{"id":45166,"date":"2014-02-09T18:31:56","date_gmt":"2014-02-09T17:31:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=45166"},"modified":"2014-02-13T14:12:27","modified_gmt":"2014-02-13T13:12:27","slug":"schweiz-begrenzt-zuwanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/schweiz-begrenzt-zuwanderung\/","title":{"rendered":"Schweiz begrenzt Zuwanderung"},"content":{"rendered":"<p>Mit 50,3 % bzw. 19526 Stimmenvorsprung wurde die Initiative &#8222;Gegen Masseneinwanderung&#8220; der Schweizerischen Volkspartei (SVP) angenommen. Ein Systemwechsel: In Berner Beh\u00f6rden j\u00e4hrlich vorgegebene H\u00f6chstzahlen bzw. Kontingente werden\u00a0die Personenfreiz\u00fcgigkeit (Recht auf Einwanderung \u00fcber Arbeitsvertrag beim Unternehmen) ersetzen. Bilaterale Vertr\u00e4ge der <a title=\"Schweiz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/schweiz\/\">Schweiz<\/a> zum <a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">EU<\/a>-Binnenmarkt sind neu zu verhandeln.<!--more--><\/p>\n<div><\/div>\n<p>Nach der SVP-Initiative sollen bei der Besetzung von kontingentierten Stellen die Arbeitgeber Bewerbern mit Schweizer Pass den Vorzug geben.<\/p>\n<p>Diese vier Grundfreiheiten sind in der EU essentiell:<br \/>\n1. Freier Warenverkehr<br \/>\n2. Personenfreiz\u00fcgigkeit<br \/>\n3. Dienstleistungsfreiheit<br \/>\n4. Freier Kapital- und Zahlungsverkehr<br \/>\nMit der SVP-Initiative der Schweiz wurde die 2. Grundfreiheit durch eine zentrale Kontingentierung ersetzt.<br \/>\n<em>R\u00f6schtigraben:<strong><br \/>\n<\/strong><\/em>Auch bei dieser Abstimmung tat sich der sogenannte R\u00f6schtigraben auf, der h\u00e4ufig in der Schweizer Politik eine Rolle spielt, denn die Deutschschweizer Kantone stimmten mehrheitlich f\u00fcr die Abschottungsinitiative, die Romandie dagegen.\u00a0Die Kantone Aargau, Schaffhausen, Graub\u00fcnden, Glarus, St. Gallen, Solothurn, Thurgau, Basel-Landschaft, Luzern, Obwalden, Nidwalden, Uri, Schwyz, Tessin, Bern, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden stimmten mit &#8222;Ja&#8220;. Die W\u00e4hler in Genf, Zug, Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Z\u00fcrich, Basel-Stadt und Jura sagten &#8222;Nein&#8220;.<br \/>\n9.2.2014<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Zuwanderung in der Schweiz dreimal so hoch wie in Deutschland\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ausl\u00e4nderquote: CH 23,3% (Spitzenreiter ist Z\u00fcrich mit 31,3%) \u00a0&#8211; \u00a0D 8.2% (Spitzenreiter ist Frankfurt mit 25%)<br \/>\nNettozuwanderung pro Jahr: CH 84.000 \u00a0Personen \u00a0&#8211; \u00a0D 370.000 \u00a0(850.000 w\u00fcrden der Schweiz entsprechen)<\/p>\n<p>Diese Daten zeigen, dass die &#8222;Zuwanderung&#8220; in der Schweiz ungef\u00e4hr dreimal so hoch ist wie in Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Schweizer Philosophieprofessor: Deutsche h\u00e4tten \u00e4hnlich abgestimmt &#8211; Stuttgart21<br \/>\n<\/strong>Es kommt recht h\u00e4ufig vor, dass mir Abstimmungsergebnisse nicht passen, aber damit muss man in einer Demokratie leben, die dem B\u00fcrger direkte Mitgestaltungsm\u00f6glichkeiten\u00a0einr\u00e4umt. Deshalb verstehe ich auch nicht, dass hier immer noch \u00fcber <a title=\"Stuttgart21\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/stuttgart21\/\">Stuttgart 21<\/a> diskutiert wird. Es gab eine Abstimmung. Die Verlierer haben das Votum zu akzeptieren, so sind die Spielregeln.<br \/>\nAlles vom 10.2.2014 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/schweizer-philosoph-deutsche-haetten-aehnlich-abgestimmt\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/schweizer-philosoph-deutsche-haetten-aehnlich-abgestimmt\u00a0<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p><strong>Die Schweizer haben Unbehagen gegen ein Wachstum um jeden Preis<\/strong><br \/>\nAlle, die hier \u00fcber die Schweiz motzen, sollen erst einmal selber soviele Einwanderer aufnehmen! Deutschland nimmt in etwa die H\u00e4lfte auf verglichen zu Schweiz. Zudem geht es den meisten Schweizer nicht um die Ausl\u00e4nder an sich, da haben die wenigsten etwas dagegen. Es geht darum, dass jede Sekunde 1m\u00b2 Land verbaut wird, die Mieten steigen mittlerweile in vielen Gegenden so hoch, dass nur noch Topverdiener sich diese leisten k\u00f6nnen. Es herrscht 3x am Tag \u00fcberall nur noch Stau. Platz f\u00fcr Strassenbau gibt es schlicht nicht. Die Gemeinden kommen nicht nach mit Schulh\u00e4user und andere Grundversorgung zu bauen. Wenn Deutschland pro Jahr ohne Jammern 1 Million Einwanderer aufnimmt, dann sage ich allerdings nichts mehr.