{"id":42866,"date":"2013-11-28T12:36:00","date_gmt":"2013-11-28T11:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=42866"},"modified":"2014-09-02T18:51:50","modified_gmt":"2014-09-02T16:51:50","slug":"andlausches-haus-baustop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/andlausches-haus-baustop\/","title":{"rendered":"Andlausches Haus &#8211; Baustop"},"content":{"rendered":"<p>Das Andlausche Haus in der Herrenstrasse 33 galt als eines der sch\u00f6nsten B\u00fcrgerh\u00e4user der Altstadt.\u00a0Bei der Bombardierung von Freiburg <a title=\"Freiburg1944\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/freiburg1944\/\">am\u00a027.11.1944<\/a>\u00a0wurde es komplett zerst\u00f6rt. Seither liegt das Tr\u00fcmmergrundst\u00fcck\u00a0hinter dem <a title=\"Muenster\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/muenster\/\">M\u00fcnster<\/a> brach bzw. als Autoabstellplatz genutzt. Nun wollte das Ordinariat das Geb\u00e4ude wieder aufbauen, nicht protzig, sondern denkmalgerecht. Aber am 27.11.2013\u00a0wurde dieser Wiederaufbau abgesagt.\u00a0\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Blo\u00df kein Limburg<\/strong><br \/>\nDas Andlausche Haus in Freiburgs Altstadt wird vorerst nicht wieder aufgebaut. Das hat das Ordinariat gestern \u00fcberraschend mitgeteilt. Die Bistumsleitung habe mit Blick auf die aktuelle Stimmungslage entschieden, das Millionenprojekt neben dem Bischofssitz vorerst zu stoppen. &#8230;.<br \/>\nAlles vom 27.11.2013 bitte lesen auf<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/bloss-kein-limburg--77689905.html\">https:\/\/www.badische-zeitung.de\/freiburg\/bloss-kein-limburg&#8211;77689905.html<\/a><\/p>\n<p><em>Das Andlausche Haus<\/em><br \/>\n<em>1787 errichtete Baumeister Johannes Wirth an der Herrenstra\u00dfe hinter dem M\u00fcnster ein stattliches Wohngeb\u00e4ude f\u00fcr den Freiherrn Philipp Heinrich von Pfirt. Es z\u00e4hlte zu den bedeutendsten fr\u00fchklassizistischen Profanbauten Freiburgs. Die Grafen von Andlau oder Andlaw kauften das Anwesen im Jahr 1820. Mitglieder der Familie spielten sowohl in der Verwaltung Vorder\u00f6sterreichs als auch sp\u00e4ter in der badischen Regierung eine herausgehobene Rolle. Finanzn\u00f6te zwangen zum Verkauf des Geb\u00e4udes in Freiburg. Die Erzdi\u00f6zese erwarb es im Jahr 1925 f\u00fcr 125 000 Mark. In der Bombennacht am 27. November 1944 wurde das Haus zerst\u00f6rt. Der Steinbrunnen mit dem Wappen der Freiherren von Pfirt und der Jahreszahl 1755 blieb unversehrt und wurde sp\u00e4ter im Hof der Fachschule f\u00fcr Sozialp\u00e4dagogik der Erzdi\u00f6zese an der H\u00e4ndelstra\u00dfe in Herdern aufgestellt. Das Tr\u00fcmmergrundst\u00fcck wurde zum Parkplatz<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/andlausches-haus-baustop\/andlaw-freiburg140902\/\" rel=\"attachment wp-att-50534\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-50534\" alt=\"andlaw-freiburg140902\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/andlaw-freiburg140902-135x180.jpg\" width=\"135\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/andlaw-freiburg140902-135x180.jpg 135w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/andlaw-freiburg140902.