{"id":45226,"date":"2014-02-12T09:35:12","date_gmt":"2014-02-12T08:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=45226"},"modified":"2014-03-02T14:33:52","modified_gmt":"2014-03-02T13:33:52","slug":"genmais-1507-in-eu-zugelassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/genmais-1507-in-eu-zugelassen\/","title":{"rendered":"Genmais 1507 in EU zugelassen"},"content":{"rendered":"<p>Die Experten der Europ\u00e4ischen Umweltbeh\u00f6rde EFSA k\u00f6nnen Sch\u00e4digungen von Gesundheit und Umwelt durch <a title=\"Mais\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/ernaehrung\/getreide\/mais\/\">Genmais 1507<\/a> des US-Herstellers Dupont Pioneer <a title=\"Greenwash\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/medien\/greenwash\/\">(noch)<\/a> nicht nachweisen. Da die <a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">EU-Kommission<\/a> sich nur auf die wissenschaftliche Gutachten der EFSA st\u00fctzen darf, hat sie <a title=\"Gentechnik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/gentechnik\/\">Genmais<\/a> 1507 als <a title=\"Saatgut\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/saatgut\/\">Saatgut<\/a> am 11.2.2014 zugelassen. Man mu\u00df sich diese himmelschreiende Diskrepanz mal klar machen:<!--more--><\/p>\n<p><em>Einerseits werden die B\u00fcrger selbst ignoriert:<\/em> Das EU-Parlament in Stra\u00dfburg wird nur &#8222;angeh\u00f6rt&#8220;, es hat auch in Sachen Genmais \u00fcberhaupt kein Beschlu\u00dfrecht. Zudem wird auch der B\u00fcrgerwille in den einzelnen Staaten der EU nicht zur Kenntnis genommen. So sind mit \u00fcber 80%, also \u00fcber vier F\u00fcnfteln, eine gewaltige Mehrheit der Deutschen Landwirte strikt gegen genver\u00e4ndertes Saatgut.<br \/>\n<em>Andererseits<\/em> k\u00f6nnen die Sch\u00e4den des genver\u00e4nderten Maises 1507 doch erst dann wissenschaftlich nachgewiesen werden, wenn die \u00c4cker durch GVO-Saatgut unwiderruflich verseucht sind, wenn also das Kind in den Brunnen gefallen ist, und zwar nachhaltig.<br \/>\n13.2.2014<br \/>\n.<br \/>\n<strong>\u00dcber Alternativen zur Europ\u00e4ischen Union nachdenken<\/strong><br \/>\nWenn Entscheidungsprozesse, wie die j\u00fcngste Zulassung des Anbaues von Genmais in der Europ\u00e4ischen Union, derart kompliziert sind, dass sie weder den Mehrheitswillen von 4\/5 der EU-B\u00fcrger und angeblich nicht mal die \u00dcberzeugung des Europaministers widerspiegeln und das Verfahren als Ausrede f\u00fcr unab\u00e4nderliche Entwicklungen dienen kann, dann sollten wir EU-B\u00fcrger doch \u00fcber Alternativen zur Europ\u00e4ischen Union nachdenken. Je weniger EU-B\u00fcrger sich in Ihrer gew\u00fcnschten Lebensf\u00fchrung durch die Eurokraten demokratisch vertreten sehen, desto gr\u00f6\u00dfer wird der Zuwachs populistischer Anti-Europaparteien bei der anstehenden Europawahl ausfallen.\u00a0Die mal wieder unentschiedene Haltung unserer Regierung missachtet jedenfalls den Wunsch sehr vieler B\u00fcrger nach Abkehr von industrieller Landwirtschaft aufs Neue und f\u00f6rdert damit diese Entwicklung. Ich darf gar nicht daran denken, welche Folgen die Verhandlungen zum Handelsabkommen mit den USA f\u00fcr uns alle haben werden, wenn unsere Regierungsvertreter dem Druck von Lobbyisten amerikanischer Gro\u00dfkonzerne dauernd nachgeben. Genmais abzulehnen, trotz der Bescheinigung der Unbedenklichkeit durch gekaufte &#8222;Experten&#8220; ist