{"id":4248,"date":"2012-06-01T14:45:59","date_gmt":"2012-06-01T14:45:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=4248"},"modified":"2013-05-23T22:29:12","modified_gmt":"2013-05-23T20:29:12","slug":"musliminnen-und-christinnen-im-gesprach-in-littenweiler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/musliminnen-und-christinnen-im-gesprach-in-littenweiler\/","title":{"rendered":"Musliminnen und Christinnen im Gespr\u00e4ch in Littenweiler"},"content":{"rendered":"<p><!-- RSPEAK_STOP --><!-- RSPEAK_START -->Musliminnen und Christinnen ins Gespr\u00e4ch bringen, Vorurteile abbauen und andererseits Vertrauen wachsen lassen: Mit dieser Absicht hat Dilek Gezer, Leiterin des Treffpunkts im Gemeindesaal der <a title=\"Auferstehung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/auferstehung\/\">evangelischen Auferstehungskirche<\/a>, den das st\u00e4dtische B\u00fcro f\u00fcr Migration und <a title=\"Integration\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/integration\/\">Integration<\/a> im Rahmen des Projekts &#8222;Frauen st\u00e4rken im <a title=\"Quartier\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/immobilien\/quartier\/\">Quartier<\/a>&#8220; eingerichtet hat, vor kurzem ein Forum zum interreligi\u00f6sen Dialog ausgerichtet. Dass ein Austausch wichtig w\u00e4re, hat die Sozialp\u00e4dagogin bei ihrer Arbeit gesp\u00fcrt, die sie im November 2010 aufgenommen hat. &#8222;F\u00fcr muslimische Frauen war die Hemmschwelle anfangs gro\u00df, den Raum einer christlichen Gemeinde aufzusuchen&#8220;, sagt sie. &#8222;Im Lauf der Zeit haben sie ihre Skepsis \u00fcberwunden und sind neugierig geworden.&#8220; An Weihnachten war die Idee aufgekommen, ein Treffen muslimischer und christlicher <a title=\"Frauen\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/selbsthilfe\/frauen\/\">Frauen<\/a> zu initiieren \u2013 35 waren dazu gekommen.<!--more-->Religion ist ein weites Feld, im Blick auf die Zielgruppe hat Dilek Gezer die Themen &#8222;Stellenwert der Frau und Familie&#8220; und &#8222;Frauenbilder&#8220; in den Mittelpunkt gestellt. Zum Auftakt sprachen die evangelische Theologin Ute Niethhammer, Religionslehrerin und Mitarbeiterin des Frauenreferats bei der Landeskirche, und Elif Tunay, Studierende der Islamwissenschaften an der Universit\u00e4t Freiburg. Weiter zeigte Laila Koller vom E-Werk Ausschnitte aus ihren Film &#8222;Wie hast du\u00b4s mit der Religion?&#8220;, worin Frauen erz\u00e4hlen, wie sie ihren Glauben ausdr\u00fccken. Wer h\u00e4tte das gedacht? Auch der Koran kennt die Geschichte von Adam und Eva, wobei die beiden dort die Schuld am Verzehr der verbotenen Frucht teilen und Gott ihnen vergibt. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Auch die Weihnachtsgeschichte steht im Koran, wobei es dort eine Maryam ist, die von einem Engel erf\u00e4hrt, sie werde einen Sohn geb\u00e4ren. Relevant ist: Maryams Sohn Isa ist nicht Gottes Sohn. Weiter zeigt sich, dass beide Religionen das Gebot der N\u00e4chstenliebe und den Gleichheitsgrundsatz haben. Dennoch haben beide eine Geschichte der Gewalt, und es hat sich eine hierarchische Ordnung der Geschlechter durchgesetzt. Dass in der evangelischen Kirche auch Frauen predigen und eine Gemeinde leiten k\u00f6nnen, ist eine noch junge Entwicklung und innerhalb der monotheistischen Religionen eine Ausnahme.<\/p>\n<p>Die Aussprache der Besucherinnen ist lebhaft. Auf eine Frage, warum Frauen in manchen muslimischen Familien schlecht behandelt werden, auch wenn die Religion das gar nicht erlaube, antwortet Elif Tunay: &#8222;Es sind die dunklen Seiten, die ein Mensch in sich hat. Der Islam liefert keine Rechtfertigung daf\u00fcr. Im Gegenteil. Mohammed hat in seiner Abschiedsrede hinterlassen: Der Beste unter euch ist der, der eine Frau am besten behandelt.&#8220; Die Frage, warum in christlichen Kirchen Kerzen brennen, beantwortet Ute Niethhammer: &#8222;Weil wir im Licht ein Symbol f\u00fcr Jesus sehen, der sagte: Ich bin das Licht der Welt.&#8220; Eine Frau will wissen, warum Christen taufen. Um die Zugeh\u00f6rigkeit zur christlichen Gemeinschaft zu signalisieren, sagt Ute Niethhammer. Muslime hingegen haben die Vorstellung, schon als Zugeh\u00f6rige ihrer Religion geboren zu werden. Wer als Erwachsener konvertiere, spreche jedoch ein Glaubensbekenntnis, erkl\u00e4rt eine Besucherin. Das wiederum ist eine Praxis, die auch Christen vertraut ist.<br \/>\nWas liegt n\u00e4her als angesichts der vielen Gemeinsamkeiten auch gemeinsam zu beten, meint Dilek Gezer. Das tun die Frauen vor dem Essen auch: Oh Gott, segne unsere Gaben, spricht Ute Niethhammer auf Deutsch. Und eine Muslimin auf Arabisch: Oh Allah, segne unser Essen und besch\u00fctze uns.<br \/>\nDie Stimmung im Gemeindesaal der Auferstehungskirche ist heiter. &#8222;Eine sehr gute Idee war das&#8220;, lobt Taro Salinet, eine muslimische Irakerin, die seit elf Jahren mit ihrer Familie in <a title=\"Littenweiler\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/littenweiler\/\">Littenweiler<\/a> wohnt, die Initiative Dilek Gezers. Sie ist gekommen, weil sie es wichtig findet, die Religion der Gesellschaft zu verstehen, in der sie lebt. Aus Interesse daf\u00fcr, was Frauen anderen Glaubens im Gemeindesaal machen, war Gerda Lukowitz von der Auferstehungskirche zum Austausch gekommen. &#8222;Der Dialog ist gut und wichtig&#8220;, findet auch sie.<br \/>\nSilvia Faller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musliminnen und Christinnen ins Gespr\u00e4ch bringen, Vorurteile abbauen und andererseits Vertrauen wachsen lassen: Mit dieser Absicht hat Dilek Gezer, Leiterin des Treffpunkts im Gemeindesaal der evangelischen Auferstehungskirche, den das st\u00e4dtische B\u00fcro f\u00fcr Migration und Integration im Rahmen des Projekts &#8222;Frauen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/musliminnen-und-christinnen-im-gesprach-in-littenweiler\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[155,19],"tags":[],"class_list":["post-4248","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-integration","category-religion"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4248","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4248"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4248\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}