{"id":32607,"date":"2013-06-12T15:49:47","date_gmt":"2013-06-12T13:49:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=32607"},"modified":"2013-06-18T16:25:49","modified_gmt":"2013-06-18T14:25:49","slug":"geotag-artenvielfalt-oekostation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/geotag-artenvielfalt-oekostation\/","title":{"rendered":"GEOtag Artenvielfalt Oekostation"},"content":{"rendered":"<p>Am 15. Juni 2013 sind wieder alle Naturfreunde in Deutschland und den <a title=\"Trirhena\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/trirhena\/\">Nachbarl\u00e4ndern<\/a> zum 15. GEO-Tag der Artenvielfalt aufgerufen, innerhalb von 24 Stunden in einem selbst festgelegten Gebiet m\u00f6glichst viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu entdecken. Gesucht werden kann \u00fcberall &#8211;\u00a0Schulgarten,\u00a0Wiese,\u00a0Feldgeh\u00f6lz,\u00a0Flussufer, Wald oder Kiesgrube.\u00a0Schwerpunkt der <a title=\"Oekostation\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/oekostation\/\">\u00d6kostation<\/a>:\u00a0Gebiet <a title=\"Oberwiehre\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/oberwiehre\/\">Waldsee<\/a>, Deicheleweiher, M\u00f6slepark.<!--more--><\/p>\n<p>Veranstalter ist das Freiburger Netzwerk Artenvielfalt, ein Zusammenschluss von etlichen Naturschutzverb\u00e4nden, -initiativen und -institutionen, mehreren \u00c4mtern der Stadt Freiburg sowie dem \u00d6komobil. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-W\u00fcrttemberg f\u00f6rdert seit 11 Jahren den Freiburger GEO-Tag der Artenvielfalt und ist auch 2013 Partner. Der bundesweite\u00a0Tr\u00e4ger des GEO-Tages der Artenvielfalt ist die <a href=\"https:\/\/www.geo.de\/GEO\/natur\/oekologie\/tag_der_artenvielfalt\/\">GEO Redaktion<\/a> mit dem GEO-Tag Chef Tom M\u00fcller. Die GEO-Redaktion ist Teil des Verlags Gruner und Jahr in Hamburg.<br \/>\nProgramm mit allen Aktionen: <a href=\"https:\/\/www.oekostation.de\/de\/projekte\/freiburger_geo_tag_artenvielfalt_2013.htm\">https:\/\/www.oekostation.de\/de\/projekte\/freiburger_geo_tag_artenvielfalt_2013.htm<\/a><br \/>\n12.6.2013, \u00d6kostation FR.<\/p>\n<p><strong>Tag der Artenvielfalt<\/strong><br \/>\nDer &#8222;Tag der Artenvielfalt&#8220; wurde 1999 vom Naturmagazin &#8222;Geo&#8220; ins Leben gerufen. Seitdem werden am zweiten Samstag im Juni vielerorts in Deutschland Veranstaltungen zum Kennenlernen der Natur angeboten. F\u00fcr die Teilnehmer gilt es, innerhalb von 24 Stunden m\u00f6glichst viele Arten in einem vorher festgelegten Gebiet zu entdecken. Dadurch soll das Bewusstsein f\u00fcr die Naturvielfalt vor der Haust\u00fcr gef\u00f6rdert und zugleich Ver\u00e4nderungen des Artenspektrums dokumentiert werden. Ausrichter der Freiburger Veranstaltung ist das &#8222;Netzwerk Artenvielfalt&#8220;, ein Zusammenschluss von rund 20 Naturschutzgruppen und \u00c4mtern der Stadt. Los geht\u2019s am Freitagabend mit einer Fledermausf\u00fchrung (21 Uhr) und Nachtfalter-Lichtfang (22 Uhr). Am Samstag wird der Aktionstag mit zahlreichen St\u00e4nden und Exkursionen fortgesetzt, die von Experten