{"id":34875,"date":"2013-07-18T21:15:22","date_gmt":"2013-07-18T19:15:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=34875"},"modified":"2013-07-18T21:15:22","modified_gmt":"2013-07-18T19:15:22","slug":"kappel-demografie-dsl-zink","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/kappel-demografie-dsl-zink\/","title":{"rendered":"Kappel &#8211; Demografie DSL Zink"},"content":{"rendered":"<p>Dorf aktuell: Dagmar Engesser\u00a0im Gespr\u00e4ch mit dem Ortsvorsteher Kappels, Hermann Dittmers<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Herr Dittmers, der <a title=\"Demografie\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/zukunft\/demografie\/\">demografische Wandel<\/a> ist ein gesellschaftliches Thema, das \u00fcberall diskutiert wird. Tangiert diese Problematik auch <a title=\"Kappel\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/kappel\/\">Kappel<\/a>?<br \/>\nDittmers: Kappel wird gef\u00fchlt immer \u00e4lter. Ich merke das daran, <!--more-->dass ich inzwischen mehr Jubilaren zum 80., 90. oder 100. Geburtstag gratuliere \u2013 was ich als Ortsvorsteher pers\u00f6nlich tue. Das hat seit Beginn meiner Amtszeit vor vier Jahren zugenommen. Freiburg als Stadt dagegen soll in den n\u00e4chsten Jahren j\u00fcnger werden. Das Durchschnittsalter sinkt von 43 auf 40 Jahre. Das h\u00e4ngt mit Zuwanderungen und einer steigenden Geburtenrate zusammen. In Kappel hingegen sind Wohnraum f\u00fcr junge Familien und Bauland sehr knapp. J\u00fcngere Kapplerinnen und Kappler sehen sich deshalb oft gezwungen, aus Kappel wegzuziehen. Die Elterngeneration bleibt und deshalb ist in Kappel eher eine Stagnation zu verzeichnen. Eine alterm\u00e4\u00dfige Durchmischung w\u00e4re sinnvoll und w\u00fcnschenswert. Ein Ort entwickelt sich am besten, wenn alle Altersgruppen vertreten sind. Nur so k\u00f6nnen erfolgreiche Projekte wie der Ausbau der Stollenh\u00fctte, bei dem viele freiwillige Helfer notwendig sind, als Versammlungsort f\u00fcr die Vereine und B\u00fcrgerschaft gestemmt werden. \u00a0<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Eng verkn\u00fcpft mit der demografischen Entwicklung ist die Infrastruktur eines Ortes.<br \/>\nDittmers: Wir konnten im vergangenen Jahr das 50-j\u00e4hrige Bestehen unserer Grundschule, der Schauinslandschule feiern. Wir beobachten in den letzten Jahren sinkende Sch\u00fclerzahlen. Die Schule vor Ort ist f\u00fcr mich ein unverzichtbarer Bestandteil eines funktionierenden Gemeinwesens. Im Kindergarten hingegen will die Kirche als Tr\u00e4ger noch einmal anbauen. Es werden \u00fcber 300.000 Euro in die Hand genommen, um eine neue Gruppe einrichten zu k\u00f6nnen, in die auch unter Dreij\u00e4hrige gehen k\u00f6nnen. Das ist eine richtige Reaktion auf die gro\u00dfe Nachfrage, f\u00fcr die ich dem Tr\u00e4ger sehr dankbar bin. Die Kinder, die in den Kindergarten nach Kappel kommen, werden jedoch nicht alle automatisch in die Grundschule gehen, da sie oftmals aus angrenzenden Ortsteilen kommen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Wie geht es alten Menschen in Kappel?<br \/>\nDittmers: Aufgrund der d\u00f6rflichen und pers\u00f6nlichen Einbindung, kann man in Kappel sehr gut leben. Was wir von politischer Seite aus tun k\u00f6nnen, das tun wir: F\u00fcr mich war wichtig, dass die Menschen, die nicht mehr mit dem Auto fahren k\u00f6nnen, einen gut getakteten \u00f6ffentlichen Nahverkehr nutzen k\u00f6nnen, auch von der Molzhofsiedlung aus. Au\u00dferdem ist unsere Politik darauf ausgerichtet, dass die bestehende Infrastruktur erhalten bleibt, damit Menschen mit eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t sich hier vor Ort versorgen k\u00f6nnen. Immerhin verf\u00fcgen wir hier unter anderem \u00fcber einen Lebensmittelmarkt mit Postagentur, eine Apotheke, einen Bioladen, Fris\u00f6r, \u00c4rzte und eine Zahn\u00e4rztin. Wichtig ist hier allerdings auch das Bewusstsein der Menschen, die hier leben, dass all diese Gesch\u00e4fte vom \u201eVor-Ort-Umsatz\u201c leben, deshalb muss sich jeder einzelne fragen: Was kann ich daf\u00fcr tun, diese Versorgungsqualit\u00e4t zu erhalten. Genauso n\u00f6tig ist es aber auch, dass in Kappel zus\u00e4tzlicher Wohnraum durch die Ausweisung von Baugebieten geschaffen wird.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Damit sprechen Sie jetzt ein ganz hei\u00dfes Eisen an. Vorgesehen ist auf dem Areal der ehemaligen Bergbaufirma Stolberger Zink, ein neues Baugebiet zu realisieren. Das Problem dort ist die hohe Schwermetallbelastung aus der Bergbauzeit. Wie weit sind die Dinge da denn fortgeschritten?