<br \/>\n9.2.2014, Ivo Steinmann<\/p>\n<p>Eine interessante Sichtweise aus der S\u00fcddeutschen: Die Schweizer haben sich gegen unbegrenztes Wachstum entschieden und nehmen daf\u00fcr lieber etwas weniger Wohlstand in Kauf. Etwa ein Vorbild f\u00fcr die EU?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/volksabstimmung-in-der-schweiz-freizuegigkeit-nein-danke-1.1883933\" target=\"_blank\">https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/volksabstimmung-in-der-schweiz-freizuegigkeit-nein-danke-1.1883933<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nationalstaaten wir die Schweiz gilt es zu erhalten<\/strong><br \/>\nIn der Tat f\u00fchren wir die gleiche Debatte in Deutschland. Und diese Debatte ist wichtig. Wenn die Personenfreiz\u00fcgigkeit wie in der Schweiz dazu f\u00fchrt, dass jedes Jahr 1% der Gesamtbev\u00f6lkerung von au\u00dfen neu ins Land str\u00f6mt, so wird die urspr\u00fcngliche Bev\u00f6lkerung mit ihrer urspr\u00fcnglichen Kultur binnen eines Menschenlebens eine Minderheit im eigenen Land sein. Die unbegrenzte Personenfreiz\u00fcgigkeit kann daher nur f\u00fcr jene eine vern\u00fcnftige Option sein, denen die deutsche, franz\u00f6sische, britische oder auch schweizerische Nationalit\u00e4t schon l\u00e4ngst ein Dorn im Auge ist, und die es kaum erwarten k\u00f6nnen, bis Europa zum Schmelztiegel der europ\u00e4ischen V\u00f6lker vermischt wurde, in dem regionale Besonderheiten der Menschen keine Rolle mehr spielen und als r\u00fcckst\u00e4ndig und minderwertig angesehen werden.\u00a0Das Problem an dieser Ansicht ist, dass es sich dabei um eine Utopie handelt, die mit den Bed\u00fcrfnissen der Menschen auf diesem Kontinent nicht das geringste zu tun hat. W\u00e4ren wir in unserem Innersten tats\u00e4chlich solche Internationalisten, h\u00e4tten sich die Nationalstaaten nie ausgebildet. Diese haben n\u00e4mlich einen Sinn. Und zwar die Solidarit\u00e4t zwischen ihren B\u00fcrgern herzustellen, die n\u00f6tig ist, damit ein Staatswesen \u00fcberhaupt funktionieren kann.<br \/>\nWie w\u00e4re es, wenn wir dieses Europa endlich vom Kopf auf die Beine stellen w\u00fcrden, und die Regeln an den Realit\u00e4ten ausrichten w\u00fcrden und nicht an Hirngespinsten?\u00a0Was mich an der Schweizer Entscheidung wundert, ist die Tatsache, dass sie sich mit ihrem Franken sklavisch an den Verlierer-Euro binden. Das Land hat durch diese Unterbewertung der eigenen W\u00e4hrung zwischenzeitlich einen Leistungsbilanz\u00fcberschuss von 11%. Ein klares Zeichen daf\u00fcr, dass in der Schweiz zu billig produziert wird, und die Exportindustrie deshalb boomt, mit der Folge eines gigantischen Fachkr\u00e4ftebedarfs. W\u00fcrde man den Franken wieder einmal um 20% aufwerten, w\u00fcrde der Boom bei den Exporteuren ged\u00e4mpft werden, und die Schweizer Verbraucher k\u00f6nnten mit einem noch h\u00e4rteren Franken noch g\u00fcnstiger Waren und Dienstleistungen im Ausland erwerben. Die Masse der Schweizer w\u00fcrde damit noch reicher werden, ohne explodierende Zuwanderung. Aber wie in Deutschland scheint auch in der Schweiz die Exportindustrie erfolgreich das M\u00e4rchen zu erz\u00e4hlen, dass eine harte W\u00e4hrung ein besonderes \u00dcbel sei.<br \/>\n10.2.2014<\/p>\n<p><strong>Einwanderung in tiefer qualifiziertere Berufe steigt an<br \/>\n<\/strong>Bis 2008 \u00adbetrug der \u00abAnteil der Nettoeinwanderung aus Deutschland, Benelux, Skandinavien und Grossbritannien fast 50 Prozent\u00bb.Bis 2012 sei dieser Anteil freilich unter 20 Prozent gefallen. \u00abDer Anteil der Nettozuwanderung aus \u00adItalien, Spanien, Portugal und Griechenland stieg im selben Zeitraum [.