{"id":44288,"date":"2014-01-22T18:07:39","date_gmt":"2014-01-22T17:07:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=44288"},"modified":"2014-01-23T13:42:26","modified_gmt":"2014-01-23T12:42:26","slug":"verscheusslichung-im-breisgau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/verscheusslichung-im-breisgau\/","title":{"rendered":"Verscheusslichung im Breisgau"},"content":{"rendered":"<p>Ausweis immer neuer Baugebiete im Breisgau, <a title=\"Bebauung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/immobilien\/bebauung\/\">Nachverdichtung<\/a> oder aber eine <a title=\"Regionalplanung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/regionalplanung\/\">Regionalplanung<\/a>, die beide Extreme abstimmt? Das Umland von Freiburg wird immer mehr zugebaut bzw. zersiedelt., die erste Alternative hat anscheinend gewonnen. Hierauf wies Axel Mayer vom <a title=\"BUND\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/bund\/\">BUND<\/a> in einem Vortrag in Emmendingen hin &#8211; er sprach von Verscheu\u00dflichung der Landschaft.<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Angst vor der Riesenkrake Freiburg<br \/>\n<\/strong>Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland warnt vor der Verscheu\u00dflichung des Elztals und der Region \/ Veranstaltung im Hirschensaal in Waldkirch&#8230;..<br \/>\nAlles vom 22.1.2014 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/waldkirch\/angst-vor-der-riesenkrake-freiburg--79890851.html \">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/waldkirch\/angst-vor-der-riesenkrake-freiburg&#8211;79890851.html<br \/>\n<\/a><br \/>\n<strong>Zerst\u00f6rung dieser Landschaft<br \/>\n<\/strong>Schade, dass Sie am Vortragsabend nicht dabei waren, denn dort habe ich den Begriff &#8222;Verscheu\u00dflichung&#8220; lange erkl\u00e4rt&#8230;\u00a0Hier nochmal eine &#8222;verk\u00fcrzte&#8220; Darstellung:\u00a0Das Paradies am Oberrhein, der Breisgau und das Elztal, die reiche, vielf\u00e4ltige Natur- und Kulturlandschaft mit dem Naturgarten Kaiserstuhl, die sonnenverw\u00f6hnte &#8222;Toskana Deutschlands&#8220; und die &#8222;\u00d6kohauptstadt&#8220; Freiburg&#8230; Wer kennt sie nicht, die Buchtitel, Postkarten, die Bildb\u00e4nde und Kalender, die eine der sch\u00f6nsten und vielf\u00e4ltigsten Landschaften dieser Republik beschreiben: Das Gebiet zwischen Rhein und Schwarzwald, zwischen Reben und Tannen, Kultur- und Naturlandschaft mit alten, historisch gewachsenen D\u00f6rfern und St\u00e4dten wie Staufen, Kenzingen, Emmendingen, Waldkirch, Elzach und Breisach. Wenn ich \u00fcber das &#8222;bald verlorene Paradies am Oberrhein&#8220;, \u00fcber die sich beschleunigende Zerst\u00f6rung dieser Landschaft rede, dann geschieht das nicht um Wunden aufzureissen, sondern aus einer ziemlich verzweifelten Liebe zu dieser Landschaft, ihrer Natur und zu den Menschen, die hier leben. Viele Menschen dieser Region verstehen den Begriff &#8222;Verscheu\u00dflichung&#8220;, weil sie diese t\u00e4glich erleben.\u00a0Der Blick ins Tal zerst\u00f6rt den Mythos und zeigt die unsch\u00f6ne Realit\u00e4t. Wandern Sie an einem Abend mit klarer Sicht auf einen unserer Hausberge im Schwarzwald oder Kaiserstuhl, auf den n\u00e4chtlichen Schauinsland, den Kandel oder den Belchen und schauen Sie hinab ins Rheintal. Die Oberrheinebene ist erf\u00fcllt mit Lichtpunkten: mit Autos, H\u00e4usern, Gewerbe- und Industriefl\u00e4chen, Stra\u00dfenlampen und den Lichtern von Freiburg. Deutlich wird aus dieser Perspektive auch, wo die Stadt ihre Arme in die Umgebung streckt, wo D\u00f6rfer und Gemeinden am Fu\u00df der Vorberge zu einem h\u00e4sslichen Siedlungsbrei zusammenwachsen.\u00a0Die wenigen, erhalten gebliebenen, historischen Altst\u00e4dte und die restlichen Naturschutzgebiete am Oberrhein verbindet eines: Sie sind zunehmend Inseln in einem Meer von Scheu\u00dflichkeit.