{"id":32517,"date":"2013-06-10T21:55:50","date_gmt":"2013-06-10T19:55:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=32517"},"modified":"2013-08-29T10:56:46","modified_gmt":"2013-08-29T08:56:46","slug":"dreisam-wird-renaturiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/dreisam-wird-renaturiert\/","title":{"rendered":"Dreisam wird renaturiert"},"content":{"rendered":"<p>Die Aufwertung der Dreisam schreitet voran: Nachdem mehrere Fischaufstiege \u2013 etwa am <a title=\"Sandfang\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/sandfang\/\">Sandfang<\/a> &#8211; gebaut wurden, soll Ende 2013 mit der<a title=\"Dreisam-Renaturierung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/fluss\/dreisam\/dreisam-renaturierung\/\"> Renaturierung<\/a>\u00a0eines\u00a0850 m langen Flussabschnitts bei der <a title=\"Kartaus-Baustelle\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/bildung\/schulen\/uwc-freiburg\/kartaus-baustelle\/\">Kartaus<\/a> begonnen werden. Sp\u00e4ter sind auch auf H\u00f6he von <a title=\"Littenweiler\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/littenweiler\/\">Littenweiler<\/a> kleinere Ma\u00dfnahmen geplant. Ziel ist die Verbesserung des \u00f6kolo\u00adgischen Zustands dieses Flie\u00dfgew\u00e4ssers wie von der <a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">europ\u00e4ischen<\/a> Wasserrahmen-Richtlinie gefordert.<!--more--><\/p>\n<p>Dass sich die Dreisam zwischen der Sandfang-Br\u00fccke und dem Ottiliensteg beim Mage-Solar-Stadion bald wieder mehr in die Breite ausdehnen darf, hat sie letztlich der Deutschen Bahn zu verdanken: Da n\u00e4mlich der Bau des dritten und vierten Gleises der Rheintalbahn mit Eingriffen in die Natur \u2013 bei\u00adspielsweise im Mooswald &#8211; verbunden ist, werden von Ge\u00adsetz\u00ades wegen \u00f6kologische Ausgleichsma\u00dfnahmen n\u00f6tig. Und bei der Suche nach geeigneten \u00d6rtlichkeiten und Projekten stie\u00dfen die Verantwortlichen auf bereits vorhandene Pl\u00e4ne zur Renaturierung des besagten Dreisam-Abschnitts: Ein solches Vor\u00adhaben wird n\u00e4mlich schon l\u00e4nger als sinnvoll erachtet, konnte bislang aber nicht realisiert werden. Also holte man die al\u00adten Unterlagen wieder aus der Schublade, aktualisierte sie und l\u00e4sst sich das Ganze nun von der Bahn finanzieren &#8211; rund 600.000.- Euro sind im Gespr\u00e4ch. Das wasserrechtliche Verfahren ist bereits eingeleitet, au\u00dfer f\u00fcr Flora und Fauna sind auch f\u00fcr den Hochwasserschutz Verbesserungen zu erwarten.<\/p>\n<p><strong>Ein Mehr an Lebensr\u00e4umen und Artenvielfalt<br \/>\n<\/strong>Nach Abschluss der Arbeiten \u2013 vermutlich schon im n\u00e4chsten Jahr \u2013 d\u00fcrfte die teilweise kanalartig wirkende Dreisam in dem genannten Bereich wieder an eine nat\u00fcrliche Flusslandschaft erinnern: Bei Hochwasser \u00fcberflutete, bis zu 30 Meter breite \u00dcberschwemmungsbereiche werden neue Lebensr\u00e4ume schaffen und so zu einer Erh\u00f6hung der Artenvielfalt sorgen. Kiesinseln mit Pionierpflanzen sind dabei ebenso vorstellbar wie ein Mosaik aus str\u00f6mungsberuhigten Zonen, das vielen Wasser\u00adinsekten eine Heimat bietet. Aber auch der Lachs und andere Wanderfische sollen von der Umgestaltung profitieren und mittelfristig wieder im Freiburger Osten heimisch werden. Die B\u00e4ume am Nordufer k\u00f6nnen \u00fcbrigens stehenbleiben und sollen bei Hochwasser k\u00fcnftig wie kleine Inseln wirken, den betroffenen Uferweg will man ein St\u00fcck weiter n\u00f6rdlich verlegen. Das genaue Szenario l\u00e4sst sich indes kaum vorhersagen: Letztlich wird sich die Dreisam n\u00e4mlich ihren eigenen Weg bahnen und dabei auch immer wieder mitgef\u00fchrtes Material, Geschiebe und