{"id":42226,"date":"2013-12-11T14:41:36","date_gmt":"2013-12-11T13:41:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=42226"},"modified":"2013-12-11T14:41:36","modified_gmt":"2013-12-11T13:41:36","slug":"regionalsprache-elsass-kosika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regionalsprache-elsass-kosika\/","title":{"rendered":"Regionalsprache: Elsass Kosika"},"content":{"rendered":"<p>Korsika und <a title=\"Elsass\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/elsass\/\">Elsass<\/a> k\u00e4mpfen gemeinsam. Was kann man f\u00fcr den Erhalt der Regionalsprache im Elsass tun? Was die <a title=\"France\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/france\/\">Pariser Regierung <\/a>und das Stra\u00dfburger Regionalparlament zuwege bringen, ist Charles Buttner nicht genug. Der Pr\u00e4sident des Generalrates in Colmar, politisches Zentrum des s\u00fcdlichen Teils der Region, hat sich deshalb Verb\u00fcndete am anderen Ende Frankreichs gesucht: Korsika <!--more-->hat weniger Einwohner als das Elsass, gibt aber pro Kopf doppelt so viel f\u00fcr die Pflege seiner sprachlichen Identit\u00e4t aus wie die kleine Region am Oberrhein.<br \/>\nBeide, Korsen wie Els\u00e4sser, ringen um Anerkennung ihrer Regionalkultur: Staatspr\u00e4sident Fran\u00e7ois Hollande hatte vor seiner Wahl zwar angek\u00fcndigt, er werde die europ\u00e4ische Charta der Regionalsprachen umsetzen. Eingel\u00f6st hat er das bisher nicht. Charles Buttner und Paul Giacobbi, der Pr\u00e4sident des korsischen Exekutivrates, wollen sich deshalb gegenseitig unterst\u00fctzen und besiegeln am Samstag in Colmar eine Kooperation. Deren Ziel ist es, sich einander in dr\u00e4ngenden Fragen weiterzuhelfen: Wie l\u00e4sst sich der zweisprachige Unterricht weiterentwickeln? Wie h\u00e4lt die Regionalsprache wieder Einzug in das \u00f6ffentliche Leben?<br \/>\nBeide Regionen sehen sich demselben Handicap gegen\u00fcber: Die Kompetenz f\u00fcr Bildung liegt in Paris. Im S\u00fcdelsass hat eine Arbeitsgruppe Vorschl\u00e4ge formuliert: Man solle im Elementarbereich mehr Deutsch sprechende Lehrer einstellen; Unternehmen und Beh\u00f6rden, die die Regionalsprache f\u00f6rdern, sollen mit einem Sprachsiegel ausgezeichnet werden.<br \/>\nAuf Korsika wie auch im Elsass ist die Regionalsprache auf dem R\u00fcckzug. Im Elsass beherrschen noch 600 000 Menschen den els\u00e4ssischen Dialekt \u2013 bei einer Bev\u00f6lkerung von knapp zwei Millionen. Auf der Mittelmeerinsel mit ihren 300 000 Bewohnern sprechen 130 000 Korsisch. Dort ist die Regionalsprache eher eine Frage der Kulturpolitik. Im Elsass dagegen, zumal in dessen S\u00fcden, wirkt sich das Verschwinden des Els\u00e4ssischen auf den Arbeitsmarkt aus. 35 000 Franzosen aus dem D\u00e9partement Haut-Rhin, Buttners Zust\u00e4ndigkeitsgebiet, arbeiten in S\u00fcdbaden oder in der Schweiz. Doch es werden weniger \u2013 wegen schwindender Deutschkenntnisse. Vor zehn Jahren noch waren es 10 000 mehr.<br \/>\nButtner l\u00e4sst durchblicken, dass ihm die Zukunft des S\u00fcdelsass im trinationalen Grenzgebiet Nordwestschweiz-Elsass-S\u00fcdbaden n\u00e4her liegt als die des n\u00f6rdlichen Elsass. Seit dem gescheiterten Referendum zur Fusion der D\u00e9partements im Fr\u00fchjahr, bei dem der S\u00fcden mehrheitlich mit Nein stimmte, ist das Verh\u00e4ltnis zu Stra\u00dfburg merklich abgek\u00fchlt. Dass Buttner sich nun R\u00fcckendeckung bei den Korsen sucht, kommt dennoch \u00fcberraschend. Auch wenn er beteuert, mit den auf Korsika aktiven Separatisten wolle er nichts zu tun haben.<br \/>\n11.12.2013, B\u00e4rbel N\u00fcckles<!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Korsika und Elsass k\u00e4mpfen gemeinsam. Was kann man f\u00fcr den Erhalt der Regionalsprache im Elsass tun? Was die Pariser Regierung und das Stra\u00dfburger Regionalparlament zuwege bringen, ist Charles Buttner nicht genug. 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