\u00a0Die Struktur und das Gesicht des Breisgaus ver\u00e4ndern sich. In den letzten Jahrzehnten hat es einen Landschaftsverbrauch gegeben, der gr\u00f6\u00dfer ist, als in allen vorangegangenen Jahrhunderten zusammen. Ehemalige Bauernd\u00f6rfer wie Denzlingen, Schallstadt, Hochdorf oder Teningen, idyllische Kleinst\u00e4dte wie Endingen, Breisach, Kenzingen und Staufen sind weit \u00fcber ihre ehemaligen R\u00e4nder hinausgewuchert. Besonders deutlich wird diese Entwicklung, wenn man auf der B3 von Freiburg nach Norden oder S\u00fcden f\u00e4hrt. Die Freifl\u00e4chen zwischen den Gemeinden werden immer kleiner. \u00c4hnliche Entwicklungen von zusammenwachsenden Siedlungsb\u00e4ndern sind in den T\u00e4lern des Schwarzwaldes, im Elztal, im Dreisamtal und im M\u00fcnstertal nicht zu \u00fcbersehen. Liebevoll geplante Baugebiete einzelner Gemeinden wachsen zu einem gesichtslosen Siedlungsbrei zusammen. Die viel zu kleinen Naturfl\u00e4chen, die der Regionalplan zwischen den Gemeinden freizuhalten versucht, werden zu Stadtparks in einer sich entwickelnden Bandstadt. Es kann nicht darum gehen, Entwicklung aufzuhalten oder eine K\u00e4seglocke \u00fcber die Region zu st\u00fclpen. Es muss darum gehen, negative Entwicklungen aufzuhalten und Lebensqualit\u00e4t zu erhalten. Wir brauchen eine gute, nachhaltige Planung, damit kleine Gemeinden im Schwarzwald nicht schrumpfen w\u00e4hrend andere Gemeinden wuchern.<\/p>\n<p>22.1.2014, Axel Mayer<br \/>\nMehr Infos:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/vorort.bund.net\/suedlicher-oberrhein\/verscheusslichung-des-breisgaus.html\" target=\"_blank\">https:\/\/vorort.bund.net\/suedlicher-oberrhein\/verscheusslichung-des-breisgaus.html<br \/>\n<\/a><a href=\"https:\/\/vorort.bund.net\/suedlicher-oberrhein\/flaechenverbrauch_vortrag.html\" target=\"_blank\">https:\/\/vorort.bund.net\/suedlicher-oberrhein\/flaechenverbrauch_vortrag.ht<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mitwelt.org\/kloster-tennenbach.html\" target=\"_blank\">https:\/\/www.mitwelt.org\/kloster-tennenbach.html<br \/>\n<\/a><br \/>\n<strong style=\"text-align: justify;\">Nur vernetztes Planen hilft<br \/>\n<\/strong>Es ist schon &#8222;bewundernswert&#8220;, wie wenig der eine oder andere Kommentator nach den Ursachen f\u00fcr den zunehmenden Fl\u00e4chenverbrauch fragt bzw. gegebenenfalls die erkennbaren Realit\u00e4ten und Gewohnheiten von uns Menschen mit ber\u00fccksichtigt. In Stichworten:<br \/>\n1. Wer in der eigenen Familie und im n\u00e4heren Wohnumfeld die letzten\u00a0Generationen zur\u00fcckgeht wird feststellen, da\u00df noch Mitte des vorigen\u00a0Jahrhunderts gang und g\u00e4be war, da\u00df zwei bis teilweise drei Generationen mit jeweils mehreren Kindern unter einem Dach lebten. So brauchte man pro Erdenb\u00fcrger sehr viel weniger qm, als heute und als Folge\u00a0davon auch sehr viel weniger H\u00e4user (und Grundst\u00fccke, auf denen diese gebaut werden);<br \/>\n2. Heutzutage f\u00fchlt sich so niemand mehr wirklich wohl. Singles, Kleinfamilien oder Paare verwenden oft mehr Wohnraum, als fr\u00fcher die unter\u00a01) beschriebenen (Gro\u00df-) Familien. Das geht halt nicht ohne &#8211; ich wiederhole mich &#8211; zus\u00e4tzlich gebaute H\u00e4user.<br \/>\n<span style=\"text-align: justify;\">3. Vor die Wahl gestellt, ob diese zus\u00e4tzlich zu schaffenden Wohnfl\u00e4chen\u00a0<\/span>in Gro\u00dfblocks errichtet, oder in kleineren Wohneinheiten gew\u00fcnscht\u00a0werden, beantwortet sich von selber. Schauen mal alle, wo und wie sie\u00a0wohnen. Fragen Sie \u00fcberall nach, was gew\u00fcnscht und gebraucht wird,\u00a0die Antworten werden eindeutig sein. Baufl\u00e4chen in Wohngebieten m\u00fcssen nicht wie &#8222;Sauerbier&#8220; angeboten werden, sie werden gew\u00fcnscht\u00a0und gebraucht.