Pflanzenteile anschwemmen. Regelm\u00e4\u00dfige Unterhaltungsarbeiten zur Gew\u00e4hrleistung der Flussdynamik erscheinen deshalb ebenso m\u00f6glich, wie Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen ge\u00adgen Kn\u00f6terich und andere Wucherpflanzen, welche die Ufer\u00adstabilit\u00e4t gef\u00e4hrden k\u00f6nnen. Das ver\u00e4nderte Landschaftsbild &#8211; eine \u00c4hnlichkeit mit der Isar bei M\u00fcnchen, die von breiten Kiesfl\u00e4chen ges\u00e4umt wird, ist durchaus wahrscheinlich \u2013 d\u00fcrfte indes aber auch eine Kehrseite haben: Die Attraktivit\u00e4t als Naherholungsgebiet wird n\u00e4m\u00adlich ebenfalls steigen, weshalb eine Versch\u00e4rfung des be\u00adreits jetzt schon bestehenden M\u00fcll- und L\u00e4rmproblems erwartet wird.<\/p>\n<p><strong>Anwohner erwarten ein vorausschauendes Konzept<br \/>\n<\/strong>Bei einem Informationsabend in der Laubenhof-Begeg\u00adnungs\u00adst\u00e4tte zeigte sich vor wenigen Wochen, dass die Anwohner dem Vorhaben dennoch aufgeschlossen gegen\u00fcber stehen. Aller\u00addings erwarten sie von der Stadt ein vorausschauendes Kon\u00adzept, f\u00fcr das es auch schon erste Vorschl\u00e4ge gibt: Demnach k\u00f6nnten auf H\u00f6he der beiden Br\u00fccken am Sandfang und beim Stadion zwei Pl\u00e4tze zur Freizeitnutzung geschaffen werden. Die restlichen Bereiche des neu gestalteten Nordufers soll\u00adten indes baulich so gestaltet werden, dass sie nicht oder nur schwer zug\u00e4nglich sind. Weitere Einzelheiten will man dem\u00adn\u00e4chst bei einem Runden Tisch er\u00f6rtern, zu dem der B\u00fcr\u00adger\u00adverein Oberwiehre-Waldsee auf Anregung der Stadt verschiedene Interessengruppen einl\u00e4dt.<\/p>\n<p><strong>Richtlinie fordert guten \u00f6kologischen Zustand<br \/>\n<\/strong>Die anstehende Renaturierung des Abschnitts bei den Kartaus\u00adwiesen ist \u00fcbrigens nur eines von mehreren Projekten zur Auf\u00adwertung der Dreisam. Hintergrund ist letztlich die europ\u00e4ische Wasserrahmen-Richtlinie aus dem Jahr 2000: Mit ihr wurde der Blickwinkel von der bis dahin als vordergr\u00fcndig be\u00adtrach\u00adteten Wasserqualit\u00e4t hin zu einer \u00f6kologisch definierten Ge\u00adw\u00e4sserqualit\u00e4t auf Basis von Lebensgemeinschaften verscho\u00adben. Deshalb schreibt diese Richtlinie vor, dass auch ver\u00ad\u00e4n\u00adderte Flie\u00dfgew\u00e4sser k\u00fcnftig wieder in einen guten \u00f6kologischen Zustand versetzt werden m\u00fcssen.<br \/>\nBis dieses Ziel \u00fcberall an der Freiburger Dreisam erreicht sein wird, bedarf es indes noch mehrerer Eingriffe: Neben der Ent\u00adfer\u00adnung von Sohlschwellen im westlichen Teilabschnitt muss vor allem noch das Schwabentorwehr fischpassierbar gestaltet werden. Aber auch auf H\u00f6he von Littenweiler (zwischen der Eb\u00adneter Nepomuk-Br\u00fccke und dem Wasserwerk) sind kleinere Ma\u00dfnahmen angedacht, etwa Verbesserungen der Sohlstruktur. Ufer- und Vorlandumgestaltungen werden dort jedoch wegen der teilweise nahen Uferbebauung wohl nur in kleinerem Umfang m\u00f6glich sein, vorwiegend im s\u00fcd\u00f6stlichen Bereich \u2013 aufgrund bestehender Gas- und Wasserleitungen aller\u00addings h\u00f6chstens in kleinem Umfang. Einen genauen Plan gibt es noch nicht, zu gegebener Zeit soll eine \u00f6ffentliche In\u00adfor\u00admationsveranstaltung stattfinden.<br \/>\n10.6.2013, Andreas Braun, Littenweiler Dorfblatt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aufwertung der Dreisam schreitet voran: Nachdem mehrere Fischaufstiege \u2013 etwa am Sandfang &#8211; gebaut wurden, soll Ende 2013 mit der Renaturierung\u00a0eines\u00a0850 m langen Flussabschnitts bei der Kartaus begonnen werden. 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