{"id":42662,"date":"2013-12-18T18:40:16","date_gmt":"2013-12-18T17:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=42662"},"modified":"2014-01-23T17:39:48","modified_gmt":"2014-01-23T16:39:48","slug":"buchenbach-rathaus-mediation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/buchenbach-rathaus-mediation\/","title":{"rendered":"Buchenbach Rathaus Mediation"},"content":{"rendered":"<p>Wie geht es weiter in Buchenbachs Rathaus? Gemeinderat regte Mediations-Verfahren an.\u00a0<a title=\"Buchenbach\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/buchenbach\/\">Buchenbach<\/a> wurde 24 Jahre lang erfolgreich von<a title=\"Buergermeister\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergermeister\/\"> B\u00fcrgermeister<\/a> Wendelin Drescher gelenkt und verwaltet, der nach drei Legislaturperioden nicht mehr zur Wahl antrat und in den wohlverdienten Ruhestand ging. Neuer B\u00fcrgermeister wurde Harald Reinhard M.A., Kulturmanager und Diplom Musiklehrer. <!--more-->Er wurde im ersten Wahlgang mit \u00fcber zwei Drittel der g\u00fcltigen Stimmen und einer Wahlbeteiligung von 66 % gew\u00e4hlt. Die Wahl war klar entschieden und Buchenbach konnte aufatmen. Mit Reinhard entschieden sich die Buchenbacher f\u00fcr einen Neuanfang. Nun, fast zwei Jahre nach seinem Amtsantritt, scheint die Situation im Rathaus schwierig zu sein. K\u00fcrzlich trat der stellvertretende B\u00fcrgermeister und langj\u00e4hrige Gemeinderat Albert Wangler zur\u00fcck und davor schon k\u00fcndigten drei Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung. Die Abl\u00f6sung eines B\u00fcrgermeisters durch einen neuen stelle in der Tat ein Problem dar, so Professor Dr. Paul Witt von der Hochschule f\u00fcr \u00f6ffentliche Verwaltung in Kehl. Mit einem neuen B\u00fcrgermeister beginne ein komplett neues Zeitalter und damit m\u00fcssen alle umgehen k\u00f6nnen: die Verwaltung, der Gemeinderat, die B\u00fcrger. Deshalb denke die Hochschule Kehl auch dar\u00fcber nach, ein spezielles Coaching f\u00fcr neugew\u00e4hlte B\u00fcrgermeister anzubieten, das ihnen den Start an ihrem neuen Arbeitsplatz erleichtert. Was Buchenbach betrifft, so spricht B\u00fcrgermeister Reinhard von einem Ver\u00e4nderungsprozess innerhalb der Verwaltung, der aus seiner Sicht durch berufliche Ver\u00e4nderungen langj\u00e4hriger Mitarbeiter und den Dienstantritt des neuen B\u00fcrgermeisters im M\u00e4rz 2012, ausgel\u00f6st wurde, verbunden mit neuen Personen, neuen Inhalten und ver\u00e4nderten Herangehensweisen.<\/p>\n<p>Wie geht es nun weiter in Buchenbach? Die Arbeit innerhalb der Verwaltung funktioniere, das Rathaus komme seiner Dienstleistungsfunktion f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in vollem Umfange nach, so Reinhard. Die Stellen der freigewordenen Kassenverwaltung und des Hauptamtes seien wieder besetzt. Dennoch sieht Reinhard die Verwaltung momentan personell noch geschw\u00e4cht, da die Stelle des Rechnungsamtes nach wie vor vakant ist. Die Gemeinde Buchenbach erstelle ihren Haushalt nach dem neuen doppischen System und nicht nach dem noch \u00fcberwiegend verbreiteten kameralistischen; deshalb, so Reinhard, sei es schwierig, einen K\u00e4mmerer zu finden, der damit Erfahrung habe. Buchenbach lasse sich deshalb von der Hochschule f\u00fcr \u00f6ffentliche Verwaltung Kehl bei der Aufstellung des Haushaltsplans 2014 unterst\u00fctzen. Da die Hochschule nach dem doppischen Haushaltsprinzip ausbilde, setze die Gemeinde auch auf einen Absolventen der Hochschule. Im M\u00e4rz 2014 ende der aktuell laufende Studiengang und er hoffe, die Stelle des Rechnungsleiters dann mit einem geeigneten Bewerber besetzen zu k\u00f6nnen. Der Gemeinderat hat f\u00fcr die Verwaltung, den Bauhof und den B\u00fcrgermeister ein Mediationsverfahren angeregt. In solche einem Verfahren sollen externe Berater zusammen mit den Betroffenen die Situation analysieren und die Suche nach gemeinsamen L\u00f6sungen moderieren. Das ist auch genau das, was Professor Dr. Witt einem B\u00fcrgermeister in solche einer Situation empfehlen w\u00fcrde: wenn Konflikte eskalieren, dann geht es ohne externe Hilfe und Unterst\u00fctzung nicht mehr. Leider k\u00f6nne die Hochschule da noch nichts anbieten. Da Bedarf daf\u00fcr aber\u00a0 bestehe, sei die Hochschule daran, auch daf\u00fcr ein Konzept zu entwickeln. Das Mediatoren-Team wurde von einem unabh\u00e4ngigen Arbeitskreis, bestehend aus Gemeinder\u00e4ten und dem neuen Hauptamtsleiter Volker Hirsch ausgew\u00e4hlt. Das Mediationsverfahren solle ergebnisoffen durchgef\u00fchrt werden, so Reinhard.