<br \/>\n<span style=\"text-align: justify;\">4. Also: Nicht hoffnungslos veraltetes Denken (sorry) in der Form von\u00a0<\/span>Sozialromantikern hilft zur tats\u00e4chlich sch\u00fctzenswerten Bewahrung dessen, was wichtig ist, sondern kluges und vernetztes Planen. Das ist das\u00a0einzige, was wirklich hilft. Wer die ansonsten oben beschriebene Realit\u00e4t verkennt\/ \u00fcbersieht\/ negiert, schadet der von ihm eigentlich verfolgten Zielstellung. Er wird n\u00e4mlich dann nicht mehr ernst genommen. Das\u00a0erweckt dann zudem den Eindruck des Wasserpredigers, der Wein\u00a0trinkt. Davon haben wir auf entscheidenden Feldern ohnehin zu viele.<br \/>\n<span style=\"text-align: justify;\">22.1.2014, Heinz Kleeb<\/span><\/p>\n<p><strong>Nachverdichtung als L\u00f6sung<\/strong><br \/>\nMan kann auch wachsen, ohne immer mehr unverbrauchte Landschaft zuzubetonieren. Das Schl\u00fcsselwort hei\u00dft Nachverdichtung. Wer sich in den Stadtkernen gr\u00f6\u00dferer St\u00e4dte umschaut, findet immer wieder zahlreiche niedrige sehr alte Geb\u00e4ude neben weit h\u00f6heren Geb\u00e4uden aus der Gr\u00fcnderzeit. Fr\u00fcher hat man Vilenviertel nach und nach durch urbane und hohe Blockrandbebauung ersetzt, wenn die Stadt mal wieder einen Wachstumsschub hatte. Dadurch wurden Fl\u00e4chen gespart. Heute bleiben die Innenst\u00e4dte so gro\u00df wie sie sind, auch wenn die Stadt w\u00e4chst. Denn um die alte Innenstadt haben sich l\u00e4ngst G\u00fcrtel mit Gartenst\u00e4dten mit niedrigen Zeilenh\u00e4usern gelegt. Diese gro\u00dffl\u00e4chige Bebauung wird von Stadtplanern noch immer als das Non-Plus-Ultra des Siedlungsbaus angesehen, obwohl die Menschen tagt\u00e4glich mit ihrem Interesse f\u00fcr die Altbauwohnungen in der alten und urbanen Innenstadt zeigen, dass sie ganz anders leben m\u00f6chten. Daher schie\u00dfen die Mieten in den alten Stadtvierteln durch die Decke. Statt die Innenstadt durch Abbruch der Vorortsiedlungen nach und nach zu erweitern, baut man immer mehr Vororte mit viel Gr\u00fcn um jedes Haus. Damit schafft man aber nicht die Stadt, die die B\u00fcrger nachfragen, sondern einen Siedlungsbrei, in den die Menschen gezwungenerma\u00dfen ziehen, weil die knappen Wohnungen in viel zu kleinen Innenst\u00e4dten nur noch von den Bestverdienenden bezahlt werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDas ist im Gro\u00dfraum Freiburg auch nicht anders als in anderen St\u00e4dten. Die Tatsache, dass hier die Gr\u00fcnen herrschen, besagt nicht, dass sie bei der Stadtplanung irgend etwas anders machen, als ihre Vorg\u00e4nger, die diesen Bl\u00f6dsinn seit den 20er Jahren verbrochen haben.<br \/>\n23.1.2014, Rainer Brombach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausweis immer neuer Baugebiete im Breisgau, Nachverdichtung oder aber eine Regionalplanung, die beide Extreme abstimmt? Das Umland von Freiburg wird immer mehr zugebaut bzw. zersiedelt., die erste Alternative hat anscheinend gewonnen. Hierauf wies Axel Mayer vom BUND in einem Vortrag &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/verscheusslichung-im-breisgau\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[456,355,141,11],"tags":[582,287,432,112],"class_list":["post-44288","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bebauung","category-buergerinitiativen","category-nachhaltigkeit","category-regio","tag-breisgau","tag-neubau","tag-regional","tag-stadtplanung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44288","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=44288"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/44288\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44288"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44288"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44288"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}