{"id":31943,"date":"2013-06-03T12:32:03","date_gmt":"2013-06-03T10:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/?p=31943"},"modified":"2013-06-03T12:32:57","modified_gmt":"2013-06-03T10:32:57","slug":"monsanto-gentechnik-rueckzug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/monsanto-gentechnik-rueckzug\/","title":{"rendered":"Monsanto Gentechnik-Rueckzug"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Erfolg f\u00fcr Gentechnik-Kritiker: Der US-Saatguthersteller Monsanto will in <a title=\"EU\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/global\/eu\/\">Europa<\/a> keine Zulassungen f\u00fcr neue <a title=\"Gentechnik\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/gentechnik\/\">gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen <\/a>mehr beantragen. Damit reagiert das Unternehmen auf die breite Ablehnung von Gen-Pflanzen auf dem Kontinent. Nach Syngenta, Bayer und BASF gibt nun auch der weltgr\u00f6\u00dfte <a title=\"Saatgut\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/landwirt\/saatgut\/\">Saatguthersteller<\/a> Monsanto seinen Kampf f\u00fcr den Anbau von gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzen in Europa auf. <!--more-->Grund sei die fehlende Akzeptanz f\u00fcr solche Pflanzen bei Bauern und <a title=\"Verbraucher\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/engagement\/verbraucher\/\">Verbrauchern<\/a>, sagte das Unternehmen der Berliner tageszeitung. Man wolle auf neue Feldversuche mit gentechnisch ver\u00e4ndertem Saatgut verzichten.&#8220;<br \/>\nWelcher s\u00fcdbadische Umweltaktivist h\u00e4tte am 1. Juni 1995, also vor genau 18 Jahren, diese\u00a0 aktuelle Meldung f\u00fcr m\u00f6glich gehalten?\u00a0 Am 1. Juni 1995 begann die erste von zwei erfolgreichen Ackerbesetzungen gegen die geplanten Freilandversuche f\u00fcr gentechnisch ver\u00e4nderten Mais im s\u00fcdbadischen Buggingen bei Freiburg. Der gentechnische Freilandversuch der holl\u00e4ndischen Firma van der Have in Buggingen wurde von 1995 bis 1997 durch vielf\u00e4ltige Aktionen von Umweltsch\u00fctzerInnen, von B\u00fcrgerinitiativen und BUND verhindert. Der Genmais mit Antibiotikaresistenzgenen, der Mais gegen den Einsatz von Totalherbiziden resistent machen sollte, konnte nicht ausges\u00e4t werden. Der Bugginger Erfolg best\u00e4rkte die europ\u00e4ische Umweltbewegung im Konflikt mit den Gen-Multis.<\/p>\n<p>Wer h\u00e4tte damals, vor genau 18 Jahren, einen europaweiten R\u00fcckzug von Syngenta, Bayer, BASF und nun auch dem weltgr\u00f6\u00dften Saatguthersteller Monsanto f\u00fcr m\u00f6glich gehalten? Wer h\u00e4tte gedacht, dass es heute nicht nur am Oberrhein, sondern in ganz Europa so viele B\u00fcndnisse gegen Gentechnik in der Landwirtschaft geben w\u00fcrde? Unsere damaligen Sorgen u.a. in Sachen Antibiotikaresistenz und Auskreuzung haben sich best\u00e4tigt. Es zeigt sich auch, dass die schein\u00f6kologischen Argumente der Genkonzerne Lug und Trug waren. Nicht weniger, sondern mehr Herbizide werden in der globalen Genlandwirtschaft eingesetzt. Und selbst die VertreterInnen der konventionellen<br \/>\nLandwirtschaft am Oberrhein freuen sich im Nachhinein \u00fcber die damalige Besetzung. Durch die Aktivit\u00e4ten der Umweltsch\u00fctzerInnen konnte die Auskreuzung von Genmaispollen auf die umliegenden Felder verhindert werden. Der Mais am Oberrhein ist gentechnikfrei und der Mais und das Maissaatgut vom Oberrhein kann auf den Weltm\u00e4rkten teurer verkauft werden.<br \/>\nVielleicht ist der R\u00fcckzug nur ein taktisches Man\u00f6ver. Wir werden uns nicht in Sicherheit wiegen lassen und weiter genau aufpassen, was Monsanto und Co. auf unsere Felder und unsere Teller bringen wollen &#8211; gegenw\u00e4rtig ist die Zulassung f\u00fcr 32 genmanipulierte Sorten in Europa beantragt und die konzernfreundliche EU-Kommission kann jeden Tag eine oder mehrere davon zulassen.<br \/>\nDennoch: Der R\u00fcckzug von Syngenta, Bayer, BASF und Monsanto ist ein wichtiger Teilerfolg der europ\u00e4ischen Umweltbewegung. Der BUND am Oberrhein freut sich, dass wichtige Wurzeln dieses Erfolges in S\u00fcdbaden liegen. Der (fast vergessene) Bugginger Protest und die zweisommerlichen Ackerbesetzungen brauchen den Vergleich mit den erfolgreichen AKW-Protesten in Wyhl, Kaiseraugst und Gerstheim nicht zu scheuen. Wir bedanken uns noch einmal bei den damals und heute Aktiven. Angesichts der Konzernmacht war die Ackerbesetzung damals f\u00fcr Viele ein Akt der Verzweiflung und der Versuch, das Unm\u00f6gliche zu versuchen. Jetzt haben wir einen damals unm\u00f6glich geglaubten Teilerfolg erreicht, auch wenn die Macht von Syngenta, Bayer, BASF und Monsanto nat\u00fcrlich noch<br \/>\nlange nicht gebrochen ist.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/vorort.bund.net\/suedlicher-oberrhein\/ackerbesetzung-genmais-buggingen.html\">https:\/\/vorort.bund.net\/suedlicher-oberrhein\/ackerbesetzung-genmais-buggingen.html<br \/>\n3.6.2013<\/a>, Axel Mayer, <a title=\"BUND\" href=\"https:\/\/www.freiburg-schwarzwald.de\/blog\/natur\/umwelt\/bund\/\">BUND<\/a>-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und zufriedener &#8222;Alt-Ackerbesetzer&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Erfolg f\u00fcr Gentechnik-Kritiker: Der US-Saatguthersteller Monsanto will in Europa keine Zulassungen f\u00fcr neue gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen mehr beantragen. Damit reagiert das Unternehmen auf die breite Ablehnung von Gen-Pflanzen auf dem Kontinent. 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