geleitet werden: Unter anderem stehen V\u00f6gel (7 Uhr), Gew\u00e4sser (ab 10 Uhr) und Insekten (mehrere M\u00f6glichkeiten vor- und nachmittags) auf dem Programm. Au\u00dferdem werden eine Familienexkursion (10 Uhr), eine Fahrradtour im Stadtwald (12.45 Uhr) sowie ein naturkundlicher Spaziergang zum Lernort Kunzenhof (14.30 Uhr) angeboten. Treffpunkt ist das \u00d6komobil des Regierungspr\u00e4sidiums, das am Waldsee stehen wird. Eine \u00dcbersicht gibt\u2019s auf <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.oekostation.de\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.oekostation.de<\/a> Tel\u00a00761\/892333.\u00a0<!-- RSPEAK_STOP -->\u00a0<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<p><strong>Ralf Hufnagel von der \u00d6kostation zum &#8222;Tag der Artenvielfalt&#8220;<\/strong><br \/>\nAm Freitag 14.6.2013 und Samstag findet der Tag der Artenvielfalt statt. Exkursionen finden rund um den M\u00f6slepark und Waldsee statt. Dort findet man Wald- und Parklandschaften, Wiesen, Gew\u00e4sser \u2013 und prominente G\u00e4ste: Umweltminister Franz Untersteller spricht am Samstag um 14.15 Uhr ein Gru\u00dfwort. Die Waldseestra\u00dfe wird zwischen 8.30 und 17 Uhr f\u00fcr Fahrzeuge gesperrt. Was es f\u00fcr Naturfreunde alles zu entdecken gibt, das erz\u00e4hlt Ralf Hufnagel vom Leitungsteam der \u00d6kostation im Interview mit BZ-Mitarbeiter Andreas Braun.<br \/>\nBZ: Weltweit sterben jeden Tag bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Ist ein Artenschwund auch in Freiburg feststellbar?<br \/>\nRalf Hufnagel: Leider haben sich trotz vielen Anstrengungen auch hier die Lebensbedingungen f\u00fcr manche Arten verschlechtert \u2013 etwa f\u00fcr die Wechselkr\u00f6te, die bis auf eine Restpopulation bei Hochdorf verschwunden ist oder f\u00fcr die Geburtshelferkr\u00f6te, von der die letzten drei Rufer dieses Jahr im Kappler Tal zu vernehmen waren. Besonders drastisch w\u00e4re es, wenn eine Art verschwinden w\u00fcrde, die es nur hier gibt und die dann unwiederbringlich verloren w\u00e4re. Eine solche existiert \u00fcbrigens wirklich, kein Witz: Der Freiburger B\u00e4chle-Egel. Er wurde erst 1983 im Dietenbach entdeckt und ist von keinem anderen Ort auf der ganzen Welt bekannt.<br \/>\nBZ: Was muss sich \u00e4ndern, damit es den gef\u00e4hrdeten Arten besser geht?<br \/>\nHufnagel: Konkret m\u00fcssen die jeweiligen Lebensr\u00e4ume erhalten und m\u00f6glichst verbessert werden, beispielsweise Feuchtbiotope und B\u00f6schungen an Wegr\u00e4ndern. Auch die Biotopvernetzung sollte st\u00e4rker in den Fokus r\u00fccken.<br \/>\nBZ: Wie viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten gibt es denn in der Stadt?<br \/>\nHufnagel: Sie stellen ja Fragen (lacht). Ich glaube nicht, dass das jemand beantworten kann. Allerdings ist mir eine Literaturrecherche aus den 90er-Jahren bekannt, bei der knapp 2000 Arten recherchiert wurden. Ein aktueller Anhaltspunkt ist eine Zusammenschau, die auf \u00f6kologischen Gutachten basiert und von der Stadt Freiburg ermittelt wurde. Darin wurden \u00fcber 3000 Arten beschrieben.