{"id":43038,"date":"2013-12-21T18:34:31","date_gmt":"2013-12-21T17:34:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=43038"},"modified":"2013-12-26T18:51:04","modified_gmt":"2013-12-26T17:51:04","slug":"seehofkapelle-blasiwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/seehofkapelle-blasiwald\/","title":{"rendered":"Seehofkapelle Blasiwald"},"content":{"rendered":"<p>Die 400 Jahre <a title=\"Kapellen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/kapellen\/\">Seehofkapelle<\/a> in Blasiwald-Eisenbreche gegen\u00fcber dem Gasthaus &#8222;Zum Lochheiri&#8220; hat eine bewegende Geschichte. Sie\u00a0w\u00e4re beinahe im <a title=\"Schluchsee\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/schluchsee\/\">Schluchsee<\/a> untergegangen. Das kleine Kirchlein wurde bei der Aufstauung des Schluchsees als Flo\u00df ans rettende Ufer bei Seebrugg und dann weiter zum heutigen Standort in die Eisenbreche gebracht.<!--more--><\/p>\n<p>Im gesamten Hochschwarzwald findet man eine gro\u00dfe Anzahl von kleinen Kapellen, wie die Seehofkapelle in Blasiwald. Diese Kapellen sind ein Zeugnis von der Religiosit\u00e4t der fr\u00fchen Bewohner im hohen Wald und den oft langen und m\u00fchsamen Wegen zu den Kirchen im Kernort. Fast jede dieser Kapellen hat eine interessante und sich teils \u00fcber mehrere Jahrhunderte erstreckende Geschichte. Die Seehofkapelle, die in der Eisenbreche in Blasiwald gegen\u00fcber dem neu erbauten Gasthaus &#8222;Zum Lochheiri&#8220; steht, hat eine besonders bewegte Vergangenheit, wei\u00df Peter Kampmann vom Schwarzwaldverein, der sich um den Erhalt von Kulturdenkmalen k\u00fcmmert. Mit dem weit vorspringenden Satteldach, dem sechseckigen Dachreiter mit Kugel und Kreuz auf der Spitze sowie der volkst\u00fcmlichen Bemalung des Andachtsraums, dokumentiert die Kapelle sehr gut die einstige Fr\u00f6mmigkeit und gilt als ein beachtliches Beispiel der fr\u00fchen Volkskunst.<br \/>\nDie kleine Holzkapelle soll bereits um 1600 erbaut worden sein. Die Jahreszahl 1770 im Giebel \u00fcber der T\u00fcre weise nicht auf die Erbauung, sondern auf eine Ausmalung im Inneren der Kapelle hin, hei\u00dft es in einschl\u00e4gigen Quellen. Sicher verbrieft ist, dass die Kapelle erst seit rund 80 Jahren an ihrem jetzigen Standort steht.<br \/>\n\u00a0\u00a0<br \/>\nZimmerer Leo Morath baute das Kirchlein ab<br \/>\nVor der Aufstauung des Schluchsees blickte das kleine Kirchlein auf den urspr\u00fcnglichen Ausfluss der Schwarza und stand neben dem Gasthaus &#8222;Seehof&#8220; und dem Paulihof. W\u00e4hrend Gasthaus und Hof sp\u00e4ter in den aufgestauten Seefluten versanken, wurde die Kapelle von Zimmermann Leo Morath vor dem Untergang bewahrt. Morath l\u00f6ste die alte Holzkonstruktion der Kapelle vom steinernen Fundament, zerlegte sie in Wand- und Dachteile und f\u00fcgte alles zu einem Flo\u00df zusammen. Als der See entsprechend angestiegen war, ruderte er das Flo\u00df nach Seebrugg und brachte das Holz der Kapelle weiter \u00fcber Land an den heutigen Standort, wo sie auf einem vorbereiteten Fundament aufgebaut werden konnte. So kam die Eisenbreche zu einer Kapelle, die sogar in die Liste erhaltenswerter Kulturdenkm\u00e4ler aufgenommen ist.<\/p>\n<p>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/seehofkapelle-blasiwald\/seehofkapelle1312\/\" rel=\"attachment wp-att-43041\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-43041\" title=\"seehofkapelle1312\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/seehofkapelle1312-180x135.