{"id":44493,"date":"2014-01-25T14:23:15","date_gmt":"2014-01-25T13:23:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=44493"},"modified":"2014-01-26T09:19:35","modified_gmt":"2014-01-26T08:19:35","slug":"jobmesse-colmar-pendler-f-d","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/jobmesse-colmar-pendler-f-d\/","title":{"rendered":"Jobmesse Colmar &#8211; Pendler F-D"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1980 ist die Zahl der Pendler vom <a title=\"Elsass\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/elsass\/\">Elsass<\/a> \u00fcber den <a title=\"Breisach\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/breisach\/\">Rhein<\/a> nach <a title=\"Badener\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/alemannisch\/badener\/\">S\u00fcdbaden<\/a> immer weiter zur\u00fcckgegangen und immer weniger Els\u00e4sser sprechen Deutsch. Die Arbeitslosenquote im Elsass liegt bei \u00fcber 10%. Im Bereich der <a title=\"Handwerkskammer\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handwerk\/handwerkskammer\/\">IHK S\u00fcdlicher Oberrhein<\/a> fehlen weit \u00fcber 10000 <a title=\"Job\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/arbeit\/job\/\">Fachkr\u00e4fte<\/a>. Bei der Jobmesse in Colmar 24.\/25.1.2014 werben badische Firmen um zuk\u00fcnftige Pendler.<!--more--><\/p>\n<p>Auf der zweitgr\u00f6\u00dften Berufs- und Bildungsmesse von Frankreich &#8222;Salon regional formation emploi&#8220; haben 80 deutsche Unternehmen der IHK ihre St\u00e4nde aufgebaut. Gr\u00fcnde: Auf deutscher Seite wird die Zahl der Lehrstellenbewerber demografiebedingt bis 2025 um 30 % zur\u00fcckgehen, w\u00e4hrend sie auf franz\u00f6sischer Seite unver\u00e4ndert bleibt. Gleichzeitig sind im Elsass 23000 unter 25-J\u00e4hrige ohne Arbeit und die Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe liegt bei unvorstellbar hohen 20%.<\/p>\n<p>Strassburger Arbeitsagentur &#8222;Pole Emploi&#8220;<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.srfe.com \">www.srfe.com<br \/>\n<\/a>Un salon ouvert \u00e0 tous !<strong>\u00a0<\/strong>Vous \u00eates demandeur d\u2019emploi, \u00e9tudiant, lyc\u00e9en, salari\u00e9 en reconversion ou encore cr\u00e9ateur d\u2019entreprise ? Le Salon R\u00e9gional Formation Emploi est le rendez-vous \u00e0 ne pas manquer ! Cet \u00e9v\u00e9nement, unique en Alsace, vous offre la possibilit\u00e9 de d\u00e9couvrir les diff\u00e9rents m\u00e9tiers et fili\u00e8res de formation, d\u2019entrer directement en contact avec les entreprises qui recrutent, de participer \u00e0 des ateliers, d\u2019assister \u00e0 des conf\u00e9rences\u2026 et ce, dans un m\u00eame lieu et au m\u00eame moment.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.suedlicher-oberrhein.ihk.de\/international\/Frankreich_Schweiz\/Auwi_2008_Frankreich\/2589340\/Salon_Regional_Formation_Emploi_am_24_25_Januar_2014_in_Colmar.html\">https:\/\/www.suedlicher-oberrhein.ihk.de\/international\/Frankreich_Schweiz\/Auwi_2008_Frankreich\/2589340\/Salon_Regional_Formation_Emploi_am_24_25_Januar_2014_in_Colmar.html<\/a><\/p>\n<p>IHK S\u00fcdlicher Oberrhein, Lotzbeckstra\u00dfe 31, 77933 Lahr,<strong><br \/>\n<\/strong>Fr\u00e9d\u00e9ric Carri\u00e8re, Tel 07821\/2703-650, E-Mail:\u00a0<a title=\"\" href=\"mailto:frederic.carriere@freiburg.ihk.de\" target=\"_blank\">frederic.carriere@freiburg.ihk.