<br \/>\nBZ: Unter ihnen befinden sich immer mehr gebietsfremde Pflanzen und Tiere \u2013 beispielsweise die Nilgans, die nach Europa eingef\u00fchrt wurde und neuerdings auch im Seepark br\u00fctet. Sind diese Neub\u00fcrger eine Bereicherung oder eher eine Gefahr f\u00fcr die einheimische Lebewelt?<br \/>\nHufnagel: Das muss man differenziert betrachten. Die von ihnen angesprochenen Nilg\u00e4nse zum Beispiel verhalten sich am Fl\u00fcckigersee anderen Wasserv\u00f6geln gegen\u00fcber aggressiv und stressen diese. Au\u00dferdem machen die dort ausgesetzten, ebenfalls fremdl\u00e4ndischen Schmuckschildkr\u00f6ten den Haubentauchern ihre Nester zum Sonnenbaden streitig, was die Situation noch versch\u00e4rft. Viele andere eingeschleppte Arten sind ebenfalls kritisch zu bewerten.<br \/>\nBZ: Den Tag der Artenvielfalt gibt es in Freiburg seit 2003. Wurden auch schon Tiere und Pflanzen entdeckt, die unbekannt waren oder als verschollen galten?<br \/>\nHufnagel: Nein. Unser Augenmerk liegt auch nicht darauf, sensationelle Neufunde zu suchen. Mit diesem Aktionstag wollen wir vielmehr die Menschen an die Natur heranf\u00fchren \u2013 gerade in Freiburg, wo der Schwerpunkt traditionell im Bereich der Umweltbildung liegt. Deshalb suchen wir auch immer gut zug\u00e4ngliche Standorte aus und meiden Naturschutzgebiete.<br \/>\nBZ: Mit welchen Besonderheiten k\u00f6nnen die Besucher rechnen?<br \/>\nHufnagel: Am Freitagabend werden sicher die Wasserfledermaus und der Gro\u00dfe Abendsegler mit rund 40 Zentimetern Spannweite zu beobachten sein. Am Waldsee sind zudem der Feuersalamander und Molcharten heimisch. Und in den umliegenden W\u00e4ldern kann mit etwas Gl\u00fcck der Hirschk\u00e4fer gefunden werden.<br \/>\nRalf Hufnagel (54 Jahre) ist Biologe und arbeitet im Leitungsteam der \u00d6kostation.<br \/>\n13.6.2013, Andreas Braun<\/p>\n<p><strong>\u00a050 Naturliebhaber am Freitagabend und Samstag die Tier- und Pflanzenwelt rund um den Waldsee<\/strong><\/p>\n<p>Viel los war am Wochenende beim Freiburger Geo-Tag der Artenvielfalt: Zirka 350 Naturliebhaber machten mit und erkundeten am Freitagabend und Samstag die Tier- und Pflanzenwelt rund um den Waldsee, auch der Umweltminister schaute vorbei. Laut einer ersten Sch\u00e4tzung wurden mehr als 300 Arten gefunden. Darunter war nicht nur ein seltener und vom Aussterben bedrohter Prachtk\u00e4fer \u2013 auch Kaulquappen wurden gerettet. Dass das Interesse an dem seit 2003 allj\u00e4hrlich stattfindenden Aktionstag auch dieses Mal gro\u00df war, zeigte sich bereits am Freitagabend: Mehr als 100 Leute hatten sich gegen 21 Uhr am Waldsee eingefunden, um dort Zwerg- und Wasserflederm\u00e4use zu beobachten. Nach gut einer Stunde wurde die Exkursion am nahe gelegenen Deichelweiher fortgesetzt, wo Horst Schauer-Weisshahn und seine Kollegen von der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Fangnetze aufgestellt hatten. Bis Mitternacht gingen 13 Flatterm\u00e4nner in die Maschen. Das sorgte f\u00fcr Begeisterung bei den Naturfans. &#8222;Ich finde es toll, dass man hier so nah mit dabei sein kann&#8220;, sagte die Lehramtsstudentin Lili Homm.