{"id":37880,"date":"2013-09-18T17:29:29","date_gmt":"2013-09-18T15:29:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=37880"},"modified":"2013-09-18T17:29:29","modified_gmt":"2013-09-18T15:29:29","slug":"nai-haemmer-gsait-wyhl-film","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nai-haemmer-gsait-wyhl-film\/","title":{"rendered":"Nai haemmer gsait &#8211; Wyhl-Film"},"content":{"rendered":"<p>Ein neuer Film &#8222;<a title=\"Wyhl\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/buergerinitiativen\/wyhl\/\">Wyhl<\/a>? Nai h\u00e4mmer gsait! &#8211; Der Widerstand gegen das <a title=\"AKW\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/energie\/akw\/\">Atomkraftwerk<\/a> am Kaiserstuhl&#8220; von Gogo Gensch wird am 10.Oktober 2013 im SWR-Fernsehen gezeigt. Previes&#8217;s zum Film gibt es am\u00a030.9 in Freiburg und am 2.10. in Weisweil.\u00a0Der\u00a0Dokumentationsfilm erz\u00e4hlt die Geschichte dieses Widerstands und seiner Folgen. Sie erz\u00e4hlt die Geschichten von Menschen, die sich \u00fcberwiegend anfangs nicht in Opposition <!--more-->zur Regierung und dem damals geltenden Fortschrittsglauben sahen, f\u00fcr die der &#8222;Kampf gegen das Atomkraftwerk&#8220; einen Bruch in ihrer Biographie bedeutete, einen Einschnitt, der ihr Leben grundlegend ver\u00e4nderte. Der Film erz\u00e4hlt ein St\u00fcck &#8222;Heimatgeschichte&#8220;, die globale Auswirkungen und entscheidenden Einfluss auf die politische Geschichte der Bundesrepublik hatte.<br \/>\nAm 19. Juli 1973 gibt die Landesregierung Baden-W\u00fcrttemberg den Standort eines geplanten Kernkraftwerks bekannt: Wyhl im n\u00f6rdlichen Kaiserstuhl. Ministerpr\u00e4sident Filbinger hat eine Vision: entlang des Rheins, grenz\u00fcberschreitend gemeinsam mit Frankreich, soll eine Industriezone entstehen, ein &#8222;Ruhrgebiet am Rhein&#8220; mit tausenden von Arbeitspl\u00e4tzen von Basel bis Frankfurt. Was an Rohstoffen fehlt, soll die neue, saubere Energiegewinnung aus Atomkraft wettmachen.<br \/>\nDoch kaum haben die Wyhler von den Pl\u00e4nen erfahren, regt sich der Widerstand. Aus dem ganzen Kaiserstuhl kommen die Menschen und demonstrieren. B\u00fcrgerinitiativen werden gegr\u00fcndet, Gutachter befragt, Informationsveranstaltungen organisiert. Es geht nicht mehr nur um die Angst vor klimatischen Ver\u00e4nderungen, auch die Gefahren durch Strahlung sind inzwischen Thema. Im Dezember 1974 fahren besorgte B\u00fcrger nach Stuttgart, um mit ihren Abgeordneten zu sprechen. Sie werden nach langem Warten schlie\u00dflich angeh\u00f6rt, aber sie f\u00fchlen sich nicht ernst genommen. Auch nicht bei der B\u00fcrgerversammlung, die im Januar 1975 stattfindet und bei der die Gutachter der Kernkraftgegner nicht zugelassen werden.<br \/>\nEin B\u00fcrgerentscheid in Wyhl bringt einen Sieg der Bef\u00fcrworter, aber die Gegner geben nicht auf. Ende Februar soll mit dem Bau des AKW begonnen werden, doch nach einer Pressekonferenz bleiben die Gegner einfach auf dem Platz und besetzen ihn. Es sind \u00fcberwiegend Winzer, Bauern, Hausfrauen, Rentner und Handwerker, viele, die bislang mit der Politik der regierenden CDU einverstanden waren. Die Landesregierung setzt Polizei mit Hunden, Schlagst\u00f6cken und Wasserwerfern gegen die gewaltfreien Besetzer ein. Die R\u00e4umung sorgt bundesweit f\u00fcr Aufsehen und wird im Kaiserstuhl nicht mehr vergessen.<br \/>\nWenige Tage sp\u00e4ter demonstrieren 28.000 Menschen in Wyhl. Der Platz wird erneut besetzt, diesmal f\u00fcr neun Monate. Die Versuche der Landesregierung, die Besetzer als &#8222;Kommunisten&#8220; abzutun, scheitern an der Realit\u00e4t. Es sind nach wie vor vor allem die B\u00fcrger vor Ort, die auf dem Platz sind, unterst\u00fctzt von B\u00fcrgerinitiativen aus dem ganzen S\u00fcdwesten, der Schweiz und dem Elsa\u00df. Sie gr\u00fcnden die Volkshochschule Wyhlerwald, in der Informationsveranstaltungen und Liederabende stattfinden. Sie holen Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammen und \u00fcben den gewaltfreien Widerstand. Winzerinnen f\u00fchren St\u00fccke von Brecht auf, Liedermacher komponieren alemanische Protestsongs und erste Solaranlagen werden erdacht. Zum ersten Mal tritt eine Landesregierung mit B\u00fcrgerinitiativen in Verhandlungen und man einigt sich auf ein juristisches Verfahren, das beide Seiten Geh\u00f6r verschafft.<br \/>\nDie kleine Gemeinde Wyhl wird weltweit zum Symbol f\u00fcr den erfolgreichen Widerstand von B\u00fcrgern aus allen Schichten gegen die Pl\u00e4ne ihrer Landesregierung und letztlich einer neuen politischen Orientierung hin zur Basisdemokratie. Ein neues politisches Bewusstsein ensteht. Und auch ein \u00f6kologisches. Aus dem Widerstand gegen das Atomkraftwerk am Kaiserstuhl entstehen das \u00d6koinstitut und die Partei &#8222;Die Gr\u00fcnen&#8220; und es wird der Grundstein zum Umdenken in Sachen Atomkraft gelegt.<br \/>\n18.9.2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neuer Film &#8222;Wyhl? Nai h\u00e4mmer gsait! &#8211; Der Widerstand gegen das Atomkraftwerk am Kaiserstuhl&#8220; von Gogo Gensch wird am 10.Oktober 2013 im SWR-Fernsehen gezeigt. 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