<br \/>\nDittmers: Im Moment pr\u00fcft die Verwaltung der Stadt Freiburg einen Antrag des Investors bez\u00fcglich der Durchf\u00fchrbarkeit eines Sanierungsverfahrens. Und wir warten auf die von der Stadt angek\u00fcndigten Dialoggespr\u00e4che.<\/p>\n<p>Dreisamt\u00e4ler: Das Thema Stolberger Zink ist sehr konfliktbelastet und das schon seit drei\u00dfig Jahren. Wo liegen denn aus Ihrer Sicht die Knackpunkte?<br \/>\nDittmers: Strittig ist nicht, dass das Gebiet schwermetallbelastet ist und saniert werden sollte, wohl aber die Art der Sanierung. Der Investor hat bei der Stadt einen Antrag gestellt und plant das schwermetallbelastete Erdreich von der Fl\u00e4che A in die Fl\u00e4chen B\/C umzulagern und abzudichten. Der B\u00fcrgerverein und meines Wissens auch der BUND bezweifeln, dass dies dauerhaft funktioniert und halten diese L\u00f6sung f\u00fcr nicht nachhaltig und daher f\u00fcr wenig sinnhaft.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Die Fronten sind verh\u00e4rtet. Sehen Sie L\u00f6sungen?<br \/>\nDittmers: Das Ganze ist ein politischer Prozess, ein Einigungsprozess, der fair sein sollte. Ich moderiere diesen Prozess ergebnisoffen, allerdings vor dem Hintergrund, dass ich Rahmenbedingungen einzuhalten habe. Am Ende wird es zu einer Abw\u00e4gung bez\u00fcglich verschiedener Ziele kommen. Die B\u00fcrger m\u00fcssen in diesen Prozess eingebunden werden, deshalb hoffen wir \u2013 der Ortschaftsrat und ich \u2013 auf die Dialoggespr\u00e4che der Stadt. Auch m\u00fcssen wir versuchen weitere Sanierungsvarianten in den politischen Prozess mit einzubringen. Dies ist insbesondere auch vor dem Hintergrund notwendig, dass aus der sogenannten Fl\u00e4che D, die auf Kirchzartener Gemarkung liegt, schadstoffbelastetes Wasser austritt. Wir d\u00fcrfen die Menschen in Neuh\u00e4user mit diesem Problem nicht alleine lassen. Da sind die Politik und die Verwaltung gefordert.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Die Neugestaltung des Rathausplatzes war auch ein schwieriges Thema, das sich nach langen Jahren positiv l\u00f6sen lie\u00df. Ist die Neugestaltung denn nun in trockenen T\u00fcchern?<br \/>\nDittmers: F\u00fcr den Rathausplatz sind im jetzt genehmigten Doppelhaushalt der Stadt Freiburg 2013 \/ 14 auf Antrag des Ortschaftsrats insgesamt 100.000 Euro eingestellt. Planungsvarianten sollen im Herbst im Ortschaftsrat vorgestellt werden. Ich hoffe, dass der Rat dann noch 2013 einen konkreten Neugestaltungsbeschluss fassen kann. Der Rathausplatz sollte dann im Sommer 2014 fertiggestellt sein, p\u00fcnktlich zum 40-j\u00e4hrigen Eingemeindungsjubil\u00e4um. Wir w\u00fcrden anl\u00e4sslich dieses Jubil\u00e4ums den Platz dann gerne der \u00d6ffentlichkeit \u00fcbergeben. Damit h\u00e4tte ich auch mein Ziel erreicht, in meiner ersten Periode als Ortsvorsteher, die Neugestaltung des Rathausplatzes umzusetzen. Wie Sie wissen, arbeite ich projektorientiert. Die Verbesserung der \u00d6PNV-Haltestelle \u201eBannwald\u201c, der Friedhof und der Rathausplatz waren Projekte, die ich den B\u00fcrgern versprach, anzugehen.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Gibt es auch noch Projekte, bei denen es harkt?<br \/>\nDittmers: Wir kommen in Sachen DSL derzeit kaum einen Schritt voran, weil sich eine angedachte L\u00f6sung mit der Telekom zerschlagen hat. Der urspr\u00fcngliche Plan war, dass die Telekom ihre Telefonleitungen in Kappel erneuert und im Zuge dieser Ma\u00dfnahmen die Glasfaserleitungen f\u00fcr DSL mit verlegt werden. Soweit waren wir und dann kam die Mitteilung von der Telekom, dass die Leitungen nicht erneuert werden, sondern nur mit punktuellen Verst\u00e4rkerma\u00dfnahmen gearbeitet wird. Die optimalste L\u00f6sung ist nach wie vor die Verlegung von Kabeln, was aber nicht nur am Umfang der Finanzierung scheitert, da die Stadt keine Finanzierung einer solchen privatwirtschaftlichen Ma\u00dfnahme vornehmen darf.<br \/>\nDreisamt\u00e4ler: Herr Dittmers, ich danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<br \/>\n18.7.2013,\u00a0Dagmar Engesser, <a href=\"https:\/\/www.dreisamtaeler.de\">www.dreisamtaeler.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dorf aktuell: Dagmar Engesser\u00a0im Gespr\u00e4ch mit dem Ortsvorsteher Kappels, Hermann Dittmers Dreisamt\u00e4ler: Herr Dittmers, der demografische Wandel ist ein gesellschaftliches Thema, das \u00fcberall diskutiert wird. Tangiert diese Problematik auch Kappel? Dittmers: Kappel wird gef\u00fchlt immer \u00e4lter. 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