{"id":3650,"date":"2012-05-15T20:13:54","date_gmt":"2012-05-15T20:13:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=3650"},"modified":"2012-05-22T20:38:58","modified_gmt":"2012-05-22T20:38:58","slug":"imkerverein-freiburg-freut-sich-uber-neue-mitglieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/imkerverein-freiburg-freut-sich-uber-neue-mitglieder\/","title":{"rendered":"Imkerverein Freiburg freut sich \u00fcber neue Mitglieder"},"content":{"rendered":"<p>Das Leben auf dem Land galt lange Zeit als spie\u00dfig, die Bauern und ihre Lebensweise als \u00fcberholt. Heute aber sehnen sich viele nach dieser Welt, zumindest danach, ab und zu Landluft zu schnuppern, die Jahreszeiten zu erleben und dabei zu sein, wenn geerntet wird. Martin Uhl hat diesen Wunsch umgesetzt. Anfang M\u00e4rz hat der 34-j\u00e4hrige Jurist auf dem Anwesen seiner Eltern in S\u00f6lden eine <a title=\"Imker\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/vereine\/imker\/\">Imkerei<\/a> eingerichtet. Die ist noch klein, zwei V\u00f6lker nennt Uhl sein Eigen. Das sind rund 50 000 Tiere. In S\u00f6lden stehen die Bienenv\u00f6lker deshalb, weil Uhl noch in diesem Jahr zusammen mit seiner Frau von Merzhausen dorthin umziehen wird und weil sich hinter seinem Elternhaus ein gut 3000 Quadratmeter gro\u00dfer <a title=\"Garten\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/garten\/\">Garten<\/a> erstreckt. F\u00fcr Bienen ist das perfekt. Denn hier gibt es von M\u00e4rz bis Juli Nektar und Bl\u00fctenstaub satt: <!--more-->Zun\u00e4chst in den <a title=\"Flora\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/flora\/\">Bl\u00fcten<\/a> der Fr\u00fchlingsbl\u00fcher wie Narzissen und Tulpen, dann in den Kirsch-, Zwetschgen- und Apfelb\u00e4umen und in den Zierstr\u00e4uchern und weiter in den Wiesenblumen, Hecken und B\u00e4umen in der freien Landschaft, die sich dem Garten an seiner West- und Nordseite anschlie\u00dft. Nat\u00fcrlich werden Martin Uhls Bienen noch weiter ins Hexental hinausfliegen. Bis zu f\u00fcnf Kilometer legen die Tiere zu ihren Trachten zur\u00fcck, wie Imker die Sammelpl\u00e4tze nennen. Auf den Nektar sind die Bienen wegen dessen Zuckergehalts aus, der Pollen ist Eiwei\u00dffutter. Beides ben\u00f6tigen sie f\u00fcr sich selbst, aber vor allem f\u00fcr den Nachwuchs im Bienenstock und f\u00fcr die K\u00f6nigin. Und weil ihr sprichw\u00f6rtlicher Flei\u00df \u00dcbersch\u00fcsse bewirkt, k\u00f6nnen Imker Honig gewinnen. Der entsteht, indem Bienen den Nektar aufsaugen, in ihrem speziellen Honigmagen ver\u00e4ndern und in Waben zusammen mit dem Pollen einlagern soweit sie beides nicht gleich an die Brut verf\u00fcttern. Abgesehen von Nektar und Pollen saugen die Bienen auch die s\u00fc\u00dfen Ausscheidungen von Blattl\u00e4usen auf, woraus beispielsweise der Tannenhonig entsteht. In einem mittleren Jahr sammelt ein Volk, das im Sp\u00e4tsommer auf bis zu 50 000 Tiere angewachsen ist, 20 bis 30 Kilogramm Honig. Es k\u00f6nnen aber auch bis zu 50 Kilogramm sein.<br \/>\nDer Begriff &#8222;flei\u00dfig wie eine Biene&#8220; kommt nicht von ungef\u00e4hr. Eine Honigbiene macht am Tag bis zu 40 Ausfl\u00fcge und besucht dabei ungef\u00e4hr 4000 Bl\u00fcten. Nebenbei verteilt sie Bl\u00fctenstaub und sorgt auf diese Weise f\u00fcr die Befruchtung. Kirschb\u00e4ume etwa br\u00e4chten ohne die Tierchen nur wenig Fr\u00fcchte hervor. Dieser Nebeneffekt aber bleibt von den Bienen selbst unbeachtet. Und auch das Interesse des Menschen am Honig ber\u00fchrt sie nicht. Von Natur aus wollen sie nichts weiter, als ihr Volk zu vergr\u00f6\u00dfern. Honig bilden sie als Wintervorrat und um schlechte Zeiten zu \u00fcberbr\u00fccken, wer ihn wegnimmt, muss f\u00fcr Ersatz sorgen.