<br \/>\nTags darauf informierten die mitwirkenden Naturschutzgruppen an mehreren Info-St\u00e4nden auf der f\u00fcr den Verkehr gesperrten Waldseestra\u00dfe \u00fcber Freiburgs Flora und Fauna. Auch das \u00d6komobil des Regierungspr\u00e4sidiums war gekommen: Es diente als Feldlabor und als Ausgangspunkt f\u00fcr 14 naturkundliche Spazierg\u00e4nge. Einer von ihnen besch\u00e4ftigte sich mit Libellen, daran nahmen knapp 40 Personen teil. Die Ausbeute: Innerhalb einer Stunde wurden sieben Arten dieser Fluginsekten, deren Larven im Wasser leben, gefunden, darunter die Zweigestreifte Quelljungfer, die besondere Anspr\u00fcche an ihren Lebensraum hat. &#8222;Ein gutes Ergebnis&#8220;, bilanzierte Kerstin Geigenbauer von der Schutzgemeinschaft Libellen.<br \/>\nEin besonderer Gast war Baden-W\u00fcrttembergs Umweltminister Franz Untersteller, der am Nachmittag im Rahmen seiner Nachhaltigkeits-Tour mit dem Fahrrad vorbeikam und ein Gru\u00dfwort sprach. &#8222;Die Klimaerw\u00e4rmung f\u00fchrt zu Ver\u00e4nderungen im Artenspektrum&#8220;, betonte der Gr\u00fcnen-Politiker. Und der Tag der Artenvielfalt leiste einen wichtigen Beitrag, um solche Trends zu erkennen. Freiburgs Umweltb\u00fcrgermeisterin Gerda Stuchlik, die den Minister begleitete, dankte den Veranstaltern f\u00fcr ihr Engagement.<br \/>\nWie Artenschutz spontan gelingen kann, zeigten an diesem Tag etliche Kinder und Jugendliche: Bei einer Exkursion mit Gisela Friederich vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatten sie viele Kaulquappen entdeckt, die infolge des derzeit hohen Wasserstands aus dem \u00dcberlaufrohr des Waldsees in einen Graben neben der Stra\u00dfe gesp\u00fclt worden waren. Dieser m\u00fcndet in der Dreisam, wo die Amphibienlarven nicht \u00fcberleben k\u00f6nnen. &#8222;Ich finde das nicht gut, denn die w\u00fcrden ja alle sterben&#8220;, erkl\u00e4rt Julian St\u00fccker (10) aus Stegen. Gemeinsam mit anderen Nachwuchs-Forschern und einigen Eltern machte er sich deshalb daran, die gef\u00e4hrdeten Tiere aus dem Graben zu fischen: Nahezu 1000 Kaulquappen wurden so bis zum sp\u00e4ten Nachmittag gerettet. Sie aus dem Wasser zu holen und umzusiedeln ist allerdings nur bei Rettungsaktionen erlaubt.<br \/>\nInfo: Das Ergebnis des Freiburger Artentags liegt noch nicht vor, die Auswertung dauert noch an. Nach deren Abschluss werden die Artenlisten demn\u00e4chst im Internet abrufbar sein unter: <a title=\"\" href=\"https:\/\/www.oekostation.de\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.oekostation.de<\/a><br \/>\n18.6.2013, Andreas Braun<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><!-- RSPEAK_STOP --><!-- RSPEAK_START -->\u00a0<!-- RSPEAK_STOP -->\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 15. Juni 2013 sind wieder alle Naturfreunde in Deutschland und den Nachbarl\u00e4ndern zum 15. GEO-Tag der Artenvielfalt aufgerufen, innerhalb von 24 Stunden in einem selbst festgelegten Gebiet m\u00f6glichst viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu entdecken. 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