begr\u00fcndbar. Eine Resistenzzunahme der Schadinsekten durch das teilweise fl\u00e4chendeckende Nahrungsangebot gentechnisch ver\u00e4nderter, selber Giftstoffe erzeugender Maispflanzen wird die Landwirte, wie in den USA bereits zu beobachten, zu st\u00e4rkerem Pestizideinsatz bringen, was f\u00fcr die Konzerne gut aber f\u00fcr alle Lebewesen schlecht ist. Je nachdem wie haltbar das Pestizid ist, welches dem Genmais nicht schadet, wird es uns selbst aber auch allen Insekten und damit anderen Lebewesen, wie beispielsweise V\u00f6geln, schaden. Wir haben einen be\u00e4ngstigenden Artenr\u00fcckgang und dieser wird sich verst\u00e4rken. Die \u00c4lteren werden sich erinnern, dass fr\u00fcher nach einer Autobahnfahrt im Sommer die Windschutzscheibe voller Insekten war. Heutzutage bleibt diese fast sauber, die traurige Folge von Agrarw\u00fcsten und Pestizideinsatz. Ich will f\u00fcr die Zukunft keinen stummen Fr\u00fchling!<br \/>\n14.2.2014, Simone Rudloff, Kirchzarten<\/p>\n<p><strong>Schlichtweg naiv und eine Gefahr<\/strong><br \/>\nDas EU-Parlament beantragt die Zulassung der gentechnisch ver\u00e4nderten Maissorte 1507 . Die Gr\u00fcnen beantragen, die Zulassung zu verweigern. Unsere Politiker, die im Namen des Volkes vom Stimmrecht Gebrauch machen d\u00fcrfen und sich positionieren sollen, haben vor sich zu &#8222;enthalten&#8220;. Bis auf Kerstin Andreae, die sowieso zur Oppositionspartei geh\u00f6rt, gibt es nur einen Mann, Herrn Matern von Marschall , der R\u00fcckgrat genug besitzt, die &#8222;inhaltlichen Argumente&#8220; und nicht die &#8222;formalen Schw\u00e4chen&#8220; f\u00fcr seine Entscheidungsfindung zu nutzen und f\u00fcr den Antrag der Gr\u00fcnen zu stimmen, ganz entgegen landl\u00e4ufiger Mitl\u00e4ufergebaren seiner Parteikollegen und derer der Koalitionspartei. Herzlichen Dank und gro\u00dfes Kompliment an Sie, Herr von Marschall, Menschen wie Sie haben meinen Respekt. Wenn in naher oder ferner Zukunft unsere \u00c4cker mit giftiger &#8222;gr\u00fcner&#8220; Gentechnik verpestet und unsere Nahrung mit ebenjener verseucht ist, brauchen Sie sich nicht vorwerfen lassen, Sie h\u00e4tten das nicht gewusst u nd nicht versucht, etwas dagegen zu unternehmen denn nicht nur Schmetterlinge, Raupen und Bienen sind in Gefahr! Ihr Glaube daran, dass diese &#8222;gr\u00fcne&#8220; Gentechnik Weltregionen, wohlm\u00f6glich sogar Schwellenl\u00e4ndern just aufgrund durch Genmanipulationen erreichter Ertragssteigerung eine &#8222;Chance&#8220; b\u00f6te, das ist schlichtweg naiv und eine Gefahr f\u00fcr die soeben aufgerichtete Wirbels\u00e4ule. Gentechnik an Pflanzen gef\u00e4hrdet unsere Wahlfreiheit. Sie ist, einmal etabliert, irreversibel!<br \/>\n14.2.2014, Rahel Deubner, Schallstadt<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Was z\u00e4hlt, ist die Gewissensentscheidung<\/strong><br \/>\nIch beziehe mich auf das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten zum Gr\u00fcnen-Antrag zum Genmaisverbot. Meine Frage an die Abgeordneten ist folgende: Wenn Sie wissen, dass der \u00fcberwiegende Teil der Bev\u00f6lkerung gegen Genmais ist (und das aus gutem Grund!), warum stimmen Sie gegen den Antrag der Gr\u00fcnen? Angeblich aus formalen Gr\u00fcnden, wie Sie beteuern. Ich halte das f\u00fcr eine dumme und feige Ausrede. Sie wurden von B\u00fcrgern gew\u00e4hlt, um deren Interessen zu vertreten. Formale Fehler sind im Zweifelsfall zweitrangig, die Gewissensentscheidung z\u00e4hlt! Herrn Matern von Marschall danke ich f\u00fcr seine Entscheidung, die sich \u00fcber die Parteir\u00e4son hinwegsetzt, weil er die Sorgen der Menschen respektiert. Ich appelliere an die anderen Abgeordneten, genau so bei Abstimmungen zu entscheiden mit Nein oder Ja, je nachdem, was das Wohl der Menschen erfordert und nicht nach Parteiformalien zu schielen.