{"id":38828,"date":"2013-09-25T18:37:21","date_gmt":"2013-09-25T16:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=38828"},"modified":"2013-10-05T19:20:06","modified_gmt":"2013-10-05T17:20:06","slug":"logopaeden-bezahlung-schlecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/logopaeden-bezahlung-schlecht\/","title":{"rendered":"Logopaeden Bezahlung schlecht"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"Gesund\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/gesund\/\">Logop\u00e4den<\/a> aus Baden-W\u00fcrttemberg haben am 13.9.2013 in Heidelberg f\u00fcr eine h\u00f6here Verg\u00fctung ihrer Therapie- Leistungen demonstriert. Bislang erhielten Logop\u00e4den durchschnittlich 32 Euro brutto pro Dreiviertelstunde, aber 50 Euro seien\u00a0erforderlich, um eine Praxis f\u00fchren zu k\u00f6nnen, wie ihr Landesverband erkl\u00e4rt. Wenn die jetzige Verg\u00fctung beibehalten werde, m\u00fcssten immer mehr Sprecherziehungspraxen aufgeben. <!--more--><!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n<p>\u00a0\u00a0<br \/>\nIn den freien Logop\u00e4die-Praxen haben wir folgende Situation:<br \/>\nEinen Reallohnverlust in den letzten zehn Jahren von rund 30 % durch die Grundlohnsummenanbindung, Heilmittel-Budgetierung und \u00c4rztemangel, Inflation, gestiegene Kosten, vermehrtem unbezahlten b\u00fcrokratischen Aufwand.<br \/>\nSelbstst\u00e4ndige haben einen Umsatz im Schnitt von rund 33 \u20ac \/ Stunde (45 Minuten am Patienten, 10 \u2013 15 Minuten Vor- und Nachbereitung des Arbeitsplatz).<br \/>\nAngestellte bekommen ein Bruttoarbeitsendgeld zwischen 9 und 13 \u20ac \/ Stunde (egal ob Fachschulabschluss, Bachelor oder Master: gleiche Bezahlung in freien Praxen auf Grund der niedrigen Kassens\u00e4tze)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/die-logopaedie-geht-baden.de\/demo-in-heidelberg\">https:\/\/die-logopaedie-geht-baden.de\/demo-in-heidelberg<\/a><\/p>\n<p>\u00a0<br \/>\n<strong>Dem Dienst am Menschen fehlt immer noch der richtige Stellenwert<\/strong><br \/>\nAls meine Tochter mir vor f\u00fcnf Jahren mitteilte, sie wolle Logop\u00e4din werden, freute ich mich mit ihr \u00fcber ihre Entscheidung f\u00fcr einen Beruf zum Wohle der Menschheit. Inzwischen ist diese Freude aber gro\u00dfer Entt\u00e4uschung gewichen. Die Kosten f\u00fcr die bisher nicht akademisch anerkannte dreij\u00e4hrige Ausbildung (20 000 Euro Schulgeld) haben wir mit Unterst\u00fctzung der Familie stemmen k\u00f6nnen. Dies w\u00e4re zu verschmerzen, k\u00f6nnten sich die Logop\u00e4den danach mit ihrer Berufswahl einen gewissen Lebensstandard aufbauen. Werden Termine von Patienten kurzfristig abgesagt, haben die Logop\u00e4den ihre Arbeitskraft f\u00fcr diese Zeit umsonst zur Verf\u00fcgung gestellt und hoffen, dass der n\u00e4chste Patient seine Termine einh\u00e4lt.