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir brauchen euch<\/strong><br \/>\nBadische Unternehmer wollen mit gro\u00dfem Aufwand auf der Jobmesse in Colmar Els\u00e4sser auf den brummenden Arbeitsmarkt rechts des Rheins locken.\u00a0In gro\u00dfer Zahl und mit viel Hoffnung treten deutsche Arbeitgeber bei der Jobmesse auf, die am Freitag in Colmar er\u00f6ffnet wurde und die noch bis zum heutigen Samstag dauert. Die Unternehmensvertreter sagen els\u00e4ssischen Bewerbern immer wieder: Wir brauchen euch.\u00a0Die Industrie- und Handelskammer (IHK) S\u00fcdlicher Oberrhein, die Handwerkskammer Freiburg und die Agentur f\u00fcr Arbeit haben eine ganze Messehalle angemietet, die es ohne das akute Interesse aus S\u00fcdbaden leergeblieben w\u00e4re.\u00a0Rechts des Rheins hat eine f\u00fcr die Betriebe verheerende demografische Entwicklung eingesetzt. 2025 werden laut Prognosen im Bereich der IHK S\u00fcdlicher Oberrhein 25 000 Fachkr\u00e4fte fehlen. Genauso viele werden es im Handwerk sein.<\/p>\n<p>Auf der Jobmesse in Colmar gleicht die Halle vier mit mehr als 70 badischen Betrieben einem belebten Marktplatz. Jeder kann mit den besten Leuten reden, die nach Arbeit suchen. Im vergangenen Jahr z\u00e4hlte die Jobmesse mehr als 20 000 Besucher. Drei Viertel der Els\u00e4sser, das hat das Euro-Institut Kehl herausgefunden, seien an einem Arbeitsplatz in der nahen Grenzregion interessiert.<br \/>\nEinige der in Colmar pr\u00e4senten Unternehmen aus Baden haben zahlreiche Angestellte aus dem Elsass gehabt, andere keine Erfahrung. Sie haben aber verstanden, dass es in manchen Branchen bei einer Arbeitslosenquote von knapp \u00fcber vier Prozent im Raum Freiburg schwer ist, geeignete Bewerber f\u00fcr unbesetzte Stellen zu finden. Berufskraftfahrer etwa werden auf deutscher Seite dringend gesucht. Katja Scharnagl von der Freiburger Spedition Klotz kann pro Lehrjahr bis zu vier Auszubildende einstellen, dazu bis zu drei ausgelernte Fahrer. Je nach Auftragslage steige der Bedarf, so Scharnagl. &#8222;Aber wir erwarten eine abgeschlossene Ausbildung.&#8220; Das w\u00fcssten viele Bewerber nicht. Steffen Auer, der Pr\u00e4sident der IHK S\u00fcdlicher Oberrhein, sagt: &#8222;Fr\u00fcher kamen viele Els\u00e4sser in deutsche Betriebe und wurden dann angelernt.&#8220; Heute h\u00e4tten die Unternehmen viel gr\u00f6\u00dfere Erwartungen, was die Qualifikation anbelangt.<\/p>\n<p>Auf franz\u00f6sischer Seite ist die Messe lange und intensiv vorbereitet worden. 1700 Arbeitslose, die beim franz\u00f6sischen P\u00f4le emploi gemeldet sind, wurden in Bewerberkursen geschult. Vor Beginn der Messe verschickte das franz\u00f6sische Pendant zur deutschen Agentur f\u00fcr Arbeit an alle, die in ihrer Kartei verzeichnet sind, eine SMS, mit der an die Jobb\u00f6rse erinnert wurde. &#8222;Im Elsass ist das \u00fcblich&#8220;, sagt Anja Ondrejcik . Die Freiburger Arbeitsberaterin ist der deutsche Part des Services f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Arbeitsvermittlung im Bereich Freiburg\/L\u00f6rrach und dem s\u00fcdlichen Elsass. Oft scheitert eine Vermittlung an Formalien. Deutsche Unternehmen bekommen aus dem Elsass handgeschriebene Lebensl\u00e4ufe, Bewerbungen ohne Foto oder solche, die auf ein einziges Blatt gepackt sind. &#8222;Eine solche Bewerbung&#8220;, sagt Ondrejcik, &#8222;wird aussortiert, schon allein, weil sie ungew\u00f6hnlich aussieht.