<br \/>\n14.2.2014, \u00a0Irene H\u00e4ring, Breisach<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Schuster, D\u00f6rflinger, Schmidt, Schwarzel\u00fchr-Sutter f\u00fcr Genmais &#8211;\u00a0Matern von Marschall dagegen<\/strong><\/p>\n<p>Wo k\u00e4men wir denn hin, wenn wir in unserer ach so harmonischen Wohlf\u00fchloase GroKo einem Antrag der Gr\u00fcnen stattgeben w\u00fcrden? Wahrscheinlich braucht es leider \u2013 wie beim Thema Kernkraft \u2013 erst einen Vorfall wie Fukushima, der Politiker zum Nach- und Umdenken bringt und einen politischen Richtungswechsel m\u00f6glich macht. Braucht es denn wirklich immer erst einen solchen worst case?<br \/>\nIm nun diskutierten Fall der Zulassung von gentechnisch ver\u00e4ndertem Mais ist die Mehrheit der B\u00fcrger gegen die Aussaat von solchem Saatgut, viele Wissenschaftler warnen davor. Am meisten \u00e4rgere ich mich aber \u00fcber die von der BZ zurecht als &#8222;schwammig&#8220; bezeichnete Haltung der regionalen Bundestagsabgeordneten. Seltsam, alle vier (Schuster, D\u00f6rflinger, Schmidt und Schwarzel\u00fchr-Sutter) geben als Ablehnungsgrund &#8222;inhaltliche M\u00e4ngel&#8220; an \u2013 ein Schelm, wer B\u00f6ses dabei denkt! Einzig Herr Matern von Marschall gewichtet inhaltliche Argumente h\u00f6her als formale, daf\u00fcr gilt ihm Respekt.<br \/>\nAm Abend wurde mein \u00c4rger noch gr\u00f6\u00dfer, als ich nach der Abstimmung in Br\u00fcssel das Statement von Landwirtschaftsminister Friedrich in den Nachrichten h\u00f6rte: Deutschland solle den Anbau des Genmaises nun notfalls im Alleingang sperren. Ob solcher Absurdit\u00e4t stehen einem wirklich die Haare zu Berge. Ach ja, in der gleichen Sendung wurde noch von der selbst verordneten Di\u00e4tenerh\u00f6hung berichtet. Und diese Damen und Herren wundern sich bei n\u00e4chster Gelegenheit wieder \u00fcber die Politikverdrossenheit der B\u00fcrger. Deshalb mein Appell an die genannten Abgeordneten: Nehmen Sie Ihr Mandat ernst, haben Sie R\u00fcckgrat, seien Sie das, wozu Sie gew\u00e4hlt wurden: Volksvertreter, nicht parteipolitische Marionetten!<br \/>\n22.2.2014, Alexander Sporing, Kandern<br \/>\n.<\/p>\n<p><strong>Auf kollektive Schw\u00e4che haben die Konzerne gehofft<\/strong><br \/>\nNun also doch: Europa hat es nicht geschafft, sich dem Griff der Saatgut- und Gentechmultis zu entziehen. Der B\u00fcrger wird schmerzhaft Zeuge, dass weder die Bundesregierung noch die EU-Minister in der Lage\/willens sind, mit gemeinsamen Zielvorstellungen und \u00dcberzeugungen die mehrheitlichen Interessen der B\u00fcrger\/Europ\u00e4er in praktische Politik umzusetzen. Auf diese kollektive Schw\u00e4che haben die von der Regierung Obama gest\u00fctzten multinationalen Gro\u00dfkonzerne gehofft. Mit dieser EU-Entscheidung zur Zulassung von achtfach ver\u00e4ndertem Genmais steht auch dem Saatgutkonzern Monsanto f\u00fcr weitere gentechnisch ver\u00e4nderte Produkte die T\u00fcr zum europ\u00e4ischen Markt nun doch weit offen. Der bereits existierende Freihandel mit den USA zielt jetzt auf unsere Landwirtschaft und sorgt f\u00fcr den m\u00fchelosen Export gentechnisch ver\u00e4nderter US-Produkte auf unsere Felder und Teller.