<br \/>\nMartin Uhl und seine Angeh\u00f6rigen freuen sich schon auf den ersten eigenen Honig. &#8222;Wenn es nur endlich w\u00e4rmer w\u00fcrde&#8220;, sagt er. Wie bei allen landwirtschaftlichen Zweigen ist das Wetter auch bei der Bienenhaltung ein Risikofaktor. Wenn es k\u00e4lter als zehn Grad Celsius ist, fliegen die Bienen nicht aus und verzehren das, was sie schon angesammelt haben. Damit die Brut nicht eingeht, muss zugef\u00fcttert werden. Der Wunsch Bienen zu halten, kam bei Martin Uhl vor gut einem Jahr auf. Besch\u00e4ftigt bei einem Pharmaunternehmen am Hochrhein hat er ein Hobby gesucht, das ihn &#8222;hinaus in die Natur&#8220; bringt. &#8222;Das mich die Jahreszeiten erfahren l\u00e4sst und mir Ruhe und Ausgleich schenkt&#8220;, erz\u00e4hlt er. Er hat sich B\u00fccher \u00fcber die Imkerei gekauft und gr\u00fcndlich \u00fcberlegt, ob es wirklich das Richtige f\u00fcr ihn ist. Der Zeitaufwand ist erheblich. Auch ist ein Kurs n\u00f6tig, den Martin Uhl beim Lehrbienenstand des Imkervereins Freiburg besucht. Denn ohne Verst\u00e4ndnis der Lebens- und Funktionsweise, der Bed\u00fcrfnisse und der Entwicklungszyklen eines Bienenvolkes l\u00e4sst sich nur wenig Honig gewinnen oder gehen die V\u00f6lker sogar verloren, etwa durch Infektionen, durch den Befall mit der gef\u00fcrchteten Varroamilbe, die sich parasitisch von der Bienenbrut ern\u00e4hrt und Krankheitserreger \u00fcbertr\u00e4gt, oder dadurch, dass die K\u00f6nigin im Sommer mit ihrem Volk ausschw\u00e4rmt. Das passiert unwillk\u00fcrlich und von Natur aus, wenn sich eine junge K\u00f6nigin entwickelt und Sammelbienen um sich geschart hat.<br \/>\nAndreas Wolfangel, der Vorsitzender des Imkervereins, unterst\u00fctzt Martin Uhl auch drau\u00dfen in S\u00f6lden bei der praktischen Arbeit. Ohne einen solchen &#8222;Imkervater&#8220; geht es nicht. &#8222;Man steht oft vor Fragen und Entscheidungen, die man ohne den Rat eines Fachmanns nicht l\u00f6sen kann&#8220;, wei\u00df Andreas Wolfangel aus eigener Erfahrung. Er selbst hat vor f\u00fcnf Jahren mit der Imkerei begonnen und tauscht sich regelm\u00e4\u00dfig mit anderen Imkern aus.<\/p>\n<p>Der Imkerverein Freiburg z\u00e4hlt 246 Mitglieder aus der Stadt und den Gebieten Dreisamtal, March, Sch\u00f6nberg\/Batzenberg sowie \u00f6stlicher Kaiserstuhl und Gundelfingen. \u00dcber Nachwuchsmangel kann sich der Verein nicht beklagen. Die Imkerei liegt im Trend, im Vorjahr hat der Imkerverein Freiburg 32 neue Mitglieder registriert, 25 Teilnehmer z\u00e4hlt der aktuelle Einf\u00fchrungskurs und weitere Interessenten stehen auf der Warteliste. Wolfangel steht dem Verein seit einem Jahr vor. Er hatte Albert Mayer aus Freiburg-Lehen abgel\u00f6st, der jahrzehntelang auch die Kreisverb\u00e4nde Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald im Landesverband Badischer Imker vertreten hatte.<br \/>\nAndreas Wolfangel, Email: <a title=\"\" href=\"mailto:andreas.wolfangel@yahoo.de\" target=\"_blank\">andreas.wolfangel@yahoo.de<\/a>, weitere Informationen zur Imkerei und Kontakte zu Imkervereinen gibt es unter <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.badische-imker.de\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.badische-imker.de<\/a><br \/>\n14.5.2012, Silvia Faller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben auf dem Land galt lange Zeit als spie\u00dfig, die Bauern und ihre Lebensweise als \u00fcberholt. 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