&#8220; Dabei h\u00e4tte der Bewerber vielleicht auf die offene Stelle gepasst. In Colmar richtete die Agentur f\u00fcr Arbeit deshalb eigens eine Bewerbungsmappenberatung ein.<br \/>\nBadische Hotels suchen in Colmar K\u00f6che, Kellner, Zimmerm\u00e4dchen \u2013 weil es sich auszahlt, wenn das Personal franz\u00f6sische G\u00e4ste in deren Sprache anspricht. Christiane Roth, Pr\u00e4sidentin der IHK Colmar, sieht kein Problem darin, dass junge Els\u00e4sser fortan f\u00fcr den deutschen Arbeitsmarkt ausgebildet werden k\u00f6nnten. &#8222;Jungen Menschen steht es immer gut zu Gesicht, wenn sie im Ausland Berufserfahrungen sammeln. Und was spricht dagegen, dass sie irgendwann wieder zur\u00fcckkommen und wir davon profitieren?&#8220;<br \/>\n25.1.2014, B\u00e4rbel N\u00fcckles<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.meteojob.com\/colmar\/emploi-colmar.html\">https:\/\/www.meteojob.com\/colmar\/emploi-colmar.html\u00a0<\/a><\/p>\n<p><strong>Wie s\u00fcdbadische Betriebe junge Els\u00e4sser anwerben<\/strong><\/p>\n<p>Im Radius der IHK S\u00fcdlicher Oberrhein sind vergangenes Jahr 400 Ausbildungsstellen unbesetzt gewesen. Wer dem Fachkr\u00e4ftemangel in S\u00fcdbaden mit jungen Arbeitslosen aus dem Elsass abhelfen will, muss dicke Bretter bohren.\u00a0Es hat ein paar Wochen gedauert, bis die Anfangsprobleme ausgestanden waren und sie p\u00fcnktlich um sieben Uhr fr\u00fch in Kehl bei der Arbeit waren. Pierre Kurtz muss daf\u00fcr um 5 Uhr zu Hause im els\u00e4ssischen Rhinau losfahren. K\u00e9vin Lerdung reist aus Marmoutier an, eine gute halbe Stunde hinter Stra\u00dfburg. Mahmut Bolukbasi marschiert 40 Minuten, bis er im Kehler Hafen ankommt. Zwischen seiner Wohnung in Frankreich und seinem Praktikumsplatz in Deutschland liegt eigentlich nur die Europabr\u00fccke.\u00a0Aber so nah sei das dann doch wieder nicht, meint er und grinst verlegen. &#8222;Meine Freunde&#8220;, erz\u00e4hlt er, &#8222;beneiden mich um diese Chance.&#8220; Pierre, 18, K\u00e9vin, 21, und Mahmet, 17 Jahre alt, haben Monate auf ihre Chance gewartet. Der eine hat im Elsass keine Lehrstelle im Wunschberuf gefunden. Beim anderen waren die Noten einfach zu schlecht. &#8222;Wenn man so einen Namen hat wie ich&#8220;, sagt Mahmut Bolukbasi, &#8222;ist es in Frankreich nicht gerade leicht, Arbeit zu finden.&#8220;<br \/>\nBernd Wiegele, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der BAG Badische Ausbildung und Anlagenbau, einer Tochter der Badischen Stahlwerke (BSW) in Kehl, hat ihnen und zwei anderen jungen M\u00e4nnern aus dem Elsass eine Chance gegeben. &#8222;Wir haben hier 196 Auszubildende aus 17 Nationen. Unser Betrieb bildet schlie\u00dflich die Gesellschaft ab.