{"id":31955,"date":"2013-06-03T14:34:36","date_gmt":"2013-06-03T12:34:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=31955"},"modified":"2013-06-03T15:12:48","modified_gmt":"2013-06-03T13:12:48","slug":"litfasssaeule-wall-werbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/litfasssaeule-wall-werbung\/","title":{"rendered":"Litfasssaeule &#8211; Wall &#8211; Werbung"},"content":{"rendered":"<p><!-- RSPEAK_STOP --><!-- RSPEAK_START -->Schon immer war es f\u00fcr eine st\u00e4dtisch-b\u00fcrgerliche Gemeinschaft wichtig, dass <a title=\"Werbung\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/business\/dienste\/werbung\/\">Informationen ausgetauscht <\/a>wurden \u2013 schriftlich oder m\u00fcndlich. Fr\u00fcher war es der Gemeindebote, der mit der lauten Messingschelle seine &#8222;Bekanntma-chung!&#8220; im Ort verlauten lie\u00df. Und wer erinnert sich nicht noch gerne an die Litfa\u00dfs\u00e4ule, die fr\u00fcher ganz besonders das Stadtbild <a title=\"Freiburg\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/regio\/freiburg\/\">Freiburgs<\/a> pr\u00e4gte \u2013 und die Bewohner informierte. Heute ist sie fast vollst\u00e4ndig verschwunden.<!--more--><\/p>\n<p>Schon immer gab es Anschl\u00e4ge an \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden, die neben der Tageszeitung \u00fcber st\u00e4dtische Entscheidungen informierten. Epochal war da die Erfindung des Ernst Theodor Amandus Litfa\u00df, der am 11. Februar 1816 in Berlin geboren wurde. Er war der Sohn eines Buchdruckermeisters in Berlin und hatte die grandiose Idee, eine spezielle Anschlags\u00e4ule zu schaffen, auf der alle m\u00f6glichen Informationen bekannt gegeben werden konnten.<\/p>\n<p>Die ersten S\u00e4ulen wurden 1855 in Berlin aufgestellt und fanden recht schnell eine deutschlandweite Verbreitung. Schon alte Postkarten aus Freiburg um das Jahr 1910 zeigen zum Beispiel am Rathaus eine verschn\u00f6rkelt und verzierte Anschlags\u00e4ule. Zun\u00e4chst war in Freiburg die Firma &#8222;Poppen &amp; S\u00f6hne&#8220; im Plakatgesch\u00e4ft aktiv. Doch bereits im Oktober 1893 hatte der Freiburger Stadtrat beschlossen, dieses Werbegesch\u00e4ft ab dem 1. April 1894 zu \u00fcbernehmen. Au\u00dfer Werbetafeln wurden 15 Plakats\u00e4ulen aufgestellt, welche nach dem Entwurf des st\u00e4dtischen Hochbauamts von der Firma &#8222;Brenzinger &amp; Cie.&#8220; aus Zement in Steinimitation ausgef\u00fchrt wurden. Bis 1954 hat die Stadt die Plakatwerbung in Eigenregie betrieben. Insbesondere in der nationalsozialistischen Zeit wurde dies sehr dirigistisch gehandhabt. Mit dem beginnendem Wirtschaftswachstum erhielt die Firma &#8222;Schiffmann&#8220; die Werberechte der Stadt Freiburg \u2013 und verlegte ihren Hauptsitz hierher. Das Unternehmen wurde 1926 durch Urgro\u00dfvater Hermann Schiffmann in Magdeburg gegr\u00fcndet, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es als &#8222;Kommunale Au\u00dfenwerbung Schiffmann&#8220; in Oldenburg weitergef\u00fchrt. Unter Leitung von J\u00fcrgen und Hans Albert Schiffmann erfolgte der kontinuierliche Ausbau. F\u00fcnfzig Jahre dauerte das Engagement in Freiburg, dann beschloss die Stadt Freiburg im Rahmen gesamteurop\u00e4ischer Ausschreibepraxis mit der Firma &#8222;Wall&#8220; in Berlin ein neues Vertragskonzept. Statt der S\u00e4ule gibt\u2019s die Tafeln: Heute ist die Firma schon wieder in einem franz\u00f6sischen Unternehmen aufgegangen, w\u00e4hrend Eva und Vivian Schiffmann auch nach dem Tode ihres Vaters J\u00fcrgen im Jahr 2012 in vierter Generation im Werbegesch\u00e4ft t\u00e4tig sind. Ihnen geh\u00f6ren alle Warteh\u00e4uschen und Unterst\u00e4nde der VAG in Freiburg, die die Firma finanziert und gebaut hat und damit auch weiterhin werblich betreiben kann. Auch f\u00fcr die werbliche Vermarktung der Busse und Stra\u00dfenbahnen in Freiburg ist sie zust\u00e4ndig. Eva Schiffmann wurde vorletzte Woche vom Fachverband Deutsche Anzeigenwerbung innerhalb des Vorstandes zur Schatzmeisterin gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/litfasssaeule-wall-werbung\/rathausplatz-fr-litfass1925\/\" rel=\"attachment wp-att-31956\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-31956\" title=\"rathausplatz-fr-litfass1925\" src=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/rathausplatz-fr-litfass1925-180x133.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"133\" srcset=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/rathausplatz-fr-litfass1925-180x133.jpg 180w, https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/rathausplatz-fr-litfass1925.jpg 588w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a><\/p>\n<p>(1) Nicht nur sch\u00f6n, sondern auch wichtig war die Litfa\u00dfs\u00e4ule am Rathausplatz in Freiburg. Foto:\u00a0Archiv:\u00a0Hans\u00a0Sigmund<br \/>\n(2) Fr\u00fcher informierte die Litfa\u00dfs\u00e4ule die Freiburger, heute die elektronischen Displays der Wall-Tafeln.<!-- RSPEAK_STOP --><\/p>\n<p>Die Litfa\u00dfs\u00e4ulen sind heute fast alle verschwunden, \u00fcberall wird auf Papptafeln plakatiert \u2013 genehmigt oder verbotenerweise. Die Litfa\u00dfs\u00e4ulen waren die \u00f6rtliche, \u00f6ffentliche Informationsplattform. Die gro\u00dfen Wall-Tafeln dagegen werben vor allem f\u00fcr \u00fcberregionale Events.<br \/>\n3.6.2013, Hans Sigmund<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon immer war es f\u00fcr eine st\u00e4dtisch-b\u00fcrgerliche Gemeinschaft wichtig, dass Informationen ausgetauscht wurden \u2013 schriftlich oder m\u00fcndlich. Fr\u00fcher war es der Gemeindebote, der mit der lauten Messingschelle seine &#8222;Bekanntma-chung!&#8220; im Ort verlauten lie\u00df. 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