{"id":4183,"date":"2012-05-31T15:57:17","date_gmt":"2012-05-31T15:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=4183"},"modified":"2012-05-31T15:57:17","modified_gmt":"2012-05-31T15:57:17","slug":"sturzt-der-munsterturm-ein-sanierung-engagement-spenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/sturzt-der-munsterturm-ein-sanierung-engagement-spenden\/","title":{"rendered":"St\u00fcrzt der M\u00fcnsterturm ein? Sanierung, Engagement, Spenden"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"left\">St\u00fcrzt der Turm ein?\u00a0\u00a0Freiburgs Wahrzeichen h\u00e4lt so dem Wind nicht mehr stand \u2013\u00a0 Sanierungskonzept steht. Seit 700 Jahren h\u00e4lt der <a title=\"Muenster\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/religion\/kirchen\/muenster\/\">Freiburger M\u00fcnsterturm<\/a>\u00a0nicht nur Wind und Wetter,sondern auch Kriegen und Bombardements stand. Jetzt droht der Einsturz des Freiburger Wahrzeichens \u2013 wenn nicht gehandelt wird. Experten haben unl\u00e4ngst herausgefunden, dass die Risse im Turmhelm tiefer sind als bislang angenommen. \u201eDie Diagnose der Spezialisten belegt, dass wir dringend handeln m\u00fcssen\u201c, sagt M\u00fcnsterbaumeisterin Yvonne Faller. Inzwischen steht fest, dass die vor \u00fcber einem Jahr entdeckten Risse in den Ecksteinen des Turmhelms auf die Windkr\u00e4fte zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, die am Turm zerren. Nach fast 700\u00a0Jahren zeigt die mittelalterliche Konstruktion an den tragenden Stellen kritische Erm\u00fcdungserscheinungen. <!--more-->Als die Sch\u00e4den festgestellt wurden, sei die Sorge gro\u00df gewesen. Das Ausma\u00df und der Grund f\u00fcr die Risse mussten ermittelt werden. In den letzten eineinhalb Jahren\u00a0 wurde mittels umfangreicher Untersuchungen und Berechnungen ein Sanierungskonzept entwickelt, das die filigrane Turmkonstruktion f\u00fcr die Zukunft sichert: Jeder gesch\u00e4digte Stein wird dabei noch einmal intensiv untersucht. Die digitale Bestandsaufnahme habe ergeben, dass 24 von 48 Ecksteinen gesch\u00e4digt sind. \u201eWir kennen jeden einzelnen Stein\u201c, meint Yvonne Faller. Und jeder einzelne Stein bekomme eine eigene Behandlung. Je nach Schadensumfang werde der geschw\u00e4chte Stein entweder mit einer Klammer beziehungsweise Bandage gest\u00e4rkt oder durch einen neuen Stein ersetzt. Dieses behutsame Vorgehen stehe ganz in der Tradition der Errichtung und Erhaltung des M\u00fcnsterturms seit seiner Fertigstellung um 1330 und dokumentiere nicht zuletzt den Respekt vor der Leistung der Erbauer. Schon in der Vergangenheit sei mit der \u201eKlammer\u201c ausgebessert worden. \u201eDas gibt uns Mut dieser Ma\u00dfnahme zu vertrauen\u201c, sagt Yvonne Faller. Der \u201esch\u00f6nste Turm der Christenheit\u201c, wie ihn Jacob Burckhardt einst nannte, soll weitestgehend erhalten bleiben und m\u00f6glichst wenig verfremdet\u00a0werden. Denn 80 Prozent der Bausubstanz stammen nach wie vor aus dem Mittelalter. Und der Freiburger M\u00fcnsterturm ist der weltweit erste seiner Art: ein gotischer Turm aus dem Mittelalter. Eine derart offene\u00a0 und transparente Bauweise habe es zuvor nicht gegeben. Und um diese faszinierende Bauweise zu erhalten habe man jetzt eine \u201eStein f\u00fcr Stein austarierte L\u00f6sung gew\u00e4hlt\u201c, erkl\u00e4rt der Vorsitzende des M\u00fcnsterbauvereins Sven von Ungern-Sternberg. Das Sanierungskonzept sei kein Alleingang der M\u00fcnsterbauh\u00fctte gewesen, sondern gemeinsam mit Denkmalpflegern, Statikern, Steinmetzen und Restauratoren entwickelt wurden. Ein\u00a0 Sanierungskonzept das wohl noch mindestens zweieinhalb Jahre Arbeit in Anspruch nehmen werde. Das 116 Meter hohe Wahrzeichen Freiburgs wird also fr\u00fchestens im Jahre 2015 ohne Ger\u00fcst zu sehen sein. Ein Anblick, an den sich die meisten Freiburger wohl schon gew\u00f6hnt haben: die ewige Baustelle M\u00fcnster. Begonnen wurde mit der Turmsanierung nach einem regelrechten Warnsignal im Sommer 2005 \u2013 als sich in einer regnerischen und\u00a0 windigen Nacht ein St\u00fcck l\u00f6ste und herabst\u00fcrzte. Was dann folgte war ein beispielloses Engagement der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger f\u00fcr \u201eihren\u201c M\u00fcnsterturm. Unter dem Motto \u201eWir bauen mit!\u201c fanden sich zahlreiche Unterst\u00fctzer,\u00a0 um den Turm zu retten. In f\u00fcnf Jahren habe man f\u00fcnf Millionen verbaut, sagte die stellvertretende Vorsitzende des M\u00fcnsterbauvereins Martina Feierling-Rombach. Die H\u00e4lfte davon wurde durch Zuwendungen und Zusch\u00fcsse finanziert,\u00a0die andere H\u00e4lfte durch private Spenden. Jetzt werden weitere \u201eTurmretter\u201c gesucht. \u201eWir wollen die Menschen noch emotionaler an dieses wunderbare Bauwerk binden und es f\u00fcr die kommenden Generationen erhalten\u201c, meint Feierling-Rombach. Der erste \u201eTurmretter\u201c wurde schon gefunden: Bundestrainer Joachim L\u00f6w. Das b\u00fcrgerschaftliche Engagement\u00a0steht ganz in der Tradition des M\u00fcnsterturms, der dank der Spenden der Freiburger B\u00fcrger erbaut werden konnte. Ein Engagement, das bis heute anh\u00e4lt und auch Minister Nils Schmid beeindruckt. Der badenw\u00fcrttembergische Wirtschafts- und Finanzminister besuchte am Dienstagabend die Baustelle in luftiger H\u00f6he, um sich ein Bild von den Sch\u00e4den zu machen. Das Engagement von privater Seite zeige, dass der Erhalt des M\u00fcnsterturms ein gro\u00dfes Anliegen der B\u00fcrger sei. \u201eEin guter Grund dies auch von staatlicher Seite zu unterst\u00fctzen\u201c, meint der Minister und brachte zwei F\u00f6rderbescheide \u00fcber insgesamt 515.000 Euro mit.<br \/>\nKatrin Hauf, 31.5.2012, <a href=\"https:\/\/www.stadtkurier.de\">www.stadtkurier.de<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; St\u00fcrzt der Turm ein?\u00a0\u00a0Freiburgs Wahrzeichen h\u00e4lt so dem Wind nicht mehr stand \u2013\u00a0 Sanierungskonzept steht. Seit 700 Jahren h\u00e4lt der Freiburger M\u00fcnsterturm\u00a0nicht nur Wind und Wetter,sondern auch Kriegen und Bombardements stand. 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