&#8220; Vom Schreibtisch aus blickt Wiegele auf die Schlote des Kehler Stahlwerks. Zur anderen Seite ahnt man den Stra\u00dfburger Erd\u00f6lhafen. &#8222;Ich habe mich immer gefragt, warum ich nicht mehr als eine Bewerbung pro Jahr aus Frankreich auf den Tisch bekommen habe.&#8220;<br \/>\nWarum nicht Leute aus dem Elsass holen?\u00a0Die BSW sind mit zahlreichen Tochterunternehmen der gr\u00f6\u00dfte Arbeitgeber im Kehler Hafen, und Wiegele muss f\u00fcr sie alle Nachwuchs ausbilden. Daf\u00fcr ist die BAG in den 1980er-Jahren als Ausbildungsbetrieb gegr\u00fcndet worden. &#8222;Noch sp\u00fcren wir den demografischen R\u00fcckgang nicht, von dem alle reden&#8220;, sagt Wiegele. &#8222;Aber unser Einzugsgebiet ist nur ein Halbkreis.&#8220; Statt abzuwarten ergriff der drahtige Manager die Initiative, sagte sich: Warum nicht junge Leute aus dem Elsass nach Baden holen?\u00a0Nachdem der Druck auf beiden Seiten zugenommen hat \u2013 9,5 Prozent Arbeitslose, 20 Prozent bei den Jugendlichen im Elsass, Fachkr\u00e4ftemangel in Baden-W\u00fcrttemberg \u2013 wurde die Kooperation schnell konkret. Mit der Region Alsace hat die BAG auch die Politik im Boot und die Arbeitsagenturen in Kehl und Stra\u00dfburg auf ihrer Seite. Letztere schickte bald 27 Interessenten in den Betrieb. Nicht ein F\u00fcnftel ist geblieben. R\u00eave, Franz\u00f6sisch f\u00fcr Traum, hei\u00dft die grenz\u00fcberschreitende Kooperation, die im Oktober begonnen hat. Bis zum Sommer absolvieren die f\u00fcnf jungen M\u00e4nner ein Praktikum. Im Herbst, wenn auch die Sprache besser sitzt, soll die richtige Ausbildung beginnen. Daf\u00fcr wird Wiegele aber nicht den klassischen Weg gehen.<\/p>\n<p>400 Ausbildungsstellen unbesetzt:\u00a0Seit 1999 gibt es in Betrieben der Ortenau ein gestuftes Modell: Jugendliche, die nicht von vornherein die Voraussetzungen f\u00fcr die betriebliche Ausbildung erf\u00fcllen, werden in Kleingruppen sozialp\u00e4dagogisch und fachlich betreut, schlie\u00dfen aber, so die Erfahrung, trotz leicht verl\u00e4ngerter Ausbildungszeit in der Regel mit den anderen auf. &#8222;Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht&#8220;, sagt Wiegele. &#8222;Die jungen Leute geben Gas.&#8220;\u00a0Das w\u00fcrden sich auch andere Arbeitgeber am Oberrhein w\u00fcnschen. Im Radius der IHK S\u00fcdlicher Oberrhein waren im September 400 Ausbildungsstellen quer durch alle Branchen nicht besetzt. Die vier IHKs an der Rheinschiene z\u00e4hlen sieben Prozent weniger Neueinstellungen von Auszubildenden pro Jahr.\u00a0Die Arbeitsagentur Freiburg hat Job-Datings entwickelt, deutsch-franz\u00f6sische Beraterteams gebildet und ist auf den einschl\u00e4gigen Berufsmessen im Elsass pr\u00e4sent. F\u00fcr Ende dieser Woche hat sie in Colmar f\u00fcr 70 Arbeitgeber eine komplette Halle gemietet. Sie hat einen Flyer entwickelt, um in Frankreich f\u00fcr die duale Ausbildung in Deutschland zu werben.<\/p>\n<p>Sprache als Hindernis:\u00a0Das gr\u00f6\u00dfte Hindernis ist, da sind sich alle einig, die mit der Materie zu tun haben: die Sprache. Vor allem die Jugendlichen im Elsass, jene, die jetzt auf den Arbeitsmarkt dr\u00e4ngen, sprechen selten ausreichend Dialekt oder Hochdeutsch, um in einer der deutschsprachigen Nachbarregionen zu arbeiten. Dem Elsass ist dadurch ein Markt weggebrochen, 10 000 Jobs in der nahen Schweiz, in Baden und der S\u00fcdpfalz, die bis vor wenigen Jahren noch mit Els\u00e4ssern besetzt waren.