<br \/>\nIn der Ferien- und Urlaubszeit verordnen weder \u00c4rzte Rezepte, noch sind Patienten zu Terminvereinbarungen bereit, was zu massiven Termin- und Honorarausf\u00e4llen f\u00fchrt. Die Vor- oder Nachbearbeitung, zum Beispiel Verfassen von Berichten und Therapiepl\u00e4nen, Terminierung der Patienten, Abrechnungen mit den Krankenkassen, werden nicht verg\u00fctet. Fortbildungen sind selbst zu finanzieren und werden nur zum Teil vom Arbeitgeber bezuschusst. Der Goliath Krankenkasse erwirtschaftet \u00dcbersch\u00fcsse in Millionenh\u00f6he, handelt aber um jeden Prozentpunkt mit dem David Logop\u00e4de, Ergo- oder Physiotherapeut. Ferner werden Rezepte einer peniblen Pr\u00fcfung unterzogen und bei kleinsten Abweichungen f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt. Der Logop\u00e4de wartet vergebens auf sein Honorar, obwohl die Behandlung vom Arzt verschrieben und die Leistung erbracht wurde. Rigide Kontrollen w\u00e4ren wohl eher f\u00fcr andere Sparten im Gesundheitswesen w\u00fcnschenswert. Meine Tochter hat f\u00fcr sich einen erf\u00fcllenden Beruf gefunden, aber f\u00fcr mich hat der Dienst am Menschen in unserer Gesellschaft leider noch nicht den richtigen Stellenwert erreicht.<br \/>\n25.9.2013, Doris Amann,<br \/>\n\u00a0\u00a0<br \/>\n<strong>Wirtschaftlichen Situation der so genannten Heilmittelerbringer ist miserabel\u00a0<\/strong><br \/>\nDen Inhalten dieser Leserzuschrift zu den Lohnforderungen der Logop\u00e4den k\u00f6nnen wir in vollem Umfang zustimmen. Erg\u00e4nzend sind diesen Ausf\u00fchrungen zur teilweise miserablen wirtschaftlichen Situation der so genannten Heilmittelerbringer noch einige \u00dcberlegungen hinzuzuf\u00fcgen: Anfang des 20. Jahrhunderts waren es medizinische Hilfskr\u00e4fte, die \u2013 in Kursen knapp unterwiesen \u2013 Besch\u00e4ftigungen oder Sprech\u00fcbungen f\u00fcr (psychisch) kranke, behinderte oder kriegsversehrte Menschen durchf\u00fchrten. Aus diesen T\u00e4tigkeiten sind hochqualifizierte und -spezialisierte Fachberufe entstanden, die mittlerweile an Fachhochschulen studiert werden k\u00f6nnen. Die Honorierung durch die gesetzlichen Krankenversicherungen f\u00fcr diese Therapien, die einen wesentlichen Beitrag zur medizinischen Versorgung leisten, ist jedoch nicht anders als als skandal\u00f6s gering zu bezeichnen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen Therapieberichte kostenlos erbracht werden. Erh\u00f6hungen der Verg\u00fctungss\u00e4tze der letzten 20 Jahre liegen weit unter der durchschnittlichen Preissteigerungsrate und stellen somit nicht ann\u00e4hernd einen Inflationsausgleich dar. Stete und erhebliche Einbu\u00dfen des Realeinkommens und damit eine Ann\u00e4herung an ein Prekariat sind die Folgen, besonders wenn f\u00fcr eine mehrk\u00f6pfige Familie ein durchschnittlicher Lebensstandard erreicht oder erhalten werden soll. Nach Abzug aller Nebenkosten verbleibt f\u00fcr selbst\u00e4ndige Heilmittelerbringer vor Steuern eine Nettoverg\u00fctung, die deutlich unter dem Lohnniveau einer Gesellenarbeitsstunde liegt. Eine Autoreparatur scheint einen h\u00f6heren Stellenwert zu haben als die Arbeit f\u00fcr eine indizierte, spezifische Therapie von Menschen!<br \/>\n5.10.2013, Yorck Falkenhagen, Karoline Borchardt, Freiburg <!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Logop\u00e4den aus Baden-W\u00fcrttemberg haben am 13.9.2013 in Heidelberg f\u00fcr eine h\u00f6here Verg\u00fctung ihrer Therapie- Leistungen demonstriert. Bislang erhielten Logop\u00e4den durchschnittlich 32 Euro brutto pro Dreiviertelstunde, aber 50 Euro seien\u00a0erforderlich, um eine Praxis f\u00fchren zu k\u00f6nnen, wie ihr Landesverband erkl\u00e4rt. 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