<br \/>\n18.12.2013, Dagmar Engesser, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n<p><strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der Kommentar<br \/>\nWenn ein B\u00fcrgermeister, der 24 Jahre lang eine Kommune f\u00fchrte und leitete, abgel\u00f6st wird, ist das ein Generationenwechsel. Eine Epoche geht zu Ende und es illusorisch, anzunehmen, dass solche \u00dcberg\u00e4nge reibungslos verlaufen. B\u00fcrgermeister-Sein ist eine sehr verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe. B\u00fcrgermeister kann in Baden-W\u00fcrttemberg jeder werden, eine spezielle Ausbildung daf\u00fcr ist nicht n\u00f6tig. Zwar gibt es Hochschulen f\u00fcr \u00f6ffentliche Verwaltung. Dort lernen die Absolventen das Verwaltungswesen von der Pike auf kennen und viele von ihnen werden dann auch irgendwann B\u00fcrgermeister. Doch ob ihr Studium sie zu guten B\u00fcrgermeistern macht, das ist eine andere Frage. Denn Vieles was ein B\u00fcrgermeister leisten muss, h\u00e4ngt eher mit seiner Pers\u00f6nlichkeit zusammen. Hat er die F\u00e4higkeit, ein Verwaltungsteam so zu f\u00fchren, dass jeder motiviert ist, seinen F\u00e4higkeiten entsprechend gefordert und gef\u00f6rdert wird, sich als Mensch wahrgenommen und akzeptiert wird? Hat er die F\u00e4higkeit, ausgleichend zu wirken?<br \/>\nLetzteres ist wahrscheinlich die Herausforderung \u00fcberhaupt, der sich ein B\u00fcrgermeister stellen muss. Er muss damit umgehen k\u00f6nnen, dass in der Bev\u00f6lkerung, im Gemeinderat, in der Verwaltung unterschiedliche Meinungen, W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse an ihn herangetragen werden. Das ist ein Spannungsfeld, das ein B\u00fcrgermeister aushalten muss, denn allen kann er nicht gerecht werden. Der B\u00fcrgermeister hat in Baden-W\u00fcrttemberg eine au\u00dferordentlich starke Stellung. Er wird von den B\u00fcrgern direkt gew\u00e4hlt, anders als in Norddeutschland, wo der B\u00fcrgermeister vom Gemeinderat gew\u00e4hlt wird. Hinzu kommt, dass er f\u00fcr acht Jahr gew\u00e4hlt und nicht abw\u00e4hlbar ist.<br \/>\nB\u00fcrger, Gemeinderat und B\u00fcrgermeister m\u00fcssen sich also arrangieren. Deshalb ist der in Buchenbach eingeschlagene Weg der Mediation als ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes sehr sinnvoll. Das Verfahren der Mediation wird heute in vielen Bereichen zur Konfliktl\u00f6sung angewandt. Da kann es um Paare gehen, die sich trennen wollen, um Nachbarschaftsstreitigkeiten, um politisch umstrittene Gro\u00dfprojekte wie Stuttgart 21 oder sogar um internationale Konflikte. Doch Mediation ist kein Heilmittel. Es gibt gelungene, aber auch misslungen Mediation. Das h\u00e4ngt davon ab, wie offen und flexibel die Beteiligten sind und ob sie es schaffen, sich von eingefahrenen Verhaltensmustern zu l\u00f6sen. Es ist immer zu begr\u00fc\u00dfen, wenn Konfliktparteien sich zusammensetzen und miteinander reden, anstatt sich zu bekriegen. Es zeugt von St\u00e4rke, wenn die Betroffenen sich darauf einlassen! Bleibt zu hoffen, dass Buchenbachs Rathaus durch diesen Prozess das, was war, hinter sich lassen kann und einen konstruktiven Weg in die Zukunft findet!<br \/>\n18.12.2013, Dagmar Engesser<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie geht es weiter in Buchenbachs Rathaus? Gemeinderat regte Mediations-Verfahren an.\u00a0Buchenbach wurde 24 Jahre lang erfolgreich von B\u00fcrgermeister Wendelin Drescher gelenkt und verwaltet, der nach drei Legislaturperioden nicht mehr zur Wahl antrat und in den wohlverdienten Ruhestand ging. 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