{"id":4376,"date":"2011-10-05T20:21:20","date_gmt":"2011-10-05T20:21:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=4376"},"modified":"2012-06-02T20:33:55","modified_gmt":"2012-06-02T20:33:55","slug":"landwasser-entstand-in-60er-jahren-quartier-aus-der-retorte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/landwasser-entstand-in-60er-jahren-quartier-aus-der-retorte\/","title":{"rendered":"Landwasser entstand in 60er-Jahren &#8211; Quartier aus der Retorte"},"content":{"rendered":"<p><!-- RSPEAK_STOP --><!-- RSPEAK_START -->Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges begann in Freiburg der z\u00fcgige Aufbau und die Beseitigung der Sch\u00e4den an der zerst\u00f6rten Bausubstanz, die der verheerende Bombenangriff im Jahre 1944 hinterlassen hatte. F\u00fcr die Schaffung des neuen Stadtteils Landwasser musste ein gr\u00f6\u00dferes Waldgebiet geopfert werden. Im Bestand die Einwohnerzahl Ende 1944 nur noch aus 64 000 Menschen, so wuchs sie bis 1960 auf mehr als 141 000 Bewohner. Dies war der Grund, dass die Stadtverwaltung sich mit dem Thema gro\u00dfer neuer Wohngebiete besch\u00e4ftigte. So entstanden die 60er-Jahre-Stadtteile Landwasser und Weingarten.<!--more-->Von Anfang an war klar, dass die Ausweitung Freiburgs am ehesten in Richtung Westen erfolgen konnte. Unter der Pr\u00e4misse, dass eine gro\u00dfe Zahl von B\u00e4umen gef\u00e4llt werden musste, beschloss am 28.\u2005April 1964 der Freiburger Gemeinderat den Bau einer gro\u00dfen Trabantenstadt im Gewann &#8222;Landwassermatten&#8220; am Rande des Mooswaldes. Im Fr\u00fchjahr 1965 konnte der 1962 erstmals gew\u00e4hlte Oberb\u00fcrgermeister Eugen Keidel den ersten Spatenstich vollziehen und bereits im Sommer des Folgejahres zogen die ersten Bewohner in den neuen Stadtteil ein. Bereits im Februar 1968 wurde die tausendste Wohnung bezogen. Die Bebauung bestand aus einer Mischung von Hochh\u00e4usern und gro\u00dfen Wohnblocks sowie von Bungalows und Einfamilienh\u00e4usern am westlichen Rand des Gebiets. Bewohner waren in erster Linie junge Familien, die hier noch einigerma\u00dfen preisg\u00fcnstige Miet- und Kaufpreise vorfanden. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/w.online-verlag-freiburg.de\/www\/delivery\/lg.php?bannerid=778&amp;campaignid=363&amp;zoneid=65795&amp;loc=1&amp;referer=http%3A%2F%2Fwww.badische-zeitung.de%2Ffreiburg%2Flandwasser-ein-quartier-aus-der-retorte--49246227.html&amp;cb=90ae10834c\" alt=\"\" width=\"0\" height=\"0\" \/>Schnell entwickelte sich eine eigene Infrastruktur, sodass bereits am 21. Juli 1967 ein eigener B\u00fcrgerverein gegr\u00fcndet wurde. Im Jahr 1969 erfolgte die Weihe der vom Karlsruher Architekten Rainer Disse geplanten Kirche St. Petrus Canisius, mit deren k\u00fcnstlerischer Innengestaltung 1974 Florian Lechner beauftragt wurde. Zur katholischen Gemeinde, Teil der Seelsorgeeinheit Freiburg-Hochdorf-Landwasser, geh\u00f6ren heute rund 2900 Katholiken. 1972 er\u00f6ffnete das &#8222;Haus der Begegnung&#8220;. Das benachbarte evangelische Gemeindezentrum mit dem Zach\u00e4us-Gottesdienstraum wurde von Architekt Lothar Dorgerloh (Architektengruppe &#8222;F 70&#8220;) geplant. Die Altarweihe folgte im Jahr 1979.<\/p>\n<div id=\"attachment_4377\" style=\"width: 190px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/2011\/10\/05\/landwasser-entstand-in-60er-jahren-quartier-aus-der-retorte\/landwasser1967\/\" rel=\"attachment wp-att-4377\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4377\" class=\" wp-image-4377 \" title=\"landwasser1967\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/landwasser1967-180x135.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"135\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/landwasser1967-180x135.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/landwasser1967.jpg 590w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4377\" class=\"wp-caption-text\">Der neue Stadtteil Landwasser in den 1960er Jahren - im Hintergrund Mooswald und Betzenhausen Foto Archiv Hans Sigmund<\/p><\/div>\n<p>In diesem Stadtteil-Innenbereich findet man auch den kleinen, k\u00fcnstlich angelegten Teich, in dem zwischen Schilf und B\u00fcschen die von Hans-G\u00fcnther van Look in Marmor gestalteten Steinplastiken (gespaltene Welten) und die von dem im Stadtteil wohnenden K\u00fcnstler G\u00fcnter Uhl aus einem Eichenstamm geschnitzte Figur eines &#8222;Mooswaldwiibli&#8220; angesiedelt sind. Die gleichnamige Narrenzunft wurde im Oktober 1975 gegr\u00fcndet, wobei eine weibliche Zunftv\u00f6gtin (Claire Genius) erstmals in der Breisgauer Narrenzunft an der Spitze stand.<\/p>\n<p>Ende 1975 erreichte Landwasser mit 9423 Einwohnern die h\u00f6chste Bev\u00f6lkerungsdichte, inzwischen ist die Zahl unter 7000 gesunken. Urspr\u00fcnglich waren drei Stadtteil-Sektionen geplant: S\u00fcd, Mitte und Nord. Verwirklicht wurden letztlich nur Nord und Mitte. Die hochgerechneten und sp\u00e4ter reduzierten Zahlen, bedingt durch den damaligen &#8222;Babyboom&#8220; und den sp\u00e4teren &#8222;Pillenknick&#8220;, machten die Erschlie\u00dfung von Landwasser-S\u00fcd nicht mehr notwendig. In Landwasser-Nord schuf man neben weiteren Wohngeb\u00e4uden (so 1972 die beiden Hochh\u00e4user &#8222;Max und Moritz&#8220;) einen von gewerblichen und sozialen Einrichtungen bestimmten Bereich, in den als Erstes am 27. M\u00e4rz 1981 das evangelische Diakoniekrankenhaus aus Herdern umzog. Ebenfalls 1981 wurde das &#8222;Haus Landwasser&#8220;, eine Einrichtung zur Rehabilitation psychisch erkrankter Menschen, er\u00f6ffnet. Auch die Gewerbeakademie der Handwerkskammer fand an der Wirthstra\u00dfe hier ihr neues Domizil. Im Juni 1985 wurde die Stra\u00dfenbahnlinie\u20051 bis nach Landwasser in Betrieb genommen. Mit dem Moosweiher, einem ehemaligen Baggersee vom Bau der nahe gelegenen Autobahn, besitzt Landwasser auch ein sch\u00f6nes Naherholungsgebiet.<br \/>\nHans Sigmund, Freiburgm 5. Oktober 2011<\/p>\n<p>Mehr zu Landwasser bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/landwasser-ein-quartier-aus-der-retorte--49246227.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/landwasser-ein-quartier-aus-der-retorte&#8211;49246227.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges begann in Freiburg der z\u00fcgige Aufbau und die Beseitigung der Sch\u00e4den an der zerst\u00f6rten Bausubstanz, die der verheerende Bombenangriff im Jahre 1944 hinterlassen hatte. 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