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"135\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/seehofkapelle1312-180x135.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/seehofkapelle1312.jpg 585w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/seehofkapelle-blasiwald\/seehofkapelle-bilder1312\/\" rel=\"attachment wp-att-43042\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-43042\" title=\"seehofkapelle-bilder1312\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/seehofkapelle-bilder1312-180x134.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"134\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/seehofkapelle-bilder1312-180x134.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/seehofkapelle-bilder1312.jpg 589w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><br \/>\n(1) Seehofkapelle 12\/2013\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 (2) Bemalung Bilder: Ute Aschendorf<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg drohte das Kirchlein zun\u00e4chst zu verfallen.<br \/>\nDoch mitte der 1960er-Jahre erinnerte sich das Staatliche Hochbauamt an das wertvolle Bauwerk und restaurierte es grundlegend. Ebenfalls vor den Fluten gerettet wurde das alte Seehofkreuz, das seinen Platz wie zuvor neben der Kapelle einnahm. Doch Wind und Wetter hatten dem Kreuz so sehr zugesetzt, dass es abgebaut wurde und seitdem als verschollen gilt. 1998 machte sich der Rentnerstammtisch Eisenbreche daran, das alte Kreuz durch ein neues zu ersetzen.<br \/>\nSeit 2006 k\u00fcmmert sich Jutta Fromm ehrenamtlich um die Kapelle. Sie sorgt f\u00fcr Ordnung und Sauberkeit im Innenraum und versieht den Schlie\u00dfdienst. Nur dadurch ist es Wanderern und anderen Interessierten m\u00f6glich, die Kapelle zu besichtigen. Fromm kam recht \u00fcberraschend zur Schl\u00fcsselgewalt f\u00fcr die Seehofkapelle. &#8222;Als wir das Haus neben der Kapelle gekauft hatten, wurde uns der Kapellenschl\u00fcssel einfach von den Vorbesitzern hinterlassen. Nachdem sich niemand fand, der die Verantwortung \u00fcbernehmen wollte, habe ich mich eben um die Kapelle gek\u00fcmmert&#8220;, berichtet Fromm. Inzwischen habe sie viel Freude daran, die Kapelle den Besuchern zug\u00e4nglich zu machen, erz\u00e4hlt sie. Fromm beh\u00e4lt die M\u00e4ngel im Auge. Ein Handwerker habe ihr versprochen, im n\u00e4chsten Jahr unentgeltlich einen Balken zu erneuern.<br \/>\nSo sind die Kleindenkmale, die einstmals als Zeichen ihrer Fr\u00f6mmigkeit von Privatpersonen errichtet wurden, durch die Jahrhunderte ihres Daseins immer wieder auf selbstlose Hilfe von weiteren Privatpersonen angewiesen, um \u00fcber die Jahre hinweg bestehen zu k\u00f6nnen. Oft erkl\u00e4ren sich Nachbarn, Handwerker oder Vereine bereit, dem Zerfall von Kreuzen und Kapellen mit Tatkraft zu begegnen und ein historisches Erbe zu bewahren.<br \/>\nG\u00f6nnt man sich einen Moment der Ruhe in der Seehofkapelle, glaubt man einen leichten Nachhall der Gebete l\u00e4ngst vergangener Tage zu sp\u00fcren und fragt sich, welche Menschen hier einst ihren Gott wegen Sorgen und N\u00f6ten anflehten.<br \/>\n21.12.2013, Ute Aschendorf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 400 Jahre Seehofkapelle in Blasiwald-Eisenbreche gegen\u00fcber dem Gasthaus &#8222;Zum Lochheiri&#8220; hat eine bewegende Geschichte. Sie\u00a0w\u00e4re beinahe im Schluchsee untergegangen. 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