{"id":3593,"date":"2012-05-19T07:32:38","date_gmt":"2012-05-19T07:32:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=3593"},"modified":"2012-05-22T07:50:57","modified_gmt":"2012-05-22T07:50:57","slug":"nabu-hilft-feldlerchen-mit-unbestellten-lucken-am-tuniberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/nabu-hilft-feldlerchen-mit-unbestellten-lucken-am-tuniberg\/","title":{"rendered":"Nabu hilft Feldlerchen mit unbestellten L\u00fccken am Tuniberg"},"content":{"rendered":"<p>Die <a title=\"Tiere\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/tiere\/\">Feldlerche<\/a> ist ein h\u00e4ufiger Singvogel in den deutschen Acker- und Wiesenlandschaften, auch im Breisgau. Die Intensivierung der Landwirtschaft, vor allem der lange Zeit dominierende Maisanbau, hat ihren Lebensraum jedoch beschnitten. Eine einfache Idee l\u00e4sst die Vorkommen wieder wachsen: &#8222;Lerchenfelder&#8220;, unbestellte Fl\u00e4chen inmitten von Anbaufl\u00e4chen. Initiiert haben die Idee der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV), der Stuttgarter Landesbauernverband und der <a title=\"Naturschutz\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/naturschutz\/\">Naturschutzbund<\/a> (Nabu). In Opfingen sind der Landwirt und Winzer G\u00fcnter Linser und der Nabu-Akteur Josef Aschenbrenner besonders engagiert. <!--more-->&#8222;Trriip Trriip, Trr-lit, Trr-lit&#8220; klingt der Ruf der Feldlerche. Alarmiert vom n\u00e4herkommenden Menschen ist der Vogel hubschraubergleich aufgestiegen. Woher, l\u00e4sst sich nicht genau ausmachen. Die Triller wiederholen sich, \u00fcberschlagen sich fast, gehen in ein Stakkato \u00fcber, dann wieder in das Tirillieren. Weitere Lerchen sind zu h\u00f6ren, aber auch Amseln und Sperlinge. Es ist k\u00fchl an diesem fr\u00fchen Morgen in der Flur zwischen St. Nikolaus und Waltershofen, die Luft hat noch Biss. Das Gras auf den Feldwegen und das dunkelgr\u00fcne Getreide glitzern. Denn die Sonne l\u00e4sst die Tautropfen funkeln. Hier also soll sich die Landschaft in ein Lerchenparadies verwandeln. Zwar ist der schwarzbraun gefiederte Vogel mit der niedlichen Kopfhaube in der Niederung zwischen Tuniberg und Mooswald von jeher heimisch, aber auch hier hatte er kaum mehr Chancen sich zu vermehren. In den vorherrschenden dicht stehenden und ab Juni geschlossenen Maiskulturen war es unm\u00f6glich f\u00fcr die Feldlerche zu br\u00fcten. Um den Sch\u00e4dling Maiswurzelbohrer in Schach zu halten, wird seit 2010 wieder mehr Getreide im Rheintal angebaut, auch in Freiburg. Aber auch Winterweizen, f\u00fcr die Landwirte eine rentable Alternative zu Mais, steht in der Hauptbrutzeit im Juni f\u00fcr den kleinen Vogel zu hoch und zu dicht. Die Lerche braucht sp\u00e4rlich bewachsene Fl\u00e4chen und Leerstellen f\u00fcr den Landeanflug und um Futter zu finden, das sind Spinnen, W\u00fcrmer und Insekten, die am Boden oder an Wildkr\u00e4utern vorkommen. &#8222;Fr\u00fcher gab es solche Stellen, weil Kulturen vielf\u00e4ltiger und die Getreidebest\u00e4nde lockerer waren&#8220;, erz\u00e4hlt G\u00fcnter Linser. Landesweit ist die Lerchenpopulation in den 1980er Jahren eingebrochen. Nach Angaben des Naturschutzbundes gibt es derzeit etwa 200 000 Brutpaare in Baden-W\u00fcrttemberg. In der Roten Liste steht hinter Alauda arvensis, wie der Vogel nach der zoologischen Nomenklatur hei\u00dft, eine Drei, das hei\u00dft, er ist &#8222;gef\u00e4hrdet&#8220;.\u00a0 Was der Lerche fehlt, stellt G\u00fcnter Linser nun ganz nebenbei her. Bei der maschinellen Aussaat von Weizen stellt er da und dort die S\u00e4maschine einfach aus, so dass einzelne Rechtecke unbestellt bleiben. Diese so genannten Lerchenfenster ergeben mit einer L\u00e4nge von zw\u00f6lf Metern und einer Breite von drei Metern, das ist die Arbeitsbreite der S\u00e4maschine, insgesamt 36 Quadratmeter. Pro Hektar hat G\u00fcnter Linser zwei Fenster ausgespart, was den Ertrag um 50 bis 60 Kilogramm mindert. In Bezug auf seine gesamte Getreideanbaufl\u00e4che h\u00e4lt er etwa 700 Quadratmeter f\u00fcr die Lerchen frei.<br \/>\nZum ersten Mal hat Linser bei der Herbstsaat 2010 Lerchenfenster angelegt und mit ihm ein halbes Dutzend Berufskollegen aus Opfingen. Insgesamt waren es rund 120. &#8222;Schon im Sommer darauf hat sich der Erfolg eingestellt. Wir haben deutlich mehr Lerchen geh\u00f6rt als in den Vorjahren&#8220;, erz\u00e4hlt Josef Aschenbrenner. In diesem Jahr gibt es wieder weniger Lerchenfenster in Opfingen, weil im Februar etliche Weizenbest\u00e4nde erfroren (die BZ berichtete) und einige Landwirte bei der Nachsaat im Fr\u00fchjahr keine L\u00fccken gelassen haben, &#8222;weil sie ohnehin mit Ertragseinbu\u00dfen rechnen&#8220;, erkl\u00e4rt Linser. Neben ihm ist Erwin Wagner bei der Stange geblieben. G\u00fcnter Linser und Josef Aschenbrenner sind jedoch \u00fcberzeugt, dass die anderen Landwirte in diesem Herbst wieder mitmachen. &#8222;Wir vom Nabu sehen das auf lange Sicht. Auch dieses Projekt zeigt, dass Naturschutz effektiv ist, wenn wir mit den Bewirtschaftern zusammenarbeiten&#8220;, so Aschenbrenner. Das machen Winzer und Landwirte vom Tuniberg schon lang, etwa bei der Bereitstellung von Brutpl\u00e4tzen f\u00fcr den Wiedehopf. Und nat\u00fcrlich wirkt es sich g\u00fcnstig besonders f\u00fcr V\u00f6gel aus, dass die Winzer seit drei Jahrzehnten auf Insektizide verzichten. G\u00fcnter Linser, der dem BLHV-Kreisvorstand und dem st\u00e4dtischen Umweltausschuss angeh\u00f6rt, z\u00e4hlt zu den aktiven Verfechtern alternativer Methoden zum Schutz der Natur.<br \/>\n19.5.2012, Silvia Faller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Feldlerche ist ein h\u00e4ufiger Singvogel in den deutschen Acker- und Wiesenlandschaften, auch im Breisgau. Die Intensivierung der Landwirtschaft, vor allem der lange Zeit dominierende Maisanbau, hat ihren Lebensraum jedoch beschnitten. 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