<br \/>\nMit der \u00d6ffnung des europ\u00e4ischen Marktes f\u00fcr gentechnisch ver\u00e4nderte Produkte werden Mensch und Natur unfreiwillig zu Probanden der Erprobungs- und Testphasen von Gentechnik, deren Gefahren f\u00fcr Gesundheit und Umwelt derzeit weitestgehend unbekannt sind. Der ehemalige US-Au\u00dfenminister Kissinger hat seinerzeit gewarnt: &#8222;Wer das Saatgut kontrolliert, beherrscht die Welt&#8220;. Konzerne, die Saatgut kontrollieren und die Politik fest im Griff haben, sind bereits Weltbeherrscher. Bleibt die Frage, wie wir B\u00fcrger uns wehren und der wachsenden Verdrossenheit \u00fcber eine verbraucherfeindliche Politik auch bei den anstehenden Europawahlen Ausdruck verleihen.<br \/>\n1.3.2014, Brunhilde Mayer, Schliengen<\/p>\n<h1>Selbst treue CDU-W\u00e4hler k\u00f6nnen es kaum glauben<\/h1>\n<p>Zu: &#8222;Kaum einer will Genmais, dennoch wird er angepflanzt&#8220;, Beitrag von Daniela Weing\u00e4rtner (Wirtschaft, 12. Februar):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>80 Prozent der Deutschen gegen Gentechnik &#8211; Regierung daf\u00fcr<\/strong><br \/>\nBeim Treffen der Europaminister hat sich Deutschland der Stimme enthalten und damit bewusst dem Genmais in Europa T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet. Man muss sich nun fragen, da 80 Prozent der Deutschen gegen Gentechnik in der Nahrung sind, wie unsere Politiker gegen den Willen der Bev\u00f6lkerung abstimmen konnten. Sie wurden vom B\u00fcrger gew\u00e4hlt und werden von ihm bezahlt. Die B\u00fcrger haben deutlich gesagt, dass sie kein Gen-Food wollen. Trotzdem haben die gro\u00dfe Koalition und Angela Merkel den Gro\u00dfkonzernen nachgegeben. Hier bleibt die Demokratie auf der Strecke, die Mehrheit der Deutschen wurde ignoriert. Selbst treue CDU-W\u00e4hler k\u00f6nnen es kaum glauben, dass so etwas m\u00f6glich ist.<br \/>\n1.3.2014, heidi Nocus, M\u00fcllheim<\/p>\n<h1>Das sind ja sch\u00f6ne Aussichten f\u00fcr die Zukunft<\/h1>\n<p>Zu: &#8222;Ob solcher Absurdit\u00e4t stehen einem wirklich die Haare zu Berge&#8220;, Zuschrift von Alexander Sporing (Forum, 22. Februar):<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In der GroKo nur\u00a0Matern von Marschall gegen Genmais<\/strong><br \/>\nEs ist ein Trauerspiel, dass es in der GroKo nur Herrn Matern von Marschall gab, der sich dem Druck der Mehrheit entgegengestellt hat und seinem Gewissen gefolgt ist. Er verdient meinen gr\u00f6\u00dften Respekt. Das Motto der Kanzlerin war sinngem\u00e4\u00df: Wir wollen den Menschen in den Mittelpunkt unserer Politik stellen. Bei der ersten Gelegenheit verkriecht man sich hinter einer Formalie und l\u00e4sst die Entscheidung der Kommission der 28 Staaten, Genmais in Europa zuzulassen, durch Enthaltung passieren. Sch\u00f6ne Aussichten f\u00fcr die Zukunft, wenn das Wohl der B\u00fcrger (und auch der Natur) weiterhin so im Mittelpunkt der Regierungspolitik steht. Traurig!<br \/>\n1.3.2014, Heinz-Joachim Meier, March<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Experten der Europ\u00e4ischen Umweltbeh\u00f6rde EFSA k\u00f6nnen Sch\u00e4digungen von Gesundheit und Umwelt durch Genmais 1507 des US-Herstellers Dupont Pioneer (noch) nicht nachweisen. 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