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 135px) 100vw, 135px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Neubau als kulturelle Aufgabe<\/strong><br \/>\nEs geht dabei um eine vern\u00fcnftige Stadtplanung und Denkmalpflege mit dem Ziel, eine h\u00e4ssliche Baul\u00fccke &#8222;artgerecht&#8220; zu schlie\u00dfen. Deshalb w\u00e4re es wohl ein Treppenwitz, wenn auf dem teuersten Parkplatz der Stadt ein <a title=\"Fluechtlingswohnheim\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/soziales\/fluechtlingswohnheim\/\">Asylbewerberheim<\/a> errichtet w\u00fcrde, wie es Herr Scheer anmahnt. Nun ist die Baugrube ausgehoben und das Projekt gestoppt. Wer A sagt, sollte auch B sagen. Gerade in Lichte der Verschwendung im Bistum Limburg st\u00fcnde es dem hiesigen Erzbistum gut an, uns Kirchensteuerzahlern den Neubau des Andlauschen Hauses \u00fcberzeugend als kulturelle Aufgabe und als Aufwertung des Stadtbildes vorzustellen, statt \u00e4ngstlich einer &#8222;Limburger Diskussion&#8220; auszuweichen. M\u00f6ge es stattdessen eine &#8222;Freiburger Diskussion&#8220; geben! Immerhin wurde bereits so viel Kies aufgewirbelt, dass inzwischen dem Hause ein Artikel in der Wikipedia gewidmet wurde.<br \/>\n22.12.2013, Manfred H\u00f6fert, Freiburg<\/p>\n<p><strong>Mehr Bescheidenheit bei Bauvorhaben<br \/>\n<\/strong>Nun soll also das Andlausche Haus in absehbarer Zeit nicht wieder aufgebaut werden. Dies ist sehr zu bedauern, weil damit ein weiteres Schmuckst\u00fcck der im Zweiten Weltkrieg und in den 60er und 70er Jahren schwer zerst\u00f6rten Stadt nicht wieder erbaut wird. Aber nach der Limburger Aff\u00e4re und der darauf folgenden wochenlangen Hetzjagd durch die Medien nicht nur auf den verantwortlichen Bischof, sondern auf die gesamte katholische Kirche, hat wohl die zust\u00e4ndigen Gremien nun der Mut verlassen. Um nicht missverstanden zu werden:Die Hintergr\u00fcnde der Kostenexplosion in Limburg m\u00fcssen untersucht werden und eventuelles Fehlverhalten muss Konsequenzen haben. Was ich vermisse, sind Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit und Gleichbehandlung bei der Berichterstattung und der Kommentierung. Wo bleibt der wochenlange Aufschrei der Gesellschaft und der Medien bei der Verschleuderung von Hunderten von Millionen Euro beim Bau der Elb-Philharmonie in Hamburg, der Vernichtung von zig-Milliarden an Steuergeldern beim Bau des Flughafen in Brandenburg (allein die Aufrechterhaltung des Status Quo erfordert einen zweistelligen Millionenbetrag im Monat)? Aber wir brauchen gar nicht in die Ferne schweifen. Nachdem der mehrere Millionen teure Bau der <a title=\"Uni-Bibliothek\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/hochschulen\/universitaet\/uni-bibliothek\/\">Universit\u00e4tsbibliothek<\/a> schon nach weniger als 40 Jahren abgerissen werden musste, ist ein neuer Protzbau errichtet worden. Im Zuge der Neugestaltung des Rotteckrings (auch im Bereich von 70 Millionen Euro) soll der Platz vor der Synagoge mit s\u00fcdvietnamesischen Steinen zugepflastert werden (Green City?). Der erste von drei Bauabschnitten des neuen Rathauskomplexes ist mit 72 Millionen Euro prognostiziert und all dies bei fortlaufender Neuverschuldung von Stadt, Land und Bund trotz Steuereinnahmen in Rekordh\u00f6he. Vielleicht w\u00e4re hier ein wenig mehr Bescheidenheit und Respekt vor dem Umgang mit Steuermitteln angesagt. Vor allem ist zu hoffen, dass bei den staatlichen Bauvorhaben diesmal Solidit\u00e4t und Qualit\u00e4t der Bauausf\u00fchrung und nicht Prunksucht im Vordergrund steht, da sonst, wie bei der Unibibliothek oder bei s\u00e4mtlichen in den 70er Jahren gebauten Schulen, nach wenigen Jahren diese entweder abgerissen oder mit Millionenaufwand saniert werden m\u00fcssen.