\u00a0Auf der badischen Rheinseite hat sich die Zahl der &#8222;Einpendler&#8220; aus Frankreich seit 1999 um mehr als 6100 verringert. Ging ein els\u00e4ssischer Facharbeiter bei Mercedes in Raststatt zuletzt in Rente, folgte kein j\u00fcngerer Landsmann nach \u2013 teils, weil schlicht die Sprachkenntnisse fehlen, teils, weil der n\u00e4chsten Generation das Nachbarland fremd geworden ist. &#8222;Ich war schon in Kehl einkaufen&#8220;, erz\u00e4hlt BAG-Praktikant Pierre Kurtz, 18, ein schlaksiger Junge. &#8222;Ich war auch im Europa-Park.&#8220; Auf die Idee, in Deutschland nach einer Lehrstelle zu suchen, w\u00e4re er von alleine nicht gekommen. Es brauchte die Motivation durch seinen Arbeitsberater. &#8222;Dabei sprechen wir zu Hause Els\u00e4ssisch, und mein Vater arbeitet seit 20 Jahren hier bei einem Reifenh\u00e4ndler.&#8220;&#8218;<br \/>\nIm Sommer 2013 unterzeichneten der els\u00e4ssische Regionspr\u00e4sident Philippe Richert und Baden-W\u00fcrttembergs Europaminister Peter Friedrich eine Rahmenvereinbarung. Jugendliche aus der franz\u00f6sischen Grenzregion sollen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Deutschland und bei der Bew\u00e4ltigung der sprachlichen und kulturellen H\u00fcrden unterst\u00fctzt werden. Daf\u00fcr stellt das Elsass vier Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. &#8222;Seither ist viel passiert&#8220;, sagt Hartmut M\u00f6ller von der IHK S\u00fcdlicher Oberrhein in Freiburg.<br \/>\n&#8222;Anfangs dachten wir, die Auszubildenden w\u00fcrden in Frankreich die Berufsschule absolvieren und den praktischen Teil in deutschen Betrieben verbringen&#8220;, erkl\u00e4rt er. Das war leichter gesagt als getan. &#8222;Im Elsass&#8220;, sagt M\u00f6ller, &#8222;sind die Lehrpl\u00e4ne vollkommen anders aufgebaut.&#8220; Nach einigen Treffen dies- und jenseits des Rheins und Abstimmungen mit den franz\u00f6sischen IHKs wurde ein neuer Ausbildungsplan entwickelt, samt fachbezogenem Sprachkurs f\u00fcr zun\u00e4chst f\u00fcnf Berufsfelder: Lager, Metallverarbeitung, IT, Handel und Berufskraftfahrer.<\/p>\n<p>Mehrwert f\u00fcr junge Els\u00e4sser:\u00a0Das Modell setzt sich aus zwei Jahren Ausbildung und Schule plus Intensivsprachkurs Deutsch zusammen, auf die ein weiteres Jahr in Deutschland in einem Betrieb und der deutschen Berufsschule folgt. &#8222;F\u00fcr die jungen Els\u00e4sser soll ein Mehrwert herauskommen&#8220;, erkl\u00e4rt M\u00f6ller. &#8222;Wir wollen nicht nur diejenigen, die in ihrem Land nichts finden.&#8220; In den K\u00f6pfen dort m\u00fcsse aber erst ankommen, dass eine deutsche Ausbildung etwas wert ist.\u00a0Lange Diskussionen, \u00dcberzeugungsarbeit, auch bei den Eltern \u2013 das alles kennt Val\u00e9rie Schneider von der franz\u00f6sischen Seite aus. Sie betreut bei der R\u00e9gion Alsace in Stra\u00dfburg die berufliche Erstbildung und die grenz\u00fcberschreitenden Projekte f\u00fcr Jugendliche. Sie sagt, zwischen der ersten Idee, dass es doch gut w\u00e4re, eine Ausbildung in Deutschland zu beginnen, und der Umsetzung liege meist ein weiter Weg. &#8222;Man muss sich vorstellen, wir sind die Ersten in Europa, die so etwas machen.