gervielfalt nehmen die B\u00fcrger sehr positiv wahr und deshalb unterst\u00fctzt die Gemeinde diese auch finanziell in hohem Ma\u00dfe!<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Was macht denn das Thema Windkraft?<br \/>\nHall: Die \u00c4nderung des Teilfl\u00e4chennutzungsplanes ist immer noch in Bearbeitung und am Verfahrensstand hat sich nichts ge\u00e4ndert. Da wo in unserer Region der meiste Wind weht, da bestehen auch die gr\u00f6\u00dften Restriktionen. Derzeit laufen langwierige und kostenintensive Untersuchungen, zum Beispiel am Hundsr\u00fccken. Der ist gut zug\u00e4nglich, wenig einsehbar und sehr windh\u00f6ffig, hat aber auch einen hohen naturschutzfachlichen Wert und wird z. B. von sch\u00fctzenswerten V\u00f6geln bev\u00f6lkert. Dies gilt es fundiert aufzuarbeiten.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Was liegt Ihnen noch am Herzen?<br \/>\nHall: Im Jahr 2015 k\u00f6nnen wir 1250 \u201eZarduna\u201c feiern. Vor 50 Jahren wurde das Jubil\u00e4um 1200 Jahre \u201eKirchzarten\u201c begangen Heute wei\u00df man, dass der Ursprung ja eher in Zarten lag. Wir wollen deshalb das ganze Jahr \u00fcber in allen Ortsteilen feiern. Die Vorbereitungen daf\u00fcr laufen schon. Es gibt eine Vorbereitungsgruppe aus Verwaltung, Gemeinder\u00e4ten und kulturschaffenden Vereinen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Herr Hall, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<br \/>\n20.4.2014, Mit B\u00fcrgermeister Andreas Hall unterhielt sich Dagmar Engesser, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\/\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Dreisamt\u00e4ler im Gespr\u00e4ch mit Kirchzartens B\u00fcrgermeister Andreas Hall.\u00a0Das Kurhaus in Kirchzarten wurde ja schon oft als Sorgenkind bezeichnet. Es ist immer wieder sanierungsbed\u00fcrftig und schluckt viel, viel Geld. Aktuell muss in den Brandschutz investiert werden. 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