\u2009.\u2009.] auf beinahe 50\u00a0Prozent.\u00bb Fazit der UBS-\u00d6konomen: \u00abDie Immigranten aus S\u00fcdeuropa gehen im Durchschnitt tiefer qualifizierten T\u00e4tigkeiten nach als diejenigen aus dem Norden&#8230;&#8230;\u00a0Alles vom 10.2.2014 auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.weltwoche.ch\/ausgaben\/2014-06\/editorial-unehrlich-die-weltwoche-ausgabe-062014.html\">https:\/\/www.weltwoche.ch\/ausgaben\/2014-06\/editorial-unehrlich-die-weltwoche-ausgabe-062014.html<br \/>\n<\/a><br \/>\n<strong>In der Schweiz wie in D: Integrationswillige Menschen sind gesucht<\/strong><br \/>\nEs geht darum, die integrationsfaehige und integrationswillige Menschen ins Land zu nehmen. Gerade diese Gruppe hat in Deutschland oft grosse Schwierigkeiten, insbesondere die nichtdeutsche Wissenschaftler, die nicht selten buerokratische Huerden und Boeswilligkeiten erfahren. Viele Professoren mit nicht-deutsch klingenden Namen koennen ein Lied davon singen. Wenn ich die deutsche Presse lese, komme ich zum Schluss, dass dieses Land mehr fuer ungebildeten und potenziell kriminellen Einwanderer offen ist, als fuer die Menschen, die etwas beitragen koennen und wollen. Liegt das vielleicht an unserer gutmenschlichen Ueberheblichkeit?<br \/>\n10.2.2014, M.Beute<br \/>\n.<br \/>\n<strong>Arbeitgeberpr\u00e4sident Valentin Vogt &#8211; Ich w\u00fcrde auch nicht kommen:\u00a0<\/strong><br \/>\n&#8222;Besteht nicht die Gefahr, dass viele qualifizierte Ausl\u00e4nder nach den Diskussionen \u00fcber Zuwanderung k\u00fcnftig nicht mehr in die Schweiz kommen wollen?\u00a0Diese Gefahr besteht. Wer kommt in ein Land, das einem sagt: Im September haben wir ein Kontingent f\u00fcr Sie. Zudem m\u00fcssen Sie alleine kommen, Ihre Familie darf vielleicht in zwei Jahren nachziehen. Darauf lassen sich nur Personen ein, die weniger qualifiziert sind und die einen Job ben\u00f6tigen. Kandidaten jedoch, die unter mehreren Angeboten ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen, werden das nicht mit sich machen lassen. Ich w\u00fcrde das \u00fcbrigens auch nicht tun.&#8220;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/schweiz\/ich-wuerde-nicht-kommen-1.18239590\" target=\"_blank\">https:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/schweiz\/ich-wuerde-nicht-kommen-1.18239590<br \/>\n<\/a>Vogt hebt hervor, dass die Initiative vor allem im l\u00e4ndlichen Raum gesiegt hat, wo keine Einwanderer zu finden sind, w\u00e4hrend in den Zentren selbst mit den vielen Einwanderern die Initiative abgelehnt wurde. Also: Je geringer der \u00a0Kontakt zur (ausl\u00e4ndischen) Au\u00dfenwelt, desto gr\u00f6\u00dfer die \u00c4ngste. Hier muss die Politik ansetzen mit Aufkl\u00e4rung.<br \/>\n11.2.2014<\/p>\n<p><strong>Ecopop will Zuwanderung auf 16000 Personen\/Jahr beschr\u00e4nken<\/strong><br \/>\n<a title=\"EcoPop\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/schweiz\/ecopop\/\">Ecopop (\u201eECOlogie et POPulation\u201c)<\/a> ist eine parteiunabh\u00e4ngige Umweltorganisation. Unser Anliegen: die Lebensgrundlagen und die Lebensqualit\u00e4t in der Schweiz\u00a0und weltweit auch f\u00fcr kommende Generationen zu erhalten und sich hierf\u00fcr insbesondere mit dem Faktor Bev\u00f6lkerung zu befassen. ECOPOP distanziert sich klar von<br \/>\nfremdenfeindlichen und rassistischen Ansichten.\u00a0&#8230;..<br \/>\nDie j\u00e4hrliche Nettozuwanderung in der Schweiz soll im Durchschnitt auf 0.2% der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung beschr\u00e4nkt werden, also ca 16.000 Personen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.ecopop.ch \">www.ecopop.ch\u00a0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit 50,3 % bzw. 19526 Stimmenvorsprung wurde die Initiative &#8222;Gegen Masseneinwanderung&#8220; der Schweizerischen Volkspartei (SVP) angenommen. Ein Systemwechsel: In Berner Beh\u00f6rden j\u00e4hrlich vorgegebene H\u00f6chstzahlen bzw. Kontingente werden\u00a0die Personenfreiz\u00fcgigkeit (Recht auf Einwanderung \u00fcber Arbeitsvertrag beim Unternehmen) ersetzen. 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