{"id":37764,"date":"2013-09-10T22:32:01","date_gmt":"2013-09-10T20:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=37764"},"modified":"2013-09-16T22:42:34","modified_gmt":"2013-09-16T20:42:34","slug":"gutmann-dankt-stohren-mit-stele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/gutmann-dankt-stohren-mit-stele\/","title":{"rendered":"Gutmann dankt Stohren mit Stele"},"content":{"rendered":"<p>In wenigen Tagen wird er 85 \u2013 doch Schnitzmesser und <a title=\"AltesHandwerk\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/handwerk\/alteshandwerk\/\">Mei\u00dfe<\/a>l hat er noch nicht zur Seite gelegt. J\u00fcngstes Werk des <a title=\"Kunst\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kultur\/kunst\/\">Kunstbildhauers<\/a> Professor Franz Gutmann vom <a title=\"Stohren\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/stohren\/\">Stohren<\/a> ist eine knapp zwei m hohe Stele aus Muschelkalk. Aus der Sicht ihres Sch\u00f6pfers ist es eine Hommage an die rund hundert Mitbewohner, die ihn \u2013 den geb\u00fcrtigen <a title=\"Muenstertal\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/orte\/muenstertal\/\">Krumlindener vom &#8222;Draierhof&#8220;<\/a> drunten im Tal \u2013 seit einem halben Jahrhundert auf dem Stohren &#8222;geduldet&#8220; haben.<!--more-->\u00a0<br \/>\nUnweit der Stohremer Schule hat Franz Gutmann Anfang der 1960er-Jahre in tausend Metern H\u00f6he sein privates Domizil \u2013 Atelier mit Wohnung \u2013 eingerichtet. Von hier aus hat er seine k\u00fcnstlerischen Ideen und Kunstwerke weit \u00fcber die Grenzen seiner Geburtsgemeinde hinaus getragen. Dabei wurde er nach seinen Studien an den Kunstakademien in Freiburg und D\u00fcsseldorf entscheidend gepr\u00e4gt durch einen mehrmonatigen Aufenthalt beim Urwalddoktor Albert Schweitzer im zentralafrikanischen Lambarene.<br \/>\nIn den heimischen Gefilden widmete sich Gutmann profanen wie christlichen Schwerpunktthemen (Brunnen, Kruzifixe) gleicherma\u00dfen. Im Alter von fast 80 Jahren wurde Franz Gutmann von der Erzdi\u00f6zese Freiburg mit der Neugestaltung des Zelebrationsaltares im Freiburger M\u00fcnstertal betraut \u2013 zweifellos ein H\u00f6hepunkt in seinem 50-j\u00e4hrigen k\u00fcnstlerischen Schaffen.<br \/>\n&#8222;Das Schicksal hat es gut mit mir gemeint&#8220;, sagt Franz Gutmann, der im April 1944 als noch nicht 16-J\u00e4hriger zwar seine eigene Musterung im Kapuzinerhof in Staufen erlebte, jedoch von einem Fronteinsatz im Zweiten Weltkrieg verschont blieb. Dieses Los war seinem Pfarrherrn Willibald Strohmeyer (dem Franz Gutmann als Oberministrant diente) nicht verg\u00f6nnt, der noch im selben Monat von der SS an der Heimatfront ermordet wurde und dessen Sarg Franz Gutmann bis auf den Gottesacker in St. Trudpert mitbegleitete.<br \/>\nJetzt hat Franz Gutmann in seinem 85. Lebensjahr ein bescheidenes Kunstwerk f\u00fcr sein vertrautes heimisches Umfeld \u2013 die Welt auf dem Stohren \u2013 geschaffen. Ansto\u00df war f\u00fcr ihn der Gedanke, den Stohremer Mitb\u00fcrgern ein Dank schuldig zu sein, dass &#8222;sie mich 50 Jahre hier oben auf dem Stohren geduldet haben&#8220;. Aus dem Fundus eines fr\u00fcheren Auftrages besa\u00df Gutmann in seinem Atelier einen hellen Muschelkalkstein. Aus diesem formte der Bildhauer eine knapp zwei Meter hohe Stele (ein Bildstock), in die er \u2013 unverkennbar f\u00fcr seine Arbeitsweise \u2013 mittels Fr\u00e4swerkzeugen ein stilisiertes Gesicht und die Buchstaben TRUDPERT einfr\u00e4ste. Damit dokumentierte der K\u00fcnstler gleichzeitig seine Absicht, die Stele dem ersten M\u00e4rtyrer des Tales zu widmen. Mit dem Geschenk an die Stohremer Mitb\u00fcrger verbindet Gutmann den ausdr\u00fccklichen Dank an Ludwig und Max Schneider, welche die Stele direkt am H\u00f6henweg Obere R\u00fctte \u2013 Harzloch bei den dortigen drei Ruheb\u00e4nken aufstellten, inklusive Betonfundamentierung. Die Stele am &#8222;Stutz&#8220; bietet den wohl sch\u00f6nsten Ausblick aus tausend Metern H\u00f6he hinab ins Tal, \u00fcber die Klosteranlage St. Trudpert hinweg bis hin\u00fcber zu den Vogesen.<br \/>\nInzwischen wurde die Stele auch im Rahmen eines Einweihungsaktes offiziell der \u00d6ffentlichkeit \u00fcbergeben. An der Feier beteiligt waren neben Ortspfarrer Johannes Frische der Singkreis Stohren mit Gitarrenbegleitung von Schulleiterin Ute R\u00f6\u00dfer sowie von Trompeter Hugo Steffe.<br \/>\nBesuchern und Wanderfreunden wird empfohlen, ihr Fahrzeug am Waldrand unweit der Gie\u00dfh\u00fcbel-Kurve zu parken. Von dort f\u00fchrt ein breiter Forstweg Richtung Staufen, von dem nach 200 Metern ein beschilderter Wiesenweg links abf\u00fchrt zur etwa 300 Meter entfernten Stele mit den drei Sitzb\u00e4nken.<br \/>\n10.9.2013, Manfred Lange<!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In wenigen Tagen wird er 85 \u2013 doch Schnitzmesser und Mei\u00dfel hat er noch nicht zur Seite gelegt. J\u00fcngstes Werk des Kunstbildhauers Professor Franz Gutmann vom Stohren ist eine knapp zwei m hohe Stele aus Muschelkalk. 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