<br \/>\n23.12.2013, Herbert Glunz, Oberried<br \/>\n<strong><br \/>\nEinfachwohnungen f\u00fcr Hartz-4-Empf\u00e4nger bauen<\/strong><br \/>\nHeute kam ich in der Freiburger Herrenstra\u00dfe vorbei und betrachtete das unbebaute Grundst\u00fcck des Andlau\u2019schen Hauses. Seit sich die katholische Kirche geniert, darauf ein Haus mit komfortablen, standesgem\u00e4\u00dfen Wohnungen f\u00fcr die W\u00fcrdentr\u00e4ger der Herrenstra\u00dfe zu bauen, ist sie angeblich ratlos, was man ohne Imageverlust damit machen k\u00f6nnte.<br \/>\nMir kam eine Idee. Man k\u00f6nnte ein Haus errichten mit Wohnungen, deren Zuschnitt, Mietpreis und Gr\u00f6\u00dfe den Vorgaben des Regalsatzes entsprechen, den die Jobcenter vorschreiben. Dadurch k\u00f6nnten Hartz-4-Empf\u00e4nger und alleinerziehende M\u00fctter Haus an Haus mit dem Erzbischof und anderen Vertretern der Kirche wohnen. Es w\u00fcrde die Glaubw\u00fcrdigkeit der Kirche wieder etwas herstellen und ein Signal setzen im Sinn des neuen Papstes.<br \/>\n11.1.2013, Renate Lepach, Freiburg<\/p>\n<p><!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n<p><strong>Chance f\u00fcr den Bau eines M\u00fcnstermuseums<\/strong><br \/>\nDass die Planungen f\u00fcr den Wiederaufbau des Anlauschen Hauses auf Eis gelegt wurden, bedaure ich sehr. Mit dem Neubau des 1944 zerst\u00f6rten Hauses an der Herrenstra\u00dfe w\u00fcrde die seitdem als Parkplatz genutzte h\u00e4ssliche Baul\u00fccke geschlossen und eine offene Kriegswunde geheilt werden.\u00a0Die Freiburger Herrenstra\u00dfe und die Pl\u00e4tze im Bereich des M\u00fcnsterchors vor der Alten M\u00fcnsterbauh\u00fctte und der Konviktskirche w\u00fcrden r\u00e4umlich neu gefasst. Eine schon l\u00e4ngst f\u00e4llige st\u00e4dtebauliche Reparatur in einem sehr sensiblen Teil der Altstadt Freiburgs w\u00e4re damit vollzogen. (&#8230;)\u00a0Der Bau an der Herrenstra\u00dfe b\u00f6te zugleich die M\u00f6glichkeit zur Einrichtung eines M\u00fcnstermuseums, wie es u. a. die St\u00e4dte Stra\u00dfburg und Basel besitzen. In unmittelbarer Nachbarschaft zum M\u00fcnster und zum Ordinariat entst\u00fcnde ein Haus, in dem die Baugeschichte des M\u00fcnsters im Zusammenhang mit anderen Sakralbauten am Oberrhein dokumentiert werden kann. Dies regen auch Ingolf Vereno und Werner Wunderle in ihren Leserbriefen an.\u00a0Bereits zu Beginn meiner T\u00e4tigkeit als M\u00fcnsterbaumeister im Jahr 1994 hatte auch ich schon die Vorstellung eines M\u00fcnstermuseum in der Herrenstra\u00dfe entwickelt. Dabei hatte ich sowohl den Wiederaufbau des Andlau\u2019schen Hauses als auch einen modernen Neubau in Betracht gezogen.\u00a0Inzwischen haben die Propheten und Wasserspeier im Neubau des Augustinermuseums eine w\u00fcrdige Aufstellung gefunden, die selbstverst\u00e4ndlich beibehalten werden soll. Die derzeitige, vielbesuchte Ausstellung &#8222;Baustelle Gotik&#8220; im Augustinermuseum zeigt das gro\u00dfe Interesse an der Entstehung des M\u00fcnsters.\u00a0In einem gr\u00f6\u00dferen M\u00fcnstermuseum w\u00e4ren zum Beispiel auch Reproduktionen der Risse des Freiburger M\u00fcnsterturms ein wichtiger Bestandteil. Ich appelliere deshalb an alle Beteiligten nachdr\u00fccklich, die einmalige Chance f\u00fcr den Bau eines M\u00fcnstermuseums zu ergreifen und die Planung an der Herrenstra\u00dfe wieder aufzunehmen<\/p>\n<p>13.1.2014, Manfred Sa\u00df,\u00a0M\u00fcnsterbaumeister a.D., Freiburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Andlausche Haus in der Herrenstrasse 33 galt als eines der sch\u00f6nsten B\u00fcrgerh\u00e4user der Altstadt.\u00a0Bei der Bombardierung von Freiburg am\u00a027.11.1944\u00a0wurde es komplett zerst\u00f6rt. Seither liegt das Tr\u00fcmmergrundst\u00fcck\u00a0hinter dem M\u00fcnster brach bzw. als Autoabstellplatz genutzt. 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