&#8220; Viele w\u00fcrfen bereits das Handtuch, wenn der Weg zur Arbeit nicht mit Bus oder Bahn zur\u00fcckzulegen sei. &#8222;Wir m\u00fcssen erst Erfahrungen sammeln, damit wir vieles schon vorweg beheben k\u00f6nnen.&#8220; Zum Beispiel, dass es f\u00fcr Franzosen fremd ist, sich ein Jahr im Voraus f\u00fcr eine Lehrstelle zu bewerben.<br \/>\nOder, dass die Auszubildenden ein deutsches Konto und eine deutsche Krankenkasse brauchen.\u00a0Alle \u2013 Ausbilder, Azubis, Beamte \u2013 betreten Neuland. Und daf\u00fcr sieht Schneiders Bilanz gar nicht so schlecht aus. Seit 2011 haben 18 Jugendliche mit mittlerem Abschluss aus Stra\u00dfburg und Umgebung eine Ausbildung in einem deutschen mittelst\u00e4ndischen Betrieb begonnen. 56 waren es, die ein Abitur mitbrachten, also mindestens 17 oder 18 Jahre alt waren. Die Vereinbarung vom Sommer soll 2014 bis zu hundert arbeitslosen Jugendlichen aus dem Elsass eine Ausbildung erm\u00f6glichen. &#8222;Ich halte das f\u00fcr machbar&#8220;, sagt Schneider. Bei der Sprache seien die deutschen Unternehmen nicht \u00fcbertrieben anspruchsvoll.<br \/>\nFinanziert hat die Region \u00fcbrigens auch den Kurs der jungen Els\u00e4sser in Kehl. Michael Enderle, Ausbildungsleiter bei der BAG, hat an einer Trennwand neben dem Werktisch laminierte, wei\u00dfe A4-B\u00f6gen Kante an Kante aufgeh\u00e4ngt. Auf jedem steht ein Fachbegriff: Haarwinkel. Ank\u00f6rnen. H\u00f6henrei\u00dfer. Anrei\u00dfnadel. Darunter ist jeweils das Werkzeug abgebildet. Winzig steht am unteren Rand die franz\u00f6sische Entsprechung. Bisher sprechen seine Sch\u00fctzlinge untereinander noch Franz\u00f6sisch. &#8222;Ab dem n\u00e4chsten Jahr&#8220;, sagt Enderle, &#8222;haben wir uns vorgenommen, dass sie sich bem\u00fchen, wenn sie hier sind, nur noch Deutsch zu sprechen.&#8220; Sie h\u00e4tten riesige Fortschritte gemacht. Aber eine schriftliche und m\u00fcndliche Pr\u00fcfung? Im deutschen Berufsbildungsgesetz gebe es eine Klausel, die Abweichungen zulasse, sofern sie gut begr\u00fcndet sind, sagt M\u00f6ller. &#8222;Die Meinungen gehen da auseinander, ich halte so eine Hilfestellung f\u00fcr vertretbar.&#8220;<br \/>\nUnd die jungen Spanier oder Portugiesen? Mit ihnen, glaubt M\u00f6ller, werde man hierzulande die L\u00fccken auf dem Arbeitsmarkt ohnehin nicht decken k\u00f6nnen. 20 Facharbeiter aus S\u00fcdeuropa h\u00e4tten sich unl\u00e4ngst im Bereich Freiburg nach einer Stelle umgesehen. Sieben sind geblieben. &#8222;Wir erhalten aus den betreffenden L\u00e4ndern auch deutliche Signale: Bitte lasst uns unsere jungen Leute, helft uns lieber, sie bei uns gut auszubilden.&#8220;<br \/>\n21.1.2014, B\u00e4rbel N\u00fcckles<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1980 ist die Zahl der Pendler vom Elsass \u00fcber den Rhein nach S\u00fcdbaden immer weiter zur\u00fcckgegangen und immer weniger Els\u00e4sser sprechen Deutsch. Die Arbeitslosenquote im Elsass liegt bei \u00fcber 10%. 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