{"id":46332,"date":"2014-03-26T21:50:27","date_gmt":"2014-03-26T20:50:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=46332"},"modified":"2014-03-26T21:51:01","modified_gmt":"2014-03-26T20:51:01","slug":"oberried-haushalt-wald-wind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/oberried-haushalt-wald-wind\/","title":{"rendered":"Oberried &#8211; Haushalt Wald Wind"},"content":{"rendered":"<p>Dreisamt\u00e4ler: Herr Vosberg, Sie haben Anfang des Jahres, nachdem Sie nun fast ein Jahr als B\u00fcrgermeister\u00a0im Amt sind, Ihren ersten Haushalt in <a title=\"Oberried\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/oberried\/\">Oberried<\/a> verabschiedet.<br \/>\nVosberg: Der Haushalt wurde in diesem Jahr in Rekordgeschwindigkeit verabschiedet und das, obwohl wir w\u00e4hrend der Haushaltserstellung ohne K\u00e4mmerer auskommen mussten.<!--more--><br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Sie auch? Nicht nur Buchenbach?<br \/>\nVosberg: Wir befanden uns in einer \u00dcbergangsphase. Unsere Rechnungsamtsleiterin ging in Mutterschutz und ihre Stelle wurde erst zu Jahresbeginn neu besetzt.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Haben Sie denn Erfahrung mit Kommunalen Haushalten?<br \/>\nVosberg: Ich war in Frankfurt a.M. Mitarbeiter im Haushaltsdezernat und habe von Verwaltungsseite das Erstellen des Haushalts miterlebt. In Freiburg arbeitete ich als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der CDU-Stadtratsfraktion die Haushaltsberatungen aus Sicht der Gemeinder\u00e4te auf.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Oberried arbeitet noch nach dem kameralistischen Prinzip?<br \/>\nVosberg: Richtig! Der Gemeinderat hat jedoch die Umstellung auf das doppische Prinzip zum Jahr 2016 beschlossen. Das ist mir pers\u00f6nlich auch ein Anliegen. Ich komme mit dem doppischen System besser zurecht, zum einen vom Studium her, zum anderen war im Frankfurter Finanzdezernat das doppische Prinzip auch schon eingef\u00fchrt.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Wird ihr neuer K\u00e4mmerer jetzt schon f\u00fcr das neue System geschult?<br \/>\nVosberg: Das ist nicht n\u00f6tig, er kommt aus einer Kommune, die schon nach der Doppik arbeitet.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Doch nicht etwa aus Buchenbach?<br \/>\nVosberg: Doch.<b><b><br \/>\n<\/b><\/b>Dreisamt\u00e4ler: Welches sind die Schwerpunkte im Haushalt 2014?<br \/>\nVosberg: Eine wichtige Investition ist der Umbau des ehemaligen Rathauses Hofsgrund, das k\u00fcnftig als B\u00fcrgerhaus genutzt wird. Es geht hier um etwa 1,1 bis 1,2 Millionen Euro. Die Initialz\u00fcndung f\u00fcr die Realisierung waren die Zusch\u00fcsse vom Land mit 350.000,- Euro, die lange fraglich waren. Wir befinden uns nun mitten im Umbau, der sehr z\u00fcgig vorangeht. Ich gehe davon aus, dass die Einweihung im Fr\u00fchjahr 2015 stattfinden kann. Der Kindergarten, der ebenfalls in dem Geb\u00e4ude untergebracht ist, wurde im vergangenen Jahr schon saniert. Im k\u00fcnftigen B\u00fcrgerhaus wird es dann einen Saal f\u00fcr Versammlungen und Feste geben, daneben kleiner R\u00e4ume f\u00fcr die Vereine. Das hat bisher in Hofsgrund gefehlt. Der noch amtierende Ortsvorsteher Lukas Flamm hat sich daf\u00fcr seit \u00fcber zwanzig Jahren eingesetzt.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Was ist im Jahr 2014 noch wichtig?<br \/>\nVosberg: Wir modernisieren unseren Fuhrpark, sowohl f\u00fcr den Bauhof, als auch f\u00fcr die Waldarbeiter und zwar in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von einer Viertelmillion. Die Verwaltung ist sich mit dem Gemeinderat einig, dass wir die Politik dahingehend \u00e4ndern wollen, dass wir die Maschinen nicht mehr fahren, bis sie auseinanderfallen und die Reparaturkosten hoch werden. K\u00fcnftig wollen wir sie, wenn sie unwirtschaftlich werden, absto\u00dfen. Das bedeutet regelm\u00e4\u00dfige j\u00e4hrliche Investitionen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Um welche Maschinen geht es denn?<br \/>\nVosberg: Wir haben ein gro\u00dfes Bauhoffahrzeug angeschafft, das multifunktional nutzbar ist. Es kann innerhalb k\u00fcrzester Zeit vom Schneepflug zum Baufahrzeug \u201eumgeswitcht\u201c werden. F\u00fcr die Waldarbeiter und die Wasserwirtschaft gab es einen neuen Kombi, hinzu kam ein Gabelstapler f\u00fcr den Bauhof.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Der Wald ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Oberrieds?<br \/>\nVosberg: Wir besch\u00e4ftigen drei Waldarbeiter und mit den Gewinnen aus dem Wald finanzieren wir quasi unseren Winterdienst.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Eine interessante Gegenrechnung \u2026<br \/>\nVosberg: \u2026 die nicht unberechtigt ist. Viele meinen, Oberried sei mit seinen \u00fcber 1000 Hektar an Wald eine beg\u00fcnstigte Gemeinde. Wir haben aber auch ein Stra\u00dfennetz von rund 60 Kilometern und extreme topografische H\u00f6henlagen. Wir r\u00e4umen konsequent Seitenstra\u00dfen und die Stra\u00dfen zu den H\u00f6fen. Damit leisten wir einen Premium-Winterdienst, den wir den B\u00fcrgern gerne zur Verf\u00fcgung stellen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Gibt es weitere Ausgaben-Schwerpunkte f\u00fcr das Jahr 2014?<br \/>\nVosberg: \u00a0Wir wollen die energetische Sanierung von Gemeindeh\u00e4usern, die \u00fcberwiegend aus den 60er Jahren stammen und noch mit \u00d6lheizungen ausgestattet sind, in Angriff nehmen. Wir wollen die Geb\u00e4ude k\u00fcnftig mit Rohstoffen beheizen, die hier vorhanden sind, also mit Holzpellets oder Hackschnitzeln. Es geht hier um zwei Gemeindeh\u00e4user mit Mietswohnungen im Finkenacker und beim k\u00fcnftigen B\u00fcrgerhaus in Hofsgrund wird zusammen mit dem Feuerwehrhaus eine kleine Nahw\u00e4rme-Einheit entstehen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Es ist noch nicht so lange her, da haben die Kommunen ihre gemeindeeigenen Immobilien verkauft.<br \/>\nVosberg: Eigentum sollte man nicht ver\u00e4u\u00dfern. Ich halte es f\u00fcr eine kommunale Aufgabe, dass die Gemeinde Wohnraum bereit h\u00e4lt. Und um noch einmal auf die Doppik zur\u00fcckzukommen: mit einem doppischen Haushalt w\u00fcrde man den Wert, den die Gemeinde mit den Immobilien besitzt, erfassen und sehen. Man w\u00fcrde aber auch mit einkalkulieren, was an Investitionen n\u00f6tig w\u00e4re, um den Wert zu erhalten. \u00c4hnlich ist das mit dem Stra\u00dfennetz. Oberrieds Stra\u00dfen befinden sich in einem desolaten Zustand. In den letzten Jahren wurde viel geflickt. Wir planen jetzt eine Bestandsaufnahme mit dem Ziel, die Stra\u00dfen peu \u00e1 peu zu erneuern und instand zu setzen, vor allem auch den Untergrund, der den heutigen Belastungen nicht mehr standhalten kann. Diese Bestandsanalyse ist auch ein Baustein f\u00fcr den doppischen Haushalt.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Alle Gemeinden sind damit konfrontiert, Fl\u00fcchtlinge aufnehmen zu m\u00fcssen.<br \/>\nVosberg: Auch deshalb ist es wichtig, dass die Kommune \u00fcber eigene Wohnungen verf\u00fcgt. In Oberried m\u00fcssen wir pro Jahr etwa zwei Fl\u00fcchtlinge aufnehmen. Wenn man die aktuellen Brandherde auf der Welt anschaut, dann wird diese Zahl nicht zur\u00fcckgehen. Wir m\u00fcssen als Gemeinde Wohnraum f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zur Verf\u00fcgung stellen und wenn wir es ernst meinen, dann m\u00fcssen wir das auch in der Mitte der Gesellschaft und nicht am Rand, damit die Menschen eine Chance haben, wieder eine Heimat zu finden. Die Suche nach Wohnraum allerdings ist extrem schwierig, da Wohnraum im Dreisamtal exorbitant teuer ist und die Nachfrage hoch.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Im Mai wird ein neuer Gemeinderat gew\u00e4hlt \u2026<br \/>\nVosberg: Nachdem in Oberried beim B\u00fcrgermeister ein Generationenwechsel vollzogen wurde, steht dieser jetzt beim Gemeinderat an. Viele erfahrene und langgediente Gemeinder\u00e4te treten nicht mehr zur Wahl an. Ich bin froh, dass ich ein Jahr lang mit einem Gemeinderat arbeiten konnte, der mit R\u00e4ten besetzt war, die lange Jahre Erfahrung hatten und mich sehr unterst\u00fctzt haben. Ich freue mich aber auch auf den neuen Gemeinderat. Er wird sich mit gro\u00dfen Themen auseinandersetzen m\u00fcssen und viele Gestaltungsm\u00f6glichkeiten haben. Das Mehrgenerationenprojekt ist ein richtig starkes Projekt. Weiter stehen an das Biosp\u00e4hrengebiet, Energie, Windkraft \u2026<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Was macht denn das Thema Windkraft?<br \/>\nVosberg: Wir haben das Problem, dass die ornithologischen Gutachten aufgrund des nassen Fr\u00fchjahrs 2013 im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen sind. Nach Ansicht der Experten war das Fr\u00fchjahr nicht repr\u00e4sentativ, deshalb m\u00fcssen diese Untersuchungen wiederholt werden.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Also Stillstand?<br \/>\nVosberg: Stillstand nicht, aber Geldausgeben. Denn diese Untersuchungen kosten ja auch. Aber es gilt das ganz klare Bekenntnis: wir wollen rechtssicher Standorte f\u00fcr Windkraft erm\u00f6glichen!<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Herr Vosberg, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<br \/>\nMit B\u00fcrgermeister Klaus Vosberg von Oberried unterhielt sich Dagmar Engesser<br \/>\n26.3.2014, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\/\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dreisamt\u00e4ler: Herr Vosberg, Sie haben Anfang des Jahres, nachdem Sie nun fast ein Jahr als B\u00fcrgermeister\u00a0im Amt sind, Ihren ersten Haushalt in Oberried verabschiedet. 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